Archiv: Allgemein

Ausstellung statt Theater

Wassertrüdinger Figurentheater war in Bücherei präsent

Eigentlich sind die Handpuppen des Figurentheaters Wassertrüdingen ständig im Einsatz. Aber wegen der Corona-Maßnahmen hat die Puppenspieler-Familie Rehne seit mehr als einem Jahr keine Auftrittsmöglichkeiten. Bis vor kurzem hatte die Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen die „beschäftigungslosen“ Handpuppen für eine stimmungsvolle Ausstellung ausgeliehen. Gemeinsam mit Kasperl und seinen Bühnengefährten waren zudem einige schöne Bühnenbilder und weitere Requisiten zu sehen.

“Fee Annabell” aus dem Atelier Berger.

Marc Rehne leitet seit zehn Jahren das Wassertrüdinger Figurentheater. Er kommt selbst aus einer Puppenspieler-Dynastie, die seit vier Generationen mit einer Tourneebühne deutschlandweit unterwegs ist. Derzeit probt Marc Rehne regelmäßig für seine YouTube-Aufführungen und lässt bei kleinen Theaterstücken seine Puppen auf dem Kanal des Wassertrüdinger Figurentheaters auftreten.

Bei der Ausstellung in der Stadt- und Schulbücherei kam auch ein Stück weit die Familiengeschichte, der aus der Nähe von Husum stammenden Puppenspieler zum Tragen. So wurde der sog. „Erstsatz“ präsentiert, die der Theatergründer, Urururgroßvater Rehne, im Jahr 1876 geschnitzt hat. Kasperl, Seppl, Großmutter, König, Hexe und Prinz gehörten dazu und mit dieser ausgewogenen Besetzung aus wagemutigen Typen, harmlosen Opfern und Bösewichten lassen sich allerhand Kasperlabenteuer auf die Puppenbühne bringen.

Doch nicht alle Puppen sind selbst geschnitzt. Viele stammen von namhaften Puppenschnitzern wie die Handpuppen zum Märchenstück „Hänsel und Gretel“. Diese kommen aus dem Atelier Til de Kock, der es mit den rund 30.000 von ihm geschnitzten Figuren weltweit auf die  Puppentheaterbühnen geschafft hat. Bekannt ist auch seine Interpretation der Hotzenplotz-Figur, die ebenfalls in der Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen zu sehen war. Einen guten Namen haben zudem die Handspielpuppen aus dem Atelier Berger wie die „Fee Annabell“ oder der „Graf Finster“.

Gezeigt wurden in der Bücherei auch einige Bühnenbilder, die Erinnerungen an Ausführungen des Figurentheaters weckten. Otto Wilhelm Rehne, der Senior der Wassertrüdinger Puppenbühne, hat einen Zauberwald aus Holz gefertigt, Christin Rehne malte den Wald für ein Umweltstück. Ein viel genutztes Märchen-Bühnenbild zu „Hänsel und Gretel“ hat schon einige hundert Aufführungen hinter sich und wurde vom Maler Michael Kropf entworfen.

Eine gute Ergänzung der Figurentheater-Ausstellung waren die fünf Schautafeln aus dem Stadtarchiv Gunzenhausen mit historischen Annoncen und anderen Archivalien zum Thema „Kasperltheater“. Puppenbühnen gehörten in früheren Zeiten nicht nur zu den fest gebuchten Unterhaltungsgeschäften bei der Kirchweih, auch auf Jahrmärkten waren Puppenspieler vertreten.

Oft zu Gast war die in der Region bekannte Puppenspieler-Familie Nenninger. Über Generationen hinweg unterhielten sie das Gunzenhäuser Publikum mit Kinderstücken wie „Drei Kasperl auf Reisen“, aber mit Aufführungen für Erwachsene. So standen 1929 „Der Raubritter Eppelein von Gailingen“ oder „Der bairische Hiasl“ auf dem Programm. Eben jene Familie Nenninger war auch bei der „Friedenskirchweih“ 1946 dabei.

Doch nicht nur auf dem Schießwasen gab es in früheren Zeiten Auftrittsmöglichkeiten. Im Saal des Fränkischen Hofs wurde im Jahr 1833  – so beweist die älteste von Stadtarchivar Werner Mühlhäußer gezeigte Annonce – ein Marionettentheaterstück aufgeführt „Doktor Fausts Höllenfahrt“. Interessant auch die damaligen Eintrittspreise: 30 Pfennig für den ersten Platz, der Stehplatz war für 10 Pfennig zu haben.

