50 Jahre Seenland-Geschichte

Neue Jubiläumsbroschüre mit Zeitzeugen-Interviews

Das ist der Titel der Jubiläumsbroschüre.



Im Jahr 1970 gab der Bayerische Landtag grünes Licht für den Bau des Fränkischen Seenlands. Mit der Jubiläumsbroschüre „Die verwirklichte Vision – Planung, Bau und Entwicklung des Fränkischen Seenlands“ nimmt der Tourismusverband Fränkisches Seenland die Leser mit auf eine Reise durch 50 Jahre voller Meilensteine – und macht mit aktuellen Panoramabildern Lust auf den nächsten Ausflug an die Seen.
Heute wissen viele Gäste gar nicht, dass Altmühlsee, Großer und Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee, Rothsee, Hahnenkammsee und Dennenloher See künstlich entstanden sind. Ganz harmonisch fügen sich die Seen in die Hügellandschaft ein. Vor 50 Jahren dagegen konnte man sich noch nicht vorstellen, dass aus den Wasserspeichern einmal ein Urlaubsparadies mit großer Anziehungskraft entstehen würde. Damals ging es noch vor allem darum, über Altmühlsee und Brombachsee sowie über Main-Donau-Kanal und Rothsee Wasser aus dem Süden in den trockenen Norden Bayerns überzuleiten. Ein Vorkämpfer und Wegbereiter des Projekts war der Gunzenhäuser Landtagsabgeordnete Ernst Lechner. Der 2013 verstorbene „Vater des Fränkischen Seenlands“ hinterließ einen detaillierten Bericht über seinen Kampf für die Seen, aus dem viele Informationen in die Broschüre eingeflossen sind.
Einige Zeitzeugen kommen in der Broschüre in Interviews zu Wort, darunter Hans Trögl, der den Bau der Seen als Mitarbeiter und später als Leiter des Talsperren-Neubauamts hautnah miterlebte, Niederprüms Vorgänger Horst Bieswanger, der die ersten Schritte der touristischen Entwicklung begleitete, und Ernst Birnmeyer, der als ehemaliger Leiter der Beratungsstelle Mittelfränkisches Seengebiet daran mitarbeitete, aus ehemaligen Landwirten, die durch den Bau der Seen viel Fläche verloren hatten, erfolgreiche Gastgeber zu machen. Hans-Dieter Niederprüm sieht als Geschäftsführer des Tourismusverbands Fränkisches Seenland die gewaltigen Herausforderungen, vor denen die Urlaubsregion jetzt steht, will sich davon aber nicht lähmen lassen: „Vielleicht ist die Corona-Krise hier sogar eine Chance, das Hamsterrad etwas zu bremsen und wieder einmal Projekte in Ruhe auszuarbeiten, bevor man damit auf den Markt geht“, erklärt der erfahrene Touristiker in einem Interview.
Die Leser erfahren auch, wie der Landtagsbeschluss von 1970 die Weichen für die touristische Entwicklung stellte, indem er die Zugänglichkeit der Seeufer festschrieb.
Diese wurde zu einem Markenkernwert der Region, der sich heute auch im Engagement für einen barrierefreien Tourismus ausdrückt. Martina Widuch, Leiterin der LBV-Umweltstation am Altmühlsee, erklärt im Interview, wie an den künstlichen Seen wertvolle und einzigartige Naturschutzgebiete entstanden. Darüber hinaus enthält die Broschüre viele Fakten zur Überleitung und umweltfreundlichen Stromerzeugung an den Seen. So findet man zum Beispiel heraus, dass die Seen rund 190 Millionen Kubikmeter Wasser speichern können und dass jährlich im Durchschnitt rund 150 Millionen Kubikmeter Wasser über das Seenland in den Norden gelangen – wobei das zuständige Wasserwirtschaftsamt Ansbach aufgrund des Klimawandels mit einer steigenden Tendenz rechnet.
Die Führungen, Busausflüge und geführten Radtouren, die zum Jubiläum geplant waren, mussten erst einmal verschoben werden. Bis sie stattfinden können, haben Interessierte aber schon mal die Möglichkeit, auf dem neuen Lehrpfad „Weg der Wasserkraft“ oder dem „Absberger Mühlenweg“, die in dem informativen Heft beschrieben sind, mehr über die Geschichte und Technik des Fränkischen Seenlands zu erfahren. Denn die Jubiläumsbroschüre erzählt nicht nur die spannende Historie einer besonderen Urlaubsregion, sondern enthält auch Infos und Tipps, wie sich diese auf eigene Faust erkunden lässt.
Infos: Tourismusverband Fränkisches Seenland, Postfach 1365, 91703 Gunzenhausen, Telefon 09831/5001-20, Telefax 09831/5001-40, info@fraenkisches-seenland.de, www.fraenkisches-seenland.de

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