Archiv: Allgemein

Auf 2021 verschoben

Kein Festakt „50 Jahre Landtagsbeschluss zum Fränkischen
Seenland“

Gerne hätten der Tourismusverband Fränkisches Seenland in diesem Jahr
einem Festakt “50 Jahre Landtagsbeschluss zum Fränkischen Seenland“ gefeiert, da der Bayerische Landtag am 16. Juli 1970 einstimmig den Beschluss, das Fränkische Seenland mit Wasserüberleitung zu errichten, gefasst hat. Dies sollte am 22.10.2020 auf der MS Brombachsee mit Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder als Ehrengast erfolgen. Zahlreiche Gäste wurden dazu eingeladen und haben ihr Kommen zugesagt.
Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und des sich aktuell entwickelnden Infektionsgeschehens muss der Zweckverband den für den 22.10.2020 geplanten Festakt mit Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder jedoch leider absagen. Geschäftsführer Niederprüm: “Wir sind uns sicher, hierfür auf breites Verständnis zu stoßen, da der Gesundheitsschutz hier derzeit Vorrang haben muss. Der Festakt mit dem
Ministerpräsidenten soll aber möglichst im Sommer nächsten Jahres nachgeholt werden.”

Infos aus erster Hand

Landrat informierte die Bürgermeister

Seit vielen Jahren gibt es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sogenannte Bürgermeisterinformationsveranstaltungen des Landratsamtes. Dabei stehen verschiedene Themen im Vordergrund, die die Kommunen und den Landkreis gleichermaßen tangieren. Landrat Manuel Westphal setzt dieses Veranstaltungsformat auch in der neuen Kommunalwahlperiode fort.

Interessante Tagesordnungspunkte erwarteten die teilweise neu gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister während der ersten Bürgermeisterinformationsveranstaltung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen. Fast vollständig waren die 26 Bürgermeister und Oberbürgermeister Jürgen Schröppel in der Karmeliterkirche in Weißenburg erschienen.

Zu Beginn stellte der für den Landkreis zuständige Breitbandmanager des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Schwabach Jörg Franke die neue Gigabit-Richtlinie vor. Mit der neuen Förderung können auch sogenannte „graue NGA-Flecken“ gefördert werden. Graue NGA-Flecken sind Orte, wo bereits mindestens 30 Mbit/s verfügbar sind. Jörg Franke stellte den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern die Rahmendaten der Richtlinie vor. Gerade für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist die Förderung sehr attraktiv, da als Raum mit besonderem Handlungsbedarf bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.

Weiter stellte Franziska Wurzinger von der Regierung von Mittelfranken die Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung vor. Im vergangenen Jahr hat die Bayerische Staatsregierung den Beschluss der Flächensparoffensive gefasst und eine Richtgröße für den Flächenverbrauch von fünf Hektar pro Tag im Bayerischen Landesplanungsgesetz festgeschrieben. Dies soll gemeinsam mit den Kommunen durch verschiedene Steuerungsinstrumente erreicht werden. Beispielsweise sollen Kommunen den Grundsatz „Innen vor Außen“ beachten und vorhandene Siedlungsstrukturen nutzen. Franziska Wurzinger stellte während ihres Vortrages dazu auch Praxisbeispiele vor, wie die Nutzung von Gewerbebrachen.

Nach diesen Vorträgen tauschten sich die anwesenden Bürgermeister noch über Themenbereiche mit Landrat Westphal aus, in denen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Landkreisverwaltung und Kommune wünschenswert wäre. Außerdem lobten die Kommunalvertreter die bisherige Zusammenarbeit beispielsweise im Bereich der Digitalisierung.

Landrat Manuel Westphal will in Zukunft noch mehr mit den Kommunen im Landkreis zusammenarbeiten und dort, wo sich eine vertiefte Kooperation anbietet, diese auch umsetzen.  

