SPD fordert Hitzeschutz-Check

Wie wirkt sich Hitze an den landkreiseigenen Schulen aus?


Die SPD-Kreistagsfraktion Weißenburg-Gunzenhausen fordert eine systematische Erfassung der Hitzebelastung an den landkreiseigenen Schulen. Aus Anlass der mehrwöchigen Hitzeperiode im Juni 2026 und mit Blick auf durch den Klimawandel wohl künftig noch drastischer ausfallender Hitzewellen soll die Landkreisverwaltung die Schulleitungen befragen und dem Kreistag berichten, an welchen Standorten und in welchen Gebäudeteilen es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Unterrichts- und Schulbetriebs gekommen ist. Auf Grundlage der Rückmeldungen aus den Schulen soll der Kreistag anschließend beraten, welche Maßnahmen wirksam, wirtschaftlich vertretbar und kurzfristig oder mittelfristig umsetzbar sind.
„Die Hitzewelle im Juni war ein deutliches Warnsignal. Wenn Schülerinnen und Schüler in überhitzten Räumen kaum noch konzentriert lernen können, dann darf die Politik nicht wegschauen“, erklärt Harald Dösel, SPD-Kreisvorsitzender sowie stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und warnt: „In den letzten Wochen sind etliche Klassenzimmer zu Backöfen geworden. Das ist längst kein Randthema mehr, sondern schlicht eine Frage des Gesundheitsschutzes für die Schülerschaft und die Lehrkräfte gleichermaßen.“
Der SPD-Fraktion geht es in ihrem Antrag ausdrücklich nicht um vorschnelle Maximalforderungen, denn der finanzielle Spielraum des Kreises ist angesichts der Haushaltslage angespannt. So fordere man nicht, pauschal alle Räumlichkeiten an Schulen mit Klimaanlagen auszustatten. Vielmehr müsse zunächst geklärt werden, wo konkreter Handlungsbedarf besteht: Wo fehlt Verschattung? Welche Räume heizen sich besonders stark auf? Wo ist nächtliche Auskühlung kaum möglich? Gibt es kühlere Ausweichräume für Unterricht, Prüfungen oder Ganztagsangebote? Und welche kurzfristigen Maßnahmen halten die Schulen selbst für sinnvoll?
Die Hitzewelle Ende Juni habe aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion gezeigt, dass extreme Temperaturen längst auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zur Realität geworden sind. Gerade Kinder und Jugendliche seien auf Lernorte angewiesen, die auch bei sommerlichen Belastungen funktionieren.
Die SPD-Kreistagsfraktion sieht den Landkreis hier als Sachaufwandsträger in der Verantwortung, gute Lern- und Arbeitsbedingungen an seinen Schulen sicherzustellen. „Hitzeschutzmaßnahmen sind ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaresilienten Infrastruktur und damit Teil moderner kommunaler Daseinsvorsorge“, betont Dösel. „Unsere Schulen müssen nicht perfekt sein. Aber sie müssen vorbereitet sein. Die nächste Hitzewelle kommt nicht überraschend – sie kommt mit Ansage.“ Enttäuscht zeigt sich der Sozialdemokrat von der Reaktion des Kultusministeriums auf die jüngste Hitzewelle. Dieses hat jüngst abgelehnt, allgemeine und verbindliche Hitzeschutzstandards für bayerischen Schulen festzulegen. „Damit entzieht sich der Freistaat der Verantwortung und überlässt es der Finanzkraft der Kommunen und Kreise, als Sachaufwandsträger für geeignete und gegebenenfalls auch baulich aufwändige und damit teure Abhilfe zu sorgen.“

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