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Kohler: Sozialgräber sind pietätlos

Interview mit Alexander Kohler zum Thema Sozialgräber

FDP-Stadtrat Alexander Kohler findet die derzeitige Praxis der Sozialgräber pietätlos und unwürdig. Am kommen Donnerstag beschäftigt sich der Stadtrat mit seinem Antrag, die bislang anonymen Gräber mit dem Namen der Verstorbenen kenntlich zu machen.

Was finden Sie am derzeitigen Zustand der “Sozialgräber” pietätlos?

Menschen, die in einer Stadt leben und dort wohnen, haben einen Namen. Der Name macht den Menschen aus und erlaubt ihm, sich in der Gesellschaft zu bewegen. Menschen haben Freunde und Bekannte. Ein

Alexander Kohler, FDP-Stadtrat in Weißenburg.  Foto: Diesler

Alexander Kohler, FDP-Stadtrat in Weißenburg. Foto: Diesler

Grab ohne Namen macht die Trauerarbeit unmöglich. Egal, welche Zugehörigkeit zu einer “sozialen” Schicht der beerdigte Mensch hatte, es sollte die Möglichkeit der (religiösen!) Trauerarbeit möglich sein – und dies ohne erst die Friedhofsverwaltung nach der Grablage zu fragen. Nicht einmal im Tode lässt eine reiche und wohlhabende Gesellschaft Menschen, die am Rand stehen, in ihren Kreis kommen.

Befürchten Sie nicht, dass ein Anbringen von Namensschildern zu einer Stigmatisierung der dort Begrabenen führen könne, weil diese als Sozialfälle namentlich bekannt würden?

Wir reden von einer Handvoll Gräber. Es ist eher die umgekehrte Situation der Fall. Nicht einmal im Tode lässt eine reiche und wohlhabende Gesellschaft Menschen, die am Rand stehen, in ihren Kreis kommen. Das ist fast so wie im Mittelalter.
Sozialgräberfeld. Ein Toter hat es sehr schwer ein Namensschild zu fordern. Daher ist es Aufgabe der Lebenden sich darum zu kümmern

Warum betrifft Sie das Thema Sozialgräber auch ganz persönlich?

Meine Tochter Maria-Luisa ist ein mehrfach schwerbehindertes Mädchen mit 17 Jahren. Wir Eltern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das Mädchen nicht überleben. Maria wird damit im Laufe Ihres Lebens zu einem “Sozialfall” werden. Die Familie Kohler besitzt derzeit keine Gräber in Weißenburg. Damit würde im ungünstigsten Fall die “Sozialgräberfalle” greifen und Maria würde namenlos beerdigt werden. Im ungünstigsten Fall würde auch meine Tochter namenlos beerdigt werden.

Die Stadtverwaltung argumentiert, man habe kein Recht, jemandem mit Namen zu beerdigen, wenn man nicht genau weiß, dass er dies wirklich gewollt hat…

Nun ein Toter hat es natürlich sehr schwer, ein Namensschild zu fordern. Daher ist es Aufgabe der verantwortlich Lebenden, sich darum zu kümmern. Ich sehe es als meine Aufgabe an, mich um Schwache und finanziell nicht so wohlhabende Menschen und um Behinderte zu kümmern. Aus Gesprächen weiß ich, dass diese Menschen ihre Situation nicht so gewollt haben oder gar nichts dafür können. Ich weiß auch, dass diese Menschen sich mit Tod, Religion und Glaube auseinandersetzen. Ohne in eine Predigt zu verfallen, gilt der Satz, dass jeder Mensch vor Gott einen Namen hat – dies sollte respektiert werden.

Das Sozialgräberfeld auf dem Weißenburger Westfriedhof: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass der Zustand seit Jahren bekannt ist, aber erst jetzt Bewegung in die Sache kommt?

Krankheit, Tod, Behinderung, Armut, alles am Rande der Gesellschaft, sind Themen, die nicht gerne öffentlich diskutiert werden. Doch gibt es diese Themen. Beruflich komme ich damit ständig in Berührung und kann zum Glück sehr unbefangen damit umgehen. Ebenso bedeutet ein sich damit Befassen auch eine Öffnung hin zu Kirche und Glaube. Vielleicht bestehen hier Berührungsprobleme.

Ein mögliche Regelung wäre es, zukünftige Sozialfälle auf dem Areal Baumfriedhof mit zu beerdigen. Was halten Sie davon?

Grundsätzlich gefallen mir die Baumgräber sehr gut und ich kann mir selber ein solches für mich gut vorstellen.

