Die Planung geht weiter

Schlungenhof: Mehrere Trassen sind vorstellbar

Die Holzbauer-Trasse (rote Linie in Verbindung mit der gepunktet dargestellten Bahnlinie) wird vom Verkehrsministerium favorisiert. Das Verfahren aber läuft ergebnisoffen.

Die Ortsumgehung von Schlungenhof ist in der Planung. Das Straßenbauamt Ansbach pflegt einen offenen Bürgerdialog mit den Anliegern und Grundstücksbesitzern in Schlungenhof, aber auch Laubenzedel, denn die Problematik betrifft schließlich beide Ortsteile. Die Schlungenhöfer haben seit Jahrzehnten die B 13 mitten durch ihr Dorf. Das bedeutet für sie eine enome Verkehrsbelastung, denn es sind dort täglich an die 12000 Fahrzeuge unterwegs. Als Vorort von Gunzenhausen  (und direkt am Altmühlsee) hat Schlungenhof ein großes Entwicklungspotenzial, dem eigentlich nur die B 13 im Wege steht, die den Ort durchtrennt. Möglicherweise wird Schlungenhof als ein städtdebauliches Sanierungsgebiet ausgewiesen, wenn erst einmal die Straßenproblematik gelöst ist.

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, der die Veranstaltung zusammen mit Projektleiterin Nadine Kießling vom Straßenbauamt Ansbach moderierte, äußerte an die Schlungenhöfer und Laubenzedeler die Bitte, das Verfahren als Chance zu sehen und nicht abzublocken. „Das Straßenbauamt könnte es sich auch leicht machen und eine vorgegebene Trasse durchziehen, aber es hat sich für den Bürgerdialog entschieden“, sagte der Rathauschef, der zusammen mit Amtschef Heinrich Schmidt, Abteilungsleiter Werner Ott und weiteren Mitarbeitern des Amts Rede und Antwort stand.

Nach dem von Heinrich Schmidt aufgezeigtem Terminplan soll bis Ende 2018 fest stehen, welche der fünf Varianten realisiert werden soll. Denn bis zu diesem Zeitpunkt verlangt auch die Deutsche Bahn Klarheit, wie es mit den drei höhengleichen Bahnübergangen weiter gehen soll. Die Bahn ist dabei, bundesweit alle Anlagen dieser Art zu beseitigen, denn sie blockieren einen schnellen Zugverkehr.  Beide Maßnahmen stehen in einem zeitlichen Zusammenhang.

In der letzten Zusammenkunft ging es darum, eine Vorauswahl vorzunehmen, aber das erwies sich als ein schwieriges Unterfangen. Die Vorstellungen der Schlungenhöfer stehen im Gegensatz zu denen der Laubenzedeler. Die einen wollen die B 13 draußen haben und endlich ihr Dorf entwickeln können, die anderen sind dagegen, dass die neue B 13 nahe an ihren Ort heranrückt. Und die Flur dazwischen soll nach den Wünschen der Landwirtschaft und des Naturschutzes nicht mit einer neuer Trasse durchzogen werden. „Wir müssen unsere Umwelt über die Politik stellen“, sagt daher die Ortssprecherin Ella Reichardt. Sie und die Schlungenhöfer favorisieren die Bündelung von B13 und Bahn auf der sogenannten „Holzbauer-Trasse“ von Muhr bis Schlungenhof, die im Osten der Stadt an die B 466 angebunden werden soll. Frau Steinweg-Pitsch von der Laubenzedeler Seite fürchtet ein starke Lärmbelästigung, wenn die Trasse nahe an Laubenzedel vorbeiführt.

Die Holzbauer-Trasse (4,3 Kilometer) würde an Laubenzedel vorbeiführen, im Einzelfall sogar wäre der Abstand zu Bahn/B13 nur 25 Meter (440 m von Schlungenhof entfernt). Diese Variante würde für Schlungenhof eine Verkehrsentlastung um 43 Prozent bringen.

Die Variante 2 (2,4 Kilometer) würde zwischen den beiden Orten hindurchführen (Abstand Schlungenhof 550 m, Laubenzedel 280 m). Für Schlungenhof würde sie eine Entlastung um 38 Prozent bringen. Daneben gibt es noch zwei weitere Varianten (3 und 5), die auf der oben abgebildeten Karte dargestellt sind. Die 5er würde vom Surfzentrum Schlungenhof aus in einem Bogen bis zu McDonalds führen, die 3er hätte in etwa den gleichen Verlauf, würde aber etwas früher (vor Surfzentrum) nach Norden abschwenken. Neu ist die so genannte Null-Variante. Sie sieht vor, an der jetzigen Trasse nichts zu ändern, sondern nur in Schlungenhof entsprechende bauliche Maßnahmen zu errichten, die den Verkehrslärm mindern.

Von Laubenzedeler Seite ist als neue Variante die Westumfahrung des Altmühlsees (von Ornbau, Muhr bis Schlungenhof) ins Gespräch gebracht worden. Ihr räumt Amtschef Schmidt aber keine Chance ein, denn eine völlig neue Trasse ist unrealistisch. Nicht zuletzt würde das Wiesenbrütergebiet zu stark tangiert. In einer „Faunistischen Planungsraumanalyse“, die später einmündet in eine Umweltverträglichkeitsstudie, geht es ohnehin darum, die Lebensräume des Gänsesägers,des Turmfalken und der Zauneidechse zu sichern. „Verdachtsflächen“ gibt es auch für die Fledermaus und die Haselmaus.

Amtschef Schmidt und Projektleiterin Nadine Kießling versicherten den Schlungenhöfern und Laubenzedelern: „Wir sind ergebnisoffen!“ Vom  Bundesverkehrsministerium allerdings weiß man, dass es die Variante 1 (Holzbauer-Trasse) bevorzugt.

 

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