Deponiegas ist unbrauchbar

Gunzenhausen: Stillgelegte Hausmülldeponie wird saniert


Unter dem saftig grünen Fußballplatz, auf dem die Spieler des 1. FC Gunzenhausen um Punkte kämpfen, befindet sich die ehemalige städtische Hausmülldeponie „Insel auf der Au“. Die stillgelegte Halde wurde bereits vor langer Zeit zugeschüttet und es ist buchstäblich Gras über die Sache gewachsen. Doch die Altlasten sind nicht verschwunden und produzieren bis heute Methangase. Aus Sicherheitsgründen müssen diese abgesaugt werden und deshalb wird am Sportplatzgelände aktuell ein Leitungssystem verlegt. Das Deponiegas kann auf diese Weise geschlossen abtransportiert und entsorgt werden. Die Planungen, Ausschreibungen und die Bauleitung wurden von Ingenieurbüro CDM Smith übernommen.
Seit Jahrzehnten hat die Verwaltung einen strengen Blick auf die „Insel auf der Au“. Mehrere Detailuntersuchungen setzten sich mit dem konkreten Gefährdungspotential der Altlasten auseinander. Die gute Nachricht: Belastetes Sickerwasser tritt nicht aus, ein Glück, so nah an der Altmühl. Allerdings laufen unter der Erde nach wie vor Zersetzungsprozesse ab. Ein bisschen Kohlendioxid, dazu Wasser und die Arbeit von Mikroorganismen sorgen für Deponiegas, welches an die Oberfläche will. „Dieses Gas möchten wir natürlich aus der Erde bekommen und haben uns daher für umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen entschieden“, erklärt Stadtbaumeister Max Pelczer. „Die Treuchlinger Firma Carl Heuchel GmbH & Co KG führt daher im Auftrag der Stadt eine Bodensanierung durch und installiert im Moment u.a. zahlreiche Bodenluftabsaugpegel. Außerdem werden zahlreiche Leitungen
verlegt, so dass das Deponiegas abgesaugt werden kann.“ Im nächsten Jahr wird von der Firma Lambda Gesellschaft für Gastechnik mbH aus Herten dann eine Anlage errichtet, welche das gesammelte Gas verbrennen soll. Diese Anlage wird nach aktuellem Planstand drei bis fünf Jahre in Betrieb sein. Das Sportgeschehen auf dem Fußballplatz ist während dieser Zeit natürlich weiterhin möglich.
Eine Zweit- oder Nachverwertung des Deponiegases macht übrigens keinen Sinn. „Es handelt sich nicht um hochwertige Gase, so dass der Kosten-Nutzen-Faktor gegen eine Verwertung spricht. Das Deponiegas von der Insel auf der Au wird entsorgt“, ergänzt Stadtbaumeister Max Pelczer.
Die Entsorgungs- und Sanierungskosten wurden auf mehr als zwei Millionen Euro geschätzt. Die Stadt Gunzenhausen ist Mitglied bei der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH (GAB) und bekommt die enormen Kosten fast vollständig ersetzt. Als überschaubarer, festgelegter Eigenanteil bleiben rund 150.000 Euro, die in der Vergangenheit bereits vollständig erbracht wurden. „Stillgelegte Hausmülldeponien gibt es vielerorts und auch in Gunzenhausen müssen wir mit dieser Umweltsünde umgehen“, so Stadtbaumeister Max Pelczer. „Wir haben jedoch einen sinnvollen Weg gefunden und unser Vorgehen mit dem 1. FC Gunzenhausen abgestimmt. Natürlich werden wir auch künftig einen Blick auf die ehemalige Deponie haben. Denn wir werden den alten Abfall nicht loswerden, doch zumindest soll keine Gefährdung von diesem ausgehen.

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