Akutgeriatrie eröffnet

Zentrum für Altersmedizin startet mit der Akutgeriatrie in neu saniertem Trakt

Vorstand Christoph Schneidewin mit Elisabeth Bauer, pflegerische Bereichsleiterin Geriatrie, Elvira Späth, Pflegedirektorin Gunzenhausen, Chefarzt der Geriatrie Dr. Markus Wach und Oberärztin der Geriatrie Dr. Evelyn Gundel-Wassersteiner (von links nach rechts). Foto: Julia Kamann

2017 feierte das Klinikum Altmühlfranken mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml die Aufnahme des dritten Bauabschnittes in das Krankenhausförderprogramm und die Verbesserung der Krankenhausstruktur im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Nun ist der dritte Bauabschnitt nahezu fertiggestellt und mit der Akutgeriatrie eröffnet der erste Baustein des Zentrums für Altersmedizin in neuen, hochmodern sanierten Räumen am Klinikum Altmühlfranken.

Zentrum für Altersmedizin

Obwohl dem Alter an sich kein Krankheitswert zukommt, sind ältere Menschen häufig von mehreren Erkrankungen (Multimorbidität) und funktionellen Einschränkungen betroffen. Die Altersmedizin (Geriatrie) am Klinikum Altmühlfranken versorgt ihre älteren und hochbetagten Patienten in einem abgestimmten Angebot medizinischer und rehabilitativer Maßnahmen. Im Focus der Behandlung stehen internistische, unfallchirurgische und teilweise auch neuropsychiatrische Fragestellungen.

Ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Chefarzt Dr. Markus Wach, Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, weiteren

geriatrisch ausgebildeten Medizinern und Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialpädagogen arbeitet eng und vertrauensvoll zusammen. Die ganzheitliche Betrachtungsweise und die Berücksichtigung medizinischer, psychischer und sozialer Aspekte des Patienten stehen dabei täglich im Vordergrund.

Akutgeriatrie – ein spezielles Angebot

Die Akutgeriatrie ist ein spezielles Angebot der stationären Altersmedizin und auf die medizinische Akutversorgung von Patienten höheren Alters (>70 Jahre) mit akuten Erkrankungen und Zustandsverschlechterungen bei chronischen Erkrankungen spezialisiert.

Primär versorgt werden ältere Patienten, die häufig z.B. mit Schlaganfall, Herzerkrankungen, Lungenentzündungen, Osteoporose, Sturzkrankheit, Diabetes mellitus oder Schmerzsyndromen akut erkrankt sind. Auch werden Patienten vor oder nach einer erforderlichen Operation stationär aufgenommen.

Sobald möglich, werden frührehabilitative Maßnahmen durchgeführt um eine Anschlussheilbehandlung in der Geriatrischen Rehabilitation oder die Rückkehr in das gewohnte Umfeld zu ermöglichen. Die nachstationäre Weiterbehandlung und fortlaufende Beratung von Patient und Angehörigen wird dabei durch den Sozialdienst des Klinikums Altmühlfranken übernommen.

Die neue akutgeriatrische Station A3

Chefarzt Dr. Markus Wach und seinem Team stehen auf der neugeschaffenen Station A3 25 Betten in großzügigen, lichtdurchfluteten Ein- und Zweibettzimmern mit eigenem Bad sowie auf Wunsch ausgesuchten Wahlleistungen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot in einem zweiten Schritt um die Abteilung „Geriatrischen Rehabilitation“ mit weiteren 30 Betten.

Dann werden drei Fachärzte für Geriatrie zusammen mit einem hoch motivierten und geriatrisch erfahrenen Team aus Assistenzärzten und Pflege- und Fachkräften insgesamt 55 stationäre Patienten im Zentrum für Altersmedizin versorgen.

Mit dem neuen Zentrum für Altersmedizin erweitert das Klinikum Altmühlfranken sein medizinisches Angebot gerade im Hinblick auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen und stellt für die Menschen in der Region Altmühlfranken eine hochspezialisiertes wohnortnahes altersmedizinisches Angebot aus Akutgeriatrie, Geriatrischer Rehabilitation und Alterstraumatologie sicher.

