Beim Getreidetalk vereint

Kulinarische Schätze Altmühlfranken

Der Getreidetalk fand in der Getreidehalle der Familie Auernhammer in Indernbuch statt. Foto: LRA

Im Rahmen des Projekts „Kulinarische Schätze Altmühlfranken“ wurde dieses Jahr zum „Jahr des Getreides“ ausgerufen. Frei nach diesem Motto hat sich auch beim Getreidetalk alles rund um das heimische Getreide gedreht. Bei insgesamt sechs Vorträgen gaben Fachleute aus der Region Einblicke in die Produktion und Verarbeitung – vom Anbau, über das Mahlen, bis hin zum Backen und anderen Zubereitungen. Das Gemeinschaftsprojekt „Kulinarische Schätze Altmühlfranken“ wird vom Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Regionalbuffet Fränkisches Seenland sowie dem Bayerischen Bauernverband organisiert.

„Die Landschaft unseres Landkreises ist nach wie vor stark von der Landwirtschaft geprägt. Das hier produzierte Getreide ist ein hochwertiges und wichtiges Produkt, das sowohl als Lebensmittel, als auch als Futtermittel verwendet wird. Wir als Landkreis möchten noch stärker auf Regionalität setzen und uns einheitlich hinter unsere Landwirtschaft stellen“, sagte Landrat Manuel Westphal zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung, die von der Regionalmanagerin des Landratsamtes Natalja Roth moderiert wurde.

Passend zum Thema fand der Getreidetalk in der Getreidehalle des Kreisobmanns des Bayerischen Bauernverbands, Erwin Auernhammer, in Burgsalach-Indernbuch statt. Dort tauschten die Fachleute ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um das Thema Getreide im Landkreis aus. So wird etwa ein Drittel der Fläche des Landkreises landwirtschaftlich genutzt. Auf der Hälfte dieser Fläche wird Getreide angebaut – vorwiegend Weizen, Wintergerste und Triticale, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen, erklärte der Behördenleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Hans Walter. Während sich die Erträge in der Landwirtschaft in den vergangenen 60 Jahren mehr als verdoppelt haben, würden die Einnahmen stagnieren. So käme bei den Landwirten nur einer der 36 Cent an, die ein Kunde beim Bäcker für eine Semmel zahlt, so Walter weiter. Auch Renate Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gab grundlegende Informationen zum Thema. So beschrieb sie die unterschiedlichen Mehlsorten und erklärte die Unterscheidung nach Typennummern.

Neben den fachlichen Informationen der Behörde konnten auch regionale Landwirte, Gastwirte, Brauereien und Müller ihr Fachwissen zum Getreide teilen. So beschrieb Familie Kössler aus Bechthal ihre Erfahrungen als Betreiber der Bergmühle, eine der letzten der ehemals 20 Mühlen an der Anlauter und die letzte im Landkreis. Der Familienbetrieb legt nicht nur beim Mahlen Wert auf Tradition, indem er nur reinen Urdinkel vermahlt, sondern auch das Brot aus dem Hofladen wird traditionell im Holzofen gebacken. Vom Vorteig bis zum fertig gebackenen Brot dauert dies 15 Stunden.

Thomas Wurm, einer der beiden Geschäftsführer der Brauerei Wurm aus Bieswang, erklärte die Anforderungen, die an Getreide zum Bierbrauen gerichtet sind. Auch Erwin Auernhammer berichtete als Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes von den Herausforderungen, vor denen sich die regionale Landwirtschaft sieht. Viele hätten vergessen, woher die verarbeiteten Lebensmittel ursprünglich kämen. Es sei deshalb wichtig, dies wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Schließlich gab Familie Heinz, die das Gasthaus „Zum Hirschen“ in Muhr am See betreiben und das Regionalbuffet Fränkisches Seenland bei der Veranstaltung vertreten haben, Einblicke in ihre Erfahrungen mit den Getreidetagen. Dabei erstellte das Gasthaus ein Getreidemenü mit altvertrauten und etwas ausgefalleneren Speisen.

Während sie den Vorträgen zuhörten, durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vorgestellten Produkte aus Getreide auch verkosten. Der Getreidetalk war die vierte Veranstaltung dieses Jahr rund um das Getreide im Landkreis. Ziel des Gemeinschaftsprojektes „Kulinarische Schätze Altmühlfranken“ ist es, den Wert regionaler Lebensmittel wieder mehr in das Bewusstsein der Verbraucher und Verbraucherinnen zu rufen und die Wertschätzung für die Landwirtschaft zu steigern.

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