Keine Stallpflicht mehr

Verordnung für Geflügel wird aufgehoben

Da das Geflügelpestgeschehen in ganz Bayern in den vergangenen Wochen rückläufig war, kann die bayernweite Aufstallungspflicht für Geflügel aufgehoben werden. Auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hebt die entsprechenden Teile der Allgemeinverfügung vom 11.02.2021 auf. Dies wird im Amtsblatt am 30. April 2021 bekannt gemacht und gilt ab dem 1. Mai 2021.

Die Aufstallungspflicht für Geflügel galt in ganz Bayern zum Schutz der Haus- und Nutzgeflügelbestände vor einem Ausbruch der Geflügelpest, die auch Vogelgrippe genannt wird. Die aktuelle Risikobewertung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) macht eine Aufstallungspflicht nun nicht länger erforderlich, worauf das Umweltministerium hingewiesen hat.

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen wird das Ende der Aufstallungspflicht im Amtsblatt am 30. April 2021 bekannt machen. Ab dem 1. Mai 2021 muss das Geflügel nicht mehr aufgestallt werden. Damit sind auch Ausstellungen und Märkte wieder möglich.

Die erhöhten Biosicherheitsmaßnahmen, die ebenfalls durch eine Allgemeinverfügung angeordnet wurden, sind weiterhin gültig.

Auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wurden zwei Fälle der Geflügelpest nachgewiesen. Im Februar war ein Hausgeflügelbestand betroffen, im März wurde das Virus bei einem toten Wildvogel nachgewiesen.

Diese Regeln gelten

Für Schulen und Kindertagesstätten

Je nach 7-Tage-Inzidenz regelt die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, wie Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierte Spielgruppen öffnen können beziehungsweise in welcher Form der Unterricht an Schulen stattfinden kann. Nachdem der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen laut Angaben des RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 100 nach wie vor überschreitet, gelten ab Montag, 26. April bis Sonntag, 02. Mai 2021 weiterhin folgende Regelungen im Landkreis.

In der Jahrgangsstufen 4 der Grundschulen, der Jahrgangsstufe 11 der Gymnasien und der Fachoberschulen sowie in Abschlussklassen findet Präsenzunterricht statt, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann. Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, ist Wechselunterricht durchzuführen.

An allen übrigen Jahrgangsstufen und Schularten findet Distanzunterricht statt.

Der Regelbetrieb von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und organisierten Spielgruppen für Kinder ist grundsätzlich untersagt, lediglich eine Notbetreuung bleibt zulässig. Nähere Informationen für Eltern zur Notbetreuung sind auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales in Form eines Kita-Newsletters unter www.stmas.bayern.de zu finden.

Die Regelungen werden im Amtsblatt am 24. April 2021 veröffentlicht.

Gemäß Beschluss des Ministerrats vom 7. April dürfen nur Schülerinnen und Schüler mit einem negativen Testergebnis auf das SARS-CoV-2-Virus am Unterricht teilnehmen. Mehr Informationen zu den Testungen an Schulen finden Sie auf der Homepage des Kultusministeriums unter www.km.bayern.de.

Alle Informationen zu den aktuellen Regelungen gibt es auch auf der Homepage des Landratsamtes www.landkreis-wug.de

Marathon abgesagt

Fürst-Carl-Seenland-Marathon findet auch 2021 nicht statt

Der Fürst-Carl-Seenland-Marathon muss auch in diesem Jahr pandemiebedingt ausfallen. Das erklärten am Freitag die Veranstalter OAI e.V. und Promoter Baboons GmbH zusammen mit dem Titelsponsor Fürst Carl in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Wir haben sehr lange mit dieser Entscheidung gewartet, aber es gibt derzeit einfach keine Planungssicherheit für Großveranstaltungen. 14 Monate lang leben wir jetzt bereits im Virus-Ausnahmezustand, doch leider hat sich die Gesamtsituation noch nicht verbessert – im Gegenteil. Die Massenimpfungen und die damit verbundene, mögliche Öffnung ziehen sich noch. Es könnte zwar sein, dass bis September – sollten die Ankündigungen der Regierung zutreffen – unser Land weitgehend durchgeimpft ist bzw. jeder ein Impfangebot erhalten hat, aber mit vagen Öffnungs-Perspektiven lässt sich kein Großprojekt wie der Seenlandmarathon seriös planen“, so der 1. Vorsitzende der OAI, Hubert Stanka. „Wir haben uns mit unserem ehrenamtlichen Orgateam abgestimmt und auch noch eine ganze Reihe von regionalen Laufsportlern befragt, aber das Feedback sprach eindeutig für eine Absage bzw. Verschiebung um ein weiteres Jahr.“

