Messungen auf dem Prüfstand

 Verunsicherung muss beseitigt werden

Die hundert deutschen Lungenärzte, die sich in der Diskussion um die Gesundheitsgefährdung durch Stickoxide und Feinstaub zu Wort gemeldet haben, um eine rationale Diskussion einzufordern, sprechen aus, was viele Menschen im Land denken. Die Öffentlichkeit wird seit Monaten mit einer Diskussion überzogen, die oftmals skurille Züge trägt.  Wie der LungenarztDieter Köhler in “Hart, aber fair” bemerkte, sind die Zahlen der Gesundheitsbehörden bezüglich der Schadstoffe anzuzweifeln. Ein Beispiel wird immer wieder gern angesichts des Diesel-Fahrverbots:  Wer eine Zigarette raucht, der setzt 500 g Sticksstoffdioxid pro Kubikmeter frei.  Und an Feinstaub ist das so viel, wie ein alter Diesel in eineinhalbstündigem Betrieb ausstößt. Die ganz einfach Schlussfolgerung der Lungenärzte: Die Raucher müßten eigentlich schon nach wenigen Wochen tot umfallen.

Die Schadstoffbelastung hat viele Ursachen, wenn gleich die Industrie, der Verkehr und die privaten Haushalte die größten Kontingente stellen. Der Kohlenstoffdioxidausstoß eines Ferienfliegers liegt bei 356 Gramm je Person und Kilometer (Pkw: 138 g, Eisenbahn 77 g). Die Massentierhaltung gilt weltweit als der größte Verursacher von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid. Die Ammoniakvergasungen verbinden sich und werden zu Feinstaub.

Die Frage ist, wieviel Schadstoffe verträgt der Mensch, um gesund leben zu können? Nimmt man die immer wieder in den Medien zitierten Anteile von Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Privathaushalten her, dann stellt sich die Frage:  Was wäre, wenn die Schadstoffbelastung auf Null zurückginge?  Vielleicht würden sie dann 150 Jahre alt und noch älter. Aber, wer will das?

Sind Fahrverbote vom Tisch?

Aktuelle Messungen der Stadt München zeigen, dass die Luft in vielen Teilen der Stadt nicht den bisherigen Hochrechnungen entspricht. Die Luftqualität ist deutlich besser, als bislang angenommen. Die Stadt München geht deswegen davon aus, dass Fahrverbote aufgrund der neuen Ergebnisse vom Tisch sind. Hintergrund der Neubewertung sind eigene Messungen der Stadt. Bislang hat sich München auf Modellrechnungen des Landesamts für Umwelt verlassen. Grundlage von dessen Modellrechnungen ist wiederum das sogenannte “Handbuch für Emissionsfaktoren”, welche das Bundesumweltamt herausgibt. Damit soll grob aus dem Verkehrsaufkommen auf die Schadstoffkonzentration bestimmter Gebiete geschlossen werden.

Zur aktuellen Entwicklung der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Daniel Föst: „Das Beispiel München zeigt den ganzen Wahnsinn in der Dieseldebatte. Die Große Koalition stellt sich nach wie vor offen gegen die Autofahrer. Statt für valide und vor allem vergleichbare Messdaten zu sorgen, wird weiter mit Verboten und staatlicher Enteignung gearbeitet. Das SPD geführte Umweltbundesamt muss dringend seine eigenen Vorgaben in Frage stellen. Es kann nicht sein, dass alle betroffenen Kommunen jetzt selbst Messdaten erheben müssen, um die Fehler aus Berlin auszubügeln.“

WERNER FALK

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