Archiv: Allgemein

Kreuzgangspiele extra

„Peng Peng Parker“ erinnert an Dorothy Parker

Peng Peng Parker: Philip Frischkorn, Nora Gomringer und Philipp Scholz.
Foto © Michael Aust

Außerhalb der Sommer-Festspielzeit bieten die Kreuzgangspiele mit der Reihe Kreuzgangspiele extra kleine, feine Kulturperlen. Nach einem beeindruckenden wie intensiven Auftakt mit Helmut Mooshammer und Senka Brankovic im Oktober widmet sich die nächste Veranstaltung der Reihe am 15. November 2022, um 20 Uhr, in den Regina Lichtspielen in Feuchtwangen einer ganz besonderen Literatin: Dorothy Parker. Sie war eine vielschichtige Frau: Dichterin, Geliebte, Werbetexterin und Oscar-Nominee. Ihr lyrisches Werk ist witzig, lakonisch, mal zart, mal hart.

Die Lyrikerin und Performerin Nora Gomringer und der Jazzmusiker Philipp Scholz, die in den letzten Jahren mit ihrer CD „Peng Peng Peng“ für Furore gesorgt haben, stellen das Werk Parkers in die Tradition von Barmusik: Lieder wie Oliven in Martinigläsern sind entstanden, gehaltvoll, rund und am Ende des Tages ein kleiner Kosmos all dessen, was man noch braucht, damit der Tag ausklingt. Niemand hat so seufzend, so verlachend über die Liebe und das Rangeln zwischen den Geschlechtern geschrieben wie Dorothy Parker und uns dabei Karikaturen und fein linierte Portraits der Boulevardlöwen und -löwinnen ihrer Zeit hinterlassen. Ein New York der 20er Jahre ohne diese Ikone ist undenkbar. Gomringer + Scholz weichen das Schwarz-Weiß alter Fotos und der Tasten der Pianos auf zu Melodien, die schon lange in den Zeilen und zwischen ihnen stehen. Ein englisch-deutscher Liederabend, der fein perlt und die Übersetzungen Ulrich Blumenbachs zur Geltung bringt. Pianist Philip Frischkorn begleitet das Duo Gomringer + Scholz seit dem
Erscheinen der Hommage-CD an Dorothy Parker. Mit seinem Instrument widmet der Meisterschüler Michael Wollnys sich im Besonderen der improvisierten Musik, konzertiert mit Kolleginnen und Kollegen und solistisch. Auch er hat seine Leidenschaft für Parkers Lakonie entdeckt.
Karten gibt es im Kulturbüro, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, unter 09852 90444, per Mail an karten@kreuzgangspiele.de. Alle Informationen und Tickets gibt es auch auf www.kreuzgangspiele.de

Sportpreis des Bezirks

Verleihung ist am Dienstag, 8. November


Für ihre herausragenden Verdienste um den Sport in Mittelfranken werden am Dienstag, 8. November, wieder zahlreiche Sportlerinnen und Sportler sowie Gruppen und Institutionen mit dem mittelfränkischen Sportpreis ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung findet ab 19 Uhr im „Alten Reithaus“ in Triesdorf statt.

Der Sportbezirk Mittelfranken im Bayerischen Landessportverband (BLSV) ehrt in Zusammenarbeit mit dem Mittelfränkischen Schützenbund durch den Sportpreis seit dem Jahr 2011, welches die Europäische Union zum Jahr
der Freiwilligentätigkeit ausgerufen hatte, Personen und Institutionen, die sich um den Sport und dessen Entwicklung verdient gemacht haben. Die Schirmherrschaft für den mittelfränkischen Sportpreis hat Bezirkstagspräsident Armin Kroder inne, das Gesamtpreisgeld von diesmal 5500 Euro wird vom Bezirk Mittelfranken getragen. Der Preis wird in den Kategorien Personen und Institutionen, Sportliche Leistung, Sportprojekte und Herausragende Verdienste rund um den Sport verliehen. Gut sechs Wochen lang im Sommer konnten Vereine ihre Bewerbungen für den Sportpreis Mittelfranken abgeben, die Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt.

Wer bekommt was?

Sitzung des Sozialausschusses am 8. November in Triesdorf

Der Datenreport 2022 bildet einen zentralen Punkt auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Sozialausschusses des mittelfränkischen Bezirkstages. Diese findet am Dienstag, 8. November um 09.30 Uhr im „Alten Reithaus“ der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf statt.

