LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer nimmt deutlich Stellung

Bürokratieabbau gerne, aber nicht als Vehikel, um Umweltstandards zu senken und Naturschutzgesetze zu schwächen. Dr. Norbert Schäffer, der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern, wendet sich in der letzten Ausgabe des „Magazins“ entschieden dagegen, auf den „Bericht zur Lage der Natur in Bayern“ zu verzichten, wie dies aus Kreisen der bayerischen Staatsregierung zu hören ist. „Das ist so, als würde der Arzt angesichts eines fiebernden Patienten das Fieberthermometer wegwerfen mit der Begründung, es würde die Patienten ja nicht helfen“, erklärt Dr. Schäffer wörtlich. Er sieht derzeit besorgniserregende Bestrebungen, die Naturschutzgesetze zu schwächen – und dies oftmals unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus. Die Forderung der CSU, die erst im letzten Jahr verabschiedete EU-Renatuörierungsverordnung abzuschaffen, sei beschämend für ein Land, das mit „Rettet die Bienen“ zum Pionier im Naturschutz geworden sei.
Dr. Schäffer erklärt, er halte „Freiwilligkeit statt Ordnungsrecht“ ebenfalls für die richtige Maxime, aber auch freiwillige Maßnahmen kämen nicht ohne Geld aus. Nach seiner überschlägigen Berechnung könnten alle Naturschutzprojekte durchgeführt werden, wenn in Bayern (bei einer Co-Finanzierung aus Berlin und Brüssel) jährlich 10 Euro pro Einwohner dafür ausgegeben würden.
In einem Vorwort der aktuellen Ausgabe des LBV-Magazins bezieht sich Dr. Schäffer der Funktion des Waldes als Lebensraum für alle Tier- und Pflanzenarten. Er sei eben mehr als nur ein romantischer, mystischer und magischer Ort. Auf den Feldern, Wiesen und Weiden Bayerns seien in den letzten vierzig Jahren die Hälfte aller Vögel verloren gegangen, in den Wäldern 20 Prozent. Der LBV-Chef würdigt ausdrücklich die Artenschutzmaßnahmen und den Waldumbau, wie er im Freistaat vorangetrieben wird. –fa-