Die Organisation einer Veranstaltung mit mehreren Tausend Teilnehmern und noch mehr Zuschauern bedarf normalerweise eines kompletten Jahres für die Vororganisation. „Mit größten Anstrengungen hätten wir noch im Februar oder März in die Orga einsteigen können. Aber das derzeitige Infektionsgeschehen hat sämtliche Voraussetzungen dafür zunichte gemacht,“ so Stanka weiter.

Es habe Überlegungen gegeben, die ganze Veranstaltung virtuell an den Start zu bringen, aber das Orgateam und die Seenlandmacher sind sich einig, dass der Event nur dann zu einem Erlebnis wird, wenn er auch live stattfindet. Emotionen und das familiäre Umfeld wie es Breitensport-Veranstaltungen wie der Fürst-Carl-Seenland-Marathon hervorbringen, sind digital nicht zu ersetzen. Ein Seenland-Marathon, ohne die vielen Helfer aus den umliegenden Gemeinden mit einzubinden, kommt für die Veranstalter nicht in Frage, denn gerade für zahlreiche Vereine und die ehrenamtlichen Helfer ist der Seenlandmarathon ein Jahreshighlight mit Volksfestcharakter.
Auch ein ausgefeiltes Hygienekonzept wurde angedacht, aber schlussendlich sind die Rahmenbedingungen für den September noch völlig unklar und auch, ob es dann noch Infektionsrisiken gibt.
   
Ulrich Hanus Geschäftsführer von BABOONS: „Der Fürst-Carl-Seenland-Marathon ist unsere Top-Veranstaltung hier in der Region, aber leider müssen wir derzeit auch bundesweit viele andere Events im Fahrrad,- bzw. Motorsportbereich absagen bzw. verschieben. Vom wirtschaftlichen Schaden will ich nicht reden – solche Rückschläge können wir verkraften, und wir stehen das durch. Was uns aber zunehmend umtreibt, ist die fortwährende Unsicherheit der Menschen gegenüber Sportveranstaltungen und auch die zu erwartenden Langzeitfolgen für den Breitensport. Die Menschen, insbesondere die Jugend, aber auch unsere Wirtschaftspartner nach solch einer harten Zeit wieder zu motivieren, wird ein Kraftakt“.

Pleinfelds Bürgermeister Stefan Frühwald und auch Katalin Fürstin von Wrede bedauern die erneute Absage des FCSM außerordentlich, können aber die Entscheidung selbstverständlich nachvollziehen. Die 10. Ausgabe des Seenlandmarathon geht also erneut in eine Warteschleife, denn bevor sich die Pandemiesituation nicht langfristig beruhigt hat, wollen auch die Seenlandmacher keine vorschnellen Termine für das kommende Jahr verkünden.      

180000 Ausleihen im Jahr

Stadt- und Schulbücherei Gunzenhausen verleiht kostenlos

Die Stadt- und Schulbücherei ist ein Angebot an alle. Foto: StGun

Bücherfreunde kennen das – eine Bücherei strahlt etwas Faszinierendes, manchmal sogar Geheimnisvolles aus. Bücher erzählen von anderen Welten, sie sind gleichzeitig Wissensspeicher, Ideenbringer und Geschichtenerzähler. Fast jeder von uns hat ein Lieblingsbuch. Eine Bücherei ist aber auch ein Ort des Rückzugs und der Entspannung, an dem Gleichgesinnte ihrer Leidenschaft nachgehen können. Und an Nachschub sollte es am besten nicht hapern, werden Bücher doch von Manchen regelrecht verschlungen. In der Gunzenhäuser Stadt- und Schulbücherei ist das nicht anders. Hier warten aktuell rund 60.000 Medien auf die Besucherinnen und Besucher. Und das Beste: Völlig kostenlos.

