Erster Todesfall

… im Corona-Zusammenhang in Weißenburg-Gunzenhausen

Jetzt hat es auch die Spitze des Landratsamts getroffen. Seit 24. März befindet sich Landrat Gerhard Wägemann (67) zuhause in Quarantäne, und seit 25. steht fest, dass er an Covid-19 erkrankt ist.

Wie Lena Kagerer, die Pressesprecherin der Behörde, auf Anfrage mitteilte, hatte der Landrat zunächst Fieber, dieses ist mittlerweile abgeklungen. Weitere Symptome sind Kopfschmerzen und Husten. Insgesamt befinde er sich in einem stabilen, nicht besorgniserregenden Zustand. So nehme der Landrat von zuhause aus – er hat ein Haus in Weißenburg – die Dienstgeschäfte wahr und stehe mit dem Amt per Telefon und E-Mail in Kontakt.

In der Weißenburger Behörde arbeite ganz normal der Abteilungsleiter Philipp Brandl-Michel, Wägemanns Stellvertreter im Amt. Er kümmere sich etwa um den inneren Dienstbetrieb und die Führungsgruppe Katastrophenschutz. Kagerer kann deshalb zusammenfassen: „Der Dienstbetrieb ist nicht beeinträchtigt.“ Das gelte auch für den Corona-Krisenstab.

Wie sich Gerhard Wägemann infiziert hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Bereits letzte Woche habe er Termine mit persönlichen Begegnungen weitestgehend abgesagt. Inzwischen habe das Gesundheitsamt Wägemanns Kontaktpersonen ermittelt und sie über den positiven Test beim Landrat verständigt. Daraufhin seien auch die Kontaktpersonen, die dem Krisenstab angehören, getestet, und es habe auch darunter Corona-Fälle gegeben. Doch sei sichergestellt, dass dieser Krisenstab wie auch die Führungsgruppe Katastrophenschutz handlungsfähig blieben. Hier laufe die Kommunikation vornehmlich über Telefon und elektronische Medien.

Überhaupt gelte im Landratsamt die Devise, dass das Personal möglichst im Schichtdienst arbeiten und Homeoffice praktiziert werden soll. Letzteres setzt auch Lena Kagerer selbst um.

Stationäre Behandlung in Gunzenhausen

Die Behördensprecherin gab am 26. März auch die neuesten Corona-Zahlen für den gesamten Landkreis bekannt. Danach gab es 62 gesichert Infizierte. Im Gunzenhäuser Krankenhaus wurden fünf Corona- Erkrankte stationär behandelt. Eine künstliche Beatmung oder eine Behandlung auf der Intensivstation war für sie nicht erforderlich. Die Klinik in Weißenburg meldete elf stationäre Fälle, davon drei auf Intensiv und mit Beatmung.

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus den ersten Todesfall. Ein 88-jähriger Mann mit Vorerkrankungen ist am Freitag, den 27. März 2020, im Klinikum Altmühlfranken in Gunzenhausen an den Folgen der Viruserkrankung verstorben.

Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und seiner Vorerkrankungen gehörte der 88-Jährige zur Hochrisikogruppe. Eine künstliche Beatmung lehnte der Verstorbene in seiner Patientenverfügung ab. Der Mann hatte seinen Wohnsitz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Weitere Details zu dem verstorbenen Patienten können zum Schutz der persönlichen Daten nicht bekannt gegeben werden.

Mittlerweile haben sich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 74 Personen mit dem Coronavirus nachweislich infiziert (Stand: 27.03.2020, 07.30 Uhr). Darunter sind auch bereits genesene Personen enthalten. Diese werden vom Gesundheitsamt nicht gesondert erfasst.

Das Bürgertelefon (09141 902-500) und die telefonische Notfallseelsorge (09141 902-269) im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind auch am Wochenende 28./29. März 2020 von 9 bis 14 Uhr erreichbar. Am Montag sind die beiden Hotlines von 8 bis 16 Uhr besetzt. Unter www.landkreis-wug.de/corona sind weitere Informationen nachlesbar.

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One Thought on “Erster Todesfall

  1. Heinz Rahm on 29. März 2020 at 21:09 said:

    Ein alter Mann lehnt eine lebensverlängernde Maßnahme ab. Das berührt mich sehr, ich zolle ihm meinen höchsten Respekt. Er hat den Mut, dem Tod gegenüberzutreten. Was ich, 67, tun würde, weiß ich nicht. Bisher regelrecht verdrängt. Das sind Überlegungen, die tief ins Leben eingreifen. Angesichts dieser totalen menschlichen und sozialen Krise frage ich mich, womit wir uns in der letzten Zeit so beschäftigt haben. Ein wochenlanges “Theaterstück” im thüringischen Landtag: Ist das noch von Belang? Freitägliches “Klima- und Weltretten”: Wer denkt heute noch daran? Gender-Mainstreaming: Wen interessiert das noch? Makabrerweise stehen jetzt Atemmasken, medizinisches Gerät, Klopapier und Nudeln auf der Tagesordnung. Ein Treppenwitz der Geschichte – könnte man sagen. Hoffentlich bringt uns das Ganze dazu, über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens gründlich nachzudenken und manches “Krumme” gerade zu machen. Das Alte und das Neue Testament können hierbei die große Hilfe sein. Einfach mal “dranmachen”! Es lohnt sich.

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