Jüdische Zirkusdynastien im 19. und 20. Jahrhundert

Das Jüdische Museum Franken in Fürth präsentiert anlässlich der beliebten Fürther Kirchweih eine Ausstellung über Amüsement und Freizeitvergnügen, das die Menschen seit Jahrhunderten fasziniert und schon fast magisch in ihren Bann zieht. „Herein spaziert! Manege frei!“ lädt den Museumsbesucher ein, in eine Welt der Zirkuskunst, Farben und Träume einzutauchen und stellt jüdische Zirkusdynastien in den Vordergrund.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts zogen jüdische Zirkusfamilien mit ihren Schau- und Zauberbuden, mit ihren Wagen, Zelten und Tieren von Stadt zu Stadt und boten Pferdedressuren, Clownerie sowie Zauberei und Akrobatikshows an. Die jüdischen Zirkusfamilien kamen auch zur Fürther Kirchweih und zeigten ihre Shows gerne auf dem Königsplatz, ganz in der Nähe des heutigen jüdischen Museums.
Bis um 1900 waren die Familien Strassburger, Blumenfeld und Lorch feste Größen in der Zirkuswelt. Im Laufe der Zeit wurde die technische Ausstattung der Zirkusse immer aufwändiger, der Tierbestand größer und exotischer, die Shows spektakulärer. Der Zirkus Strassburger gastierte seit den 1920er Jahren in einem riesigen Vier-Mast Zelt mit drei Manegen, zwei Bühnen und einem Olympiaring. Eine der vielen Sensationen war die menschliche Kanonenkugel. Ein Live-Orchester sorgte für Stimmung. Große Werbeplakate der Druckerei Friedländer zogen das Publikum an. Sie faszinieren bis heute.
Im Nationalsozialismus wurden jüdische Zirkusfamilien mit Berufsverboten belegt, ausgegrenzt und verfolgt. Manchen gelang die frühzeitige Emigration und Flucht ins Ausland, andere überstanden die Katastrophe versteckt in anderen Zirkussen, einige aber überlebten die Schoa nicht. Viele Überlebende blieben der Zirkuswelt auch nach dem Zweiten Weltkrieg oftmals treu und führten ihre Familientraditionen fort.
Die Ausstellung zeigt neben Werbeplakaten, Ansichtskarten und Programmheften auch Fotografien aus der Welt der Zirkusfamilien und hinter den Kulissen. Besondere Highlights der Schau sind Originalexponate aus dem Zirkus sowie zeitgenössische Filmaufnahmen aus den frühen 1930er Jahren.
Die Ausstellung wird am Sonntag, den 27. September 2026, um 11.00 Uhr, im JMF Fürth eröffnet und wird bis zum 6. Dezember zu sehen sein. Anmeldung: besucherservice@juedisches-museum.org
PRESSEMATERIAL ZUM DOWNLOAD: https://www.juedisches-museum.org/presse
INFORMATION ZUR AUSSTELLUNG
Eröffnung 27.9.26, 11 Uhr
Laufzeit: 29.9.26 – 6.12.26
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Franken in Fürth (Königstr. 89)
Öffnungszeiten: Di – So, 10-17 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 8.-10.10.26, 10-21 Uhr; 11.10.26, 10-20 Uhr
Eintritt: 6 | 3 Euro erm.
Eintritt frei während der Fürther Michaelis Kirchweih