Gut in Landschaft integriert

Kommunalpolitiker aus Altmühlfranken im Freizeitpark Leutkirch

In vier Kategorien werden die Ferienhäuser angeboten. Im Hintergrund sind die exklusivsten von ihnen zu sehen. Sie bieten zum Teil Platz für zwölf Personen. Fotos: Falk

Wer sich in der 22000-Einwohner-Stadt Leutkirch umhört, der bekommt keine kritischen Töne zu Center Parcs zu hören. „Sie kriegen keine negativen Antworten“  prophezeit denn auch Bernhard Joachim, der Chef der Allgäu GmbH (vergleichbar mit dem Tourismusverband Franken) den Kreisräten und Verbandsräten  des Zweckverbands, die einen Tag lang den Park beschnuppern. „Es bewegt sich unheimlich viel in Leutkirch, in der DNA hat sich wirklich was verändert“, sagt  Hotelier Christian Skrodzki , der die Allgäuer Genussmanufaktur leitet. Und Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, der die CP-Chefs nach dem gescheiterten Dennenlohe-Projekt ins Allgäu gelockt hat, ist ohnehin Feuer und Flamme. Von seinem Kollegen aus Günzburg bekommt er zu hören: „Lego ist ein Fünfer im Lotto, aber Center Parcs ein Sechser.“

Das Badeparadies “Aqua Mundo” gehört zu den Highlights im Freizeitpark.

Den Gästen aus Franken kam es darauf an, einen Center Park einmal hautnah zu erleben und nicht immer nur über Dritte Positives oder Negatives zu hören. So war die Exkursion ins Allgäu nicht nur aufgrund der vielen aufgetischten Fakten lehrreich, sondern war auch für den einen oder anderen ein emotionales Erlebnis und korrigierte vielleicht sogar manches Vorurteil, das Individualtouristen von einem kollektiven Ferienangebot haben. Um es gleich vorweg zu sagen: Von den rund 4000 Menschen, die sich zu Spitzenzeiten im Camp aufhalten, ist bei einem Rundgang nichts zu sehen. Die Gäste verteilen sich auf dem 182 Hektar großen Areal, das früher – ähnlich wie Langlau am Brombachsee – eine Munitionsanstalt war.  Überbaut sind exakt 20,5 Hektar (11,5 Prozent).

Im Freizeitpark gibt es eine Reihe von Geschäften mit regionalen Produkten.

Das Feriendorf kennt die Probleme des Fränkischen Seenlands, wo sich der Tourismus hauptsächlich die Sommermonate geschränkt, überhaupt nicht.  Hier ist ganzjährig Saison. Selbst anfangs Oktober  ist der Park noch zu 94 Prozent belegt, im Jahresmittel  zu 87 Prozent.  Die anderen Kennzahlen seien kurz genannt:  1,1 Millionen Gäste  (58 Prozent aus Baden-Württemberg und Bayern) im Jahr mit einer Verweildauer von 4,88 Tagen, 689 Arbeitsplätze (davon 258 Volltimejobs und 297 Teilzeitkräfte sowie  163 im Catering) .

Im “Market Dome” sind fünf Restaurants. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Gekostet hat das Feriendorf rund 350 Millionen Euro. Am Bau waren 67 Prozent regionale Firmen beteiligt. Bäcker, Metzger und Brauer gehören zu den Lieferanten aus dem Umland.  Sie waren „mehr als Handlanger für die Großbetriebe“ sagt OB Hans-Jörg Henle. Zweimal wöchentlich gibt es einen Bauernmarkt, der sehr gut ankommt, außerdem werden im Allgäu-Lädle“ hunderterlei einheimische Produkte angeboten.  Die Preise in den fünf Restaurants sind für Allgäuer Verhältnisse nicht abgehoben:  das Schnitzel gibt es für 14 Euro, die Kässpatzen für 13 Euro, den Kaffee für 2,90, lediglich das Bier (4,60 für die Halbe) und der Wein (5,50 für den 0,2-Schoppen) sind teurer als in der Seenland-Gastronomie.