Als öffentlicher und nicht-kommerzieller Lehr- und Bildungsort verfolgt die Stadt- und Schulbücherei das Ziel, ein breites Angebot für Jung und Alt anzubieten. Was gut zu gelingen scheint, denn selbst im Corona-Jahr 2020 waren es noch mehr als 180.000 Ausleihen. Doch damit nicht genug: Die Stadt- und Schulbücherei bewahrt nicht nur Kultur, sondern produziert sie auch. So finden in Nicht-Corona-Zeiten regelmäßig Veranstaltungen wie Ausstellungen, Fachvorträge oder Literaturtreffs statt. Dazu ist das Team gut vernetzt und die Bücherei deshalb immer wieder als Kooperationspartner gefragt. So wird unter anderem ein regelmäßiger Austausch mit allen Schulen sowie mit den Kindergärten in und um Gunzenhausen gepflegt.

Natürlich beschränkt sich das Medienangebot der Stadt- und Schulbücherei nicht nur auf Printmedien. Wer Filme und Musik mag oder Bücher gerne digital liest, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Auch in Corona-Zeiten und immer wieder neu angepassten Schutz- und Hygienemaßnahmen wird das Angebot der Bücherei so gut wie es geht aufrechterhalten. So können Medien beispielsweise online bestellt und abgeholt werden. Fragen? Dann steht das Büchereiteam telefonisch unter 09831/508320 gerne zur Verfügung.

Neues Umweltmagazin

Projekte und Freizeittipps in und für Altmühlfranken

Projektleiterin Kerstin Gruber und Landrat Manuel Westphal stellten das neue Umeltmagazin der Öffentlichkeit vor. Foto: LRA

Das Umweltmagazin soll Lust auf Natur- und Umweltschutz machen. Zum Start in das Frühjahr gibt der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen das 32-seitige Heft heraus und stellt engagierte Menschen, zukunftsweisende Projekte und Freizeittipps aus Altmühlfranken vor. Mit dem Wochenanzeiger wird das frisch gedruckte Magazin am 29. April 2021 an alle Haushalte verteilt.

Das Großprojekt „chance-Natur- Lebensraum Altmühltal“ ist am Start; Schleiereule, Seeadler, Wiesenweihe, Kreuzotter, Segelfalter, Biber, Specht – welchen faszinierenden Arten kann man in unserer Heimat begegnen; welche vielfältige Arbeit leisten Verbände und Vereine in Sachen Naturschutz; Interviews mit der Naturparkrangerin Ann-Katrin Frisch und dem Biobauern Helmut Schmidt sowie die Vorstellung unseres landkreiseigenen Projektes „Vielfalt.Erleben.Altmühlfranken“ durch die Projektleiterin Kerstin Gruber – all dies und viele weitere tolle Beispiele, was sich in Sachen Umwelt- und Naturschutz im Landkreis bewegt, finden die Leserinnen und Leser in der diesjährigen Ausgabe des Umweltmagazins.

Der Obstkurier im Mitteilteil des Magazins enthält darüber hinaus Beiträge über die Bedeutung und den Wert von Streuobstwiesen, alten Kirschsorten und neuen regionalen Erfrischungen.

Naturerlebnisführungen sowie Tipps für spannende Erkundungen von Lehrpfaden und schöne Radtouren in Altmühlfranken machen Lust, raus in die Natur zu gehen und zeigen die Schönheit und Vielfältigkeit unserer Heimat.

„Jedes Jahr aufs Neue soll das Umweltmagazin zum Nachdenken und Nachmachen einladen. Jeder von uns kann etwas für unsere Heimat tun. Viele nachhaltige Projekte und regionale Wertschöpfung tragen dazu bei, dass unsere nachfolgenden Generationen in eine artenreiche und klimafreundliche Zukunft gehen können“, so Landrat Manuel Westphal. 

