Sensation im Kreis Ansbach

Der 33jährige Marco Meier schlägt Amtsinhaber Dr. Ludwig

Die Landratswahl im Landkreis Ansbach endete im ersten Wahlgang am 8. März mit einer faustdicken Überraschung: der junge Herausforderer kam auf 41,9 Prozent der Stimmen, der seit 12 Jahren amtierende Landrat auf nur 29,1 Prozent. Plakativ ausgedrückt:  der FW-Bewerber und  junge Bürgermeister von Ornbau setzte sich in 54 von 58 Gemeinden durch. In ganz Mittelfranken, wenn nicht gar in ganz Bayern, ist dieses Ergebnis wohl das sensationellste.

Marco Meier ist seit sechs Jahren hauptamtlicher Bürgermeister von Ornbau, der kleinsten Stadt in Mittelfranken. Es ist erstaunlich, wie sich die Kommune mit 1720 Einwohnern nach einer langen Ära von eher bedächtig agierenden Bürgermeistern entwickelt hat. Der junge Chef geht neue Wege, um sein Städtchen auf Trab zu bringen. Und die Bevölkerung zieht mit. 

Meier war schon als Kind und Jugendllicher aktiver Fußballspieler, ab 2020 Trainer des Bezirksligisten SV Ornbau. Der aus dem kleinen Petersdorf (Gemeinde Weihenzell) stammende Wirtschaftspsychologe und Sportmanager (Dozent an der Hochschule für angewandtes Management in Treuchtlingen und Ismaning) ist bodenständig, aber er hat auch visionäre Gedanken. Der 33-Jährige hatte  sich schon  in seiner Heimatgemeinde als jüngster Gemeinderat (21 Jahre) engagiert und war drei Jahre Pressereferent des FW-Landtagsabgeordneten Dr. Peter Bauer. Bei der letzten Kommunalwahl 2020 fuhr er seinen ersten großen kommunalpolitischen Erfolg ein: er wurde zum Bürgermeister und Kreisrat der FW gewählt.  Die „Fränkische Landeszeitung“ nannte ihn ein „politisches Wunderkind“. Am 8. März ist er als konkurrenzloser Kandidat angetreten und 91,6 Prozent der Stimmen bekommen – ein grandioses Resultat.

Mit diesem sagenhaft guten Ergebnis im ersten Wahlgang hatte sowohl  in Ornbau als auch im Kreis keiner gerechnet. Meier hat davon höchstens geträumt.  Seine erste Reaktion:  „Wahnsinn, aber wir bleiben am Boden“. Jetzt kommt es am 22. März zur Stichwahl.

Die politischen Auguren im Kreis rätseln. Wie konnte dieses Resultat zustande kommen? Was hat der CSU-Landrat falsch gemacht? Was ist das Geheimnis von Marco Meier?  Auf die Fragen wird es in den nächsten Tagen Antworten geben. Eine könnte sein: Meier hat drei Monate lang alle 58 Gemeinden des Landkreises besucht und hat als kommunikativer Mensch tausende von Wählern persönlich angesprochen.

CSU verliert

Neben der AfD, die 14,1 Prozent der Stimmen bei der Ansbacher Kreistagswahl einheimste, waren die Freien Wähler die zweiten Gewinner des Urnengangs. Sie gewannen 1,6 Prozent dazu und landeten bei 22,1 Prozent. Um 0,6 Prozent leicht erhöht fiel das Ergebnis für die Linke (3,1 Prozent) aus. Die anderen Parteien gingen sozusagen als Verlierer vom Platz: CSU 32,3 Prozent, -7,7, Grüne 12,1, -4,4, SPD 10,4 -1,2, ÖDP 3,6, -1,6, FDP 2,3, -1,4.

WERNER FALK

Falk Report per E-Mail

Einmal im Monat kommunal- und gesellschaftspolitische Themen aus Gunzenhausen – ergänzt um historische Beiträge des Heimatkundevereins. Bleiben wir in Kontakt!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen