Sternenhimmel am Hahnenkamm

Faszination der Nacht an drei Standorten

Bürgermeisterin Susanne Feller vor einer der Tafeln, mit der das neue Projekt der Himmelsbeobachtung erläutert wird.

Die Marktgemeinde Heidenheim bietet als erste Kommune in Altmühlfranken einen aktiv kommunizierten Standort, um den Sternenhimmel – unbeeinträchtigt von störendem Lichteinfall – beobachten zu können. Susanne Feller, Heidenheims 1. Bürgermeisterin bezeichnete den Parkplatz unterhalb der Katharinenkapelle bei Hechlingen als einen von nur drei Standorten auf dem Hahnenkamm, an denen weitgehend ohne Fremdlichteinfall das faszinierende Sternenfirmament erlebt werden kann. Denn nach Sonnenuntergang kann man in Europa nur noch an ganz wenigen Standorten natürliche Dunkelheit als ein besonderes Naturerlebnis wahrnehmen. Die Zersiedlung, ein immer intensiver ausgebautes Straßennetz und das Zusammenwachsen der einzelnen Orte zu Siedlungsbändern oder gar riesigen Ballungsräumen führen dazu, dass zu viel künstliches Licht die Nacht zum Tage macht. Ein Blick von der die Erde umkreisenden Raumstation ISS macht deutlich, wie intensiv gerade in Mitteleuropa überschüssiges künstliches Licht den Nachthimmel aufhellt.
Einer dieser ganz wenigen Orte, an dem in unserer Region die Nacht noch Nacht sein kann, ist in der Tat der Bereich um die Katharinenkapelle bei Hechlingen.am See. Hier stört so gut wie kein Fremdlichteinfall, daher kann man bei unbedecktem Himmel an diesem Standort das Sternenfirmament und vor allem die Milchstraße sehr gut beobachten. Um dieses Erlebnis noch zu optimieren, wurde dort durch die Marktgemeinde zusätzliche eine Sternenliege installiert, die es den interessierten Gästen und Besuchern ermöglicht, den Sternenhimmel Hahnenkamm besonders
eindrucksvoll zu erleben. Dafür reicht der Blick mit dem bloßen Auge bereits aus. Aber noch eindrucksvollere Bilder liefert ein Fernglas oder gar ein mitgebrachtes Teleskop. Schon alleine mit bloßem Auge sind in einer klaren
mondlosen Nacht bereits über 4.000 Sterne zu erkennen. Das heute an kaum einem Standort in unserer dicht besiedelten Landschaft noch mögliche Beobachten eines solch dunklen Sternenhimmels stellt immer wieder ein faszinierendes Erlebnis dar. Es sollte daran erinnert werden,dass letztlich die Gestirne eine zentrale Grundlage für die Entstehung der Navigation oder des Kalenders darstellten.

Der Sternenbeobachtungspunkt an der Katharinenkapelle ist also keine ausgestattete Sternenwarte, sehr wohl aber eine Warte, die ein intensives Beobachten des Nachthimmels ermöglicht. Hinweise dazu werden an der Katharinenkapelle über Informationstafeln geboten, die auch auf Möglichkeiten verweisen, wie dieser Nachhimmel durch geeignete Fototechnik festgehalten werden kann.
Eine Beobachtungsgarantie bietet der Standort aber nur, wenn ein unbedeckter Nachthimmel vorhanden ist. Dieses dann erlebbare Himmelspanorama verändert sich dann auch im Laufe des Jahres, wozu es auf den Infotafeln entsprechende Hinweise, aber auch wertvolle Links gibt. Denn mittlerweile werden solche Sternenbeobachtungen auch über Apps unterstützt, bei denen auch Laien sich einen guten Überblick über die Sternenvielfalt am Himmel machen können. 1.Bürgermeisterin Susanne Feller hat diesen ersten Sternenbeobachtungspunkt in Altmühlfranken auch mit der Erwartung eröffnet, dass sich daraus evtl. später einmal ein „Sternenpark Hahnenkamm“ ergeben kann. Denn das bedeutet dann, dass auch in allen Kommunen einer solchen Region ihr gesamte Nachbeleuchtung darauf abstimmen, dass kein unnötiges Licht entsteht und vor allem kein Licht zum Himmel abstrahlt. Diesen Weg sind z.B. schon die Region um die Winkelmoosalm oder Teile der Rhön gegangen. Die Finanzierung des Sternenbeobachtungspunktes erfolgte durch Regionalbudget-Mittel aus dem Bereich der Ländlichen Entwicklung, welche über die ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm zur Verfügung gestellt wurden.

DIETER POPP, Regionalberater

Die International Dark-Sky Association (IDA) hat weltweit rund 40 Regionen aufgelistet, in denen künstliches Licht gebannt und der dunkle Nachthimmel geschützt wird. In Deutschland gibt es vier solcher Sternenparks (Rhön, Winkelmoosalm, Westhavelland und Eifel). Mit der Auszeichnung verpflichtet sich die Region um die konsequente Reduzierung von Lichtverschmutzung. Ziel ist es, durch eine umweltverträglichere und optimierte Beleuchtung die natürliche Nachtlandschaft zu bewahren und Lichtverschmutzung zu reduzieren. Die Kommunen, die sich zur Teilhabe an einem Sternenpark entschieden haben, setzen hierfür gezielt ein.

Teile diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Post Navigation