Archiv: Allgemein

Positiv getestet

33 Reiserückkehrer aus dem Landkreis in Quarantäne

In den vergangenen Tagen verzeichnete der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen leider vermehrt Covid-19-Infektionszahlen. Dadurch nähert sich der Landkreis aktuell dem Signalwert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern. Bei 34 positiv getesteten Personen in den vergangenen sieben Tagen handelt es sich im Wesentlichen um Reiserückkehrer.

Im Zeitraum von 26. August bis 01. September 2020 wurden im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen insgesamt 34 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Bei 33 Personen handelt es sich um Reiserückkehrer aus Risikogebieten, vor allem aus Kroatien, Mazedonien und dem Kosovo. Alle positiv getesteten Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne.

„Auch wenn wir dem Signalwert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern sehr nahe kommen, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Alle positiv getesteten Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt hat die Kontaktpersonen entsprechend ermittelt, die bis Vorlage eines negativen Testergebnisses auch in häuslicher Quarantäne sind. Im Landkreis ist kein Hotspot entstanden“, so Landrat Manuel Westphal.

Das Gesundheitsamt weist nachdrücklich darauf hin, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtet sind, einen Corona-Test zu machen. Reiserückkehrer müssen sich nach Rückkehr aus einem Risikogebiet unverzüglich in häusliche Quarantäne geben und einen Corona-Test machen. Erst, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, darf die Quarantäne wieder verlassen werden.

Eine Übersicht über die aktuell geltenden Risikogebieten gibt es auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts, darunter beispielsweise Nordmazedonien, die USA, Teile Kroatiens, Teile Belgiens und Teile Frankreichs.

„Ich appelliere an die gesamte Bevölkerung, jederzeit die geltenden ‚AHA-Regeln‘ zu beachten, also Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Durch die vielen Reiserückkehrer am Ende der Sommerferien besteht die Möglichkeit, dass die Fallzahlen in den nächsten Wochen noch weiter steigen. Unser Gesundheitsamt arbeitet auf Hochtouren. Wenn wir uns aber weiterhin umsichtig verhalten, uns an die geltenden Corona-Regeln halten, hoffe ich, dass sich die Infektionszahlen auch schnell wieder verringern werden“, erklärt Landrat Manuel Westphal. 

WJD-Chef bei FDP

Wirtschaftsjunioren-Chef Sebastian Döberl tritt FDP bei

Landeschef Föst (links) mit Sebastian Döberl.

Die Freien Demokraten heißen den Bundesvorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Deutschland, Sebastian Döberl, als Mitglied herzlich willkommen. Der 35-jährige Bayreuther ist seit sieben Jahren Geschäftsführer eines oberfränkischen Traditionsunternehmens. Zuvor war er mehrere Jahre als Vertriebsleiter tätig. Seit 1. Januar 2020 sitzt er offiziell den Wirtschaftsjunioren vor, dem größten Verband von jungen Unternehmern und Führungskräften in Deutschland.

„Die Gesellschaft ist im Umbruch. Die Digitalisierung verändert alles, gerade in der Bildung und Arbeitswelt. Hier müssen wir unser Land an die Spitze führen. Deutschland braucht ein neues Zukunftsversprechen – mit weltbester Bildung, Selbstbestimmung in allen Lebenslagen und einem innovationsfreundlichen Klima. Unser Mittelstand ist die Basis für unseren Wohlstand, deshalb müssen wir ihm den Rücken stärken. Diese Themen möchte ich auch in der FDP weiter vorantreiben. Darauf freue ich mich schon“, so Sebastian Döberl.

Lindner: „Starkes Sprachrohr für Deutschlands junge Wirtschaft“

FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner zeigte sich über den Neuzugang sehr erfreut: „Nicht nur die Corona-Pandemie stellt unsere Wirtschaft vor große Herausforderungen: Überbordende Bürokratie, hohe Steuerlast und fehlende digitale Infrastruktur bremsen gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen aus. Wir müssen jetzt die richtigen Impulse setzen, damit wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben und innovative Arbeitsplätze entstehen können. Deshalb freut es mich, dass die Freien Demokraten mit Sebastian Döberl ein starkes Sprachrohr für Deutschlands junge Wirtschaft gewinnen konnten“, erklärte Lindner.

Für Bayerns FDP-Landesvorsitzenden Daniel Föst unterstreiche der Beitritt Döberls auch die Wirtschaftskompetenz der Freien Demokraten: „Wir sind die Partei der Sozialen Marktwirtschaft. Während andere nur übers Verteilen sprechen, sprechen wir darüber, wie wir unsere Bürger entlasten, den Investitionsstau lösen und unsere Unternehmen entfesseln können. Insbesondere unser Mittelstand braucht endlich attraktive Rahmenbedingungen. Mit Sebastian Döberl haben wir jemanden, dem unsere Gründerszene und Familienbetriebe besonders am Herzen liegen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.“

Für Fortentwicklung und gegen Stillstand

Zur Diskussion um den Center Park Brombachsee

Sieht durchaus Chancen: FDP-Fraktionschef Werner Falk

Die Informationen sind wichtig für die Meinungsfindung der kommunalen Mandatsträger, denn schließlich sollen nicht Vorurteile und Besserwisserei ausschlaggebend sein, sondern ein umfassender Kenntnisstand. Gleichwohl gibt es heute schon Menschen, die pauschal gegen das Projekt plädieren.

Einige grundsätzliche Feststellungen sind aufgrund der inzwischen vermittelten Informationen möglich:

Familienurlaub ist der Markenkern des Seenland—Tourismus. Insofern besteht völlige Übereinstimmung in der Zielgruppen-Ansprache, denn Center Parc ist ein spezielles Angebot für Familien.

Um Vergleiche mit anderen Center Parcs vornehmen zu können, ist es wichtig, die jeweiligen Standort-Bedingungen zu kennen.  Ist die Umgebung beispielsweise wenig oder gar nicht touristisch erschlossen, so ergeben sich zwangsläufig  andere Feststellungen, was die Nutzung von Angeboten der CP-Gäste außerhalb der Anlage angeht. Es kommt auf die Attraktivität der Umgebung an. Diesbezüglich haben Geschäfte im Fränkischen Seenland gute Chancen, vom Center Parc  profitieren zu können, denn der Standort Langlau liegt mittendrin.