Wenn man bedenkt, dass es die Planer im Fall des Allgäuer Parks mit zwei Landkreisen in zwei Bundesländern zu tun hatten, ist die Genehmigungszeit von drei Jahren kurz. Der Oberbürgermeister stimmt den Leutkircher Jubelchor auf den Center Park an und hat auch allen Grund happy zu sein, denn im Vergleich zu 2008 gibt es heute 45 Prozent mehr Arbeitsplätze in der bayerisch-württembergischen Grenzstadt, wobei zu berücksichtigen ist, das Leutkirch den Sitz der Schwäbischen Zeitung und das Krankenhauses verloren hat. Und die Passantenzählung bestätigt den positiven Trend: Waren es 2017 noch an einem August-Tag 4000, so sind es heute 12000 Besucher. Der Rathauschef gerät ins Schwärmen, wenn er von der Aufbruchstimmung erzählt, die seine Stadt erfasst hat. Das liegt natürlich am Center Park, aber auch an anderen innovativen Projekten, wie z.B. der neuen Bahnhofsnutzung und der Allgäuer GenussManufaktur.  Offen gibt Henle zu, dass er sich eigentlich mehr Gewerbesteuer versprochen hatte, aber: „Die anderen Effekte sind besser als erwartet“.  Auf die CP-Manager lässt er nichts kommen: „Was sie sagen, das machen sie auch.“ Großes Glück haben die Leutkircher natürlich, dass der örtliche Verkehr vom An- und Abreiseverkehr des Parks nicht betroffen ist: „Wenn in sechs bis sieben Stunden eines Tages Hunderte von Autos ankommen, merkt man es in der Innenstadt nicht.  Es kommen ja nicht alle auf einmal und es gehen auch nicht alle auf einmal“.  Und weil die Leutkircher kein großes kommunales Schwimmbad haben, wird das Aqua Mundo im Park inzwischen als ihr Bad vereinnahmt.

Wenn eine Stadt innovative Unternehmer wie Christian Skrodzki hat, dann kann sie sich glücklich schätzen. Er gibt den CP-Leuten nur Bestnoten: „Sie sind nicht als Eroberer gekommen, wir haben sympathische Unternehmer bekommen.“ Und: „Sie haben mehr gebracht als sie versprochen haben“. Personal von den ortsansässigen Wirten hätten sie auch nicht abgezogen. Mit dem Park hätten die Menschen in der Stadt ein neues Lebensgefühl gewonnen. Wer heute ins Gasthaus gehen wolle, der müsse reservieren lassen.  Wenn jemand von seinen Kollegen dann noch klagen würde, könnte er das nicht verstehen. Es gebe elf gute Monate – und das nur dank dem Center Park.  „Wenn die Center Parcs-Gäste das ganze Jahr kommen, dann ist das ein Traum“, sagt der Gastronom. Er räumt ein, dass es am Anfang auch in Leutkirch „ein Geschreih“ gegeben hat, aber inzwischen sehen alle, dass 20 bis 30 Prozent der Parkgäste auch nach außen gehen. Inzwischen meiden die Einheimischen am Montag und Freitag, also an den beiden An- und Abreisetagen,  den REWE.

Felix Schädler, Architekt aus Leutkirch, lässt das Argument der Kritiker, einheimische Unternehmen kämen bei den Aufträgen von Center  Parcs nicht zum Zug, nicht gelten. Er selbst hatte anfangs auch Zweifel, ob es für ihn überhaupt lohnend sei, sich für die Planung von 250 exklusiven Allgäu-Häusern zu bewerben, ist aber überrascht worden. „Wir haben“, so erzählt Schädler, „auf Augenhöhe miteinander kommuniziert und wir sind unglaublich zufrieden“.  Den Kommunalpolitikern aus dem Fränkischen gibt er mit auf den Weg: „Ich kann Sie nur beglückwünschen, wenn sie den Park bekommen.“ In gleicher Weise hat Burchard Stocks, der Chef eines Büros für Umweltsicherung und Infrastrukturplanung, die CD-Planer erlebt: „Es war ein stets offener Dialog, den ich als wohltuend empfunden habe.“