Wie müsste Ihrer Meinung nach das bestehende Sozialgrabfeld gestaltet werden?

So wie halt ein christliches Grab aussehen sollte. Kreuz, Name, geboren/gestorben und vielleicht ein bescheidener Blumenschmuck. Ich glaube, dass die Kosten zu vernachlässigen sind – und ich bin mir sicher, dass sich aus dem Bereich der Kirchen Menschen finden würden, die hier einen Beitrag leisten möchten. Eine Änderung der Friedhofssatzung könnte hier hilfreich sein.

Handelt es sich hier um einen weltanschaulichen Streit zwischen Christen und Nichtchristen?
Eher zwischen Reich und Arm, Betroffenheit und nicht Betroffenheit, Notwendigkeit und nicht Notwendigkeit. Ich halte dies für notwendig und würde mich freuen, wenn das Stadtratsgremium mich dabei unterstützen würde.

 

Der Falk-Report hat das Interview  mit  freundlicher Genehmigung von Peter Diesler, dem Herausgeb er des   Onlinemagazins „Weißenburg aktuell“ entnommen. Der Onlinedienst kann auch abonniert werden (pdiesler@journalismus.com). Im Internet: weissenburg-aktuell.de

2017 ist das Schicksalsjahr der FDP

Erklärung von FDP-Stadtrat Werner Falk zu den Landtagswahlen von Brandenburg und Thüringen

Nach dem enttäuschenden Ausgang der Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg, wo die FDP nur mehr auf 2,5 bzw 1,5 Prozent der Stimmen kommt, wird 2017 zum Schicksalsjahr der Liberalen in Deutschland. Dann nämlich ist die nächste Bundestagswahl. Gelingt es der FDP nicht, bis dahin Fuß zu fassen und wieder in den Bundestag einzuziehen, dann ist es mit dem organisierten Liberalismus in Deutschland vorbei.
Ich vertraue darauf, dass es unserem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner gelingt, die Partei in den nächsten drei Jahren aufzurichten. Es ist dazu notwendig, die FDP als eine Freiheitspartei zu etablieren, deren vorrangiges Ziel es ist, die individuellen Freiheitsrechte zu verteidigen, die gerade im digitalen Zeitalter so stark gefährdet sind wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Die Freiheitlichen in unserer Gesellschaft müssen sich auflehnen gegen die Tendenz, die Bürger zu „gläsernen Menschen“ zu machen. Nur wenn es der Partei gelingt, dies den Wählern in ganz Deutschland deutlich zu machen, dann hat die FDP noch eine Chance, bundesweit wahrgenommen zu werden. Mit einer solchen Manifestierung kann sie ein Potenzial von fünf Prozent und mehr ansprechen und für sich gewinnen. Dazu müssen allerdings die sachlichen Positionen von ihr klar herausgearbeitet werden und sich deutlich unterscheiden von denen der anderen Parteien.
Für die Arbeit auf der lokalen und regionalen Ebene bedeuten die Niederlagen in Thüringen und Brandenburg zunächst nichts. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in den Städten Weißenburg und Gunzenhausen, wo die Partei in den Kommunalparlamenten vertreten ist, wird die FDP weiterhin als eine kreative Partei in Erscheinung treten, die Klasse gegen Masse setzt. Ihre gewählten Vertreter werden bis 2017 alles tun, damit die regionale Basis für einen bundesweiten Erfolg gegeben ist. Welche Konsequenzen sich lokal und regional im Fall eines Scheiterns 2017 ergeben, das kann heute noch nicht gesagt werden.

Bessere Nutzung wird angestrebt

Fachwerkstadel am Schießwasen

Seit vielen Jahren führt der Fachwerkstadel am Eingang zum Schießwasen ein verträumtes Dasein. Das Haus ist im Besitz der Stadt Gunzenhausen und ganz sicher ein Schmuck. Es fällt auf, vor allem den Besuchern des Parkhotels, den Gästen der Stadthalle und den Leuten, die auf den Festplatz gehen.

Die gegenwärtige Nutzung mit der Endler-Krippe  und der Weiperter-Heimatstube ist nicht befriedigend. Es ist ein eher statischer Zustand als ein attraktiver Anziehungspunkt.  In früheren Fachwerkahus-001Jahren war das Haus, betreut von Betty Huber, zumindest in der Weihnachtszeit geöffnet, damit die Besucher die Endler-Krippe ansehen konnten. Sie ist ein technisches Museumsstück, nicht uninteressant und auch Kinder können sich daran erfreuen. Aber die Ansprüche der Menschen an derlei Einrichtungen (auch Museen) sind gestiegen. So wie sich der Fachwerkstadel heute präsentiert ist er nicht zeitgemäß. Das zeigt auch die Resonanz. In den letzten Jahren Inge Schömig der „Horchposten“, aber sie hat praktisch nichts gehört, denn kaum jemand hat sich für die Krippe interessiert. Der Blick auf die Realität erfordert es, über eine neue Nutzung nachzudenken.

