Malerhandwerk aus Tradition bei Lautner

Landrat besuchte den Weißenburger Handwerksbetrieb

Schon bei der Einfahrt auf das Firmengelände sieht man, dass bei dem Malerbetrieb Lautner Wert auf Ästhetik gelegt wird. Das Firmengebäude wartet im modernen Stil auf und selbstredend wurden auch beim Anstrich Akzente gesetzt. Empfangen wurde die Abordnung des Landkreises von Firmeninhaber
Thomas Lautner, der während eines offenen Gespräches Einblicke in sein Unternehmen gewährte.
Im Jahr 1959 übernahm Lautners Vater den Malerbetrieb von seinem Lehrmeister Max Bader, der zu seiner Zeit ein bekanntes Handwerksunternehmen aufgebaut hat. Damals mit nur einem Lehrling ausgestattet erhielt die Firma stetig neue Aufträge, sodass die Chance genutzt wurde, ein neues Firmengelände in der Weißenburger Altstadt zu erschließen.

Der erste Unternehmensbesuch des Jahres führte Landrat Gerhard Wägemann und die Wirtschaftsförderung des Landkreises in einen Handwerksbetrieb. Bei der Firma Maler Lautner in Weißenburg konnte er neben einer Betriebsbesichtigung auch Fakten über die aktuelle Lage erfahren.

Eine alte Kriegsruine wurde deshalb im Jahr 1966 beseitigt und eine neue Malerwerkstatt entstand. Einige Jahre später trat der jetzige Firmenchef ins Unternehmen ein, indem er eine Lehre begann und diese mit einem Staatspreis abschloss. Die Nachfolge für die mittlerweile etablierte Malerei war somit gesichert, womit im Jahr 1996 der nächste Schritt in der Firmengeschichte eingeleitet werden konnte. Aufgrund wachsender Auftragslage und steigender Mitarbeiterzahlen entschied sich Thomas Lautner für den Neubau einer Werkstatt im Industriegebiet südlich von Weißenburg, welche bis heute der Stammsitz des Betriebs ist.
Den Erfolg des Unternehmens, das mittlerweile 18 Maler beschäftigt und jährlichein bis zwei Azubis einstellt, sieht Lautner vor allem darin, dass die eigenen Kompetenzen breit aufgestellt sind. Neben dem klassischen Industrieanstrich oder dem Anstrich von Wohnhäusern führt die Malerei auch aufwändige Fassadengestaltungen an denkmalgeschützten Gebäuden durch. „Unsere Aufträge sind zu jeweils einem Drittel privater oder gewerblicher Natur sowie Aufträge aus öffentlicher Hand.“, erläuterte Lautner. Dem etabliertenKundenstamm kommen stetig Neukunden aufgrund von positiver Mund-zu- Mund-Propaganda hinzu, was laut Lautner auch die effektivste Methode zur Kundengewinnung darstellt. Vor allem durch die Niedrigzinsphase der Banken und dem damit verbundenen Bauboom gehen derzeit zahlreiche Aufträge ein. Und genau hier liegt der eigentliche Hund begraben, denn aufgrund der steigenden Auftragslage nimmt der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften zu, welche mittlerweile aber schwer zu bekommen sind. Der Fachkräftemangel sei
Lautner zufolge vor allem im Handwerk zu spüren, was ihm auch in seiner Funktion als stellvertretender Innungs-Obermeister immer wieder zu Ohren kommt. „Obwohl ein Handwerker gutes Geld verdient, entscheiden sich die meisten Jugendlichen für ein Studium oder den klassischen Bürojob.“, so seine Feststellung. Eine Chance sieht der Firmeninhaber deshalb auch bei den
neuzugewanderten Flüchtlingen, bereits zwei Männer haben Praktikas in seiner Malerei absolviert.
Eine weitere Anmerkung, welche Lautner im Gespräch mit dem Landrat anbrachte, ist die Vergabegrenze bei öffentlichen Ausschreibungen. Aufgrund der niedrigen Ansetzung dieser Grenze sind Kommunen oftmals zu überörtlichen, öffentlichen Ausschreibungen gezwungen, obwohl es in der Region genügend Handwerksbetriebe gäbe. Somit gehen kommunale Aufträge oftmals an Firmen von weit außerhalb des Landkreises und Lautner plädierte deshalb für eine Ausweitung der freihändigen Vergabe. Mit der erst kürzlich vorgenommenen Erhöhung dieser Grenzen wirkt der Freistaat diesem Sachverhalt bereits entgegen.
Bei der abschließenden Betriebsbesichtigung erläuterte Thomas Lautner noch seine Bemühungen für besseren Arbeitsschutz in seinem Betrieb, welche sich in bestimmten Fortbildungen für Mitarbeiter sowie in allgemeinen Umweltschutzmaßnahmen zeigen. „Es ist sehr positiv zu beurteilen, wenn Unternehmer sich Gedanken um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter machen.“, stellte Wägemann fest und bedankte sich anschließend für die interessanten Einblicke.

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