„Wir produzieren zuviel Demokratie“

Dr. Ingo Friedrich: Es wird zu vieles verzögert oder ganz gestoppt

Wir praktizieren in Deutschland nicht zu wenig, sondern zu viel Demokratie.
Die Stimmung in der Wirtschaft und insbesondere im Mittelstand ist immer noch
außerordentlich pessimistisch: Viel zu viele zukunftsweisende Vorhaben und Projekte werden
verzögert oder ganz gestoppt. Schuld daran ist einerseits eine überbordende Bürokratie, aber
andererseits auch immer häufiger Einsprüche oder Einwände „demokratischer“ Verbände,
Gremien und Betroffener. Sogar in den politischen Parteien hat sich eine derart übertriebene
„demokratische“ Geisteshaltung eingeschlichen: Es gibt nahezu keine wichtige politische
Entscheidung mehr – man denke nur an Bürgergeld oder Rente, an Frankenschnellweg,
Windräder, Stadtumlaufbahn u.v.m. – gegen die nicht sofort „demokratische“ Minderheiten
Einspruch erheben. Vereine wie die Deutsche Umwelthilfe mögen gut gestartet sein, aber
inzwischen schädigen ihre Kampagnen und Gerichtsverfahren meines Erachtens deutlich
mehr als sie nutzen. Durch die Summierung solcher Lähmungen und Verzögerungen ergibt
sich ein dramatisch negatives Gesamtbild, das mit „German Stillstand“ noch milde
umschrieben werden könnte.
Während in anderen europäischen Ländern die Wirtschaft boomt, z.B. Polen, Portugal,
Griechenland, bricht in Deutschland das Wachstum ein mit dramatischen Folgen für den
Wohlstand aller. Wenn man dann noch die von Rot-Grün besonders geförderte grundsätzliche
Abneigung gegen Leistung (Work Life Balance) und die große Skepsis gegen die Förderung
von Begabungen dazu nimmt, könnte einem angst und bange werden.
Während China „demokratiefrei“ alles auf Leistung und Zukunft setzt, beschäftigen wir uns
mit unseren Wehwehchen und blockieren oft wegen „demokratischer“ Einzelinteressen die
Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres ganzen Landes. Hier muss politisch und von der
Mentalität aller Bürger her ein grundlegender Umdenkungsprozess erfolgen. Wenn Willi
Brandt einst sagte „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ gilt heute: „Wir müssen mehr
wirtschaftliche Dynamik wagen!“

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