Nun besteht die Möglichkeit, dort die Nachbarschaftshilfe mit einem kleinen Büro unterzubringen. Der Bürgermeister hat dies dem Seniorenbeirat der Stadt gegenüber zu erkennen gegeben, die Weiperter Landsleute (sie firmieren offiziell als Pächter) haben dieser Nutzung schon zugestimmt.

Aber kann dieser Zustand befriedigen? Ich meine nicht. Wir sollten uns also Gedanken machen, wie das Haus besser genutzt werden kann.  Mir schwebt vor, das Haus als Anziehungspunkt attraktiver zu machen, beispielsweise durch periodische Veranstaltungen mit Künstlern. Dies würde zumindest eine gewisse „Kundenfrequenz“ mit sich bringen. Man könnte auch überlegen, die Endler-Krippe abzubauen und einzulagern, um so das Dachgeschoss für einen interessanteren Zweck nutzen zu können.

Der Fachwerkstadel könnte aber auch – ausgehend von der Weiperter-Heimatstube – zu einem „Haus der Partnerschaften“ werden, also mit Einbeziehung der Städtefreundschaften Gunzenhausen-Isle und Gunzenhausen-Frankenmuth.  Aber es sollte natürlich mehr sein als nur eine statische Präsentation von Archivalien und dergleichen. Mit fehlen augenblicklich auch konkrete Vorschläge, deshalb wäre ich dankbar, wenn sich die beteiligen Stellen sich dazu Gedanken machen würden. Ganz sicher wird das Thema demnächst auch in den Gremien des Stadtrats zur Sprache kommen.

Werner Falk, Stadtrat der FDP

Abschied nach 50 Jahren

Werner Falk wurde vom Verlag des Altmühl-Botens verabschiedet

Die Ära von Werner Falk als langjähriger verantwortlicher Lokalredakteur des Altmühl-Boten ist zu Ende. Der 64-Jährige geht Ende August in den Ruhestand. Da er in seiner letzten Arbeitswoche urlaubt, wurde er bereits vom Verlag Emmy Riedel in aller Form und mit allen Ehren verabschiedet. Dabei wurde natürlich erwähnt, dass es auch ein seltenes Jubiläum zu feiern gibt: Vor 50 Jahren trat der gebürtige Haundorfer in die Dienste des Heimatverlags ein – und blieb ihm stets treu. Der Sohn von Konrad und Frieda Falk besuchte die Haundorfer Volksschule, bevor er 1964 Lehrling in dem Gunzenhäuser Unternehmen wurde.

Verlagsbevollmächtigter Matthias Lang verabschiedete den langjährigen Redaktionsleiter Werner Falk.

Verlagsbevollmächtigter Matthias Lang verabschiedete den langjährigen Redaktionsleiter Werner Falk.

