„Edelsteine“ der Gesellschaft

Der wichtige Beitrag der Nachbarschaftshilfe Gunzenhausen

Sie gehen mit älteren, alleinstehenden, behinderten oder hilflosen  Menschen zum Arzt, sie kaufen mit ihnen ein, stellen die Mülltonnen raus, helfen ihnen bei Behördengängen, machen kleine Reparaturen in ihren Wohnungen und betreuen Migrantenkinder bei ihren Hausaufgaben. Die Rede ist von den fleißigen Helfern der „Nachbarschaftshilfe Gunzenhausen“. Im letzten Jahr haben die 18 Leute bei 327 Einsätzen 544 Stunden geholfen und sind dabei 3627 Kilometer gefahren.

Ihr Sprecher Werner Seifert, der Vorsitzende des Seniorenbeirats Gunzenhausen, äußerte sich in der letzten Stadtratssitzung zur Tätigkeit der Nachbarschaftshilfe und gab auch eine ungeschminkte gesellschaftliche Zustandsbeschreibung ab: „Wir verbessern ohne Unterlass unsere Wohnungen, unsere Gesundheitspflege, unsere Maschinen und Hilfsmittel, unseren Unterricht an den Schulen, aber sollte der Umgang miteinander keine Verbesserung erfahren?“ Aus Egoisten, die nichts für andere übrig hätten, baue man keine Gesellschaft, in der es sich gut leben lasse, sagte Seifert. Nur gute Menschen bildeten eine glückliche Nation.

Die Chronologie der Nachbarschaftshilfe: Aus der Mitte des Seniorenbeirats wurden im Frühjahr 2014 drei Koordinatoren bestimmt, die sich mit den inzwischen auf 18 Personen angestiegene Helferschaft bemühen, den Bürgern bis ins hohe Alter hinein die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, denn:  „Jeder Tag, der zuhause verbracht werden kann, ist für die Gesellschaft als Ganzes ein Gewinn.“ Für die Helfer sei es ein gutes Gefühl sagen zu können, „ich habe jemanden geholfen“.

Im Koordinationsbüro im Fachwerkstadel, den die Stadt zur Verfügung stellte, wird nach dem Motto „So viel Bürokratie wie nötig, so wenig Bürokratie wie möglich!“  Der Service kommt bei den Gunzenhäusern gut an, denn immer mehr Hilfesuchende melden sich, aber gottlob kommen auch immer mehr Helfer dazu. Werner Seifert: „Dennoch ist es für viele ältere Menschen noch eine große Überwindung, nach Hilfe zu fragen.“

„Wir schenken den Hilfesuchenden vor allem Zeit und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte“, stellt Seifert fest. Die monatlichen Teamgespräche dienten den Problemlösungen und der Planung neuer Vorhaben.  Er äußerte sich zufrieden über die Zusammenarbeit mit der Stadt und ihre tätige Hilfe. Die Gründung eines Vereins sei deshalb bisher nicht notwendig erschienen.

WERNER FALK

Eine persönliche Bemerkung: Die Arbeit des Seniorenbeirats und mithin auch der Nachbarschaftshilfe verdient öffentliche Anerkennung. Ich danke als Stadtrat der FDP deshalb allen, die sich engagieren und denen keine Zeit zu schade ist, um den Menschen zu helfen, die der Unterstützung bedürfen. Ich wünsche ihnen auch das Augenmaß, um unangebrachte Leistungsanforderungen von berechtigten Ersuchen unterscheiden zu können. Die neueste Initiative, die Etablierung der „Mitfahrerbank“ in unseren Ortsteilen, die an kein öffentliches Nahverkehrsnetz angeschlossen sind, wird von mir nach Kräften unterstützt.

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