Ein waschechter Leutkircher ist Michael Krumböck, der städtische Planungsreferent, der auch für die Natur und Umwelt zuständig ist: „Es ist sehr gut gelaufen und für die Region nicht die große Katastrophe ausgebrochen. Wir haben ein gutes Miteinander und keine Konflikte.“

Auf ihrem Rundgang  (Begleiter waren Deutschland-Chef Frank Daemen, Projektleiter Jan Janssen und Robin Wildhagen vom Park-Management) erkannten die Gäste aus dem Seenland, dass der Freizeitpark so gut in die Landschaft eingebettet ist, dass er von außen her gar nicht wahrzunehmen ist.  Die Eingrünung ist bereits nach zwei Jahren gut voran gekommen, immerhin waren 60 Hektar gerodet  worden.  Neben vielen Freizeitmöglichkeiten auf dem weitläufigen Areal, das am bequemsten mit dem Caddy abzufahren ist, gibt es den zentralen „Market Dome“ mit den Restaurants und das gigantische Badeparadies „Aqua Mundo“ (Eintritt: 32 Euro, auch für Gäste von außerhalb), daneben auf 2400 Quadratmetern den Spa & Country Club mit Wellness auch für Tagesgäste (19 Euro für zwei Stunden).  An vier Tagen in der Wochen wird die Anlage textilfrei genutzt.

In der „Park-Zeitung“, von der alle zwei Monate 30000 Exemplare gedruckt werden,  erfährt der Leser viele über die Angebote im Park, aber auch im ganzen Allgäu. Die benachbarten Städte und Kreise werben dort für sich.

Unter den Kreisräten und Verbandsräten sind viele, die angenehm überrascht  reagierten. Die meisten empfanden die Anlage augenfällig nicht als bombastisch und gigantisch, wie dies oft von den Kritikern gesagt wird.  Die 1000 Häuser sind gut in die Landschaft integriert, die Durchgrünung ist gelungen, wenngleich der Bewuchs an manchen Stellen noch Zeit braucht, um zu wirken.  Auch das überrascht: von hektischer Betriebsamkeit ist auf dem Gelände wenig zu spüren.

WERNER FALK

Florian Wittmann tritt für die FDP an

Freie Demokraten im Wahlkreis Ansbach nominierten Kandidaten

Blumen für Florian Wittmann, dem Bundestagskandidaten der FDP, gab es von den Vorsitzenden Gernot Samhammer (Ansbach-Stadt), der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Sigrid Niesta-Weiser (Weissenburg-Gunzenhausen) und Sabine Endres (Ansbach-Land). Foto: Falk

Die Freien Demokraten haben ihren Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Einziger Bewerber auf der Nominierungsversammlung im Altmühlsee-Informationszentrum in Muhr am See war der 31 Jahre alte Ansbacher Bankbetriebswirt und Immobilienhändler Florian Wittmann.

Vor  den Delegierten aus der Stadt Ansbach sowie den Landkreisen Ansbach und Weissenburg-Gunzenhausen äußerte sich die stellvertretende Kreisvorsitzende Sigrid Niesta-Weiser kritisch zu den staatlichen Leistungen in Corona-Zeiten: „Die kommenden Generationen leiden stark unter dem, was wir im Moment zur Abwendung der Coronaschäden ausgeben.“ Sie leitete in Vertretung des erkrankten Kreisvorsitzenden Thomas Geilhardt die Versammlung zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Katja Hessel.