Sein Berufswunsch lautete Schriftsetzer. Die Ausbildung dauerte bis 1967. Früh schon zog es Werner Falk zur Tätigkeit als Journalist: 1969 wurde er Mitglied der Redaktion. Auf seine dortige Ausbildung, das Volontariat, folgte 1970/71 der Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, unter anderem als Sanitäter in Feuchtwangen. Zurückgekehrt vom „Bund“, legte Falk ab Oktober 1971 in der Redaktion des Altmühl-Boten als engagierter und zuverlässiger Jungredakteur so richtig los. Er schrieb seitdem unzählige Artikel über das örtliche Geschehen in Gunzenhausen und der näheren Heimat. Ob politische Debatten und Veranstaltungen, Vereinsversammlungen, Volksfeste, Jubiläen, kirchliches und wirtschaftliches Leben oder tragische Ereignisse wie Unglücke und Todesfälle – Werner Falk war ein engagierter und genauer Beobachter und Begleiter des öffentlichen Lebens. Falk kümmerte sich bereits in seinen ersten Jahren auch um den Heimatsport. Darüber hinaus wirkte er auch als stellvertretender Redaktionsleiter. Ganz an die Spitze der Abteilung rückte er im Juli 1986 und konnte nun seine Vorstellungen, wie ein engagiertes Team geführt und motiviert werden sollte, umsetzen. Gerade in jenen Jahren wurde der Chef das „Gesicht“ der Heimatzeitung, war überaus bekannt in Stadt und Land. Wer etwas von der Zeitung wollte, einenWunsch, eine Anregung oder auch eine Beschwerde vorzubringen hatte, der wusste, dass er erst einmal nach dem Redaktionsleiter fragen sollte, um eine ebenso freundliche wie kompetente Antwort zu erhalten. Werner Falk, der auch Verantwortung für den „Wochenanzeiger“ trug, ging auf die Zeitgenossen ein – und war sich bewusst, dass er es nicht jedem recht machen konnte. Die Redaktionsleitung gab er Anfang November 2013 an seinen langjährigen Vize Wolfgang Dressler ab. Das geschah nicht zuletzt vor dem Hintergrund seiner politischen Ambitionen. Das langjährige FDP-Mitglied (seit 1967) strebte für die Liberalen einen Sitz im Gunzenhäuser Stadtrat an und gelangte bei der Kommunalwahl im März 2014 an sein Ziel. Seit dem 1. Mai bestimmt er die politischen Geschicke der Stadt Gunzenhausen mit. Verlagsbevollmächtigter Matthias Lang würdigte Falk als zupackende Persönlichkeit und engagierten Journalisten. Nicht allein durch ungezählte Beiträge im Altmühl-Boten, sondern auch durch seine menschliche, humorvolle Präsenz habe er landkreisweit einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Darüber hinaus habe sich Werner Falk als führendes Mitglied des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen für die Öffentlichkeit eingesetzt (33 Jahre Schatzmeister, Vorsitzender seit 2012). Lang sprach dem Neuruheständler den Dank des Betriebs mit Verleger Bruno Schnell an der Spitze aus. Redaktionsleiter Wolfgang Dressler hob Falks zuverlässige, geradlinige und verständnisvolle Personalführung hervor. Statt böse Worte auszutauschen, habe sich die Redaktion bei Problemfällen auf eine gut begründbare Linie verständigt und konstruktive Lösungen gefunden, im Sinne der Zeitung und ihrer Leser. Laut Dressler hat Falk insbesondere durch seine Charakterisierungen von Akteuren im öffentlichen Bereich Maßstäbe gesetzt. Diesen Worten der Anerkennung schloss sich Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Kokula an. Der so Gelobte unterstrich, dass er in den fünf Jahrzehnten im Dienste des Heimatverlags so gut wie immer gerne zur Arbeit gekommen sei und vor allem die Jahre ab 1986 für ihn erfüllend gewesen seien. Er sei früh von Verlagsseite gefördert und ermuntert worden, sich redaktionell zu betätigen, dabei auch mal unkonventionelle Wege einzuschlagen. Der berufliche Bogen spanne sich so von der Zeit des Bleisatzes bis ins Internet-Zeitalter. Damals wie heute gelte es, die Zeitung attraktiv und spannend zu gestalten. Das bleibe eine Daueraufgabe. Er könne auch deshalb auf eine schöne Zeit an der Spitze der Redaktion zurückblicken, weil fachlich wie menschlich alles passte. Das freundschaftliche Verhältnis zu allen Abteilungen habe ihm gefallen. Und in der eigentlichen Arbeit sei es ihm ein Herzensanliegen gewesen, eine realistische Sicht auf die Zeitgenossen zu pflegen. Ehrlich und offen über andere zu schreiben, Lobhudelei wie Kritikwut zu vermeiden, das werde auf lange Sicht vom Leser am meisten geschätzt und anerkannt. Dabei sollte es jedem Redakteur bewusst sein, dass es um Personen und Entwicklungen gehe, die es darzustellen gelte, nicht um die eigene Person. Die sollte stets zurückstehen. Das habe er in 50 Jahren beherzigt. „Sich selbst nicht so wichtig nehmen“, lautet einer der Falk’schen Grundsätze Zum Abschluss bekundete der künftige Rentner, der sich bester Gesundheit erfreut, seine Zufriedenheit, dass die Redaktion vor zwei Monaten durch Jürgen Eisenbrand aus Weißenburg verstärkt wurde. Das sei ein wichtiger Beitrag für die weiterhin professionelle journalistische Arbeit des Altmühl-Botens.

WOLFGANG DRESSLER im AB vom 28.8.2014

Der zweite „FalkTalk“

Bürgerinformation  im Gasthaus „Zur Altmühlbrücke“

Alle acht Wochen sich den Fragen der Bürger zu stellen, das ist für Stadtrat Werner Falk (FDP) die Intention, die er mit dem „FalkTalk“ verfolgt. Im Gasthaus „Zur Altmühlbrücke“ erläuterte er die anstehenden städtischen Events wie Eisbahn und „Lange Einkaufsnacht“.

