Geschichtswerk zu Markgraf Albrecht Achilles

Historischer Verein für Mittelfranken ist der Herausgeber

Achilles, das ist doch der kampflustige Griechenheld. Dem Burggrafen von Nürnberg und Kurfürsten von Brandenburg, der von 1440-1486 im Markgrafentum Ansbach herrschte, hat der italienische Humanist Enea Silvio Piccolamini diesen heroischen Beinamen gegeben, so dass der Hohenzollernfürst als Albrecht Achilles in die Geschichtsbücher Eingang fand. Der Historische Verein für Mittelfranken widmet ihm sein 102. Jahrbuch. Der 714 Seiten starke Wälzer enthält 26 Beiträge von namhaften Historikern.

In der Ansbacher Schwanenritterkapelle (St. Gumpert) ist Markgraf Albrecht Achilles zu sehen.

In der Ansbacher Schwanenritterkapelle (St. Gumpert) ist Markgraf Albrecht Achilles zu sehen.

Den „Achilles teutonicus“ bejubelte der Italiener: „Der Adel des Geschlechts, die Rankheit des Leibes, die Schönheit des Antlitzes, die Redegewalt und Körperkraft erregen an ihm Bewunderung“. Aber ganz so kriegerisch war Albrecht Achilles („Wer land und leut hat, der muß allwegen geschickt sein zum krieg“) gar nicht.
Nach dem Tod seines Vaters 1440 war ihm das Ansbacher Unterland, 1464 mit dem Verzicht seines Bruders das Kulmbacher Oberland und schließlich 1470 nach der Abdankung Friedrichs II. sogar das Kurfürstentum Brandenburg zugefallen. Er strebte eine dominierende Stellung im Franken an, das damals ein Flickenteppich von Herzogtümern war. Aber selbst das Heiratsgut seiner ersten Frau Margarethe von Baden reichte  nicht aus, um ein weiteres Fürstentum (Mainfranken) zu ergattern. Seine Zeitgenossen rühmten das enorme Detailwissen und die starke Erinnerungskraft des Regenten, der stets darauf bedacht war, alles unter Kontrolle zu haben. Sein Vater, der Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg, hatte ihm eine große Schuldenlast mit auf den Weg gegeben. Am Ende seiner Regentschaft von 46 Jahren gab es sogar ein Plus in der Landeskasse. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fürstenhäusern hatte Albrecht Achilles ein tolerantes Verhältnis zu den Juden und profitierte von deren Steuern.
Albrecht Achilles war zweimal verheiratet, zunächst mit Margarethe von Baden, die sechs Kinder gebar, dann mit Anna von Sachsen, die ihm 13 weitere Kinder schenkte. Er konnte sich auf den Rat von 390 Beratern stützen. Von allen Hohenzollernfürsten liegt er damit an der Spitze. 64 von ihnen hatten sogar eine Universität besucht, darunter der Kanzleivorsteher Georg von Absberg und Jurist Andreas Wurm aus Gunzenhausen. 31 Prozent seiner Berater waren Adelige, 69 Prozent Bürgerliche.
Er wird charakterisiert als ein vortrefflicher Heerführer, tapferer und auch brutaler Kriegsherr, kühner Turnierheld, wendiger Diplomat und geschäftstüchtiger Finanzmann und Feind jeglicher Verschwendung. 72-jährig verstarb er 1486. In der Heilsbronner Klosterkirche steht sein Grabmahl.

„Kurfürst Albrecht Achilles (1414-1486) von Dr. Mario Müller (Herausgeber), Selbstverlag des Historischen Vereins für Mittelfranken, 49,90 Euro.

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