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„Faires Entgeld“ gefordert

Werkstatträte von Mittelfranken tagten in Treuchtlingen

In der Stadthalle Treuchtlingen trafen sich am 15. Mai die Werkstatträte Mittelfrankens zur Vollversammlung. Auf Einladung des Sprecherrats des Bezirksarbeitskreises Werkstatträte Mittelfranken wurde über die vergangene und aktuelle Arbeit auf Bezirks- und Landesebene informiert und diskutiert.

Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster sagte in seiner Begrüßung: „Eure Arbeit in den Werkstätten ist von großer Bedeutung. Für euren Einsatz und die Nachhaltigkeit, mit der ihr eure Themen angeht, möchte ich euch einen großen Dank aussprechen. Ich bin stolz, mit Ihnen an der Inklusion zu arbeiten, zusammen mit dem Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung Mittelfranken, dem Kollegen Walter Schäfer, aber auch dem Inklusions-Beauftragten des Bezirks, dem Herrn Lothar Baumüller. Mit diesen zwei Herren – aber natürlich auch mit mir – haben Sie große Fürsprecher und Ansprechpartner für Ihre Belange.“

Fürsprache erwarten die Werkstattbeschäftigten und ihre Vertreter besonders beim Thema Entgelt. Hier fordern die Beschäftigten seit längerem mehr Transparenz und Fairness. Der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) angestoßene Dialog-Prozess zur Weiterentwicklung der Werkstätten habe, so BAK-Sprecherratsmitglied Philip Großmann, bislang zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt. Ein neuer Aktionsplan soll hier Verbesserung bringen

Markus Knab, 2. Stellv. Vorsitzender in der LAG Werkstatträte Bayern e. V. stellte die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft vor. Neben Mitarbeit an der Reformierung der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) organisiert die LAG Klausurtagungen zu verschiedenen Themen sowie Schulungen für ihre Mitglieder. Dazu gehört ein Videokurs, eine Kommunikationsschulung, eine Schulung für Leichte-Sprache und einen Workshop zur politischen Arbeit auf europäischer Ebene. Auch hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit ist die Arbeitsgemeinschaft aktiv. Aktuell arbeitet man an eine Videokampagne auf YouTube. Dazu Knab: „Wir möchten, dass endlich die Werkstattbeschäftigten selbst zu Wort kommen. Unter dem Motto ,Komm, ich zeige dir meine Werkstatt‘ werden Einblicke in den Werkstattalltag gegeben und die Geschichten der Beschäftigten erzählt.“ Insgesamt 10 Beiträge sind geplant.

Lothar Baumüller, der als Speaker einen Vortrag zum Thema Inklusion hielt, erklärte im Pausengespräch, ein Problem bestehe darin, dass man „zu schnell über Inklusion redet und meint, dass dadurch alles gleichgemacht wird und dabei vergisst, dass alle Menschen verschieden sind“. Es gehe vor allem darum „aufeinander zu schauen und sich in der Unterschiedlichkeit anzuerkennen und wertzuschätzen.“ Den Werkstatträten käme im Inklusions-Kontext eine Multiplikatorenrolle zu. Sie könnten die Menschen in der Werkstatt ermutigen, ihren eigenen Wert und ihre Aufgabe in und für die Gesellschaft zu erkennen.

Walter Schäfer, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung Mittelfranken, ergänzt: „Mir geht es darum, Veränderungsprozesse in der Gesellschaft anzustoßen. Dafür müssen wir einander mehr zuhören, mehr miteinander kommunizieren.“ Achtsamkeit, Mitgefühl, Gelassenheit aber auch viel Energie seien notwendig, um entsprechende Veränderungen zu bewirken. „Menschen mit Behinderung muss, im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten, Selbstbestimmung ermöglicht werden“, so Schäfer.

Auf dem Gruppenfoto zu sehen sind (v.l.n.r.) Christian Döring (BAK-Sprecherrat), Philipp Grossmann, Markus Knab, Peter Daniel Forster, Walter Schäfer, Lothar Baumüller.





michael.ploog@regens-wagner.de