Zur Erinnerung an die Patenschaft Gunzenhausens zum Panzerbataillon und Standort Heidenheim steht am Süd-Kreisel" dieseTafel. Sie ist schwer lesbar.

Zur Erinnerung an die Patenschaft Gunzenhausens zum Panzerbataillon und Standort Heidenheim steht am Süd-Kreisel“ dieseTafel. Sie ist schwer lesbar.

Der Stadtrat äußerte sich in der zwölfköpfigen Talkrunde anerkennend über die von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz praktizierte Herangehensweise an die Probleme. „Sowohl in Stetten wie in Frickenfelden hat er die Schärfe aus der Diskussion genommen“, sagte Falk und bezog sich damit auf die Ausweisung eines kleinen Baugebiets bzw. auf die Unstimmigkeiten wegen des Auftritts von „LaBrassBanda“ in Gunzenhausen zeitgleich zur Frickenfelder Kirchweiheröffnung.
Der liberale Stadtrat appellierte an die Gunzenhäuser Geschäftsleute, die Eisbahn auf dem Marktplatz als eine Chance zu sehen. „Wenn die Stadt etwas unternimmt, um Leben auf den Marktplatz zu bringen, dann sollte das von denen, die sich einen wirtschaftlichen Vorteil versprechen können, positiv aufgenommen werden“, erklärte Falk und ermunterte alle: „Lassen wir es doch auf einen Versuch ankommen. Wenn alles gutgeht, dann hat Gunzenhausen einen tollen Imagegewinn.“
„Dass in Schlungenhof der Zugang zum Seezentrum 2015 neu gestaltet wird, das geht über meine Anregung hinaus, die Beschilderung zu verbessern“, erklärte der Stadtrat zufrieden.
In der Talkrunde wurde die unbefriedigende Verkehrssituation am Diakoniekaufhaus in der Leonhardsruhstraße angesprochen, die sich vor allem dann ergibt, wenn die Besucher ihre Autos an allen Ecken und Enden abstellen. Als schmucklos und kaum lesbar wird das Relief empfunden, das am „BayWa-Kreisel“ zur Erinnerung an die Patenschaft der Stadt zum Panzerbataillon in Heidenheim steht.

Keine voreiligen Urteile im Fall Dinar

 Stellungnahme zu den Vorkommnissen und der bisherigen Behandlung des Falles
„Handschellenbierprobe – Erkan Dinar“

Es ist sicherlich keine Kleinigkeit, mit der sich Erkan Dinar in den letzten Tagen auf die Titelseite unseres Weißenburger Tagblattes gebracht hat. Erstaunlich ist jedoch, wie hart der Politiker öffentlich ins Gericht genommen wurde, nachdem am Kirchweihmontag im Weißenburger Tagblatt bekannt wurde, dass die Bierprobe für Dinar auf der Polizeidienststelle geendet hat. Was zwischen Bierzelt und Polizeiwache passiert ist – darüber gab am Montag zunächst nur die Polizei Einzelheiten bekannt. Diese reichten jedoch schon zur persönlichen Vorverurteilung Dinars aus, ohne dessen Gegendarstellung abzuwarten.

Die FDP ist ja nun nicht gerade die „Linken“-freudigste Partei. Ebenso nicht ihr Weißenburger Stadtrat Alexander Kohler. Aber weitgehende Persönlichkeitsrechte, individuelle Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind Grundlagen des Liberalen Seins. Dazu – und das darf man vor allem als politischer Mandatsträger nicht vergessen – gehören unvermittelbar die Übernahme von Verantwortung und Vorbildfunktion in der Gesellschaft.
Eine Vorverurteilung, egal in welchen Medien, kann und darf es nicht geben. Einer ernstzunehmenden Gegendarstellung der Ereignisse der mittlerweile berühmten „Handschellenbierprobe“ steht ein ebenso ernster polizeilicher Bericht der Geschehnisse gegenüber.

Das Widersetzen Dinars gegen polizeiliche Maßnahmen, das Beleidigen, Beschimpfen und Schlagen eines Polizisten, ist, sollte es so gewesen sein, absolut kein Kavalliersdelikt. Hier wird die juristische Aufarbeitung sicherlich Licht in die Dunkelheit der Geschehnisse bringen und eine politische, sowie strafrechtliche Würdigung zur Folge haben. Aber bis dahin sollte nicht marktschreierisch mit dem Thema umgegangen werden und schon gar keine Vorverurteilung stattfinden – egal wie man zu Herrn Dinar steht.

