Gemeinsame Aufarbeitung

Internetseite mit Holocaust-Gedenkmuseum der USA verknüpft

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ist stolz, dass es jetzt eine digitale Verbindung der Gunzenhäuser Forschungsarbeit mit dem renommierten Holocaust-Museum in den USA gibt.


Eine große Ehre wurde vor kurzem dem Projekt „Jüdisches Leben in Gunzenhausen“ und der dazugehörigen Homepage zuteil. Das international renommierte United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) ist auf die städtische Internetseite aufmerksam geworden und hat eine internationale Zusammenarbeit angeboten. Ziel ist eine gezielte Aufarbeitung und Erforschung der jüdischen Geschichte Gunzenhausens im Dritten Reich. Hierbei ist insbesondere die Kontaktaufnahme mit den Nachkommen wichtig, die sich im Laufe der Jahrzehnte über die ganze Welt verteilten. Die Kooperation mit dem USHMM verspricht eine noch größere Reichweite, die zu neuen Kontakten führen soll. Vor kurzem wurde die Website jl-gunzenhausen.de mit der amerikanischen Homepage www.ushmm.org verknüpft.
„Das Interesse des USHMM an unserem, im Vergleich zum amerikanischem Museum eher kleinem Projekt, ist unerwartete Wertschätzung und für alle Beteiligten eine große Ehre“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Am Ende gehen wir einen gemeinsamen Weg und müssen alles dafür tun, damit sich solch ein finsteres Kapitel nicht wiederholt. Zwingend notwendig sind die Aufarbeitung und der Aufbau bzw. die Festigung einer Erinnerungskultur.
Dies gelingt immer mehr auf digitalem Wege. So vernetzt die Internetseite Jüdisches Leben in Gunzenhausen Menschen aus aller Welt und bringt diese zusammen. Die geknüpften Kontakte tragen zur Verständigung bei und haben schon manches Schicksal Gunzenhäuser Juden
geklärt.“
Das Projekt „Jüdisches Leben in Gunzenhausen“ wurde im Jahr 2000 auf Initiative des damaligen Schulleiters Franz Müller von Schülerinnen und Schülern der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen unter Leitung der Lehrerin Emmi Hetzner ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit
mit der städtischen IT-Abteilung unter der Leitung Horst Schäfers und der fachlichen Expertise des Stadtarchivars Werner Mühlhäußer entstand kurz darauf die Internetseite jl- gunzenhausen.de, auf der bereits 2002 mehr als 20 Wohnhäuser aufgelistet waren, welche
von jüdischen Familien in Gunzenhausen während der Nazi-Zeit verlassen werden mussten. Zu jedem Haus wurden Informationen gesammelt, u.a. zu den Besitzern und ehemaligen Bewohnerfamilien.
2013 wurde jl-gunzenhausen.de in Kooperation mit der Hochschule Ansbach komplett überarbeitet und in vielen Facetten weiterentwickelt. Eine Gruppe Studentinnen unter der Leitung des Hochschullehrers Prof. Dr. Helmut Roderus legten u.a. Artikel zweisprachig (Deutsch/Englisch) an und gaben die Internetseite für mobile Endgeräte frei. Dieser vollständige Neuaufbau wurde mit einer Bachelorarbeit der Studentin Lena Mathussek
abgeschlossen, welche für die herausragenden Leistungen von Hochschule und Studentinnen am Ende sogar mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet wurde.
Das Projekt „Jüdisches Leben in Gunzenhausen“ ist lebendig wie nie zuvor und die Verknüpfung mit dem USHMM ist Auszeichnung und Anerkennung der bisher geleisteten Forschungsarbeit.

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