Das Projekt wird eine bessere Auslastung der touristischen Angebote in der Vor- und Nachsaison ermöglichen, zumal der Center Parc ganzjährig betrieben wird und die Verweildauer bei fünf Tagen liegt (bisher im Seenland: 2,8 Tage).  Wichtig ist die Bewertung des Seenland-Tourismus durch den Geschäftsführer Hans-Dieter Niederprüm, der feststellt, dass das FS längst nicht die Obergrenze der touristischen Belastbarkeit erreicht hat, höchstens an ein paar Wochenenden in der Feriensaison.

Wichtig erscheint mir die Zusage  des CP-Repräsentanten Janssen, dass es auf dem rund 150 Hektar großen Gelände keinen Kahlschlag geben   wird, sondern die Erhaltung der Natur zu den Grundzügen der Planung gehört. Auf der Seeseite ist unbedingt ein breiter Waldstreifen zu erhalten, damit die zentralen Gebäude des CP vom Wasser und der westlichen Umgebung aus nicht als massierte Bebauung wahrzunehmen sind.  Dass Laubbäume die Kiefern ersetzen sollen, wo eine großflächige Rodung geplant ist, erscheint sinnvoll.  Begrüßenswert wäre es, wenn die Ferienhäuser den Charakter einer Waldsiedlung mit reichlicher Durchgrünung bekämen.

Zu wünschen wäre der Name „Center Parc  Fränkisches Seenland“ (und nicht: Brombachsee), denn damit wäre das ganze Seenland (mit Altmühlsee, Brombachsee, Rothsee, ferner Hahnenkammsee) in die Werbung mit eingebunden. Profitieren könnten somit auch die revierferneren Bereiche in Altmühlfranken.

Fragen ergeben sich hinsichtlich der Kosten. Wenn Center Parcs für die Altlastenerkundung  und –Beseitigung aufzukommen hat, dann erscheint der in Rede stehende Kaufpreis von  12 Millionen Euro in einem anderen Licht.  Kritisch ist die Aussage des CP-Repräsentanten Janssen zu sehen, ein Gutachten zur Altlastenproblematik sei schon im Oktober zu erwarten. Die Prognose erscheint reichlich optimistisch zu sein angesichts der  Fristen, die von öffentlichen Stellen angenommen werden.

Das Angebot an Arbeitsplätzen (nach Angaben von Janssen sind es 600) ist sicher nicht das höchstrangige Argument pro Center Parc, denn für die Menschen in der Region werden wohl nur Stellen im Niedriglohnbereich verbleiben, zumal Fachkräfte heutzutage überhaupt Mangelware sind. Einnahmen für die Kommune sind aus der Einkommenssteuer und dem Kurbeitrag zu erwarten.

Der Aufklärung bedarf die Frage, die in der Öffentlichkeit wiederholt gestellt wird: Wer wusste wann vom Center Parcs-Interesse am Standort im Fränkischen Seenland?  Welche Kontakte hat es schon vor dem Zuschlag  der Bundesimmobilienverwaltung am 30. Juli an CP mit amtlichen Stellen und Institutionen im Landkreis gegeben und weshalb wurde die Öffentlichkeit nicht früher informiert?  Für die Zurückhaltung kann es gute Gründe geben, zum Beispiel der Vertrauensschutz bei der Abgabe von öffentlichen Angeboten, aber sie sollten dann auch so benannt werden.

Werner Falk, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag

Für faire Diskussion

Argumente für eine faire Center Parcs-Diskussion

Vorgeschichte
Aktuell entsteht eine bereits jetzt sehr emotional geführte Diskussion um den Standort eines Ferienparks einer Unternehmensgruppe aus der EU. Diese hat das öffentliche Bieterverfahren mit Erfolg abgeschlossen, das bis zum 22. O7. 2020 lief und mit der Entscheidung des Eigentümers, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) am 30. 07. 2020 an Center Parcs endete.

Für dieses umfangreiche Bieterverfahren musste Center Parcs – wie alle anderen an diesem Grundstück interessierten Bieter – ein entsprechendes finanzielles Angebot vorlegen, das mit nachvollziehbaren Angaben für die weitere inhaltliche Ausgestaltung nach der erfolgreichen Vergabe gekoppelt war. Es stellt einen völlig normalen Vorgang dar, dass Bieter in einem Wettbewerb solche Unterlagen erstellen und diese mit der Zusage der vertraulichen Behandlung der ausschreibenden Institution vorlegen. Diese Vertraulichkeit ist geboten und berechtigt, da es sich um geistiges Eigentum des anbietenden Unternehmens handelt, das ein nachvollziehbares Interesse daran besitzt, dass solche Unterlagen zu diesem Zeitpunkt nicht in die Öffentlichkeit – und darüber in die Hände von Mitbewerbern – fallen.
Es ist vor dem Hintergrund des umfassenden Komplexes dieser Investition mit all den dafür notwendigen Genehmigungsverfahren auch verständlich, dass solche Expertisen Zeit benötigen und daher weit vor dem Zeitpunkt – hier also entsprechend schon 2017/18 –  der letztendlichen Entscheidung über den Grundstücksverkauf hier erstellt wurden. Und zwar nur zu genau dem Zweck des privatrechtlichen Erwerbs eines Grundstücks.

Es ist in solchen größer dimensionierten Verfahren aber durchaus auch üblich, dass im Vorfeld Informationen in dieser Phase bereits unter beteiligten Behörden und Dienststellen ausgetauscht werden. Es dürfte dabei eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dass solch ein Meinungsaustauch als streng vertraulich einzustufen ist, da es dabei ja nicht nur um die Daten des späteren Gewinners aus diesem Bieterverfahren, sondern um alle Daten sämtlicher Bieter geht.
Und diese können und dürfen nicht Teil einer öffentlichen Diskussion werden.

Aktuelle Situation
Die Firma Center Parcs hat sich unmittelbar nach dem Vergabebeschluss an alle damit fachlich befassten öffentlichen Einrichtungen gewandt. Damit sollte sicher auch der Eindruck vermieden werden, als würde hier eine Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen. Es ist damit aber auch nachvollziehbar, dass in dem bisherigen Verlauf dieses Verfahrens  keine Defizite bezüglich einer öffentlichen Transparenz erfolgt sind.

