Ein besseres Jahr!

Hoffnung auf gute Aussichten 2021

Mein Wunsch: Auf allen Wegen möge der Engel Begleiter sein.

In der Bilanz der letzten zwölf Monate ist man geneigt, von einem schlechten Jahr zu sprechen. Das hat seine guten Gründe, zumal die Corona-Pandemie das öffentliche Leben stark eingeschränkt und auch die privaten Kontakte reduziert hat. Die Menschen erlebten eine Ausnahmesituation. Und zwar in einem solchen Maße, wie das bisher seit dem Zweiten Weltkrieg und seinen folgenden Notjahren nicht der Fall war.

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen sind zum Teil gewaltig, schließlich mussten Schulen und öffentliche Einrichtungen schließen, die geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte legten das sonst geschäftige Getriebe lahm und sogar manche Unternehmen haben ihre Tätigkeit zurückgefahren. Wir haben viele Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit erfahren müssen. Aber was sind der Verzicht auf das Hallenbad oder das Fitness-Studio gegen die Beschwernisse, die unsere Eltern und Großeltern in Notzeiten hinzunehmen hatten? Eigentlich müssen sich jene schämen, die daraus heute ein Riesenproblem machen, denen ihr Egoismus wichtiger ist als die Verantwortung für die Mitmenschen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Erfahrungen in die Zukunft hinein wirken werden, nicht alle Begleiterscheinungen der Pandemie waren negativ. Es gibt auch die  positiven Seiten, indem sich die Menschen wieder näher gekommen sind.  Nachbarn haben sich sozusagen neu entdeckt, haben das bisher gelebte Nebeneinander gegen das Miteinander ausgetauscht. Es ist schön, von gemeinschaftlichen Aktivitäten zu hören, von denen man glaubte, die Bereitschaft dazu  wäre längst verschüttet gewesen.

Wir denken in diesen Tagen und Wochen an die jungen Eltern, die das Kunststück fertig schaffen müssen, die Kindererziehung und ihren beruflichen Alltag unter einen Hut zu bringen. Nicht in allen Familien sind Eltern und Großeltern helfend zur Stelle.

Eine Erfahrung lehrt uns die Pandemie:  Alles, was wir als so schrecklich wichtig empfinden, ist es eigentlich gar nicht! Es geht auch anders. So manche Vereinsaktivität erweist sich als substanziell nicht zwingend notwendig. Die Vorstandssitzung kann warten, die Jahresversammlung ist auch im Juni noch möglich, die Gymnastikstunde kann durch individuelle Betätigung ersetzt werden. Was den meisten Zeitgenossen wirklich fehlt, das sind die menschlichen Begegnungen. Der eine vermisst die Verwandtschaftsbesuche, der andere das Stammtischgespräch.

Ob das Leben nach der Pandemie anders aussehen wird?  Die Soziologen machen sich Gedanken dazu und manch einer glaubt oder hofft, dass die Menschen Konsequenzen aus der Coronazeit ziehen für ihr individuelles Verhalten ziehen in der Erwartung, dass künftig so manches besser wird.  Ich zähle mich als lebenserfahrender Mann mit 71 eher zu denen, die den Zeitgenossen (und sich selbst) nicht so viel zutrauen an Einsicht und Verständnis.

Euer

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2 Thoughts on “Ein besseres Jahr!

  1. Heinz Rahm on 3. Januar 2021 at 19:26 said:

    Ja, wir haben sicher viel gelernt. Was wichtig ist und weniger wichtig. Das ist positiv. Was mich erschreckt hat: Je härter die Maßnahmen waren, desto mehr hat die Regierung, die ja praktisch durch ihre immer bürgerfeindlichere Politik am “Abschmieren” war, an Zustimmung gewonnen. Auch die Landesregierungen! Glaubt ein vernünftiger Mensch dann daran, dass sie Interesse an einer Lockerung haben? Damit sie wieder auf “Abschmierkurs” kommen? Es gibt eine Menge Wahlen in diesem Jahr. Also keinerlei Lockerung, bis diese vorbei sind. Danach kann man ja weitersehen. Das Volk ist zufrieden, die Politiker auch, was will man mehr? Söder Kanzler, Habeck Vizekanzler, Baerbock Wissenschaftsministerin …. das Paradies wartet auf uns!

  2. Heinz Rahm on 5. Januar 2021 at 9:08 said:

    Wo bleiben denn bei allen diesen “Notverordnungen” unsere Volksvertreter, die in den Parlamenten landauf, landab sitzen? Die aber öfter auch gar nicht drinsitzen. Haben sie überhaupt noch eine Funktion außer über Diäten abzustimmen? Da fällt mir der Sketch von Loriot ein, wo der Ehemann zu seiner Frau sagt: “Ich will nur hier sitzen!” Ich verstehe ja, dass so ein Nebenjob bei all den anderen Tätigkeiten sehr mühsam ist, aber könnte man nicht doch …? Sollen wir überhaupt noch wählen gehen? “Gehen” werden wir das nächste Mal vielleicht nicht. Wegen der Ansteckungsgefahr. Fragen über Fragen …

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