Auch heuer haben wieder zahlreiche Verbände, Vereine und Institutionen aber auch viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Landratsamtes mit ihren Beiträgen das Werk bereichert. Aufgrund der seit Jahren großen Resonanz erscheint das Magazin dieses Jahr sogar mit 32 Seiten. „Vielen Dank an alle Textgeber sowie die Redaktion bei uns im Haus für das Engagement. Auch in diesem Jahr wurde von Sonja Alberter von der Unteren Naturschutzbehörde wieder ein spannendes Magazin kreiert, das tolle Einblicke in unseren Landkreis gibt“, freut sich Landrat Manuel Westphal.

Der Landrat und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, danken allen Mitwirkenden und Textgebern. Die Vielfalt der Mitwirkenden zeigt die Bedeutung des Umweltschutzes in unseren zahlreichen Lebensbereichen. Insbesondere werden hier der Landesbund für Vogelschutz e.V. und seine Umweltstation am Altmühlsee, der Landschaftspflegeverband Mittelfranken e. V., die Ortsgruppe des Bund Naturschutzes in Weißenburg, der Imkerverein Mönchswald, der Kreisverband der Bayerischen Imker, der Naturpark Altmühltal mit unserer Naturparkrangerin, das Projektbüro der Trägergemeinschaft „chance.natur – Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal“ GbR, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, der Jagdverein Gunzenhausen e.V., die Jägervereinigung Weißenburg e.V., die Katholische Landjugendbewegung Stopfenheim, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weißenburg (Regionalbuffet), das Forstamt Gunzenhausen (Außenstelle AfELF), das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, der Gebietsbetreuer Altmühljura, die Bürgerstiftung Altmühlfranken und das Diakonischen Werk Weißenburg-Gunzenhausen e.V, das Simon-Marius-Gymnasium Gunzenhausen und der Tourismusverband Fränkisches Seenland, die Tourist Information der Stadt Gunzenhausen sowie Dieter Popp von der FUTOUR-Regionalberatung genannt.

Neben der Verteilung über den Wochenanzeiger liegt das Umweltmagazin in verschiedenen öffentlichen Stellen, wie zum Beispiel in den Kommunen, Büchereien oder Tourist-Informationen aus. Das Landratsamt wünscht viel Freude beim Lesen und bei der Umsetzung der Umweltschutztipps. Online steht es ab dem 29. April 2021 unter www.altmuehlfranken.de/umweltmagazin zum Download bereit.

Durststrecke beendet

Im Fränkischen Freilandmuseum wird wieder gebraut

Das Brauhaus im Museum, das einst in Schlüsselfeld stand. Foto: FFM

Bald werden wieder die typisch duftenden Malzwolken der kochenden Bierwürze über den Dorfplatz Mainfranken-Frankenhöhe im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim wehen, denn nach anderthalbjähriger Pause wird dort wieder regelmäßig  gebraut.

Seit März steht fest: Die Brauerei Döbler in Bad Windsheim ist neue Pächterin des Kommunbrauhauses aus Schlüsselfeld von 1844. Die Durststrecke im Museum ist damit beendet und das frisch gebraute „Freilandmuseum Dunkel“ schon ab dem 23. April im Brauhaus Döbler am Kornmarkt als Flaschenbier erhältlich – Museum und Gaststätte sind derzeit geschlossen. Die handbediente Anlage im Museum funktioniert noch einwandfrei – das stellten die Braumeister Willi Döbler und Sigi Brückler bei einem ersten Probesud im März fest. Brückler kennt das Kommunbrauhaus und seine Gerätschaften in- und auswendig, war er doch von 1996 bis 2019 dort als Braumeister tätig.

Familie Döbler kann auf eine lange Geschichte ihrer Brauerei in Bad Windsheim zurückblicken. Seit 1867 betreibt sie die Brauerei am Kornmarkt, mittlerweile die letzte Brauerei in Bad Windsheim. Umso mehr sind die Verantwortlichen im Museum erleichtert, dass die Tradition des Bierbrauens im Museum fortgesetzt wird, nicht zuletzt auch zur Freude und zur Wissenserweiterung der Museumsbesuchenden.

Willi Döbler meint dazu: “Wir freuen uns, jetzt auch im Museum zu brauen. Es kommen nur heimische Rohstoffe zum Einsatz, der Hopfen wird direkt beim Bauern in Abenberg und das Malz aus Zirndorf bezogen. Auch der CO2- neutrale Brennstoff Holz stammt aus Lenkersheimer Wäldern.“

Der erste öffentliche Sud mit Familie Döbler und Braumeister Sigi Brückler ist am 30. Mai im Beisein des Bezirkstagspräsidenten Armin Kroder geplant – sofern das Museum bis dahin wieder geöffnet sein kann. Ab 9 Uhr sollen die Schlote rauchen.