Als Kirchweihgänger sehe ich spätabends des Öfteren „torkelnde“ Festbesucher auf dem Nachhauseweg. Nur, ob das Torkeln vom Alkohol her kommt, oder ob dieser Mensch andere Gründe hat, bleibt mir zunächst einmal verborgen. Der Verdacht auf einen zu hohen Biergenuss liegt nahe, doch auch nur der Verdacht. Aufmerksame Leser der Apothekenumschau wissen, dass es einige, nicht zu seltene, pathogene Zustände gibt, die den Eindruck eines zu starken Alkoholgenusses vermitteln und damit verwechselt werden. Vielleicht ist auch hier die „SECURITY“ gefragt und gefordert.

Es ist sicherlich kein guter Stil, voreilig Vorwürfe, Anklagen und Strafen in die Öffentlichkeit hinauszurufen, ohne pingeliges Hinterfragen der Umstände und Vorkommnisse mit allen Begleit- und Randerscheinungen.
Sicher muss nach Abschluss der Aufarbeitung das Verhalten von Herrn Dinar ausgiebig bewertet und beurteilt werden – aber erst nach Abschluss.

Alexander Kohler

Stagnation wird überwunden

Eisbahn ist ein interessantes Projekt

Der Stadtrat hat das Projekt einer Eisbahn auf dem Marktplatz beschlossen. Das ist gut so, denn er zeigt damit, dass er Mut hat, neue Dinge anzugehen. Die Initiative ist von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ausgegangen, dem dafür zu danken ist. Viele Gunzenhäuser begrüßen die Aktion, manche machen sich allerdings auch Gedanken, wie der Verkehr in dieser Zeit ablaufen kann, wie laut die „Nebengeräusche“ sind.

Von mir wird die Eisbahn begrüßt, denn sie entspricht ansatzweise genau dem, was die FDP vor der Wahl gefordert hat: der Marktplatz muss zur Eventbühne der Stadt werden.  Auch für kommende Veranstaltungen in der zentralen Geschäftszone der Stadt gilt: Wir müssen dazu den Verkehr nicht beeinträchtigen, jedenfalls nicht periodisch, sondern höchstens punktuell.

Gerne hätte ich den Weihnachtsmarkt im Dezember auf dem Marktplatz gesehen, und zwar nur an einem Wochenende. Entgegen der Anordnung der Buden, die es dort schon einmal gegeben hat, war es mein Gedanke, die Frankenhäuschen in der Mitte des mittleren Marktplatzes mit dem Rücken zueinander aufzustellen. Somit wäre es möglich gewesen, das Markggeschehen von zwei Seiten aus zu präsentieren. Ich habe aber den Wunsch unseres neuen Bürgermeisters Karl-Heinz Fitz respektiert, der sich sehr frühzeitig auf den Standort „Falkengarten“ festgelegt und gebeten hatte, die Angelegenheit nicht zu „zerreden“.

Wir wollen sehen, wie der Markt heuer aussieht. Ich beglückwünsche den Bürgermeister zu seinem Bemühen, neue Wege zu gehen. Meine Unterstützung hat er.

Werner Falk, Stadtrat der FDP

 

„Seemeile“ bleibt auf der Agenda

Stadtrat Werner Falk (FDP): „Werde mich hartnäckig dafür engagieren“

Das Projekt „Seemeile“ ist politisch auf den Weg gebracht. Nach Jahren der Diskussion – auch in den Arbeitskreisen der ISEK -war es mir wichtig, die „Seemeile“ auf das kommunalpolitisch Gleis zu setzen. Wir haben in den letzten Jahren leider erleben müssen, dass Anträge von Bürgern und Parteien im Rathaus liegengeblieben sind, bei etliche ist offenbar nicht einmal der Eingang bestätigt worden. Dass sich das jetzt unter dem neuen Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ändert, dafür gibt es gute Signale. Er hat außerdem versprochen, eine Art von Antragsmanagement zu schaffen, damit s eine Übersicht gibt, welche Anträge und Anfragen überhaupt existieren.

Die „Seemeile“, also die fußläufige (eine Wortschöpfung unseres langjährigen Stadtbaumeisters Sepp Kemmethmüller) Verbindung von der Gunzenhäuser Promenade bis zum Seezentrum Schlungenhof, ist ein Gemeinschaftswerk des gesamten Stadtrats, aber es bedarf eben des Impulses. Und den habe ich gegeben. Es nützt ja nichts, wenn ein Anliegen jahrelang diskutiert wird, aber nie Entscheidungsreife erlangt.

