Aber: Mehr verletzte Personen
Die diesjährige Verkehrsunfallstatistik für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen fällt statistisch tendenziell unauffällig aus – überschattet werden die Zahlen jedoch von den vier Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang. Besonders tragisch ist der Tod eines Kleinkindes.
In dem durch die Polizeiinspektionen Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen betreuten Straßennetz ereigneten sich insgesamt 3403 Verkehrsunfälle, 71 Unfälle -und somit in etwa 2%- weniger als im Vorjahr. Die überwiegende Anzahl von 2412 waren sogenannte Kleinunfälle mit Sachschaden. Bei 371 Verkehrsunfällen wurden 500 Personen verletzt (13 % mehr als im Vorjahr), 96 davon erlitten schwere Verletzungen, mussten also unfallbedingt stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Im Jahr 2025 waren im Schutzbereich der drei Landkreisinspektionen 6 Verkehrsunfalltote zu beklagen. Bei aller Tragik haben nachfolgend erläuterte Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang allesamt gemein, dass ihnen individuelles Fehlverhalten der Beteiligten als Hauptunfallursache zugrunde liegt:
Pleinfeld: Im Mai geriet ein 25-jähriger Pkw-Fahrer auf der Staatsstraße 2222 zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld mutmaßlich aus Unachtsamkeit in den Gegenverkehr und kollidierte dort frontal mit dem Pkw einer 42-jährigen Frau. Diese erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen, der Unfallverursacher überlebte schwer verletzt.
Treuchtlingen: Im Juni kam eine 85-jährige Pkw-Fahrerin auf der Bundesstraße 2 nahe der Abzweigung nach Osterdorf alleinbeteiligt von der Fahrbahn ab und im weiteren Verlauf in einem angrenzenden Feld zum Stehen. Die Unfallverursacherin selbst wurde leicht verletzt, ihr 85-jähriger Beifahrer erlag wenige Tage nach dem Verkehrsunfall seinen Verletzungen.
Weißenburg: Im Juli geriet ein 42-jähriger Pkw-Fahrer auf der Bundesstraße 2 an der Ortsumfahrung Dettenheim mutmaßlich u.a. aufgrund schlechter Witterungs-verhältnisse im Kurvenbereich mit seinem Pkw ins Schleudern und kollidierte im weiteren Verlauf frontal mit dem entgegenkommenden Pkw einer 49-jährigen Frau, welche ebenfalls noch an der Unfallstelle verstarb. Der Unfallverursacher zog sich schwere Verletzungen zu.
Pleinfeld: Im Dezember kam es zu einem tragischen Verkehrsunfall, als der Fahrstreifenwechsel eines 25-jährigen Pkw-Fahrers auf der Bundesstraße 2 zwischen den Abfahrten Pleinfeld Nord und Pleinfeld Süd eine in gleicher Fahrtrichtung befindliche 36-jährige Pkw-Fahrerin mutmaßlich zu einem Ausweichmanöver veranlasste, in dessen Verlauf es zu einem Frontalzusammenstoß mit einem weiteren, im Begegnungsverkehr befindlichen Pkw kam. Die 36-jährige Pkw-Fahrerin, eine 28-Jährige Mitfahrerin sowie deren 4-jährige Tochter verstarben alle noch an der Unfallstelle. Vier weitere Personen, darunter auch der Unfallverursacher, wurden leicht verletzt, zwei weitere Personen wurden schwer verletzt.
Senioren sind gefährdet
Bei 54 Unfällen waren Motorradfahrer beteiligt (Vorjahr 59). Dabei wurden 49 Zweiradfahrer verletzt, etwa 12% weniger als im vergangenen Jahr.
Bei den Schulwegunfällen ist ein deutlicher Anstieg von 4 Fällen im Vorjahr auf 8 Unfälle im Jahr 2025 zu verzeichnen. 9 Schüler zogen sich leichte Verletzungen zu, glücklicherweise wurde kein Schüler schwerwiegend verletzt. Weiterhin fester Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit ist neben dem Bereich der täglichen Schulwegüberwachung und Schulwegtraining in den Kindergärten auch die unermüdliche Arbeit der vielen ehrenamtlich tätigen Schulweghelfer, welche Tag für Tag mit ihrem Einsatz ebenso einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Schulweg unserer Kinder leisten.