Der Datenreport ist ein jährlich wiederkehrender Teil der Sozialberichterstattung beim Bezirk Mittelfranken. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung der Eingliederungshilfe im Zeitraum der vergangenen vier Jahre. Der Datenreport ist aufgeschlüsselt in die verschiedenen Hilfe-Bereiche, wie Wohnen, Arbeit, Beratung oder Mobilität, und beinhaltet sowohl die Anzahl der Menschen, die Leistungen vom Bezirk Mittelfranken erhalten, als auch die dafür vom Bezirk aufgebrachten Kosten. Er soll als Orientierungshilfe dienen und Entwicklungsprozesse in der Eingliederungshilfe für alle sozialpolitischen Akteure aufzeigen. Darüberhinaus widmen sich die Ausschussmitglieder in ihrer Sitzung am Dienstag der neuen Richtlinie zur Förderung ambulanter Krebsberatungen in Bayern, die von den bayerischen Bezirken in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales erarbeitet wurde. Weitere Themen der Sitzung sind unter anderem der Umgang mit der Energiekrise in Bezug auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten für Leistungsempfänger des Bezirks Mittelfranken sowie eine Bedarfsanerkennung zur Erweiterung derTagesstruktur für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (T-ENE) auf 45 Plätze in Fürth.

Daneben beschäftigen sich die Ausschussmitglieder auch mit der Versorgungslage für Menschen mit Behinderung beziehungsweise mit Pflegebedarf in Mittelfranken vor dem Hintergrund der auch für die Träger von Einrichtungen und für die Verbände gestiegenen Energiepreise und des Fachkräftemangels.

Sterbende werden begleitet

Spende für Hospizgruppe Dinkelsbühl

Die Spende der Sparkassen-Stiftung über 5.000 Euro übergab Vorstand Werner Frieß (links) an Hannelore Weißmann, die Vorsitzende der Hospizgruppe Dinkelsbühl. Landrat Dr. Jürgen Ludwig unterstrich die Bedeutung der ehrenamtlichen Hospizarbeit. Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein

Mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro unterstützt die Stiftung Vereinigte Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach die Arbeit der Hospizgruppe Dinkelsbühl. Im Beisein von Landrat Dr. Jürgen Ludwig übergab Sparkassen-Vorstand Werner Frieß die Spende an Vereinsvorsitzende Hannelore Weißmann.

Das Team der Hospizgruppe Dinkelsbühl begleitet schwer kranke Menschen, Sterbende und deren Angehörige. Mit der Zuwendung wurden unter anderem Möbel angeschafft. Denn nach langen Jahren im „Haus der Diakonie“ ist die Hospizgruppe Mitte dieses Jahres in den Neubau des Dinkelsbühler Stephanus-Pflegezentrums umgezogen, wie Hannelore Weißmann berichtete. Obwohl die Zeiten aufgrund der Pandemie nach wie vor schwierig seien und die Kosten für Hygienemaßnahmen hoch, würden die Leistungen des Vereins sehr oft angefragt. Daher bleibe es das Ziel, weitere Hospizmitarbeiter zu gewinnen.

„Wir freuen uns, dass wir diese so wertvolle Arbeit mit einer Spende unterstützen können“, sagte Sparkassen-Vorstand Werner Frieß. Landrat Dr. Jürgen Ludwig erklärte: „Sterbenskranke Menschen und ihre Angehörigen in schweren Stunden zu begleiten, ist eine enorm wichtige Aufgabe, die viel Kraft erfordert. Meinen Dank und Respekt an alle, die sich hier ehrenamtlich engagieren.“ Die Vereine im Landkreis Ansbach und in der Stadt Ansbach unterstützten die ebenso wichtige Arbeit, die beispielsweise auf der Palliativstation des ANregiomed-Klinikums Ansbach und mit der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung geleistet werde. „Was der Region noch fehlt, ist ein stationäres Hospiz“, sagte der Landrat. „Ich setze mich weiterhin mit Nachdruck gegenüber den Krankenkassen und dem Freistaat Bayern dafür ein, dass die Versorgungslücke im Landkreis Ansbach schnell geschlossen wird.“

 

Neuer Recyclinghof

Der Umzug ist Gunzenhausen ist jetzt erfolgt

Der neue Recyclinghof in der Alemannenstraße ist ab jetzt geöffnet. Foto: Falk

Der Recyclinghof Gunzenhausen und die Verwaltung der Kommunalen Abfallwirtschaft sind an den neuen Standort in die Alemannenstraße 26 umgezogen. Das Landratsamt bittet darum, dies zu beachten und die neuen Kontaktdaten zu notieren.