Die jetzt öffentlich über die Medien geführte Debatte erweckt aber genau diesen Eindruck. Es wäre daher auch an der Zeit, dass die Medien ihrer journalistischen Verantwortung nachkommen und die Öffentlichkeit über den normalen Ablauf eines solchen mehrstufigen Genehmigungsverfahrens – jeweils mit öffentlicher Beteiligung – umfassend in Kenntnis setzen.

Es beginnt also jetzt erst die Zeit, in der das interessierte Unternehmen den fachlich zu beteiligenden Behörden und der betroffenen Kommune einschließlich deren Bürger*innen das nun hier geplante Objekt vorstellen kann. Denn zu einer solchen inhaltlichen Offensive in die Öffentlichkeit gehört für ein investierendes Unternehmen auch die dazu erforderliche Planungssicherheit, die aber erst jetzt gegeben war.

Für den 01. September sind erste Informationsveranstaltungen vorgesehen, bei der die in das Verfahren einzubeziehenden Kreisräte*innen, die Mitglieder des Zweckverbands Brombachsee sowie die Mitglieder des Gemeinderats der Gemeinde Pfofeld sowie auch Bürger*innen der Gemeinde einbezogen werden.
Bis zu diesem Zeitpunkt verbietet es sich eigentlich im politisch korrekten Umgang miteinander, dass bereits jetzt endgültige Urteile und Einschätzungen über ein Projekt getroffen werden, das man allenfalls aus der Perspektive bereits existierender ähnlicher Vorhaben zu kennen glaubt.

Es sind daher die Fakten und Absichtserklärungen abzuwarten, die dann durch das Unternehmen in die Öffentlichkeit getragen werden.

Welche Einschätzungen sind bereits vor dieser öffentlichen Veranstaltung abzuleiten?

Touristische Kapazitäten
In den letzten Wochen wurde rund um den Brombachsee viel über „Overtourism“ gesprochen, ohne dass diese Personen wohl eine Vorstellung von jenen Destinationen in der Welt haben, auf welche eine derartige Bezeichnung in der Tat zutrifft. Dazu zählen kleinere Teile der Urlaubsinsel Mallorca, bestimmte Abschnitt der Küsten von Adria und Ägäis , aber auch einige europäische Binnengewässer oder Altstadtbereiche wie Venedig oder zu bestimmten Zeiten auch Salzburg. Ob es berechtigt erscheint, den erstmals in dieser Saison an wenigen Tagen –  Corona bedingt –  aufgetretenen Ansturm größerer Mengen an Urlaubs- und vor allem Tagesgästen am Brombachsee dazu zu rechnen, erscheint zumindest sehr zweifelhaft. Es gab – allerdings lange zurückliegend – Zeiten am Brombachsee und überall im Fränkischen Seenland, wo solche punktuellen Ausnahmeerscheinungen der – damals jedoch ersehnte – Normalfall gewesen waren.
Dies trifft im Übrigen auch auf die Kapazitäten der Infrastruktur an den Seen zu. Diese wurden vor rund 30 Jahren auf Spitzenleistungen (Verkehrsinfrastruktur, Bettenkapazitäten etc) ausgelegt, die nahezu in kaum einem Fall erreicht, geschweige denn überschritten wurden. Noch vor kurzer Zeit wurde ja am Brombachsee sogar darüber Klage geführt, hier sei „ja nichts los“.
Die Bettenkapazität ist in den letzten 10 Jahren alleine um nahezu 40 % gesunken.
Und dies ging vorzugsweise zu Lasten kaum mehr sanierter Einrichtungen, die heute aber nicht mehr nachgefragt werden. An den Seen unserer Region werden aber – wie längst auch in anderen Destinationen spürbar – zunehmend höherwertig ausgestattete  Ferienwohnungen und vor allem auch Ferienhäuser nachgefragt.

Niemand wünscht sich überlaufene Dörfer oder Tourismus-Einrichtungen. Aber  hier im Fränkischen Seenland von „Massentourismus“ zu sprechen, grenzt angesichts aktueller und auch ggf. durch die anstehende Investition zu erwartende r Besucherzahlen – immerhin von Übernachtungsgästen – an fatale Fehleinschätzungen. Man möge zum Vergleich doch bitte einmal dort nachsehen, wo derartige Attitüden angebracht sind.

Arbeitsplätze durch Tourismus
Es ist nachvollziehbar, dass viele vom Tourismus erwarten, dass er nicht nur Gäste sondern eben auch Arbeitsplätze in die Region bringt. Dies hat sich in zahlreichen Tourismus-Destinationen so auch – zu deren Wohl – bestätigt. Aber das setzt auch einen regionalen Arbeitsmarkt voraus, der diese qualifizierten Arbeitskräfte in entsprechender Zahl verfügbar hat.
Wer aber mit Aufmerksamkeit die Stellenanzeigen in den hiesigen Medien beachtet dürfte längst festgestellt haben, dass hier keine – schon gar nicht in dieser erforderlichen Zahl – Angebote für Köche*innen, Küchenhilfen, Servicepersonal, Reinigungskräfte, Animateure*innen, Bademeister*innen oder Management-Personal gibt! Viele Betriebe reduzieren sogar ihre Angebote, weil ihnen vor allem das Personal dazu fehlt.
Was bleibt also einem Unternehmen in dieser Situation übrig – alteingesessenen wie auch den neu hinzukommenden – als sich auf dem nationalen oder EU-Arbeitsmarkt umzusehen.

Umnutzung und Aufwertung eines Muna-Geländes
Wenn sich der Bund oder der Freistaat Bayern zu einer in eigener Verantwortung liegenden Folgenutzung in der Lage gesehen hätten, wäre dieses Gelände bestimmt nicht in einem so lange dauernden Zustand verblieben, wie er – je nach Einschätzung – jetzt beklagt oder auch für gut befunden wird.
Unbestritten ist dieses Gelände im aktuellen Zustand  nicht für einen öffentlichen Zugang geeignet.

Es hätte aber dazu die Option bestanden, dass unter Hinnahme der Historie des Geländes dieses wie etliche andere vor allem in Ostdeutschland – meist als Hinterlassenschaften der Roten Armee – in ein Wildnisgebiet überführt und einer entsprechenden Betreuungsorganisation angeboten worden wäre. Alleine die Tatsache, dass der damit potenziell erworbene „Wildnis-Wert“ dies nicht gerechtfertigt hat, vereitelte diese denkbare Nutzungsoption.

Einen überwiegend nicht waldbaulich mit standortheimischen Baumarten versehenen Raum als wertvolles Biotop hochzustilisieren – selbst wenn dort sehr unwahrscheinlich, andere Floren- oder Faunenelemente besonderer Bedeutung anzutreffen sein sollten – wird der dort vorzufindenden Realität dieses Naturraums nicht gerecht. Freilich wird an diesem Standort dann eine Fläche überbaut, aber dafür sind auch Ausgleichsflächen und -Maßnahmen verpflichtend vorgesehen.
Es gilt in solchen Fällen daher auch abzuwägen, was den größeren volkswirtschaftlichen Gewinn versprechen wird. Und da werden jene Menschen und deren Bedürfnisse auch mit zu berücksichtigen sein, die im Rahmen ihrer Familien aus der Enge der Metropolen herausdrängen, die nicht in den Flieger nach Mallorca steigen und die dennoch einen familiengerechten Urlaub in einer naturnah gestalteten Umgebung suchen. Dass diese dann nicht zwingend National- oder Naturparke vorrangig aufsuchen, dürfte naheliegend sein. Wenn diesen Zielgruppen aber eine – möglicherweise anderen Menschen eher alltäglich erscheinende – Naturnähe angeboten wird, die ihnen Natur dennoch atemberaubend präsentiert, sind sie in der Regel in hohem Maße zufrieden. Die Erfahrungen mit solchen  Urlaubsangeboten – wie sie Center Parcs, als nur eines von mehreren Unternehmen unterbreiten  – machen aber deutlich, dass und wie dies möglich ist. Solche Urlauber-Gruppen sind dann auch für Themen mit Naturraum-Sensibilität eher zu gewinnen.

Ob dieses Ziel mit einem dauerhaft für die Öffentlichkeit verschlossenen Muna-Gelände und dessen nur eingeschränkt ökologisch herausragenden Lebensräumen zu erzielen wäre, darf zumindest in Frage gestellt werden. In diesem Zusammenhang soll aber auch in Erinnerung gerufen werden, das sehr viele – auch empfindliche – Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten weit mehr Druck durch die Anwesenheit von auf ihren Wegen bleibenden Menschen vertragen, als sich dies viele vorstellen können. Dies ist eine längst nachgewiesene Tatsache, die jedoch aus Kreisen des Naturschutzes gerne verdrängt wird.
Und dies wird auch nicht dadurch entkräftet, dass es daneben eben auch eine Reihe von Arten mit ihren genetischen Ressourcen gibt, die nur unter „Ausschluss menschlicher Nähe“ gute Entwicklungsperspektiven haben, weswegen dazu Naturschutzgebiete und ähnliche Reservate eingerichtet werden müssen. Das Muna-Gelände, wie die meisten Lebensräume rund um den Brombachsee zählen jedoch nicht dazu.
Es wäre schön, wenn diese Differenzierung daher auch in der öffentlichen Debatte entsprechend berücksichtigt werden könnte..

Sanfter Tourismus am Brombachsee
Vielfach wird der sog. „sanfte Tourismus“ in der sich aktuell entwickelnden Debatte als Argument missbraucht. Unser Unternehmen FUTOUR hat diese Diskussion von Anfang an – beginnend 1989 auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin als „Tourismus mit Einsicht“ – aktiv mit geführt und gestaltet. Wir haben zahlreiche Regionen mit ihrem Wunsch nach einem „sanften Tourismus“ begleitet und dabei immer wieder betont, dass nahezu jede Form von Tourismus einen Eingriff in die Natur darstellt. Daher werden alle – nicht nur die touristischen – Eingriffe, zumindest in der Europäischen Union auch zu Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet.
Bis heute fehlt jedoch eine allgemein verbindliche Definition für diesen Begriff, obwohl es dazu zahlreiche Versuche, Wettbewerbe, Auszeichnungen und natürlich auch Förderprogramme gegeben hat. Meist sind es Eigenerklärungen von Regionen, die mit einmal etwas mehr und einmal etwas weniger fachlichem Knowhow gepaart worden sind. Zu Marketingzwecken sind sie vielfach genutzt, meist aber leider missbraucht worden.

Das Fränkische Seenland hat sich damit bisher nicht geschmückt, sondern bietet sich mit seinen natürlichen Stärken selbstbewusst und ehrlich auf dem Markt an. Eine Entwicklung zu einer nachhaltigen Region wäre zwar denkbar, aber dies ist ein sehr weiter und steiniger Weg, den eine erkennbare Mehrheit der touristischen Anbieter und Leistungsträger aktiv mitgehen müssten. Dies sollte all jenen bewusst sein, die jetzt einen „sanften Tourismus“ am Brombachsee bereits als bedroht ansehen.

Fazit einer Vorausabschätzung
Auch wenn die Ergebnisse der öffentlichen Präsentation des Projektträgers noch nicht vorliegen und mit guten Gründen abgewartet werden sollten, können bereits jetzt alle von dieser Präsentation unabhängigen Bewertungen vorgenommen werden.
Leider aber beschäftigen sich aktuell viele der sich dazu Berufenen nur damit, hypothetische Annahmen in den Raum zu stellen und mit diesen nicht belegbaren Argumenten – wie offenbar  in Corona-Zeiten üblich – für Stimmung unter den weniger informierten Teilen der Bevölkerung zu sorgen.

