„Höchste Anerkennung“ des Landrats für Edmund Zöller

Sie widmen sich ehrenamtlich den heimischen Traditionen und unserer Kultur: Kreisheimat- und Kreisarchivpfleger. Bei einem ihrer regelmäßigen Austauschtreffen im Landratsamt Ansbach konnten sie nun den Ansbacher Edmund Zöller aus ihrem Kreise und seiner Funktion als Kreisheimatpfleger verabschieden. Genau 33 Jahre lang widmete sich der heute Hundertjährige diesem Ehrenamt, war Ideengeber für die Mittelfränkische Bocksbeutel- und die Fränkische Wehrkirchenstraße. „Ich danke Herrn Zöller herzlich für seine geleistete Arbeit. Für seinen Einsatz zum Erhalt und die Förderung der fränkischen Kultur sowie des Landkreises Ansbach gebührt ihm höchste Anerkennung“, sagte Landrat Dr. Jürgen Ludwig.
Edmund Zöller ist für viele Heimatkundler eine Institution. Er gehört seit Jahrzehnten der Frankenbund-Gruppe Ansbach an, die eigens ein Edmund-Zöller-Archiv im Herrieder Tor eingerichtet hat. Zöllers Ohren schränken heute seine Aufnahmefähigkeit ein, aber ansonsten ist er heute mit seinen 100 Jahren so quierlig wie eh und je.
In den Städten und Gemeinden Westmittelfrankens hat er in vielen Jahrzehnten rud 1500 Diavorträge gehalten und seine Kenntnisse bei 320 Studienfahrten weitergegeben. Seine Sammlung zu Ortsbildern, Brauchtum, Kirchen, Burgen, Schlössern, Bildstöcken, Wegkreuzen und zur fränkischen Landschaft schlechthin besteht aus 25000 Dias. Er hat vier Bücher über die Wehrkirchen geschrieben, darüber hinaus fünf Faltblättchen gestaltet. Seine mehr als hundert heimatkundlichen Abhandlungen wurden in etlichen Heimatzeitungen veröffentlicht. Zöller war viele Jahre stellvertretende Vorsitzender der Frankenbund-Gruppe Ansbach und Beiratsmitglied.
Landerat Dr. Ludwig hatte kürzlich alle Heimatpfleger in das Landratsamt eingeladen. Die Zusammenkunft diente der Kontaktpflege und Information der Ehrenamtlichen, die im gesamten Landkreis leben und aktiv sind. Richard Schmidt berichtete dieses Mal über Strategien bei der Online-Suche zum Thema Heimatpflege. Er ist Kreisheimatpfleger für Vor- und Frühgeschichte und befasste sich daher zuerst mit Bodendenkmälern. Er forschte im Bayern Atlas, zudem auch in digitalen Sammlungen von Museen. Die Funde sind höchst unterschiedlich. Mal sind es Bilder von Gebäuden, mal der Reisebericht eines Bahnreisenden, dann wieder stößt er auf ein Kartenspiel mit 1.800 Karten, in dem ganz Europa mit seinen Städten verzeichnet ist, darunter auch drei Karten aus Franken.
Ein weiteres Thema waren Fördermöglichkeiten für archäologische Ausgrabungen, die der Freistaat Bayern privaten und kommunalen Bauträgern seit Mai dieses Jahres bietet.