Bestnoten für die Radlerstadt

Gunzenhausen darf den Titel als fahrradfreundliche Kommune behalten

Die Stadt hat den Prüfprozess erfolgreich überstanden. Sie darf weiter als „Fahrradfreundliche Kommune“ firmieren. Foto: Teresa Biswanger/StGun


Nun haben wir es schwarz auf weiß: Gunzenhausen wird auch weiterhin den Titel fahrradfreundliche Kommune behalten. Die Bewertungskommission, hat nach ausgiebiger Prüfung entschieden, dass Gunzenhausen weiterhin den begehrten Titel für weitere sieben Jahre führen darf. „Wir werden für unsere Bemühungen belohnt“, freut sich Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „2018 wurden wir erstmals als fahrradfreundlich zertifiziert, haben aber damals von der Prüfungskommission auch Hausaufgaben bekommen. Die Hausaufgaben haben wir erfüllt. Die vielen Jahre, die wir an der Verbesserung für den Radverkehr gearbeitet haben, haben sich gelohnt.“
Das stetig wachsende Netzwerk bayerischer Kommunen existiert bereits seit 2012 und umfasst inzwischen 143 Städte, Gemeinden und Landkreise. Mit der Mitgliedschaft gilt es umfangreiche Kriterien in den Bereichen Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service zu erfüllen. Bisher konnten sich nur 12 Kommunen der Rezertifizierung erfolgreich stellen.
Vor sieben Jahren stellte sich die Stadt erstmals der Bewertungskommission vor und erhielt die Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“. Da Radverkehrsförderung eine Daueraufgabe ist, musste sich die Kommune heuer erneut dem Prüfverfahren stellen.
Am 15. Oktober 2025 wollte sich die Bewertungskommission bestehend aus der Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) Sarah Guttenberger, Christian Deuerling von der Landesbaudirektion, als Vertretung für das Bay. Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Robert Burschik und Johannes Ziegler vom ADFC-Landesverband und Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber, davon überzeugen, dass Gunzenhausen weitere Anstrengungen und Verbesserungen zur Förderung des Radverkehrs unternommen hat.
In der rund fünfstündigen Begutachtung wurde die Infrastruktur auf Herz und Nieren überprüft und mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung vor Ort diskutiert. Mit dabei waren neben dem Ersten Bürgermeister und dem Radverkehrsbeauftragten Klaus Stephan auch Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Abteilungen des Rathauses sowie die Polizei, Gebietsverkehrswacht und das Staatliche Bauamt.
Im Laufe des Prüfprozesses stellte sich die Kommune vertiefende Fragen der Kommission zum aktuellen Stand zur Fahrradförderung.
Abschließend kam die Kommission zum Ergebnis, die Stadt Gunzenhausen erneut zur Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“, verliehen durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, vorzuschlagen.
Besonders folgende Punkte konnten die Bewertungskommission überzeugen:

Großes Interesse und spürbare Begeisterung für nachhaltige Mobilität und Radverkehr

Hohe Motivation und engagiertes Vorgehen der Verantwortlichen

Vielfältige und praxisorientierte Workshops zur Einbindung der Bürgerinnen und Bürger

Beeindruckende und funktional gestaltete Fahrradabstellanlagen

Positives Baustellenmanagement mit klarer, gut sichtbarer Beschilderung

Aktive und kreative Nutzung der Lastenräder im Stadtgebiet

Suche nach individuellen, standortspezifischen Lösungen für die Radinfrastruktur

Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit mit Projekten wie dem Pendlerfrühstück und der Neubürgerradeltour

Kreatives und ansprechendes Wimmelbild zur Darstellung der städtischen Radkultur

Informative, übersichtliche und gut gepflegte Homepage

Gelungene Außenkommunikation, z. B. durch ansprechende Werbung für die Fahrradboxen

Gute und umfassende Information über verfügbare Fördermittel
Doch trotz des positiven Ergebnisses und der erneuten Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune“ wurden weitere Handlungsempfehlungen ausgesprochen, um die Situation des Radverkehrs in der Kommune auch zukünftig zu verbessern:

Bestehende Radverkehrsinfrastruktur regelmäßig überprüfen und bewerten

Schmale Schutzstreifen kritisch hinterfragen, insbesondere im Hinblick auf fehlende Sicherheitstrennstreifen

Prüfen, ob Mittelmarkierungen entfallen können, um eine bessere Orientierung am Schutzstreifen zu ermöglichen

Prüfung der Mitgliedschaft für fahrradfreundliche Arbeitgeber
Die Auszeichnung hat sieben Jahre Bestand, danach müssen weitere Fortschritte erkennbar sein.
Auch der Abgeordnete des Bayerischen Landtages, Wolfgang Hauber, der bereits an mehreren Bereisungen teilgenommen hat, würdigte das Engagement der Stadt Gunzenhausen und gratulierte zur Rezertifizierung.
AGFK-Geschäftsführerin Sarah Guttenberger: Um die Auszeichnung weiter tragen zu dürfen, sind permanent weitere Anstrengungen für einen leichten, sicheren und attraktiven Radverkehr notwendig. Die Stadt Gunzenhausen konnte uns davon überzeugen, dass sie Radverkehrsförderung weiterhin ernst nimmt und seit der erstmaligen Zertifizierung zahlreiche weitere Projekte umgesetzt hat.
Abschließend ergänzte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz: Wir freuen uns über das Ergebnis und werden in unseren Anstrengungen um eine positive Radkultur nicht nachlassen. Die nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität ist eine Daueraufgabe in der Stadt Gunzenhausen. Ich danke allen, die uns bei den Bemühungen unterstützen und die zu den positiven Prüfungsergebnissen beigetragen haben. Neben den Verbesserungen der Radverkehrsinfrastruktur kamen auch unsere zusätzlichen Angebote sehr gut an, zum Beispiel die fünf Lastenräder, die über die Verwaltung kostenlos ausgeliehen und getestet werden können. Oder die Seniorenrikscha, die Kapitän Reinhard Adolphs im Foyer der Stadthalle präsentieren konnte.

Falk Report per E-Mail

Einmal im Monat kommunal- und gesellschaftspolitische Themen aus Gunzenhausen – ergänzt um historische Beiträge des Heimatkundevereins. Bleiben wir in Kontakt!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen