Verdienstmedaille verliehen

Hohe Ehrung für Heinz Horst und Lydia Mägerlein

Bürgermeister Fitz mit Heinz Horst. Fotos: StGun

Als „einen Mann, der für die Musik lebt“ charakterisierte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bei einem Empfang in der Stadthalle den 80jährigen Musikpädagogen Heinz Horst und überreichte ihm die Verdienstmedaille der Stadt Gunzenhausen.  Der Stadtrat hatte sich bereits am 30. Juli letzten Jahres einstimmig für die Ehrung ausgesprochen.  Mit ihm erhielt auch die Leiterin der „Speis“ in Gunzenhausen, Lydia Mägerlein, die hohe Auszeichnung.

Die Verdienstmedaille ging auch an Lydia Mägerlein. Foto: StGun/Grosser

An dem coronagerechten Empfang in der Stadthalle nahmen auch die Familienangehörigen der beiden Geehrten teil, außerdem langjährige Wegbegleiter. Der Posaunenchor gab im Foyer der Feier ein musikalisches Gepräge. Das Stadtoberhaupt, das auch Landrat Manuel Westphal, die beiden Altbürgermeister Gerhard Trautner und   Joachim  Federschmidt, Dekan Klaus Mendel und SMG- Schulleiterin Susanne Weigel begrüßte, benannte die Kriterien, die für eine Ehrung mit der Verdienstmedaille (sie ist nach der Ehrenbürgerschaft die zweithöchste Auszeichnung, die von der Stadt vergeben wird) gelten. Dazu gehören Verdienste im politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich.  Der Rathauschef sagte wörtlich: „Beide haben die Lebens- und Standortqualität von Gunzenhausen geprägt und verbessert.“ Ihr Wirken habe noch heute großen Einfluss auf das Funktionieren der Stadtgesellschaft. Fitz skizzierte die gesellschaftlichen Verhältnisse: „Den meisten Menschen geht es gut, so dass die Erwartungshaltung und die Forderungen immer mehr zunehmen, oft übersteigen sie die Leistungsfähigkeit der Stadt.“

Die Versorgung von bedürftigen Menschen sei Lydia Mägerlein ein Herzensanliegen.  Seit 17 Jahren leitet sie die „Speis“. Vom Motto „Verteilen statt Vernichten“ haben sich zudem 140 Helferinnen und Helfer anstecken lassen. Sie versorgen heute an die 130 bedürftige Menschen aus der Stadt und dem Umland. Sie bekommen von Bäckern, Metzgern und Lebensmittelgeschäften überschüssige, aber noch verzehrbare Waren, kaufen auch zu, wenn es sein muss und bekommen von den Firmen Spenden. „Lydia Mägerlein hat ein gutes Händchen und weiß, was notwendig ist“, sagte der Rathauschef, „und setzt ihre ehrenamtlichen Mithelfer nach deren Stärken ein. Und das ist wiederum ihre Stärke!“ Die unkomplizierte Kooperation mit der Stadt und den Sozialhilfeeinrichtungen trage ihre Handschrift.  “Nie fordernd, aber immer dankbar“ trete sie auf.  Neben ihrem Engagement in der „Speis“ war Lydia Mägerlein von 1994 bis 2018 Mitglied des evangelischen Kirchenvorstands in Gunzenhausen, davon 18 Jahre dessen Vertrauensfrau.  In ihrer Laudatio sagte Susanne Thorwart, die frühere Gunzenhäuser Pfarrerin und heutige Klinikseelsorgerin in Coburg: „Sie ist eine Vertrauensfrau, weil sie andere nicht im Stich lässt. Und sie ist zu  einer Brücke geworden zwischen den Gunzenhäusern und jenen, die ihnen zunächst fremd galten.“  In aller Kürze fasste sie das Charakterbild Lydia Mägerleins zusammen: „Du bist stark!“

Heinz Horst, der vielfach auch der „Stadtmusikus“ genannt wird, prägt seit mehr als 50 Jahren das musikalische Leben in der Stadt. Er hat seit 1969 unzählige Feste und Veranstaltungen musikalisch begleitet, vielfach mit seiner Ehefrau und Sängerin Ina. Der berufliche Ruhestand als Musiklehrer am Simon-Marius-Gymnasium war für den heute 80-Jährigen kein Anlass, in seinem unermüdlichen Schaffen nachzulassen. Er spielt die Orgel, leitet Chöre und gibt musikalische Nachhilfe.  Selbst heute noch ist er im Altersheim anzutreffen, wo er zur Freude der alten Menschen musiziert. Viele Menschen kennen und schätzen ihn ob seines bescheidenen Wesens („Das brauchts nedd“). „Viele junge Menschen haben durch ihn Zugang zur Musik gefunden“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. Die SMG-Schülerin Diana Sturm, die zu den Musikpersönlichkeiten Gunzenhausen geforscht hat, hielt die Laudatio auf  ihren Musikerzieher und nannte ihn einen „Mann voller Power“. Heinz Horst, für den es kaum ein Instrument gibt, das er nicht spielen kann, hat als junger Mann bei den „Regensburger Domspatzen“ gesungen, er leitete schon in jungen Jahren in München einen Kammerchor und wirkte bei etlichen musikalischen Formationen mit (z.B. Dixie Stompers, SOG’s, Bigband, Saxophonquintett). 1970 übernahm er den Sängerbund und leitete ihn bis vor wenigen Jahren. Im Gunzenhäuser Land gibt es wohl keine Orgelbank, auf der er nicht schon gesessen hat. Es kommen etliche Chöre dazu, deren musikalischer Leiter er war. Seine Verdienste wurden in der Vergangenheit mehrfach gewürdigt, u.a. mit der Bundesverdienstmedaille. Und weil Heinz Horst kein Mann der großen Worte, aber ein Meister der feinen Töne ist, hielt er auch keine lange Dankesrede, sondern dankte am Klavier zusammen mit dem jungen Cellisten Johannes Schnürle auf musikalische Weise.

WERNER FALK

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