Florian Wittmann ist ein Newcomer in der FDP. Der Bewerber stellte sich als Geschäftsführer der „Wittmann Real Estate GmbH“ vor, einem Immobilienunternehmen, das in Ansbach und Schwäbisch-Hall aktiv ist. Für den jungen Familienvater – seine Töchterchen Lili und Nelli sind drei bzw. ein Jahr alt – ist der Beruf eine Passion. In der Politik will er sich dafür einsetzen, dass die Grundwerte der Demokratie erhalten bleiben angesichts der gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen unserer Tage.  Es sei ein Wahnsinn, wie nicht nur in Coronazeiten mit dem Menschen umgegangen werde.   Der Kandidat sieht die weltweiten Wanderungsbewegungen vom Süden in den Norden als bedenklich an und will dafür kämpfen, dass ihnen in den Herkunftsländern wirksamer geholfen wird. Innenpolitisch macht ihm die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich Sorge: „Wir dürfen die Hälfte unserer Bevölkerung nicht vom Erfolg abkoppeln.“ Im Wahlkampf sei er „offen für alles“ und alle, die das Gespräch suchten.

Der gelernte Bankfachwirt lebt seit sechs Jahren in Ansbach. Zuvor war der gebürtige Neuendettelsauer zehn Jahren in München und Konstanz, wo er Kundenbetreuer und Filialleiter der Postbank war.

Zu den Delegierten für den Landesparteitag, der am 20. und 21. November in Landshut die bayerische Liste aufstellen wird, gehören Florian Wittmann (Ansbach), Rainer Erdel (Dietenhofen), Jürgen Meyer (Gunzenhausen), Thomas Geilhardt (Pleinfeld), Sabine Endres (Heilsbronn), Sigrid Niesta-Weiser (Gunzenhausen) und Gernot Samhammer (Ansbach).

Müller bleibt KBR

Für weitere sechs Jahre in Kreisbrandrat von Ansbach


Angesichts der Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie musste die traditionelle „große“ Kommandantenversammlung auf vier gleichzeitig stattfindende Teilversammlungen in Neuendettelsau, Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Rothenburg o.d.T. aufgeteilt werden. In den dortigen großen Fahrzeug- bzw. Turnhallen konnten die Vorgaben des
bindenden Schutz- und Hygienekonzepts eingehalten werden.
Zur Wiederwahl wurde Thomas Müller durch Landrat Dr. Ludwig vorgeschlagen. „Thomas Müller hat das Feuerwehrhandwerk von der Pike auf gelernt und sich in den bisherigen zwölfjährigen Amtszeit aufs Beste bewährt. Ich würde mich freuen, wenn wir im Landkreis Ansbach auch
weiterhin auf seine Dienste bauen könnten.“
Von den 217 abgegebenen Stimme entfielen am Ende 174 auf den 55-jährigen aus Dinkelsbühl. Thomas Müller bedankte sich für die Unterstützung und das Vertrauen und freue sich darauf, begonnene Projekte weiterzuführen. Landrat Dr. Ludwig wünschte Thomas Müller alles Gute: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit in der dritten Amtszeit und danke Thomas Müller, dass er weiterhin für Ehrenamtliche, Feuerwehren, Kommunen und das Landratsamt als fachkundiger
Berater zur Verfügung steht.

Zinngießer von Gunzenhausen

Themenschwerpunkt der „Mittelfränkischen Studien“

Als Beiband zur Schriftenreihe „Mittelfränkische Studien“ bringt der Historische Verein für Mittelfranken eine umfangreiche Dokumentation heraus, die sich  mit den Zinngießern von Gunzenhausen befasst. Autoren sind Hans Himsolt  und Dr. Wolfgang Rettig.  Noch in diesem Jahr soll auch ein weiterer Band mit dem alleinigen Thema „75 Jahre nach Kriegsende – Integration der Deutschen in Deutschland“ am Beispiel von Dinkelsbühl (Dr. Eva Karl) erscheinen. Dies kündigte Vorsitzender Dr. Thomas Bauern auf der Jahresmitgliederversammlung im Hardenberg-Saal des Ansbacher Schlosses mit.

Der Verein, der sich auf ganz Mittelfranken erstreckt, hat aktuelle 348 Mitglieder. Geschäftsführer Oskar Geidner (Wolframs-Eschenbach): „Das bedeutet eine konstante Entwicklung, was für einen Geschichtsverein erfreulich ist“. Nach der Jahrestagung im letzten Jahr in Spalt sollte die diesjährige Hauptversammlung in Herrieden sein, aber Corona machte diesen Plan zunichte. Die Altmühlstadt soll jetzt 2021 zum Zuge kommen.