Dieter Popp, Futour Regionalberatung Haundorf, 27. August 2020

Neue Werbeagentur

Juliane Zeh und George Arauner starten in Gunzenhausen

Bürgermeister Fitz beglückwünschte George Arauner und Juliane Zeh zum Start. Foto: Heger


Juliane Zeh und George Arauner eröffneten mit der Werbeagentur
korridor.co ein neuen Start-up Unternehmen im Herzen von Gunzenhausen. Das erste Geschäftsfeld der beiden Jungunternehmer ist die Werbe- und Kreativagentur korridor.co. Ihre Leistungen decken nahezu das gesamte Spektrum der Werbung/Kommunikation ab –
sowohl Print als auch Digital. Mit ihrem zweiten Geschäftsfeld korridor.art stellen sie sich als Kunstgalerie mit Fokus auf den Online-Handel auf. Die aktuellen Ausstellungen in den Geschäftsräumen am Dr.-Martin-Luther-Platz 13 werden den kunstinteressierten Besuchern sicherlich gefallen.
Die beiden Gründer Juliane Zeh und George Arauner arbeiten seit mehreren Jahren gemeinsam in der Agenturbranche und begleiteten bisher zahlreiche Unternehmen – vom lokalen Store bis hin zum Weltkonzern. Die Designerin Juliane Zeh und der Marketing- Experte George Arauner gründeten 2020 gemeinsam die Werbe- und Kreativagentur korridor.co. Juliane ist gelernte Mediengestalterin und beherrscht mit ihren 27
Lebensjahren sowohl den Print- als auch den Digitalbereich. George Arauner machte 2014 seinen Master-Abschluss in Marketing, Marktforschung & Innovation und deckt damit den kaufmännischen und Marketingbereich der Agentur ab. Der 35jährige Marketingexperte ist in
Solnhofen aufgewachsen und wohnt seit April 2019 mit seiner Familie in Gunzenhausen.
Auch Juliane Zeh ist in Gunzenhausen geboren und in Merkendorf aufgewachsen. Sie möchte gemeinsam mit ihrem Ehemann ebenfalls von ihrem bisherigen Wohnort Nürnberg nach Gunzenhausen ziehen und hier am Altmühlsee ihren Lebensmittelpunkt errichten. Die beiden Jungunternehmer wollten mit der Gründung der neuen Werbeagentur in
Gunzenhausen ihre Projektarbeit und die Prozessabläufe optimieren. Sie verfügen über ein großes bundesweites Netzwerk von Experten in allen Bereichen des Werbe- und Marketingbereichs. Dadurch können sie ihre Kunden in allen Fragen der öffentlichen Unternehmensdarstellung optimal beraten.
Bei der Eröffnungsveranstaltung begrüßten Erika Gruber (Einzelhandelsverband), AlexanderHerzog (Wirtschaftsjunioren), Jeanette Holzschuh (Stadtmarketingverein) und Karl-Heinz Fitz
(1. Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen) die jungen Unternehmer in Gunzenhausen. Für Karl-Heinz Fitz stellt das neue Unternehmen nicht nur eine Bereicherung für den Geschäftsbereich der Werbung und des Marketings, sondern auch für das traditionelle Gebäude in der Kernstadt dar.
Alle Anwesenden wünschten bei der Eröffnung des neuen Unternehmens den beiden jungen Unternehmern alles Gute und viel Erfolg mit ihrem neuen Start-up in Gunzenhausen.
Nähere Informationen über die neue Werbeagentur und ihre Angebote erhält man unter www.korridor.co
KLAUS HEGER

THW ist allzeit bereit

Feuerwehr Gunzenhausen übte auf dem Firmengelände der Fa. Ernst in Aha

Unser Bild zeigt die Rettung von eingeklemmten Personen aus einem PKW nach einem simulierten Auffahrunfall auf einen Reisebus. Foto: Manuel Reuter

Eine etwas größere Aufgabenstellung für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Gunzenhausen hatte sich Übungsleiter und Zugführer Christian Sperk am vergangenen Dienstag ausgedacht. Mit freundlicher Unterstützung des Greifers der Firma Erst wurde ein ausrangierter Omnibus auf dem Schrottplatz in Aha realitätsnah auf die Motorhaube eines PKW positioniert.

Von dieser Vorbereitung waren die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr nicht informiert, für diese Stand ein „normaler“ Übungsabend auf dem Programm. Gleich zu Beginn änderte sich dies jedoch rasch, als die Einsatzmeldung „PKW unter Omnibus, mehrere eingeklemmte Personen“ durch die Übungsleitung verkündet wurde. Sofort stimmten sich die Gruppenführer ab und rückten mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug und dem erst vor kurzem in Dienst gestellten Rüstwagen nach Aha aus. Zur Schulung der Maschinisten erfolgte die Anfahrt der Fahrzeuge unter Verwendung von Sondersignal.

Rettung aller Verletzten erfolgte innerhalb von 30 Minuten

Die Rückmeldung der ersteintreffenden Fahrzeuge lautete auf 4 eingeklemmte Personen. Weitere Löschgruppen- und Versorgungsfahrzeuge rückten daraufhin zur Übungsstelle ab. Dort wurden die ersteintreffenden Kräfte mit Material und Personal unterstützt. Durch Hebekissen und Hydraulikzylinder wurde der Bus an der Hinterachse angehoben, mittels verschiedenen Rettungstechniken wurden die Verletzten (natürlich nur Dummy-Puppen) aus PKW und Omnibus gerettet. Zur Koordination aller Einsatzkräfte wurde eine Einsatzleitung vor Ort eingerichtet. Nach nur 30min waren alle Personen aus den Fahrzeugen befreit und der Übungseinsatz wurde beendet. In Kleingruppen wurde dann an den umfangreichen Gerätschaften für die Technische Hilfeleistung weiter ausgebildet.

Wichtiger Bestandteil der Ausbildung

Trotz besonderer Umstände wie das schwülwarme Wetter und die weiterhin geltenden und strikt befolgten Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bescheinigte der Einsatzleiter Manfred Wenk eine ruhige und zielorientierte Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte. Dies bestätigte auch die Übungsleitung in der anschließenden Feedback-Runde. Ein Dank geht an die Fa. Ernst aus Aha, welche an diesem Abend Teile des Firmengeländes für diese Einsatzübung zur Verfügung stellte. Das realitätsnahe Ausbilden und beüben solcher Einsatzszenarien ist wichtiger Bestandteil der Ausbildung der Feuerwehren, um für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall gerüstet zu sein.

Wir suchen DICH

Auch und gerade in Zeiten von Corona braucht die Feuerwehr die Unterstützung aus der Bevölkerung. Wer sich ehrenamtlich in einem Team mit breitgefächerten Aufgabenstellungen einbringen möchte, kann sich gerne über die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram melden. Weitere Kontaktmöglichkeiten sind auch auf der Internetpräsenz unter www.ffw-gunzenhausen.de zu finden. Und falls Sie uns bei einem unserer nächsten Einsätze oder Übungen antreffen, scheuen Sie sich nicht uns gern persönlich anzusprechen.

