Wie viel Wald brauchten die Menschen früher?

Frankenbund Weißenburg lädt zu historischem Vortrag ein


Wie haben die Menschen vor Jahrhunderten ihre Wälder genutzt – und gab es damals schon Ressourcenknappheit? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein Vortrag im Rahmen der Jahresversammlung des Frankenbundes, Gruppe Weißenburg, am 22. April 2026 im Gasthaus „Goldener Adler“.

Referent des Abends ist Dr. Roland Schmidt, der seine wissenschaftliche Arbeit zur Waldgeschichte im Raum Eichstätt vorstellt. Unter dem Titel „Forstgeschichte des Hochstifts Eichstätt von den Anfängen bis zur Säkularisation“ nimmt er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in eine Zeit, in der der Wald eine zentrale Lebensgrundlage war.

Im Fokus stehen die Jahre zwischen 1500 und 1800. Holz war damals unverzichtbar – als Brennstoff, Baumaterial und Grundlage für viele Handwerksberufe. Der Vortrag zeigt anschaulich, wie sowohl die Obrigkeit als auch die Bevölkerung den Wald nutzten und welche Regeln dabei eingehalten werden mussten.

Besonders spannend ist der Blick auf die Zeit ab etwa 1750: Mit dem Aufschwung der Eisenverarbeitung stieg der Holzbedarf stark an. Große Mengen wurden benötigt, um die Öfen zu betreiben. Gleichzeitig wird deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung die Wälder für den damaligen Staat hatten und welche Versuche unternommen wurden, die Nutzung besser zu lenken und Schäden zu vermeiden.

Auch ein weit verbreitetes Bild wird hinterfragt: Entgegen der häufigen Annahme eines allgemeinen Holzmangels zeigt Dr. Schmidt, dass es zwar örtlich zu Übernutzungen kam, eine flächendeckende Knappheit jedoch nicht nachweisbar ist.

Der Vortrag bietet damit nicht nur spannende Einblicke in die regionale Geschichte, sondern schlägt auch eine Brücke zu heutigen Fragen rund um Nachhaltigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Die Jahresversammlung des Frankenbundes beginnt um 19.00 Uhr, Gäste sind herzlich willkommen. Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zum Austausch.

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