Wie sollen wir vorgehen? Natürlich habe ich im AB-Bericht über eine Bauausschuss-Sitzung gelesen, dass einige meiner Kollegen sich zu allererst Gedanken machen, wie die „Seemeile“ denn zu finanzieren sei. Hier liegt meines Erachtens schon der falsche Ansatz für eine erfolgreiche kommunalpolitische Arbeit. Wer mit der Frage der Finanzierung beginnt, der liefert ein „Totschlagsargument“. Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, was das Projekt kosten wird. Deshalb war ja mein Vorschlag, zunächst eine Projektgruppe (aus Stadträten, der Stadtbaumeisterin, wahlweise ergänzt durch Fachleute) ins Leben zu rufen, um eine Planung zu machen. Ein erster Schritt ist sicher die Ermittlung der Eigentumsverhältnisse entlang des Weges, dann muss man sehen, wie die Begrünung systematisch erfolgen kann, wie die Beleuchtung aussehen kann, wo Platz für Kunstwerke ist und wo Nischen (Bänke und Tische, Fahrradständer) platziert werden können.

Ich stelle mir vor, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Nach der Ermittlung des Arbeitsumfangs wird man auch einen Überblick haben, welche Kosten entstehen. Nach diesem „Fahrplan“ sollte man vorgehen.

Ich denke, mit einem Flickwerk (da eine Parkbank, dort eine Lampe) sollten wir uns in Gunzenhausen nicht zufriedengeben. Es muss etwas aus einem Guß entstehen, wobei das Projekt „nach oben offen“ angelegt werden kann. Jedenfalls könnte es in mehreren Realisierungsschritten verwirklicht werden. Gerade bildhauerische Elemente könnten nach der „Grundausstattung“ immer wieder dazu kommen.

Das epochale Werk der fränkischen Seen, das der ganzen Region eine wolle wirtschaftliche Perspektive bietet, wäre nicht entstanden, hätte es nicht visionäre Persönlichkeiten wie Ernst Lechner gegeben, den wir zu recht als „Vater des Seenlands“ verehren. Der Hinweis auf die „Vermarktung“ der Natur und die mögliche Beeinträchtigung des Liebeslebens der Eintagsfliege führt uns jedenfalls nicht weiter. Unser Ziel muss es sein, eine attraktive, touristisch orientierte Stadt zu schaffen.

Ein Wort zum „Problemfall Stetten“

In der Debatte um die Erschließung von vier Bauflächen für die jungen Familien im Stadtteil Stetten vertrete ich den Standpunkt, dass eine begrenzte Neubautätigkeit am Ortsrand aus landschaftsästhetischen Gründen zulässig ist. Eine große Siedlung fände nicht meine Zustimmung, denn ich meine, wir sollten die Charakter unserer schönen altmühlfränkischen Dörfer bewahren. Das geschieht aber nicht, wenn wir in jeden noch so kleinen Dorf eine uneingeschränkte Siedlungstätigkeit zulassen. Wir sollten uns bei den Neubaugebieten konzentrieren auf die bestehenden Standorte (beispielsweise in Unterwurmbach, Frickenfelden, Aha, Schlungenhof, Laubenzedel, Cronheim).

Ich finde, die getroffene Regelung akzeptabel, wonach die Rechte des Landwirts (Privilegiertes Bauern) garantiert werden. Wie Bürgermeister Karl-Heinz Fitz in der von ihm sehr souverän geleiteten Bürgerversammlung in Stetten dargelegt hat, wird in die Kaufverträge und sonstigen Pläne der Hinweis auf mögliche Geruchsbelästigungen durch den nahen landwirtschaftlichen Betrieb aufgenommen. Die künftigen Käufer der Grundstücke wissen also, auf was sie sich einlassen. Und außerdem: Wie immer wieder erklärt wird, geht es darum, den Stettener jungen Familien eine Möglichkeit zu bieten, im Dorf bleiben zu können. Und die kennen schließlich das Dorfleben und die wissen auch, dass es stinkt, wo Jauche austritt. Es muss juristisch festgeklopft werden, dass auch mögliche Nachnutzer dieser Immobilien keine Chance haben, dem Landwirt spätere Expansionspläne zu durchkreuzen  (Wir kennen ja Urteile von Richterm, die manchmal doch recht seltsam sind, Beispiele: Glockengeläut, Uhrenschlag).