Zu den herausragenden Ereignissen des vergangenen Jahres zählt die Herausgabe des 105. Jahrbuchs, das eine bisher einmalige Kooperation von fränkischen und sächsischen Wissenschaftlern ist. Unter dem Titel „Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg und die Belehnung der Burggrafen von Nürnberg mit dem Kurfürstentum Brandenburg im Jahre 1417“ widmen sich 13 Autoren dem Thema, das zuvor schon im Mittelpunkt eines Symposiums von Experten aus Bayern und Brandenburg gestanden hatte. Herausgeber sind die Professoren Mario Müller (Uni Hildesheim) und Georg Seiderer (Uni Erlangen-Nürnberg, ein gebürtiger Gunzenhäuser). Zudem gingen im Ansbacher Schloss noch sechs weitere Vorträge über die Bühne bevor „Corona“ das Vereinsleben weitgehend lahm legte.

2021 wird anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums in Ansbach (Stadterhebung) ein Themenband erscheinen, der von dem Ansbacher Dr. Wolfgang Rettig (Leiter des Markgrafenmuseums) gestaltet wird.  Die verschiedenen Facetten der Stadtgeschichte beleuchten 14 Autoren. Zu Erbprinz Alexander wird  für die nächsten Jahre eine ausführliche Darstellung angekündigt.

Ein Dichter und Jurist ist der Ansbacher Johann Peter Uz, der vor 300 Jahren geboren wurde und dem in der Markgrafenstadt ein Denkmal im Hofgarten gewidmet ist. Prof. Ernst Rohmer  (Uni Erlangen-Nürnberg) ging in seinem Referat weniger auf dessen Leben und Werk  ein als auf die Formen des Gedenkens an ihn.

Internationaler Mädchentag

Landratsamt beteiligt sich an Aktionstag

We can do it girl! – Am 11. Oktober ist internationaler Mädchentag. Rund um dieses Datum übernehmen junge Frauen Spitzenpositionen – allerdings nur symbolisch – für einen Tag. Was steckt hinter der Aktion?

Vorurteile und Diskriminierungen sollen abgeschafft werden. Das ist das Ziel des internationalen Mädchentags der Vereinten Nationen. Dieser findet seit 2012, initiiert vom Kinderhilfswerk Plan International Deutschland, am 11. Oktober statt. Rund um dieses Datum übernehmen weltweit junge Frauen symbolisch Führungsrollen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Einen Tag lang begleiten sie Personen in wichtigen Positionen in ihrem Arbeitsalltag, stellen ihnen Fragen und kommen mit ihnen ins Gespräch.

Auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen beteiligt sich wieder an dieser bezirksweiten Aktion. Interessierte Mädchen und junge Frauen ab 15 Jahren können sich bei der Gleichstellungsstelle des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen unter 09141 902-129 oder per Mail an gleichstellung.lra@landkreis-wug.de melden, um im Oktober einen Tag lang Landrat Manuel Westphal bei seinen Aufgaben als Behördenleiter und Kommunalpolitiker zu begleiten.

Positiv getestet

Weitere Quarantänefälle an Schule und Kindergarten

Eine Lehrkraft des Simon-Marius-Gymnasiums Gunzenhausen wurde positiv auf Covid-19 getestet. Vier Klassen und drei Lehrkräfte stehen unter Quarantäne. Auch Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens in Wettelsheim müssen in Quarantäne.

Zuletzt war die betroffene Lehrkraft am 28.09.2020 im Unterricht am Gymnasium. Nach derzeitigem Stand werden 76 Schüler aus vier Klassen und drei Lehrkräfte für vierzehn Tage ab letztem Kontakt unter Quarantäne gestellt.

In direktem Zusammenhang mit diesem Fall müssen auch 47 Kinder und sechs Erzieherinnen des Kindergartens Wettelsheim in Quarantäne.