Aktueller Stand im Kreis

Corona-Situation in Altmühlfranken

Nach wie vor gibt es ein sehr reges Infektionsgeschehen im gesamten Landkreis – von der Tendenz her eher wieder zunehmend als abnehmend. Die 7-Tage-Inzidenz bewegte sich in den vergangenen Tagen weiter auf einem hohen Niveau, blieb allerdings unter dem Wert 200. In der nächsten Woche finden hauptsächlich Zweitimpfungen gegen das Coronavirus am Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen statt. 

In Heimen, Schulen und Kindergärten traten zuletzt nur wenige Fälle auf. Neben familiären Häufungen gibt es aber nach wie vor viele innerbetriebliche Zusammenhänge in verschiedenen Branchen.

Dabei kam es in den vergangenen Wochen in mehreren Unternehmen des Landkreises zu Corona-Ausbrüchen, die zu Quarantänemaßnahmen unter den Beschäftigten und damit natürlich auch zu Problemen in der Aufrechterhaltung des Betriebes geführt haben. Hintergrund dieses Geschehens ist vermutlich die höhere Ansteckungsrate der britischen Variante, die mittlerweile den Hauptanteil aller Infektionen darstellt.

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen empfiehlt allen Betrieben dringend, die Hygienekonzepte zu überprüfen und den neuen Gegebenheiten, also der höheren Ansteckungsgefahr durch die britische Virusmutation, anzupassen. Hauptprobleme sind nach den Erfahrungen des Gesundheitsamtes vor allem fehlender Abstand zwischen den Mitarbeitenden, unregelmäßiges Tragen von Masken, unzureichende Lüftung, gemeinsam verbrachte Pausen und gemeinsamer Aufenthalt in Fahrzeugen ohne Masken.

Das Gesundheitsamt führt bei jedem positiven Fall eine Einzelfallprüfung durch, um die notwendigen Quarantänemaßnahmen entsprechend anordnen zu können. Durch umfangreiche und der Situation angepasste Hygienemaßnahmen können die Betriebe die Zahl der engen Kontaktpersonen so gering wie möglich halten. Dies dient letztlich dem Schutz der Mitarbeitenden sowie der Aufrechterhaltung des Betriebes. Das Gesundheitsamt steht den Unternehmen natürlich auch beratend zur Seite.

An den beiden Standorten des Klinikums Altmühlfranken ist die Zahl der Patienten, die mit oder wegen einer Corona-Infektion behandelt werden, weiterhin auf einem hohen Niveau. Rund 20 Personen werden derzeit mit oder wegen einer Corona-Infektion im Klinikum behandelt. Das Regelprogramm im Klinikum kann weiterhin aufrechterhalten werden.

Impfungen gegen das Coronavirus

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wurden am Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen 15.831 Personen erst- und 5.992 Personen zweitgeimpft. Im Impfzentrum werden derzeit insbesondere Personen der 2. Priorisierungsgruppe geimpft. 2.891 Personen wurden bisher in den Hausarztpraxen geimpft (Stand 21.04.2021).

Ab Mitte der nächsten Woche finden zunächst überwiegend Zweitimpfungen am Impfzentrum statt. Dabei werden auch Personen zweitgeimpft, die die Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben. Diese Personen werden gebeten, ihre Termine nicht in der Software zu stornieren. Am Tag des Termins der Zweitimpfung haben diese die Wahl zwischen dem Impfstoff von BionTech, Moderna oder AstraZeneca. Im Impfzentrum erfolgt eine umfassende ärztliche Aufklärung hinsichtlich der beiden mögliche Impfstoffe.

Am Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen finden seit dem 19. April keine Erstimpfungen mehr mit AstraZeneca statt. Wer sich mit AstraZeneca impfen lassen will, kann sich an die impfenden Hausarztpraxen im Landkreis wenden. Da das Bayerische Gesundheitsministerium die Priorisierung bei AstraZeneca aufgehoben hat, steht dieser in den Arztpraxen auch Menschen unter 60 Jahren unabhängig von der Priorisierung zur Verfügung.