Das neue Areal bietet mit einer überdachten Halle genug Platz für den Anliefererverkehr, einen großen Gebrauchtwarenmarkt und die Verwaltung der Kommunalen Abfallwirtschaft.

Die neue Anschrift lautet:   Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Kommunale Abfallwirtschaft

Alemannenstraße 26

91710 Gunzenhausen

Telefonisch ist das Abfallwirtschaftszentrum künftig unter 09831 8802-0 zu erreichen, der Recyclinghof unter 09831 8802-100.

Auch am neuen Standort bleiben die gewohnten Öffnungszeiten bestehen.

Recyclinghof und Gebrauchtwarenmarkt:

Dienstag, Mittwoch, Freitag:         08.30 bis 12.00 Uhr

und 13.00 bis 17.00 Uhr

Donnerstag:                              08.30 bis 13.30 Uhr

Samstag:                                  08.30 bis 13.00 Uhr

Kulturpreise verliehen

Wolfram-von-Eschenbach-Preis für Helmut Haberkamm

Bezirkstagspräsident Armin Kroder zusammen mit den Preisträgern des diesjährigen Wolfram-von-Eschenbach-Preises und der Förderpreise. Von links nach rechts: Tobias Hacker alias Gymmick, Jan Gemeinhardt, Dr. Helmut Haberkamm, Dagmar Buhr, Armin Kroder. Bildquelle: Bezirk Mittelfranken.

Der Autor und Mundartdichter Dr. Helmut Haberkamm erhält den diesjährigen Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. Dies hat der Bezirkstag in seiner Sitzung am 28. Juli 2022 in Triesdorf beschlossen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet heute im Rahmen einer Festveranstaltung in Wolframs-Eschenbach statt. 1961 im Aischgrund geboren und aufgewachsen, studierte Haberkamm Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und Wales. Heute ist er als Gymnasiallehrer in Erlangen tätig. 1992 feierte er mit seinem Debütroman „Frankn lichd nedd am Meer“ Erfolge. Seitdem gehört er zu den bekanntesten und vielseitigsten Schriftstellern Frankens, ob als Theaterautor („No Woman, No Cry – Ka Weiber, ka Gschrei“, „We are the Champions – Mir sinn die Größdn“, „Glopf an die Himmelsdür“), als Songübersetzer, Romancier („Das Kaffeehaus im Aischgrund“) oder Festival-Initiator („Edzerdla“). Die Jury würdigte Haberkamms „Hingabe an die Region und ihren Dialekt“. Dies wirke „überzeugend, geistreich und ansteckend“. Bei seinen „erfrischend lebendigen Mundarttexten“ seien „seine genaue Beobachtungsgabe und sein brillanter Umgang mit Sprache besonders hervorzuheben“. Seine aktuellen Werke sind der Erzählungsband „Die warme Stube der Kindheit“ sowie das Buch und Kleinkunstprogramm „Gräschkurs Fränkisch“. Haberkamm wurde bereits vielfach prämiert, so erhielt er unter anderem 1993 den Bayerischen Kulturförderpreis, 1999 den Förderpreis des Bezirks Mittelfranken und 2008 den Frankenwürfel. 2018 verlieh ihm Erlangen den städtischen Kulturpreis und der Fränkische Bund die Frankenmedaille.
Neben dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis hat der Bezirkstag über die drei Förderpreise beschlossen. Diese sind mit jeweils 5000 Euro verbunden und gehen an den Liedermacher und Cartoonisten Tobias Hacker, alias Gymmick, an die Wortkünstlerin Dagmar Buhr und an den Maler Jan Gemeinhardt.

Vielseitig: Tobias Hacker

Der Liedermacher und Komponist, Karikaturist, Illustrator, Schauspieler, Satiriker und Poet Tobias Hacker, alias Gymmick, hat sich weit über die Grenzen seiner Geburtsstadt Nürnberg hinaus einen Namen gemacht. Seit Jahren ist das künstlerische Multitalent einer der wichtigsten Akteure in der freien Kultur- und Soziokulturszene Frankens.
Angefangen hat Gymmick als Straßenmusiker mit selbst komponierten Liedern. Seit 2014 ist er als Sänger und Gitarrist Teil des Akustik-Trios „Ton, Steine, Scherben“, dessen legendärer Frontmann und Texter der 1996 verstorbene Rio Reiser war. Seit über dreißig Jahren veröffentlicht Tobias Hacker zudem Comics und Cartoons unter anderem für die Nürnberger Nachrichten und die Nürnberger Zeitung. Seit 2018 zeichneter für die Cartoons im Magazin WiM der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken verantwortlich. Für sein facettenreiches Schaffen erhielt er
unter anderem 2017 den Deutschen Karikaturenpreis.

