Immobilienportal „erweiterungsfähig“

Landrat äußerte sich zu FDP-Anfrage wegen Innenentwicklung der Dörfer

Die Wirtschaftsförderer der Zukunftsinitiative „altmühlfranken“ arbeiten derzeit noch an einem neuen Online-Gewerbeimmobilienportal. Eingebunden sind die Gemeinden sowohl in konzeptioneller wie auch in administrativer Hinsicht.

Wie Landrat Gerhard Wägemann auf eine Anfrage des Gunzenhäuser  Stadtrats Werner Falk (FDP) erklärte, soll dieses Projekt, das kurz vor der Fertigstellung steht, zunächst auf Landkreisebene zum Laufen gebracht werden. Er will erst das Gewerbeimmobilienportal schaffen und damit die Vermarktung gewerblicher Objekte und freier Gewerbeflächen im Kreis forcieren. Technisch wäre es möglich, ergänzend dazu leerstehende Immobilien – wie z.B. ehemalige landwirtschaftliche Anwesen – in dem Portal zu erfassen. Allerdings liege die Zuständigkeit für  das Leerstandsmanagement und damit die Nutzung des Portals für diese Zwecke bei den einzelnen Gemeinden. Falls die Gemeinden hier Interesse zeigen sollten, müssten durch die jeweilige Kommunalverwaltung die leerstehenden Immobilienobjekte erfasst und die Daten dann auch fortlaufend gepflegt werden. Wägemann spricht von einem „erheblichen zeitlichen Aufwand“.

Ein effektives Leerstandsmanagement erfordere zudem ein umfassendes Engagement vor Ort in den einzelnen Gemeinden zur Umnutzung und Vermarktung leerstehender Immobilien. Landrat Wägemann verweist bei der Förderung der Innenentwicklung auch auf die thematischen Ansätze der gemeindeübergreifenden  ILE-Regionen im Landkreis (Integrierte Ländliche Entwicklungsregionen). „Das Gewerbeimmobilienportal des Landkreises sowie ein angedocktes Leerstandsmanagement der Gemeinden über dieses Portal könne jedoch nur dann erfolgreich seine Wirkung entfalten, wenn sich die Gemeinden im Landkreis im weitaus stärkerem Maße als bisher bei diesen Themen einbringen werden“, so das abschließende Fazit von Landrat Wägemann.

Der Gunzenhäuser Freidemokrat sieht in der Thematik den benachbarten Landkreis Donau-Ries an der Spitze in Bayern. Dort hat der Landkreis ein Leerstandskataster entwickelt, in dem die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude  aufgelistet werden. „In Kooperation mit der Immobilienwirtschaft ist dieses Modell ein erfolgversprechendes Instrument, um die leerstehenden Gebäude wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen“, erklärte dazu Werner Falk.

Ergänzung der Presseerklärung des Landratsamts:

Noch sind viele Dörfer bei uns in Altmühlfranken von ihrer baulichen Struktur her intakt, aber wir kennen die Entwicklung in oberfränkischen „Grenzlandgemeinden“. Dort sieht es mitunter bedenklich aus, weil die Infrastruktur wegbricht und die Bauernhäuser in den Dörfern vom Verfall bedroht sind. Soweit darf es in unserer Ferienregion im Fränkischen Seenland nicht kommen. Deshalb müssen wir alle Hebel in Bewegung setzen, um die Vitalität unserer Dörfer zu bewahren. Und das bedeutet, leerstehende ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen.

Ich habe die Vorstellung, auf Landkreisebene eine Online-Immobilenplattform (man kann sie auch Immobilienbörse nennen) zu schaffen, auf der die Zukunftsinitiative „altmühlfranken“ die leerstehenden und zum Verkauf anstehenden Immobilien auflistet. Dies natürlich nur, wenn der jeweilige Eigentümer zustimmt und auch die Gemeinde die entsprechenden Daten liefert. Die aber bereitzustellen, muss kein Hexenwerk sein, denn es würden die Basisdaten genügend: Kurze Beschreibung des Objekts, Größe der Gebäude und der Freiflächen, Nutzungsmöglichkeiten und einige Fotos. Natürlich muss der aufgebaute Bestand auch betreut werden, d.h. die Angaben  sind stets zu aktualisieren. Die Immobilienwirtschaft kann sich der Daten genauso bedienen wie private Interessenten.

Wichtig ist die Gesamtschau, denn Interessenten werden nicht von Gemeinde zu Gemeinde ziehen, um sich nach geeigneten Immobilien umzusehen. Dieses Immobilienportal ist sicher kein Allheilmittel, aber es kann Teil der Therapie sein, um den Dörfern präventiv zu helfen. Für die Immobilienwirtschaft bietet  es eine ideale „Fundquelle“. Es ist nicht daran gedacht, von öffentlicher Seite aus die Vermarktung der leerstehenden Immobilien zu betreiben.

WERNER FALK

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