Ex-OB Dr. Zwanzig gestorben

Er war von 1972 bis 1984 Rathauschef in Weißenburg

In den frühen siebziger Jahren: Dr. Günter W. Zwanzig beim Neujahrsempfang mit seiner Mutter, einer begnadeten Opernsängerin. Foto: Falk

Seine Wahl 1972 war ein echter Knaller. Niemand von den etablierten politischen Kräften in Weißenburg hatte mit so einem gewaltigen Erdrutsch gerechnet.  Mit 54 Prozent gewann er die Oberbürgermeister-Stichwahl gegen den favorisierten einheimischen Bewerber Wolfgang Wohlleben.  Der 39-jährige war krasser Außenseiter:  Rheinland-Pfälzer, Sozialdemokrat und ein zuweilen als spleeniger Junggeselle wahrgenommener Weltverbesserer.

Er setzte sich dennoch gegen den CSU-Mitbewerber durch, der als „Macher“ der Weißenburger Kommunalpolitik galt und der damals seine kommunalpolitische Laufbahn (Stadtrat, Kreisrat, Bürgermeister) mit dem Amt des Oberbürgermeisters krönen wollte.

Einen leichten Stand hatte der Neuling in den ersten Jahren seiner Amtstätigkeit nicht, denn die CSU dominierte den Stadtrat und benötigte einige Jahre, um die Zäsur zu verarbeiten. Weil aber Dr. Zwanzig ein enorm kommunikativer Mensch war, fand er Freunde innerhalb und außerhalb des Weißenburger Establishments. Er hatte eine von manchen als ungewöhnlich empfundene Herangehensweise und stieß mehr und mehr auf Vertrauen unter den Wählern der einstmals freien Reichsstadt. Das vor allem auch, weil er ein geschichtskundiger Mensch war, der die traditionellen Reichsstädter in ihrem Stolz wertschätzte. Und er gewann an Statur, weil er sich nicht von denen vereinnahmen ließ, die glaubten, ohne sie ginge in Weißenburg nichts.  Seine Wiederwahl 1978 spricht dafür. 1984 hatte er sich von seinen örtlichen Sozialdemokraten vornehmlich in menschlicher Hinsicht entfernt, so dass ihn die Partei fallen ließ und nicht mehr als Kandidaten aufstellte. Der stets vornehme Ästhet hatte zunehmend Probleme mit Kleingeistern in den Niederungen der Stadtpolitik.   Folge: die Sozialdemokraten verloren die Wahl an die CSU (Reinhard Schwirzer).

Dr. Günter W. Zwanzig war in Potsdam aufgewachsen, kam aber mit seiner Familie 1948 nach Mülheim/Ruhr, studierte Jura, Geologie, Biologie und Geographie. Beruflich war der Jurist im Landesdienst von Rheinland-Pfalz tätig, als er 1972 in Weißenburg als Nobody in Erscheinung trat, in seinem Wahlkampf von Haus zu Haus ging und den sensationellen Wahlerfolg errang.

Sein politischer Ehrgeiz war es nicht, jeden Kanaldeckel und jede Straßenböschung in der Stadt  zu kennen. Dr. Zwanzig konzentrierte sich darauf, das Image der Stadt zu fördern. Instrumente hierfür waren für ihn die Altstadtsanierung (mit Restaurierung der Karmeliterkirche als Veranstaltungszentrum), die Darstellung der römischen Geschichte und die Förderung der internationalen Städtepartnerschaft mit den Weißenburgs in ganz Europa.  Er förderte den Dialog von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Der von ihm begründete Neujahrsempfang  im Söller des alten Rathauses bot ihm stets die Gelegenheit, auch außerhalb der Stadt neue Freunde zu finden. Der OB war nicht abgeneigt, die Gespräche bei einer Flasche Wein bis in die Morgenstunden zu vertiefen.

Dr. Zwanzig vertrat seine Partei und die Interessen seiner Stadt auch im Kreistag (1978-1984). Dem Bezirkstag Mittelfranken gehörte er von 1974 bis 1986 an.

Als Ehemann und Familienvater war er ein Spätberufener, denn erst 44-jährig ging er 1976 den Bund der Ehe ein und wurde Vater von drei Kindern. Sohn Christofer setzt die sozialdemokratische Familientradition fort.