Dagmar Buhr ist Meisterin der Sprache

Die Sprache ist das Stilmittel der in Nürnberg lebenden Künstlerin Dagmar Buhr, die an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste Freie Kunst studierte. Text tritt in ihren Arbeiten nicht in begleitender Funktion zu Bildern auf, er wird selbst zum Bild. Ihre großformatigen Werke sind aus Folie geplottet und zeigen sich beispielsweise als Relief auf Betonwänden oder auf LED-Displays. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Architektur eine genauso wichtige Rolle wie das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Ort. So erreicht die Künstlerin auch ein Publikum außerhalb des klassischen Ausstellungsraums. Für ihre Wortkunst gewann sie den 1. Preis beim Wettbewerb Kunst am Bau im Jüdischen Museum Franken in Fürth im Jahr 2018. Drei Wortkonstellationen sind dort in verschiedenen Räumen auf die Wände platziert und werden so zu Objekten, die sowohl mit der Architektur als auch mit den inhaltlichen Aspekten des jüdischen Lebens in Dialog treten.

Der Maler Jan Gemeinhardt

Der 1988 in Hof geborene Jan Gemeinhardt studierte Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und schloss sein Studium 2014 als Meisterschüler bei Professor Ralph Fleck ab. Seine Arbeiten, zumeist in Acryl auf Leinwand, erscheinen dem Betrachter auf den ersten Blick als düster und geheimnisvoll. Die Bilder zeigen vorwiegend Landschaften, deren Vorbilder in der romantischen Kunst des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Das Spiel mit kunsthistorischen Reminiszenzen wird allerdings unterbrochen durch künstlich irrlichternde Lichtphänomene oder marode Hinweistafeln. Die Natur hat ihre Natürlichkeit verloren und ist zu einem latent katastrophalen Ort geworden, der dem Betrachter jedoch nie ganz ohne Zuversicht erscheint. Der ebenfalls in Nürnberg lebende Künstler
bestritt bereits zahlreiche Ausstellungen in renommierten Häusern, national wie international. Die Nürnberger Nachrichten zeichneten ihn 2013 und 2014 im Rahmen ihres Kunstpreises aus. 2020 erhielt er für sein Werk den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis und wurde zum „Künstler der Metropolregion“ gewählt.

Mehr Geld für Soziales

Bezirkskämmerer Fritz Weispfenning stellte Haushaltsentwurf 2023 vor

Corona, Energiekrise, Krieg gegen die Ukraine, eine rund acht prozentige Inflationsrate – für Fritz Weispfenning und sein Team keine leichten Voraussetzungen für die Aufstellung des Bezirkshaushalts 2023. In der Sitzung des Bezirkstages in Triesdorf präsentierte der Bezirkskämmerer das umfangreiche Zahlenwerk.

Mit 1,07 Milliarden Euro reißt der Haushaltsentwurf im dritten Jahr in Folge die Eine-Milliarde-Euro-Grenze und liegt 58,8 Millionen Euro über dem Ansatz 2022. Hauptverantwortlich dafür ist der hohe Finanzbedarf im Sozialetat, dieser beläuft sich auf 893,9 Millionen Euro, 37,5 Millionen Euro musste die Kämmerei mehr einplanen als im laufenden Jahr. Der kostenintensivste Bereich sind mit 579,2 Millionen Euro, ein Plus von 31,4 Millionen Euro, die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung als Folge deutlich steigender Personal- und Sachausgaben bei den Sozialverbänden und der weiteren Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Bei der Hilfe zur Pflege ist eine moderate Steigerung um zwei Millionen Euro auf 60,8 Millionen Euro zu verzeichnen, die Ausgaben für unbegleitete minderjährige Geflüchtete liegen bei zwölf Millionen Euro.