Handel geht online

Onlineportal „in-altmühlfranken.de“

Das landkreisweite Onlineportal ist nun seit der Weihnachtszeit 2019 in Betrieb, sodass bereits zahlreiche Erfahrungen auf Händler- und Kundenseite gesammelt werden konnten. Auf dem Marktplatz gelistete Unternehmen machen sich bereits vertraut mit Bestellabläufen, nutzen Werkzeuge wie die Eventkommunikation, kümmern sich um Produktbilder und –texte oder nutzen den Prospekt- und Speisekarten-Upload. Zahlreiche Kunden aus der Region haben bereits den landkreisweiten Lieferservice der jungen Firma YOULOG GmbH aus Weißenburg genutzt, der integrativer Bestandteil regionalen Online-Marktplatzes ist. Über das Onlineportal getätigte Bestellungen können so bereits am nächsten Werktag ausgeliefert werden. Und selbstverständlich sind auch sog. „Click & Collect“-Bestellungen möglich: Produkte, die online gekauft und damit reserviert, vor Ort aber direkt abgeholt werden können.

Selbstverständlich ist es für Gewerbetreibende mit Sitz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen jederzeit möglich, sich am Projekt zu beteiligen und das eigene Unternehmen auf „in-altmühlfranken.de“ zu präsentieren. Hierfür müssen nicht zwingend Produkte angeboten werden, auch die Möglichkeit eines reinen „Schaufensters“ besteht.

Was kostet mich ein Eintrag? Wie läuft das mit dem Lieferdienst und der Bestellabwicklung? Wie viel Zeit muss ich für den Onlineauftritt investieren? Wer hilft mir bei Verständnisproblemen oder technischen Fragen?

Auf diese und viele weitere Fragen gibt die Informationsveranstaltung Antworten, die nun im September in Gunzenhausen angeboten wird. Bereits im Frühjahr angesetzte Veranstaltungen, die sich insbesondere an Gewerbetreibende aus Gunzenhausen richteten, mussten zunächst wegen Sturmtief „Sabine“ und dann wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Bei der anstehenden Informationsveranstaltung für Gewerbetreibende in der Stadthalle Gunzenhausen wird Projektleiter Andreas Haderlein vor Ort detailliert auf die Möglichkeiten der Onlineplattform eingehen und ebenso die Anforderungen an die Gewerbetreibenden beleuchten. Ein tiefer Praxisbezug soll dabei Einblicke in die Funktionsvielfalt des Portals bieten, sodass Interessierte jedweder Branche am Ende aus erster Hand eine klare Vorstellung bekommen, welche Vorteile das Online-Portal für das eigene Geschäft.

Diese kostenfreie Infoveranstaltung findet statt am: 15. September 2020 um 19.00 Uhr, Stadthalle Gunzenhausen

Eine vorherige Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen zwingend erforderlich, diese ist online über folgenden Link möglich:
www.altmuehlfranken.de/infoveranstaltung

Von Fakten leiten lassen

FDP-Erklärung zum Projekt Center Parcs am Brombachsee

Bei dieser Diskussion sollte man sich von Fakten und nicht von Vorurteilen leiten lassen. Dies erfordert eine sachliche Herangehensweise ohne ideologische Scheuklappen. Diejenigen, die das Projekt aus emotionalen Gründen oder einer grundsätzlichen Antihaltung heraus bereits ablehnen, bevor alle wesentlichen Informationen auf dem Tisch liegen, verschließen von vornherein die  Augen vor allen positiven Gesichtspunkten einer möglichen Ferienanlage, die auch eine zukunftsweisende touristische Weiterentwicklung unserer Region sein kann. Insofern stellen wir heute als FDP Kreisverband eher die positiven Aspekte hervor, verschließen uns aber nicht auch kritischen Argumenten und freuen uns auf eine konstruktive Debatte.

Die Besonderheit des ehemaligen Muna-Geländes in Langlau besteht in der Notwendigkeit der Kampfmittelräumung vor jeder anderen möglichen Nutzung. Der Landkreis selbst kann die Fläche – was unstreitig sein dürfte – weder wirtschaftlich sinnvoll erwerben noch kampfmittelfrei machen. Dies ist freilich zunächst eine Aufgabe des Bundes als Eigentümer, wird aber kalkulatorisch beim Kaufpreis des Areals dadurch berücksichtigt, dass entweder der Erwerber das volle Kostenrisiko trägt oder der Bund erst dann (teurer) verkaufen kann, wenn die Kampfmittelräumung abgeschlossen und vom Bund bezahlt ist. Das Kostenrisiko für uns alle als Steuerzahler ist bei einem feststehenden Mindestkaufpreis und voller Übernahme der Räumungskosten durch den Erwerber am geringsten.

Center Parcs bieten europaweit familienfreundliche Urlaubsmöglichkeiten in landschaftlich eingebetteter Form und sind für den hier gerade erwünschten „sanften Tourismus“ beispielhaft. Eine Ferienanlage mit 800 Holzhäusern in naturnaher Bauweise, die verstreut in einem großen Naturpark mit 150 ha Fläche entstehen sollen, erscheint als eine nachhaltige Nutzung. Auch propagieren die aus Holland stammenden Center Parcs das im Park auszuleihende Fahrrad als Verkehrsmittel am Urlaubsort, was sowohl der Umwelt als auch dem Seenland die meisten Vorteile brächte.

Wenn jährlich rund 1 Million zusätzlicher Übernachtungen in dem geplanten Center Parc stattfinden, profitiert die Gemeinde von der Übernachtungsabgabe auch dann, wenn der größte Teil der Gäste den Park aufgrund des umfangreichen eigenen Freizeitangebots kaum verlässt. Aus diesem Grund ist auch keine Überlastung der Strände und der sonstigen touristischen Einrichtungen im Seenland zu befürchten.

Im Gegenteil kann sogar eine Entlastung – insbesondere im Fall von Badeverboten am See – dadurch eintreten, dass die Center Parks auch für die Bevölkerung offen sind und Tageskarten als Erlebnisausflug anbieten. Dies wäre eine durchaus attraktive Erweiterung des touristischen Angebotes am Brombachsee ohne jegliche Zusatzkosten für den Zweckverband.

Weiterhin profitieren alle Gewerbetreibenden in der Region von den ca. 5 – 10 % der Gäste, sich erfahrungsgemäß auch außerhalb des Center Parcs bewegen.

Dies gilt besonders in den hier nach wie vor schwach gebuchten Wintermonaten.

Der größte positive Effekt geht zweifellos von der kostenlosen, europaweiten Werbung für unsere Region aus: Die wenigen auch nach außen orientierten Gäste einer durchaus hochpreisigen Ferienanlage werden feststellen, dass sie auch außerhalb des Parks attraktive Angebote zu guten Konditionen vorfinden. Das sind die potentiellen Kunden, die im Wiederholungsfall im Seenland einen individuellen Urlaub machen.

Soweit für das Projekt die vorhandene Infrastruktur (Wasser- und Abwasserversorgung, Zufahrtsstraßen etc.) ertüchtigt werden muss, wird dies ohnehin bei den nötigen Genehmigungen auf Kosten des Projektträgers zur Bedingung gemacht. So ist es der bisherige Erkenntnisstand beispielsweise aus den Erfahrungen im Allgäu, dass gerade keine negativen, sondern insgesamt positive Auswirkungen des Center Parcs zu erwarten sind.

Hier ist für uns entscheidend, dass nicht anderweitig für eine ähnlich intensive touristische Nutzung ein viel höherer Flächenverbrauch stattfindet. Hinzu kommt die ganzjährige Nutzung des Geländes, die ökonomisch wie ökologisch sinnvoll ist, zumal sich dadurch eine Flugreise im Winter möglicherweise für manche erübrigt.

Wir fragen als FDP deshalb nicht, mit welcher Begründung wir nach Möglichkeit gegen das Projekt sein können. Unsere Frage lautet vielmehr: Was ist für unsere Region am besten?

Für den FDP Kreisverband: Thomas Geilhardt und Sigrid Niesta-Weiser

Handwerkermarkt abgesagt

Ersatztermin in Wassertrüdingen: 23. Mai 2021

Der beliebte Kunsthandwerkermarkt im Sonnenuhrenpark und der Marktstraße in Wassertrüdingen ist abgesagt. Die Stadtspitze hat sich nach Begutachtung aller relevanten Vorgaben durch das Rahmenhygienekonzept der Bayerischen Staatsregierung gegen eine Durchführung entschieden.

Dies ist zum einen der wachsenden Popularität des Marktes, der gemäß dem Konzept „keine großen Besucherströme anziehen“ darf, geschuldet. Zum anderen kann die Stadt auf dem geplanten Gelände die vorgeschriebene Kontrolle der Abstandsregel und der Maskenpflicht, die „zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein muss“, nicht in benötigtem Umfang umsetzen. Über 40 Stände hatten sich in diesem Jahr angemeldet.

Der Touristikservice als Organisator des Marktes hofft nun auf eine Durchführung im Jahr 2021. Der Termin steht bereits fest: 23.05.2021.

Was war die Muna?

Friedrich Hetzner hat sie dokumentiert

Die Muna heute. In der Bildmitte sind die Munitionslagerhäuser (Bunker) zu sehen. Die Dächer sind begrünt und deshalb gut getarnt. Rechts unten ORM Bergold und der Sorghof. Am oberen Bildrand ist auf einer Lichtung der Regelsberg zu erkennen. Foto: Limes-Luftbildservice Beringer, Weißenburg

Es hört sich reichlich kurios an, soll aber stimmen: Weil die Bomber der US-Army in den letzten Kriegstagen alte Karten hatten, in denen neben Langlau ein großer See eingezeichnet war, ist die Bombardierung des Munitionslagers (Muna) am Ende des Zweiten Weltkriegs unterblieben. Was die Amis damals für einen See hielten, das war ein flächiges Altmühlhochwasser zwischen Ornbau und Treuchtlingen, das zum Zeitpunkt des Bombardements aber verschwunden war. So blieb  aufgrund des irritierten Bomberkommandos Langlau glücklicherweise von einem riesigen Inferno  verschont.

Nun, 75 Jahre später, wird der Ort in Verbindung gebracht mit einem gigantischen Freizeitpark, der an der Stelle entstehen soll, wo in der Nachkriegszeit die US-Army bis 1992 ein Corpsdepot unterhielt und die Bundeswehr bis 2007 ein Munitionsdepot hatte. Das gibt Gelegenheit, die Rolle der Muna näher vorzustellen.

Einer der Langlauer Augenzeugen war Friedrich Hetzner. Der Bauernbub erlebte die letzten Kriegsjahre als Jugendlicher in seinem Heimatdorf. Die Heirat führte ihn später nach Neuherberg, aber nicht in den kleinen Weiler gleichen Namens bei Langlau, sondern in das Dorf im Kreis Uffenheim. Seiner alten Heimat blieb er aber über die Jahrzehnte verbunden. Sein Testament ist das Buch „Das Land am Brombach“, das 2002 im Schrenk-Verlag erschienen ist. Es befasst sich mit dem Leben auf dem Land in den vergangenen Jahrzehnten, den dörflichen Eigenheiten und manchen Kuriositäten. Darauf fußt auch dieser Bericht.

Muna ist  in drei Jahren entstanden

Gebaut worden ist die „Lufthauptmunitionsanstalt“ von 1935 bis 1939 in einer Art von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, mit der die Menschen in Lohn und Arbeit kamen. Die Bauern, die Flächen für das Projekt abgeben mussten, waren nicht alle begeistert, fügten sich aber, denn es ging ja um „die Sicherung des Friedens“, wie ihnen eingeredet wurde.  20 Reichspfennig bekamen sie für den Quadratmeter Wiesen und Ackerland an Entschädigung, nur sechs Pfennig für den Wald.  Das herrschende System kannte natürlich keine öffentliche Planung wie sie später beim Bau des Brombachsees vom demokratischen Staat selbstverständlich war.  NS-Kreisleiter Johann Appler aus Gunzenhausen versprach dem Vater von Friedrich Hetzner, sein Sohn bekomme in der Ukraine Hunderte von Hektar bestens Schwarzerdebodens. Sogar der „Frankenführer“ Julius Streicher  gab ihm „Brief und Siegel“. Nun, daraus ist nichts geworden. Der Lebensraum im Osten ist von deutschen Bauernsöhnen nicht besiedelt worden. Die Urkunde haben die Hetzners in den bedrängten Zeiten vorsichtshalber vernichtet.