 

 

Falk-Talk am 26. August

Der nächste „Falk-Talk“ ist für den 26. August terminiert. Er findet statt von 18 Uhr bis 20 Uhr im Gasthaus „Zur Altmühlbrücke“ in Gunzenhausen bei den freundlichen Wirtinnen Bobby und Bettina.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit über die Beschlüsse des Stadtrats in den letzten Wochen reden und freue mich auf das Gespräch mit allen, die sich interessiert an der Stadtpolitik zeigen.

Wie immer, steht am Anfang des „Falk-Talks“ ein Vesper. Das bietet die Gelegenheit des zwanglosen gegenseitigen Kennenlernens. Auch darauf kommt es mir an.

Es wäre schön, wenn sich viele Freunde am 26. August einfinden würden.

Werner Falk, Stadtrat FDP

Nur mit der „Kür“ können wir punkten!

Politische Beurteilung der Stadtratsarbeit durch Stadtrat Werner Falk

„Die Reparaturen an Straßen und Kanälen und auch die Sanierung der Stadthalle gehören für mich zum Pflichtprogramm des Stadtrats, punkten können wir aber nur durch eine gelungene Kür.“ Werner Falk, der Stadtrat der FDP, zählt dazu die Imageverbesserung der Stadt als Zentrum im Fränkischen Seenland. Die wiederum ist seiner Meinung nach nur zu erzielen durch die Überwindung der jahrelangen Stagnation und durch die Realisierung von Projekten, die im Wahlkampf „visionär“ genannt wurden.
Für den liberalen Stadtrat ist nicht nachvollziehbar, wieso SPD und Grüne die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter nach drei Monaten zumTracht-004 Thema machen: „Das ist doch kalter Kaffee.“ Im Stadtrat sei unter dem neuen Bürgermeister eine gute Kooperation feststellbar, das Klima sei freundlich bis kameradschaftlich. Die Personalentscheidungen müssten von allen akzeptiert werden. Falk äußert in einer Presseerklärung wörtlich: „Der Vizebürgermeister von der SPD ist ein angenehmer Mann, er hat ein ordentliches Auftreten und eine pragmatische Herangehensweise.“ Er habe im Mai für Peter Schnell als weiteren Stellvertreter gestimmt, weil der Grünen-Politiker bisher durch gedankliche Kreativität aufgefallen sei. Nun aber sei der politische Alltag eingekehrt und die Stadträte müssten sich um die anstehenden Dinge kümmern. Offenbar seien in den letzten Jahren viele Bürgeranfragen und Anträge liegen geblieben. Vor diesem Hintergrund sei auch das nachlassende Interesse am Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu sehen. „Der neue Bürgermeister hat versprochen, dass er sich der bisher anbeantwortet gebliebenen Anfragen und Anträge annimmt“, stellt der FDP-Stadtrat mit Zufriedenheit fest.
Der Stadtrat in seiner Gesamtheit werde nach sechs Jahren nicht daran gemessen, wie viele Kilometer Straßen und Kanäle er ausgebaut habe. Es gehe darum, Projekte anzugehen, die für Gunzenhausen einen Mehrwert hätten. Der FDP-Vorstoß, eine „Seemeile“ zwischen Gunzenhausen und Schlungenhof zu gestalten, sei nur ein Projekt. „Jetzt muss es auf die Schiene gesetzt werden“, verlangt Werner Falk, der sich eine gemeinsame Planung von kreativen Köpfen in der Stadt vorstellen kann. „Wir müssen jedenfalls nicht heute alles planen und morgen das Vorhaben komplett abschließen“, sagte er und spricht von einem „nach oben offenen Prozess“. Die Mitwirkung der Bürger, vornehmlich auch der Menschen, die sich in den ISEK-Arbeitskreisen bereits Gedanken gemacht hätten, sei allemal besser, als sich eine teure Komplettplanung von auswärtigen Gutachtern und Planern überstülpen zu lassen. „Nur so“, macht der Liberale deutlich, „werden sich die Gunzenhäuser mit den städtischen Projekten identifizieren“.
Der liberale Einzelkämpfer erklärt in einer Pressemitteilung, er suche den Kontakt mit den Gunzenhäusern nicht zuletzt auch mit seinem „FalkTalk“-Gesprächsangebot. Alle acht Wochen stelle er sich den Fragen der Bürger und nehme Anregungen auf. „Ich möchte nicht warten, bis die Verwaltung Vorschläge macht, sondern selbst initiativ werden und Impulse geben. So verstehe ich mein Mandat.“