In Mittelfranken ist die Zahl der Personen, die berechtigterweise Geld vom Bezirk bekommen, höher als in den meisten anderen Regierungsbezirken. Auch unterhält Mittelfranken die mit Abstand größte Anzahl von Bildungseinrichtungen, viele davon für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Weil die Bezirke keine eigenen Einnahmen haben, werden diese von den sogenannten Umlagezahlern finanziert, in Mittelfranken sind das die sieben Landkreise und fünf kreisfreien Städte. Insgesamt fließen so 684,5 Millionen Euro in den Bezirkshaushalt. Mit 235,2 Millionen Euro sind die Stadt Nürnberg, mit 59,7 Millionen Euro die Stadt Erlangen und mit 59,1 Millionen Euro der Landkreis Erlangen-Höchstadt die größten Zahler.

Mit einem Plus von 7,5 Prozent hat Mittelfranken bei der Umlagekraft im Vergleich mit den anderen Bezirken ein überdurchschnittliches Wachstum, was zu 47,7 Millionen Euro mehr Geld führt. Dennoch liegt der Bezirk Mittelfranken pro Kopf deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Mit der Folge: Für Investitionen kann kein Geld angespart werden und die Baumaßnahmen sind zum größten Teil kreditfinanziert. Dass der von der Kämmerei vorgelegte Haushaltsentwurf keine Deckungslücke aufweist, dazu trägt auch eine kräftige Entnahme in Höhe von zehn Millionen Euro aus der Rücklage bei. „Nur mit einer beträchtlichen Kreditaufnahme und der Reduzierung der Rücklagen auf das gesetzliche Minimum kann der Haushalt 2023 ausgeglichen werden“, so Bezirkskämmerer Fritz Weispfenning. Für die Bezirkskliniken Mittelfranken sind fünf Millionen Euro an Unterstützungsleistung eingeplant. Das Kommunalunternehmen steuert erstmals nach acht erfolgreichen Jahren infolge der aktuellen Krisen ins wirtschaftliche Defizit.

Im Einzelnen umfasst der Verwaltungshaushalt des Bezirks 1,043 Milliarden Euro, der Vermögenshaushalt 31,2 Millionen Euro und der Haushalt der Mittelfranken-Stiftung Natur-Kultur-Struktur ist mit 2,9 Millionen Euro angesetzt. Pessimistisch blickt der Kämmerer in die Zukunft. „Weil die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter auseinandergeht, droht im Haushaltsjahr 2024 eine Deckungslücke von 30,6 Millionen Euro“, so Fritz Weispfenning.

Im Wirtschaftsausschuss

Brandl folgt Pschierer in den Wirtschaftsausschuss des Landtages

Der CSU-Landtagsabgeordnete Alfons Brandl (Herrieden) wurde als Nachfolger des ehemaligen Wirtschaftsministers Franz Pschierer für die Wahlperiode in den Ausschuss für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung im Bayerischen Landtag berufen. Die CSU-Fraktion folgte dem Vorschlag einstimmig.

Brandl: „Dies ist eine spannende neue Herausforderung, auf die ich mich freue. Ich hoffe gerade im Bereich Landesentwicklung, Energie und Digitalisierung das eine oder andere Signal für die ländlichen Räume setzen zu können. Die ländlichen Räume als wichtige Wirtschaftsräume zu stärken, wird dabei das Ziel sein.“

Die Vorsitzende des Ausschusses, Kerstin Schreyer (CSU) begrüßte die Wahl Brandls: Ich freue mich, dass Alfons Brandl bei uns im Ausschuss ist. Alfons ist einer jener Politiker, die stets fragen, was können wir machen. Wir brauchen diese Politiker, die anpacken und Lösungen suchen!“

Der CSU-Abgeordnete ist damit insgesamt in drei Ausschüssen des Landtages berufen: Neben dem Wirtschaftsausschuss noch in den Ausschüssen „Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ sowie „Gesundheit und Pflege“.

Der Wechsel war veranlasst durch den Austritt von Franz Pschierer aus der CSU-Fraktion und dem gleichzeitigen Eintritt in die FDP-Fraktion.

Konzert mit Ausnahmepianisten

Zum 2. Gunzenhäuser Konzertreihe kommt Kataro Fukuma

Kataro Fukuma kommt am 20. November. F: M.Hirag

Böse Zungen behaupten, dass egal wie gut man etwas kann, es immer jemanden aus dem asiatischen Raum geben wird, der es am Ende besser kann. Ob das stimmt, lässt sich nicht mit Gewissheit aufklären, bei Ausnahmepianist Kataro Fukuma möchte man der These allerdings ungeprüft zustimmen. Wenn sich der junge Japaner an den Flügel setzt und loslegt, dann scheinen da gleich mehrere Künstler zu sitzen, so intensiv und gewaltig ist seine Performance. Wie, das glauben Sie nicht? Dann überzeugen Sie sich doch selbst, und zwar am Sonntag, den 20. November 2022, um 19.30 Uhr in der Gunzenhäuser Stadthalle. Den Veranstaltern der 2. Gunzenhäuser Konzertreihe ist es tatsächlich gelungen, den Klassikstar in die Altmühlstadt zu holen.  

