Altmühl ist „befreiter Fluss“

Deutsche Umwelthilfe ehrt Umgestaltung der Altmühl

Verleihung der Urkunde durch die Deutsche Umwelthilfe an das Wasserwirtschaftsamt Ansbach im Rahmen einer Bootsfahrt durch einen renaturierten Teilabschnitt der Altmühl: Von links nach rechts: Ines Wittig, Meike Metz (Deutsche Umwelthilfe), Thomas Keller (Behördenleiter WWA Ansbach, Roland Rösler(Abteilungsleiter Landkreis Weißenburg- Gunzenhausen WWA Ansbach). Foto: WWA


Die Deutsche Umwelthilfe würdigt unter dem Stichwort „Befreite Flüsse“ ausgewählte Fließgewässer bzw. Fließgewässerabschnitte, die durch behutsame Gewässerunter-haltung oder gezielte Umgestaltung dabei unterstützt werden, sich naturnah zu entwickeln. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach wurde von der Deutschen Umwelthilfe für seine Arbeiten an der mittleren Altmühl ausgezeichnet.
Die im letzten Jahrhundert begradigte Altmühl und ihre unmittelbar angrenzende Aue wurden zwischen Gunzenhausen und Treuchtlingen in der Zeit von 1999 bis 2016 auf einer Länge von 23 Kilometern ökologisch umgestaltet:
Im Wesentlichen wurden hierzu altmühlnahe Flächen erworben und nährstoffhaltiges Bodenmaterial abgetragen. Ein neues, dem Gewässertyp entsprechendes, verzweigtes Gewässerbett wurde angelegt. Fehlende Gewässerstrukturen, wie flache Ufer, Einengungen bzw. Aufweitungen und unterschiedliche Tiefen wurden grob modelliert. Das bis dahin kanalisierte Gewässer wurde anschließend in das neue Gewässerbett geleitet und das alte begradigte Gerinne rückgebaut oder teilweise zu einer Flutmulde umgestaltet.
Auf eine Bepflanzung mit Gehölzen oder auf Erosionsschutzmaßnahmen am neuen Gewässerbett wurde verzichtet.
Die weitere Feinmodellierung wird der Eigendynamik des Gewässers überlassen. Die abwechslungsreich gestalteten Ufer und kleineren Inseln unterliegen überwiegend einer natürlichen Entwicklung. Restflächen mit artenreichem Grünland werden von ortsansässigen Landwirten weiterhin extensiv gepflegt.
Die mittlere Altmühl hat sich seit Fertigstellung des letzten Abschnittes weiterhin gut entwickelt. Aufwendige Unterhaltungs- oder Pflegemaßnahmen sind bisher nicht erforderlich. Die damaligen baulichen Eingriffe sind in der Natur nicht mehr erkennbar. Das Gewässer und die angrenzende Aue haben wieder ein natürliches Erscheinungsbild. Dies führt zu einer positiven Resonanz der Bürger der örtlichen Gemeinden und der jährlichen Besucher.
Durch ein umfangreiches Biomonitoring ist belegt, dass sich durch die Umgestaltungs-maßnahmen die Anzahl wertvoller Pflanz- und Tierarten im und am Gewässer erhöht hat. Die zunehmende Beschattung des Gewässers durch Ufergehölze trägt wesentlich dazu bei, dass das hochwertig entwickelte Gewässerökosystem auch heißen und trockenen Sommern Stand halten kann.
Aufgrund der festgestellten Erfolge in der Gewässerökologie und –morphologie, der dokumentierten Resilienz sowie der geringen Unterhaltungsfolgelast ist das Wasserwirtschaftsamt derzeit dabei, das Umgestaltungskonzept der mittleren Altmühl auf den Oberlauf mit einer Länge von ebenfalls 23 Kilometer zu übertragen. Das Wasserwirtschaftsamt hofft somit, Gewässersystem zu erhalten, das den Anforderungen der Klimaänderung angepasst ist.


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