Alle Betroffenen werden aufgrund der Inkubationszeit Anfang der kommenden Woche getestet. Das Gesundheitsamt betont, dass selbstverständlich Tests bei Schülern und Kindergartenkindern nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Eltern durchgeführt werden. Anderslautende Gerüchte entbehren jeder Grundlage.

MdL Hauber auf Visite

Ornbau und Weidenbach besucht

MdL Wolfgang Hauber vor dem Weidenbacher Rathaus mit den Bürgermeister Willi Albrecht aus Weidenbach (li.) und Bürgermeister Marco Meier aus Ornbau (re.) Foto: FW

Der Landtagsabgeordnete der FREIEN WÄHLER, Wolfgang Hauber aus Weißenburg, besuchte dieser Tage die beiden Gemeinden Weidenbach und Ornbau am Rande des fränkischen Seenlandes und informierte sich dabei ausführlich von beiden Bürgermeistern über aktuelle Themen, Gegebenheiten und Herausforderungen der Kommunen vor Ort.
Der Markt Weidenbach mit über 3.000 Einwohnern ist zum einen durch die markgräfliche Geschichte in Triesdorf und mit den heute dort beherbergten Hochschulen und verschiedenen Bildungseinrichtungen ein Begriff. Bürgermeister Willi Albrecht berichtete über diverse Projekte in der Kommune und dass mit über 2.500 Schüler und Studenten des Bildungszentrums Triesdorf viele junge Menschen das Bild von Weidenbach prägen. Weidenbach partizipiert sehr stark vom Bildungsstandort Triesdorf. Die örtlichen Geschäfte wie Metzger, Bäcker und Geschäfte profitieren genauso wie die Vermieter von den vielen Schülern und Studenten am Standort. Die erforderlichen Infrastrukturen vorzuhalten, ist für den Markt Weidenbach eine große Herausforderung. Der Anteil der Zweitwohnsitze ist dabei sehr hoch. Der Markt Weidenbach kann aber keine Zweitwohnsitzsteuer erheben, da diese in Bayern durch klare Einkommensgrenzen geregelt ist.
Die Nachbargemeinde Ornbau ist mit ca. 1.700 Einwohnern eine der kleinsten Städte Bayerns. Bürgermeister Marco Meier schilderte MdL Wolfgang Hauber die vielen Bauprojekte im Ort: Sanierung eines neuen Rathauses, Bau einer neuen Kinderkrippe und z.B. Umsetzung neuer Brandschutzmaßnahmen in der Grundschule. Auch versucht man derzeit in das Förderprogramm „Investitionspakt für Sportstätten“ des Freistaats Bayern zu kommen, um die im Jahr 1997/1998 gebaute Turnhalle, die neben der Grundschule auch von vielen Breitensportvereinen und Organisationen im Ort genutzt wird, zu sanieren. Ornbaus Bürgermeister Marco Meier hierzu: „Durch die Sanierungsmaßnahmen sollen Voraussetzungen geschaffen werden, um das sportliche und auch das soziale Miteinander der Gesellschaft zu fördern und weiter auszubauen.“ Eine Rundfahrt und Besichtigung von Ornbau schloss den Besuch von MdL Hauber in den beiden Gemeinden ab.
MdL Wolfgang Hauber äußerte sich sehr zufrieden über seinen Besuch: „Für mich als Landtagsabgeordneter ist es wichtig, den Kontakt zu unseren vielen Bürgermeistern vor Ort nicht abreißen zu lassen und immer wieder zu hören, wo unseren Kommunen der Schuh drückt und zu unterstützen, soweit es mir möglich ist. Bemerkenswert ist für mich, mit welchem
Abgeordneter Wolfgang Hauber Engagement und Herzblut unsere Bürgermeister und Kommunalpolitiker aus ihren Gemeinden berichten und sich einsetzen. Aber es wird auch deutlich, dass gerade in Zeiten der Corona-Pandemie unsere Gemeinden und Kommunen verstärkt auf die Unterstützung des Freistaats angewiesen sind, um die Grundversorgung und ein aktives Leben in den Gemeinden zu gewährleisten.“
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