Großer Bahnhof in Frankenmuth

Offizielle Delegation Gunzenhausens war in Michigan

„Judy Zehnder-Keller und ihre 100-jährige Mutter Dorothy Zehnder umrahmt von Gunzenhäuser Freunden.

Im Jahr 2022 jährt sich das Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Frankenmuth und Gunzenhausen zum 60. Mal. Eine Delegation aus Gunzenhausen mit Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und seiner Frau Angelika an der Spitze reiste zu den Feierlichkeiten nach Frankenmuth. Gleichzeitig mit dem Jubiläum fand in Frankenmuth das Bavarian Festival statt, das jährlich tausende Besucher anzieht. So durfte Bürgermeister Fitz gleich zur Eröffnung das erste Bierfass anstechen. Die Frankenmuther Bürgermeisterin Mary Anne Ackerman assistierte ihm dabei. Bei der Eröffnung war die Freude groß, nach fünf Jahren viele Bekannte wieder zu treffen. Natürlich war auch Altbürgermeister Gary Rupprecht gekommen um die Gunzenhäuser zu begrüßen.

Die beiden Bürgermeister beim Unterzeichnen der Partnerschaftsurkunde.

„Greet the Mayors“ hieß eine Veranstaltung, die am Freitag früh um 7.30 Uhr bei „Zehnders“ stattfand. 70 Gäste waren gekommen, um mit den beiden Bürgermeistern Fragen zu diskutieren wie z.B. den Umgang mit der Pandemie, die unterschiedlichen politischen Strukturen der beiden Städte, die jeweilige Parteienlandschaft und den Frauenanteil im Stadtrat, den jüdischen Dialog in Gunzenhausen und vieles mehr. Neben den beiden Bürgermeistern stellten
sich auch Citymanagerin Bridget Smith und Ingeborg Herrmann den Fragen der Zuhörer. Senator Ken Horn – ein Frankenmuther – hatte die Delegation zu einem Besuch des Kapitols in Lansing eingeladen. So konnten die deutschen Besucher einen Einblick in das politische Leben eines Senators erhalten und das großartige historische Gebäude kennenlernen. Auch ein kurzer Besuch der Michigan State University in Lansing durfte nicht fehlen. Judy Zehnder-Keller, zusammen mit ihrer ganzen Familie eine unermüdliche Förderin der Städtepartnerschaft, hatte sich für dieses Jubiläum etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie ließ den Thron des Wilden Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich aus dem Ansbacher Schloss stark überdimensioniert nachbauen. Er ist an der Main Street aufgestellt und soll den vielen
Frankenmuth-Besuchern als Fotomotiv dienen. Die offizielle Einweihung fand in Anwesenheit der Gunzenhäuser Delegation statt. Judy ließ es sich trotz ihrer schweren Krankheit nicht nehmen, die Gunzenhäuser und ihre Gastfamilien zu einem Umtrunk in ihr Haus einzuladen.

Thomas Pentza und Mark Schutte mit der Familie von Greg Rummel neben dem ihm zu Ehren gepflanzten Ahornbaum. Fotos: IngeborgHerrmann


Das Jubiläumsgeschenk der Stadt Gunzenhausen an Frankenmuth waren Obstbäume zum Errichten einer Streuobstwiese. Anlässlich der Einweihung konnte Bürgermeister Fitz die grundsätzliche Bedeutung von Streuobstwiesen erläutern. Gerhard, Ingeborg und Rudi Herrmann umrahmten die Einweihung musikalisch.
Ein besonders emotionaler Moment war die Übergabe eines Ahornbaumes, der im Rose Garden zu Ehren des im letzten Jahr verstorbenen Greg Rummel gepflanzt wurde. Für Greg war Gunzenhausen wie ein zweites Zuhause. Er förderte die Städtepartnerschaft stark. Thomas Pentza, Mark Schutte und Daniel Haubenstricker schilderten Erlebnisse von und mit Greg Rummel. Thomas Pentza spielte auf der Trompete den Erzherzog-Johann-Jodler. Viele Gunzenhäuser werden sich an den Besuch von Greg beim Bürgerfest 2019 erinnern, als er zusammen mit Thomas Pentza auf der Bühne im Rathaushof spontan den Erzherzog-Johann-Jodler sang.
In Frankenmuth finden regelmäßig in der St. Lorenz Kirche deutsche Gottesdienste unter der Leitung von Daniel Haubenstricker statt. So auch am Jubiläumssonntag. Pastor Hoesmann hielt die Predigt. Lesungen wurden von Renate Herrmann, Apfelkönigin Anna Sauber und Bierkönigin Michelle Recker gehalten. Thomas Pentza begleitete die Gemeindelieder zusammen mit der Orgel auf der Trompete und Gerhard, Ingeborg und Rudi Herrmann
bereicherten den Gottesdienst mit ihrem Gesang.

