88-jährig ist der ehemalige Heidenheimer in Weißenburg gestorben

Er gehörte zweifellos zu den renommiertesten Architekten in Altmühlfranken: Friedrich Bauer. Seine „Architektursprache“ im privaten Wohnungsbau war einmalig. Etliche Projekte, die auch in Altmühlfranken realisiert wurden, künden davon, dass eine noble Villa nicht nur aus simplen vier Wänden bestehen muss.
Friedrich Bauer, der am 5. Februar im Alter von 88 Jahren in Weißenburg gestorben ist, stammte aus Markt Berolzheim, wo er zusammen mit seinem Bruder, dem langjährigen Bürgermeister Herman Bauer, aufgewachsen ist. Er wandte sich dem Architekturstudium zu. Seine beruflich erfolgreichste Ära erlebte er in den siebziger und achtziger Jahren, als er viele öffentliche Gebäude (u.a. Schulen) konzipierte. Sein Ideenreichtum und seine ästhetische Gestaltungskraft waren extrem ausgeprägt. Das kann die Bauherrschaft bestätigen, die es sich leisten konnte, dass es nach alter Verkäuferart „etwas mehr sein durfte“.
Sitz seines Heidenheimer Büros war das repräsentative Gebäude in der direkten Nachbarschaft des Münsters , das vorher als Rathaus Verwendung gefunden hatte. In der Heidenheimer Zeit von Friedrich Bauer sind die Töchter Claudia und Denise geboren, in seiner zweiten Ehe mit Ingrid Minnameier ist Sohn Florian dazu gekommen.
Er galt für viele aus eine „kauzige Gestalt“, was sagen soll, er war ein Mensch, der es liebte, die Grenzen der Konvention zu überschreiten. In seiner Heimatgemeinde gehörte er zeitweise dem Gemeinderat an und für den von ihm inszenierten „Bürgerblock“ kandidierte seine Frau für das Bürgermeisteramt. Mit seinen kommunalpolitischen Vorstellungen grenzte er sich von vielen Wählern ab. Die Distanz offenbarte sich spätestens beim privaten und geschäftlichen Umzug nach Weißenburg, wo er 1998 die „Silbermühle“ vor den Toren der Stadt erwarb, die bis heute u.a. als eine gastronomisch vorzügliche Adresse gilt. Bis 2023 war er Geschäftsführer der BB-Bauherr-, Beratungs- und Immobiliengesellschaft, danach übernahm seine Frau diese Funktion. Zeitweise gehörte er auch dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank an.
Friedrich Bauer war ein Mann von unbändiger Lebenslust und starken Begierden. Er genoss den Rausch des beruflichen Erfolgs und seine Sammlerleidenschaft galt vornehmlich wertvollen Raritäten.
Beigesetzt wird Friedrich Bauer am Freitag, 20. Februar, um 14.30 Uhr auf dem Weißenburger Westfriedhof.
WERNER FALK