Nach dem Abschied von Weißenburg war er Geschäftsführer der Evangelischen Erziehungsstiftung in Nürnberg, zudem leitete er die Verwaltung der Evangelischen Hochschule Nürnberg und war als Dozent an der Fachhochschule Hof tätig.

WERNER FALK

Neues Wanderwegenetz

Von Tourist Information Gunzenhausen konzipiert

„Wandern macht glücklich und hält gesund“. Unter diesem Motto entwickelt die Tourist Information Gunzenhausen seit Herbst 2020 ein neues Wanderwegenetz.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Wandertourismus ist eine gute Wanderwege-Infrastruktur. Die war in Gunzenhausen aber in die Jahre gekommen, wurde sie doch überwiegend in den Aufbruchsjahren des damals noch Neuen Fränkischen Seelandes installiert. Von der Baumrinde aufgesogene oder von der Sonne vergilbte Schilder, umgefahrene Schildermasten oder veränderte Wegeverläufe in Wald und Flur, all das hat dem Wanderer die Orientierung rund um die Altmühlstadt nicht gerade erleichtert. 

Während Jahr für Jahr das Radwegenetz und dessen zeitgemäße Beschilderung auf den neuesten Stand gebracht wurden, ruhte das Thema Wandern ein wenig im Dornröschenschlaf. Das Bewusstsein, in diesem Segment aktiv werden zu müssen, war bei den Verantwortlichen durchaus vorhanden, allein, im erfolgreichen touristischen Tagesgeschäft der letzten Jahre fehlte es an Zeit und Manpower. Da die andauernde Corona-Pandemie die Reise- und Veranstalterbranche nach wie vor massiv ausbremst, nutzt das Team rund um Tourismuschef Wolfgang Eckerlein die freigewordene Zeit, um ein verstärktes Augenmerk auf Angebote wie das Wandern zu richten.

Seit September 2020 tüfteln und feilen seine Mitarbeiterinnen Anna Kleemann und Vanessa Schwarzer an neuen Wegen und Erlebnispfaden rund um Gunzenhausen und den Altmühlsee, immer mit Blick auf die Empfehlungen des Deutschen Wanderverbandes bezüglich der Erwartungen der Wanderer an einen modernen Wanderweg. Intensiv unterstützt werden sie dabei von den Fachleuten des Naturparks Altmühltal, die über die Jahre mit dem Altmühl-Panoramaweg einen enormen Fundus rund ums Wanderthema aufbauen konnten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass im ersten Schritt der Teufelsmauerweg, ein Schleifenweg eben jenes Panoramawegs, eine Teilverlegung und komplette Neubeschilderung erfuhr. Er führt auf rund 16 Kilometern Strecke von Gunzenhausen über Unterwurmbach nach Filchenhard und von dort über Unterhambach zurück an die Altmühl. Bei der Teufelsmauer handelt es sich im Übrigen um die volkstümliche Bezeichnung für den Limes, die römische Grenzbefestigung.

Zum Teufelsmauerweg gesellen sich in den nächsten Wochen noch fünf weitere, ganz neue Rundwege, jeweils zwischen 5 und 15 Kilometer lang, und wie ein fünfblättriges Kleeblatt um die Kernstadt herum angeordnet. Alle tragen sie Namen, hinter denen sich Geschichte und Geschichten verbergen: „Stadtfacetten“, „Römerspaziergang“, Altmühlgschau“, „Seeluft und Landidylle“ und „Durch markgräfliche Au“. Im Layout sind die Schilder dem Erscheinungsbild des Fränkischen Seelandes angepasst und die Wege werden in beide Laufrichtungen ausgeschildert.

Bis zur endgültigen Freigabe der Wege ist noch viel zu tun. Und nach Abschluss der Ausschilderungen steht dann noch die Abnahme durch ortsunkundige „Testwanderer“ an. Doch Wolfgang Eckerlein ist davon überzeugt, dass die neuen Wanderwege nicht nur bei den Urlaubsgästen, sondern auch bei Einheimischen sowie Naherholern bestens ankommen werden und sich jede Minute Einsatz lohnt.

Nähere Informationen zu den bereits bestehenden Wanderwege erhalten Sie unter www.gunzenhausen.info.