Bis zu 2000 Männer und Frauen, darunter auch Kriegsgefangene und Deportierte, waren dort auf einem 200 Hektar großen Gelände tätig, das militärisch geschützt und von der Öffentlichkeit abgeriegelt war. Produziert wurden nach den Vorgaben der Machthaber Geschosse aller Kaliber (vorzugsweise 8,8 und 10,5 Zentimeter) für bodengestützte Flugabwehrkanonen. Der Waggonumschlag wuchs von 1500 Stück im Jahr auf 8000 Stück im Jahr 1944.

Die Langlauer profitierten

Friedrich Hetzner befasst sich in seinem Buch mit dem Bau der Muna durch ein Heer von Arbeitswilligen. Sie mussten per Hand Gleise vom Bahnhof Langlau bis zur Muna verlegen. Dort entstanden in drei Jahren Bauzeit  60 Bunker mit dicken Betonmauern, Hallen und Straßen und außerhalb des abgesperrten Geländes auch noch Wohnhäuser für die Offiziere. Für die Langlauer war das Projekt ein Supergeschäft, denn sie konnten ihre Zimmer an die Vorarbeiter vermieten – für 50 Reichspfennig pro Übernachtung mit Frühstück.

Hinter Stacheldraht wuchsen drei Baracken für das Offizierskasino, vier Barackern für Kantinen-, Wasch- und Sanitärräume, sowie weitere Gebäude für die Verwaltung, die Schreinerei (hergestellt wurden Munitionskisten) und die Näherei, in der die Frauen Pulverbänder aus Kunstseide fertigten.

Blicke auf die  grazilen Ukrainerinnen

In Langlau kamen viele der Mitarbeiter mit dem Zug an, wo sie am Bahnhof die Slogans „Räder müssen rollen für den Sieg“ und „Kinderwägen für den nächsten Krieg“ begrüßten. Es gab auch Werkstätten, Garagen, Tankstelle und eine vier Hektar große Gärtnerei. In neun Baracken aus Holz lebten Soldaten und Arbeiter, die alle zu Geheimnisträgern vergattert worden waren. Hinter doppeltem Stacheldraht und vier Wachtürmen gab es zudem einen Exerzierplatz, aber auch einen Sportplatz. Die beobachtenden Männer sollen von der „Leibeserziehung“  der jungen Ukrainerinnen geradezu begeistert gewesen sein.

In den Baracken lebten 1200 Mitarbeiter, aufgeteilt in zehn größeren Schlafräumen und vier kleineren Räumen. Zu den „Gefolgschaftsmitarbeitern“ zählten auch 80 ukrainische Frauen. Sie hatten aber eine eigene Baracke. Kreisleiter Appler, der die SS-Wachmannschaften befehligte, leistete sich eine Jagdhütte in der Gegend. Mit den Familien der Offiziere und den Menschen im Dorf gab es durchaus gute Kontakte.

Frauen erinnern sich gern an die Muna

Wie gesagt, Langlau war für die Frauen – die Männer waren je im Kriegseinsatz – ein durchaus interessanter Arbeitsplatz, zumal in einer Region, die fast ausschließlich von den Erzeugnissen der Bauernhöfe lebte. Auch viele Frauen aus Gunzenhausen arbeiteten in der Muna und erinnerten sich später gern an diese Zeit.

Kleinere Luftangriffe der Alliierten in den letzten Kriegstagen richteten nach dem Augenzeugenbericht von Friedrich Hetzner keine nennenswerten Schäden an, Menschen wurden auch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die US-Besatzer (Flugblattinhalt: „Langlau im Loch, wir finden dich doch!“) kümmerten sich in den Tagen nach dem offiziellen Kriegsende zunächst wenig um die Muna. Natürlich gab es Einheimische, die sich dort „bedienten“, die Not war schließlich riesig und das Angebot verlockend.

Euterpe war Nutzerin

1947 kamen Kriegsgefangene ins Lager, auch Heimatvertriebene aus dem Osten, vornehmlich aus dem Egerland, zogen in den Baracken ein, wo es fortan auch das „Gasthaus zur neuen Heimat“ gab. Die Bevölkerung der Gemeinde Pfofeld wuchs auf 1499 Einwohner an. Ein bauliches Zeugnis aus der Nachkriegszeit ist die hölzerne Filialkirche in Langlau. Um die Munitionsrückstände aufzuarbeiten wurde in den Jahren 1946 bis 1948 die Staatliche Erfassungsstelle (STEG) betrieben. Zeitweise waren in ihr bis zu  460 Mitarbeiter tätig. Ab 1960 richteten die Amerikaner ein Treibstoffdepot für den Ernstfall ein, andere Teile übernahm die Bundeswehr. Zu dieser Zeit gab es in Langlau 34 Munitionslägerhäuser (MLH), die zwischen 34 und 180 Quadratmeter groß waren, ferner 20 Betriebssstoffhallen, in denen je 180000 Liter Treibstoff lagerten. Will man den Angaben von Friedrich Hetzner glaubend, dann lagerten dort in der Zeit des „Kalten Kriegs“ mehr Kampfstoffe mit viel mehr Sprengkraft als zu Kriegszeiten.

Wirtschaftlich sinnvoll genutzt waren Teile des Geländes ab  1953, als sich die Klavierfabrik Euterpe einrichtete, die in ihren besten Jahren an die 300 Mitarbeiter beschäftigte. Sie konnte dem internationalen Konkurrenzdruck aus Südostasien nicht standhalten und gelangte 1990 in die Hände von  Bechstein, dem letzten namhaften deutschen Klavierhersteller. Dieser gab 1993 die Produktion in Langlau auf. 350 Mitarbeiter fertigen heute die einstige Langlauer Marke „W.Hoffmann“ sowie „Bechstein“ und „Zimmermann“  im sächsischen Seifhennersdorf und im tschechischen Hvadec Kralove.

WERNER FALK