Schon als 20-Jähriger gewann der Anfang der 1980er-Jahre geborene Kataro Fukuma den Ersten Preis beim renommierten Internationalen Klavierwettbewerb in Cleveland. Für ihn, der sechs Sprachen spricht und heute in Berlin lebt, war dies der Startpunkt für eine große Karriere. So tourt er regelmäßig durch die Kontinente und begeistert mit seiner ganz eigenen Art des Klavierspiels. Auszeichnungen hat er viele bekommen, u.a. im Rahmen des Artur-Rubenstein-Wettbewerbs in Tel Aviv und beim Gina-Bachauer-Wettbewerb in Salt Lake City.

Am 20. November wird Kataro Fukuma Stücke von Chopin, Skrjabin oder auch Rachmaninow zum Besten geben. Der Auftritt wird von den Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen unterstützt und ist Bestandteil des Klassik-ABOs 2022/2023. Einzelkarten können zudem im Vorverkauf und an der Abendkasse erworben werden.

Nähere Informationen zur 2. Gunzenhäuser Konzertreihe erhalten Sie unter www.gunzenhausen.info, beim städtischen Kulturamt direkt, oder per Tel. 09831/508 109 bzw. E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de.   

Kulturpreis für Alexander Serr

Lebenswerk des Kirchenmusikers gewürdigt

Landeskirchenmsusikdirektor Prof. Ulrich Knörr (links) und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz mit Kulturpreisträger Alexander Serr. Foto: Kuhn

Mit einem einstimmigen Beschluss hatte sich der Stadtrat Gunzenhausen im Juni dafür ausgesprochen, dem Kirchenmusikdirektor i.R. Alexander Serr den Kulturpreis der Stadt Gunzenhausen zu verleihen. Jetzt ist ihm in der Stadthalle die hohe Auszeichnung in Gestalt einer Skulptur des Nürnberger Künstlers Christian Rößner übergeben worden.

Dem Festakt folgten zahlreiche Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben der Stadt, darunter Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden. Landeskirchenmusikdirektor Prof. Ulrich Knörr skizzierte die berufliche Entwicklung von Alexander Serr und spielte zur Ehre des Ausgezeichneten drei Orgelvorspiele aus dessen kompositorischem Schaffen. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz dankte dem 72-Jährigen Kirchenmusiker für seinen Einsatz bei vielen offiziellen Anlässen der Stadt und hob dessen Engagement in vielen Kirchengemeinden des Dekanats hervor. Auch heute noch ist er auf der Orgelbank zu finden. In 37 Dienstjahren als Kantor hat er an die 100 Organisten ausgebildet, sechs von ihnen sind professionelle Organisten geworden.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Kantorei unter der Leitung des Serr-Nachfolgers Bernhard Krikkay und dem Posaunenchor Gunzenhausen unter der Stabführung von Sabine Fischer-Kugler. In einem Videobeitrag von Helmut Lang und Bernhard Krikkay kam das starke Engagement Serrs für den Einbau einer neuen Orgel in der Stadtkirche zum Ausdruck. Florian Schachner, einer seiner Schüler, der heute in Höxter als Kantor tätig ist, gratulierte ihm per Video. Werke von Alexander Serr spielte Sebastian Pfahler auf dem Flügel.

Nach der Entgegennahme des Preises dankte Serr allen, die ihn auf seinem beruflichen Weg begleitet haben. Stets sei er von den politischen Vertretern der Stadt unterstützt worden.

Mit einem Empfang im Foyer, ausgerichtet vom Partyservice Nicole Vierheller aus Gundelsheim, klang die Feierstunde aus. Gäste waren u.a. die Bezirksrätin Ingrid Malecha (mit ihrer Schwester, der Mönchsrother Bürgermeisterin Edith Stumpf) und Bezirksrat Hans Popp (Merkendorf), die frühere Gunzenhäuser Pfarrerin Susanne Thorwart und Landratsstellvertreter Günther Obermeyer.

WERNER FALK