Alljährlich zum Bavarian Festival findet in Frankenmuth ein großer Festzug statt. Dieses Jahr wurde er von Bürgermeister Fitz als „Grand Marshall“ im Cabriolet angeführt. In weiteren Cabrios fuhren Generalkonsul Wolfgang Mösslinger, Renate und Gerhard Herrmann, Ingeborg und Rudi Herrmann sowie die Apfel- und die Bierkönigin Anna Sauber und Michelle Recker. Tausende Frankenmuther und Gäste säumten den langen Weg des Festzuges.
Zum Jubiläum war auch der deutsche Generalkonsul Wolfgang Mösslinger aus Chicago angereist, um das Jubiläum zu begleiten. Neben allen offiziellen Anlässen war er ein beliebter Gesprächspartner, war er doch vor seiner Zeit in Chicago auch Generalkonsul in Moskau und später in der Ostukraine.
Ein sehr lebendig gestalteter Festakt war der krönende Abschluss des Jubiläumsfestes in Frankenmuth, an dem auch die 100-jährige Dorothy Zehnder als einzige Teilnehmerin der allerersten Frankenmuther Gruppe teilnahm, die nach Gunzenhausen reiste. Bürgermeisterin Mary Ann Ackerman berichtete in ihrer Rede von so mancher Anekdote, die sich im Laufe der Jahre im Rahmen des städtepartnerschaftlichen Austauschs ereignete. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz erläuterte anhand eines Videos die Neuerungen, die in den letzten Jahren in Gunzenhausen erreicht wurden. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass mit der starken Einbindung der Jugend in die Städtepartnerschaft diese weit in Zukunft getragen werden könne. Renate Herrmann und Daniel Haubenstricker, die beiden ehrenamtlichen Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, verwiesen auf die Lebendigkeit der Städtepartnerschaft, die in all den Jahren immer gewachsen sei und stark von ehrenamtlicher Unterstützung abhängig sei.
Ein wenig Wehmut angesichts der wunderschönen Erlebnisse und Treffen mit vielen Freunden spielte beim Abschied schon eine Rolle – wenn auch die Frankenmuther Delegation bereits in wenigen Tagen nach Gunzenhausen kommt und ein Wiedersehen stattfinden kann.
Die Frankenmuther kommen in kleiner Gruppen in Gunzenhausen an. Die ersten reisen schon am 24. Juni an und besuchen die Passionsspiele in Oberammergau. Am Dienstag, 28. Juni, sind Bürgermeisterin Mary Anne Ackerman und John Kaczinsky mit einer Gruppe von Schulleitern der Saginaw Valley State University in Gunzenhausen, um das bayerische Schulsystem kennen zu lernen. Sie besuchen neben den Gunzenhäuser Schulen auch das Landesamt für Schule. Eine 13-köpfige Schülergruppe kommt zum Austausch an das Simon-Marius-Gymnasium und nimmt ebenfalls am Jubiläumswochenende teil.
Beim Bürgerfest werden die Gäste am Samstagabend offiziell von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz begrüßt. Am Sonntag findet der Jubiläums-Festgottesdienst zusammen mit dem Bürgerfest-Gottesdienst auf dem Marktplatz statt. Anschließend übergibt Bürgermeisterin Mary Anne Ackerman das Geschenk der Stadt Frankenmuth an Gunzenhausen – eine Streuobstwiese. Diese wird in der Nähe des BayWa-Kreisels gepflanzt. Der offizielle Festakt zum Jubiläum
findet am 3. Juli in der Stadthalle statt. Bürgermeister Fitz dankt allen, die die Städtepartnerschaft unterstützen. Sein Dank gilt ganz besonders den Gastfamilien, die bereit sind, die Gäste in ihren Familien aufzunehmen – ganz im Sinne des Partnerschaftsprogramms „People to People“.

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