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren zeigt im Vergleich zu den Vorjahren mit 198 Unfällen nahezu keine Veränderung. Bei den Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren im Alter ab 65 Jahren ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. Bei 282 (Vorjahr 242) Unfällen wurden 86 Senioren verletzt, was einer Steigerung von etwa 28 % entspricht.
Radfahrer häufiger beteiligt
Im vergangenen Jahr kam es nicht zuletzt aufgrund der immer weiter steigenden Nutzung von Pedelec und Fahrrad landkreisweit zu einem deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern. Die Fallzahlen stiegen hier von 95 Unfällen im Vorjahr um 40 % auf 133 Unfälle in 2025, 131 Radfahrer wurden dabei verletzt. In gut der Hälfte aller Fälle waren Fahrradfahrer Hauptunfallverursacher. Bereits seit mehreren Jahren bieten die Polizeiinspektionen im Landkreis in Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht in diesem Zusammenhang spezielle Pedelec Trainings für Senioren an. Dort werden neben theoretischer Vermittlung des sicheren Umgangs mit dem E-Bike auch praxisbezogene Fahrübungen unter Anleitung durchgeführt.
Auch die Fallzahlen im Bereich der Fahrerfluchten sind leicht angestiegen. Jedoch konnte bei 420 Unfallfluchten – knapp 10 % mehr als im Vorjahr – in 163 Fällen der jeweilige Verursacher, nicht zuletzt aufgrund vieler Mitteilungen und Hinweise aus der Bevölkerung, ermittelt werden. Somit stieg die Aufklärungsquote hier erfreulicherweise um knapp 3 %. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss sind 2025 mit 26 Unfällen im Vergleich zu 2024 mit 34 Unfällen leicht rückläufig.
10 Prozent weniger Wildunfälle
Hauptunfallursachen sind weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit, ungenügender Sicherheitsabstand, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie Vorfahrtsverstöße, aber auch Ablenkungsverstöße, teilweise durch die Nutzung von Mobiltelefonen. Aber auch ohne individuelles Fehlverhalten kann es immer wieder zu Verkehrsunfällen kommen. So verzeichnet die Statistik insgesamt 1440 Wildunfälle, knapp 10 % weniger als im Vorjahr.Zur Bekämpfung der Geschwindigkeitsunfälle wurden im vergangenen Jahr durch die drei Landkreisinspektionen bei Geschwindigkeitsüberwachungen mit dem Handlasermessgerät insgesamt 1007 Einsatzstunden geleistet. Gegen 260 Verkehrsteilnehmer wurde ein Verwarnungsgeld ausgesprochen, 573 erhielten einen Bußgeldbescheid inklusive Punkte in Flensburg. Zusätzlich überwachte die Verkehrspolizei Ansbach mit technischem Gerät (Lichtschranke, Radargerät) Unfallhäufungsstellen und Gefahrenpunkte im Landkreis. Auch seitens der kommunalen Verkehrsüberwachung der Städte Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen wurden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.
Neben 113 festgestellten Fahrten unter Alkoholeinfluss wurden 92 Fahrten unter Drogeneinfluss sanktioniert. 148 Kraftfahrer bzw. deren Beifahrer verstießen -trotz der mittlerweile in nahezu jedem Fahrzeug verbauten akustischen Warneinrichtungen- gegen die Gurtanlegepflicht. 607 Bußgeldbescheide ergingen gegen Fahrzeugführer wegen verbotener Nutzung des Mobiltelefons.
Poser müssen mit Strafen rechnen
Die gezielten Kontrollaktionen der letzten Jahre in Zusammenarbeit mit der eigens darauf spezialisierten Kontrollgruppe Cartuning des Polizeipräsidiums Mittelfranken zeigen Wirkung, sodass dem Phänomen der sogenannten Poser wirksam begegnet werden konnte. Insgesamt wurden dennoch 10 Verstöße der unzulässigen Lärmverursachung durch Poser geahndet, ferner wurden 25 Anzeigen wegen dem Erlöschen der Betriebserlaubnis an nicht ordnungsgemäß ausgerüsteten Fahrzeugen erstattet. Auch in diesem Jahr werden die Polizeiinspektionen Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen relevante Verstöße in diesem Bereich konsequent verfolgen.