Inklusive Kinderkrippe

Neubau der Lebenshilfe in Gunzenhausen

So wird der neue Lebenshilfe-Kindergarten aussehen. Grafik: Architekturbüro Bittner, Stopfenheim


Die Lebenshilfe Altmühlfranken e.V. baut derzeit in einem ersten Bauabschnitt im Hollerfeld in Gunzenhausen eine integrative Kinderkrippe und Kindertagesstätte. Dort werden zwei integrative Kinderkrippengruppen (1 bis 3 Jahre) sowie zwei integrative Kindergartengruppe (3 Jahre bis zur Einschulung) entstehen. Geplant worden ist das Projekt von dem Stopfenheimer Architekturbüro Bittner.


Ein Kinderkrippengruppe wird bis zu 10 Kleinkinder (7 Regelkinder + 3 Kinder mit Förderbedarf) fördern und betreuen. Eine Kindergartengruppe wird bis zu 15 Kinder (10 Regelkinder + 5 Kinder mit Förderbedarf) von 3 Jahren bis zum Schuleintritt fördern und betreuen. Somit können in diesem Haus bis zu 50 Kinder nach dem ersten Bauabschnitt begleitet und betreut werden. Der geplante Betriebsbeginn wird Anfang 2021 sein.
Der Neubau in Holzständerbauweise hat eine Nutzfläche (inkl. Verkehrs- und Funktionsflächen) von rund 1000 Quadratmetern.
In einem weiteren Bauabschnitt wird die Kindertagesstätte um zwei weitere integrative Kindergartengrippen erweitert. Zudem wird die interdisziplinäre Frühförderstelle eine weitere Außenstelle in diesem Zuge erhalten. Somit kann das interdisziplinär aufgestellte Team idealerweise die Kinderkrippe wie auch die Kindertagesstätte durch ihre Fachlichkeit unterstützen.

Derzeit werden die Holzbau-Fertigteile montiert. Foto: Falk


Jochen Halbmeyder von der Hauptverwaltung der Lebenshilfe Altmühlfranken erklärt zur Philosophie und den Zielen des Projekts: Wir wollen ein Haus sein, in dem sich alle Kinder, aber auch deren Eltern wohlfühlen. Wir sind ein Ort für Kinder, an dem Gemeinschaft gelebt wird. Jedes Kind, egal ob mit oder ohne Behinderung, ist einzigartig und besonders in seiner Persönlichkeit. Unser pädagogisches Handeln ist geprägt von der Bereitschaft und Fähigkeit zum wertschätzenden Dialog mit den Kindern sowie zur beziehungsvollen Fürsorge.
Unsere Angebote werden auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt. Kinder sind „geborene Lerner“ und aus sich selbst heraus bestrebt, die Welt zu verstehen und Handlungskompetenzen zu erwerben. Nach diesem Grundverständnis von früher Bildung wird sich unser tägliches pädagogisches Handeln richten.
Der enge Austausch mit den Eltern liegt uns besonders am Herzen, um gemeinsam mit Ihnen für eine möglichst individualisierte Entwicklung eines jeden einzelnen Kindes zu sorgen.
Auswahl an Betreuungsangeboten, die in den täglichen Tagesablauf integriert werden
• Morgenkreis mit Singkreis oder Bewegungsspielen
• Gemeinsames Frühstück, eventuell auch gruppenübergreifend
• Kreativ- und Spielangebote, sowie Freispielphasen
• Möglichst viele Spielphasen auf dem Außengelände
• Gemeinsames Mittagessen
• Schlafzeiten (für jedes Kind individuell oder Ruhephasen)
• Regelmäßige Elterngespräche und Elternabende sowie anlassbezogene Feste und Aktionen

Kinder mit Behinderung und solche, die von einer Behinderung bedroht sind, werden in der Einrichtung gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung betreut und gefördert, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Das Angebot steht Kindern mit und ohne Behinderung unterschiedslos offen. Damit erleben sich alle Kinder mit und ohne Behinderung – dem Leitgedanken der Inklusion folgend – von Beginn an als gleichberechtigt und normal.
Neben der Betreuung und Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Krippen- bzw. der Kindergartengruppe wird deren spezifische Förderung durch einen heilpädagogischen Fachdienst bzw. durch individuelle Leistungen unserer interdisziplinären Frühförderung sichergestellt.

Im Sinne des BayKiBiG versteht Halbmeyer die Krippe als eine die Erziehung und Bildung durch die Eltern ergänzende und unterstützende Einrichtung. Die Entwicklung von Kindern gedeiht am besten, wenn Eltern und Fachkräfte optimal zusammenarbeiten. Schon aus diesem Grund sind der Lebenshilfe der regelmäßige Kontakt, das Einbeziehen und Informieren sowie ein gründlicher und verlässlicher Austausch mit den Eltern wichtige Anliegen. Voraussetzung für ein gutes Gelingen der Erziehungspartnerschaft sind Vertrauen, Offenheit und gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung.

Da es sich bei dem Neubau um einen zweigeschossigen Baukörper mit Aufzug handelt, sind alle öffentlichen Räume ohne jegliche Barriere zugänglich. Berücksichtigt bei den folgenden genannten Maßnahmen werden insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung. Entsprechend der DIN 18040-1 werden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um eine absolute Barrierefreiheit in den Öffentlichen Räumen zu gewährleisten. Hierunter zählen unter anderem folgende Anforderungen: Große Bewegungsflächen in allen Räumen für Menschen im Rollstuhl, breite Gänge bzw. Gehwege, alle Eingänge sind stufen- und schwellenlos, breite Türen, eine geschlechtsneutrale behinderten gerechten Toilette mit entsprechender Bewegungsfläche, Klappgriffe, Toilette usw,.

Die Kindertagesstätte wird voraussichtlich von 6.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet sein. Die Lebenshilfe versteht sich jedoch als eine „lernende“ Einrichtung und deshalb werden sich alle Mitarbeiter aus diesem Grund auch auf die Bedürfnisse der Eltern einstellen.

Angaben zu den Mindestbuchungszeiten und den Kosten für die Eltern können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden.

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