FabLab legt los

Zugang zu hochtechnischen Geräten für Jedermann

Auf 160 Quadratmeter macht sich FabLab in der Hetzner-Halle breit. Fotos: Falk

Vor drei Jahren ist das „FabLab Altmühlfranken“ in Gunzenhausen gegründet worden. Jetzt geht es sozusagen in Betrieb. Das „Fabrikationslabor“, dem inzwischen über 60 Mitglieder angehören, präsentierte sich kürzlich in der Halle des Onlineunternehmens Hetzner in der Industriestraße.  

Die Halle ist 2015 von der Stadt als Flüchtlingsunterkunft gebaut worden, war aber nie belegt. Sie wurde in der Folgezeit an die Firma Hetzner verkauft, die in der direkten Nachbarschaft ihren Firmensitz hat. Auf rund 160 Quadratmetern hat der Verein einen innovativen Gerätepark aufgebaut, den jeder gegen einen geringen Obolus nutzen kann. Wie Vorsitzender Fabian Müller erklärte, „haben die Leute nach Corona jetzt große Lust loszulegen“.

Vorsitzender Fabian Müller (rechts) dankte den Sponsoren mit einem selbst produzierten Präsent: Karl Betz (alfmeier), Wolfgang Pendelin (Bosch-Thermotechnik), Bürgermeister KH Fitz, Erich Herreiner (Koordinator) und Julia Herzog (Hetzner online). Foto: Falk

Gefördert wird das auf fünf Jahre angelegte Projekt mit rund 45000 Euro aus dem „Leader-Fond“ der EU, den gleichen Betrag bringt der Verein mit Hilfe von privaten Spenden auf. Der „harte Kern“ des Vereins hat in den letzten drei Jahren die von Hetzner-Online zu günstigen Konditionen bereitgestellte Halle eingerichtet. Finanzielle Unterstützung erhält er auch vom Freistaat Bayern sowie von der Stadt Gunzenhausen (5000 Euro jährlich). Einheimische Firmen wie Bosch-Thermotechnik, Alfmeier, Verpa oder die Gutmann-Stiftung in Weißenburg leisten ebenfalls ihren Beitrag.

„Jeder, der technisch etwas vorgebildet ist, kann sich bei uns ausbilden lassen“, sagt der Vorsitzender Müller, schränkt aber zugleich ein, dass das Angebot nur für Privatpersonen gilt, nicht für gewerbsmäßig Tätige. Mit Hilfe von 3-D-Druckern, computergesteuerten Fräsmaschinen, Lasercuttern oder Hochleistungs-Nähmaschinen können die unterschiedlichen Materialien (z.B. Metall, Holz, Textilien) bearbeitet werden. Die meisten Maschinen wurden neu gekauft, nur einige sind Gebrauchtgeräte, die „FabLab“ als Spenden erhalten hat.

Die meisten Maschinen sind neu. Die Mitglieder können sie ohne Kostenaufwand nutzen.

Der Verein will die Mitglieder in der Anwendung der modernsten Technik schulen. Die Sorge, dass nach den fünf Jahren der Förderung der Bestand gefährdet sein könnte, hat der Vorsitzende Müller nicht. Die Nutzer der Einrichtung  werden auch finanziell nicht über Gebühr in Anspruch genommen. Gerade einmal zwei Euro beträgt der Mitgliedsbeitrag im Monat. Demnächst sollen die ersten Kurse anlaufen. Dazu stehen große Bildschirme und Beamer bereit.

Dass das Sponorengeld gut angelegt ist, das bestätigte Wolfgang Pendelin von Bosch-Thermotechnik. Den Verantwortlichen des Vereins, zu denen auch Stellvertreter Michael Grüb, Dominic Weiß, Kathrin Kimmich, Uwe Mann, Leonhard Götz und Matthias Menhorn gehören, dankte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bei der Eröffnung und erklärte, dass im Fall der Realisierung des FabLab-Projekts viele Räder ineinander gegriffen haben.

In einigen Wochen will FabLab die regulären Öffnungszeiten bzw. die Kontaktdaten bekannt geben.

WERNER FALK

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