Richtiger Impuls für die Innenentwicklung der Dörfer

Alte Hofstellen sollen nicht verkommen, sondern neu genutzt werden

„Vertiefung des Bewusstseins für die dörfliche Lebenskultur und den heimatlichen Lebensraum“. Das ist ein „geschwollener“ Ausdruck für die Vitalisierung der Dörfer, aber er trifft den Kern der Sache. Es geht darum, die Dörfer vor dem Aussterben zu bewahren und sie in ihrer Charakteristik zu schützen. Das Amt für Ländliche Entwicklung in Ansbach (früher: Flurbereinigungsdirektion) hat sich aktiv in diesem Prozess eingeschaltet. Es bietet ein Programm an, das mit großen Hoffnungen verbunden ist. Fast in allen Dörfer stehen ganze Höfe oder Teile von Hofstellen leer – und das oft schon seit vielen, vielen Jahren. Die Hofeigentümer hatten entweder keine Nachkommen oder die Kinder sind in ein neues Haus am Ort gezogen oder sie mussten aus existenziellen Gründen das Dorf verlassen. In den allermeisten Fällen kommen sie nicht wieder in das Dorf zurück.
Die Gebäude verkommen zu lassen, das ist keine Lösung, vor allem keine für die Dörfer. Es mag aktuell eine Überlegung wert sein, sie für die Unterbringung von Asylbewerber-Familien anzubieten, aber eine Dauerlösung ist das natürlich nicht.
Hier setzt das neue Förderprogramm des ALE an: die Innenentwicklung des Dorfes als ein Aspekt unabhängig von einem förmlichen Dorferneuerungsverfahren. Das Verfahren geht aber nur im Schulterschluss mit den Grundstückseigentümern. Sie müssen mitmachen. Wie die bisherige Erfahrung von Alexander Zwicker, dem zuständigen Abteilungsleiter am ALE, zeigt, wird das Programm gut angenommen. Ein Musterbeispiel ist Schweinsdorf (Gemeinde Neusitz bei Rothenburg), aber auch in Untermichelbach sind schon Maßnahmen realisiert worden.
Im Rahmen des Verfahrens werden der Abbruch von alten landwirtschaftlichen Gebäuden und die Erschließung von neuen Grundstücken öffentlich gefördert. Es gibt gute Beispiele in Mittelfranken. Im Regelfall werden die Grundstücke und alten Immobilien an die Gemeinde verkauft, von ihr abgebrochen und nach Erstellung eines Bebauungsplans (nach § 13a des Baugesetzbuches) an interessierte Bauwerber verkauft. Es ist auch möglich, dass die alten Grundeigner Bauflächen erwerben.
Wichtig ist es, dass die Dörfer am Leben erhalten werden, also nicht aussterben. Das bedingt auch, Platz für die alten Menschen zu schaffen, die im hohen Alter allein sind und denen es nicht zugemutet werden soll, ihren Lebensabend in einem für sie anonym erscheinenden Seniorenheim fernab vom Heimatort fristen zu müssen. Deshalb gibt es schon Modelle für die Pflege auf dem Dorf. Wenn alle Beteiligten intelligent an die Sache herangehen und gemeinsam handeln, dann profitieren alle davon, auf jeden Fall das Dorf als Heimatraum.
Im Bereich der Stadt Gunzenhausen machen die Ortsteile Unterwurmbach, Wald und Oberasbach mit. Bei den Bürgerversammlungen der letzten Wochen sind in Unterwurmbach und Oberasbach die Pläne bereits vorgestellt worden, in Wald wird das am Dienstag, 28. Oktober, sein.
23.10.2014/Werner Falk, Stadtrat der FDP, Gunzenhausen

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2 Thoughts on “Richtiger Impuls für die Innenentwicklung der Dörfer

  1. Daniel Ammon, Merkendorf on 23. Oktober 2014 at 17:22 said:

    Lieber Herr Falk. Ja, es muss von allen politischen Lagern, Verbänden, Behörden und Prviatpersonen gewollt werden, dass die Dörfer am Leben erhalten werden .Da müssen alle an einem Strang ziehen. Denn die Dörfer sind ein Teil unserer typischen schönen fränkischen (KUltur)-Landschaft! VIele Grüße Daniel Ammon

  2. Werner Falk on 5. November 2014 at 13:54 said:

    Lieber Herr Ammon, ich werde mich dafür einsetzen, dass neben der bisherigen Wohnbauförderung (sie wird eventuell leicht geändert) künftig auch der Erwerb von Altimmobilien, vor allem aber von alten Hofstellen in den Dörfer, von der Stadt gefördert wird. Mit erscheint das Programm der „Flurbereinigungsdirektion“ ein interessanter Ansatz, aber darüber hinaus sollten auch die Kommunen von sich aus mehr unternehmen, um dem „Verfall“ der Dörfer vorzubeugen oder entgegenzuwirken.

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