Neue Altmühlaue entsteht

Umweltminister Thorsten Glauber in Gunzenhausen

Minister Glauber (Mitte) war von dem Bauwerk und seiner Einbettung in die Landschaft sehr angetan. Er ist als Architekt schließlich auch Landschaftsästhet. Im Hintergrund das Parkhotel Altmühltal und die sanierte Stadthalle. Fotos: Falk

Der Hochwasserschutz ist zunächst einmal ein sehr technischer Begriff. Dass er für Gunzenhausen jedoch mehr bedeutet, das machte Umweltminister Thorsten Glauber bei seinem Besuch am Freitag deutlich. Im Zuge des staatlichen Hochwasserschutzprogramms wird hier nämlich die Altmühlaue neu gestaltet. Sie wird in den Jahren 2022/23 fertig sein und dann an der westlichen „Schauseite“ der Stadt ein ziemlich neues Gesicht haben.

Landrat Manuel Westphal (rechts), MdL Alfons Brandl (links) und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz halfen Minister Thorsten Glauber (Mitte) beim symbolischen Einsetzen der Alu-Schutzwand.

Zunächst waren technisch schwierige Arbeiten im Zusammenhang mit dem Bau eines Sammelkanals  (Binnenentwässerung) zu erledigen. Rohre mit einem Durchmesser von zwei Metern wurden entlang der westlichen Stadtseite  von einem württembergischen Unternehmen eingebaut, das dazu ein neues technisches System anwandte. Auch der Bau eines Pumpwerks am Schießwasen, das nach seinem Hochbau einige Meter in die Erde eingelassen wurde, kam dazu.

Thomas Keller, der Chef des Ansbacher Wasserwirtschaftsamts, gab dem Radio8-Reporter Klaus Seeger ein Interview. Daneben die Schutzwand, die im Bedarfsfall an einigen Stellen mit Aluteilen geschlossen werden kann.

Der technische Hochwasserschutz ist in den  letzten 15 Monaten entstanden. Eine 600 Meter lange und bis zu 90 Zentimeter hohe Hochwasserschutzwand wurde errichtet. Es ragt aber nicht etwa ein Betonkoloss hervor, denn die Mauer ist angeböscht worden, so dass sie nicht mehr als technisches Bauwerk zu vernehmen ist.  Die Unterbrechung der Schutzwand aus Beton ermöglicht  eine Sichtbeziehung zwischen Stadt und Altmühl.  An einigen Stellen kann sie durch Aluteile im Notfall geschlossen werden.  Versetzt werden mussten 19 Linden im Bereich des Parkhotels. Damit aber bleibt die stadtbildprägende Lindenallee erhalten.

Im Zuge des Anhörungsverfahrens hatten die Bürger der Stadt an der Neugestaltung der Altmühlaue mitgewirkt und ihre Ideen eingebracht.  Zentrale Aussage: die Altmühl soll wieder näher an die Stadt heranrücken. Die Planung vom Nürnberger Büro „Team 4“ wird ab dem Sommer 2022 realisiert. Es entstehen ungestörte Bereiche für die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt.

Die Gunzenhäuser und ihre Besucher bekommen eine neue Altmühlaue.  Der Fluss wird nicht mehr geradeaus an der Stadt vorbeilaufen, sondern bekommt einen neuen Verlauf in Gestalt von künstlich angelegten Mäandern.  Der  zentrumsnahe Erholungsbereich wird attraktiv gestaltet. Ganz verschwindet das bisherige Flussbett nicht, aber es wird erheblich verringert. Der geschwungene neue Verlauf der Altmühl wird nach den Zusagen der Wasserwirtschaftler einen konstant hohen Wasserstand haben.  Geäußerte Zweifel, in könnten dort „Schnakensümpfe“ entstehen, werden von den Fachleuten ins Reich der Fabeln verwiesen.

Nach der ökologischen Umgestaltung wird in einem weiteren Bauabschnitt der  Hochwasserschutz im Bereich zwischen Jugendherberge und Diakonie realisiert.

Lob fand Umweltminister Thorsten Glauber für die Art und Weise, wie in Gunzenhausen das Bauwerk angegangen und realisiert wurde: „Klimaschutz ist zu einem Mitmach-Projekt geworden. Das Hochwasserschutzkonzept ist ein echter Gewinn für die Menschen vor Ort.“  Der Minister sagte in Anwesenheit der beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Hauber (FW) und Alfons Brandl (CSU): „Die Maßnahme gehört zu den größten Renaturierungsprojekten Bayerns“. Einbezogen ist damit die auf 23  Kilometern renaturierte Altmühl zwischen Gunzenhausen und Treuchtlingen, die in den letzten Jahren erfolgte.

Das von der EU geförderte Hochwasserschutzprojekt kostet 4,5 Millionen Euro. Die Stadt ist mit 35 Prozent beteiligt. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz hob bei der offiziellen Übergabe die Mitwirkung der Öffentlichkeit an dem transparenten Planungsverlauf hervor.  Die Neugestaltung im westlichen Bereich  bedeute für Gunzenhausen eine erhebliche Aufwertung der Stadtästhetik.  Der Rathauschef dankte Thomas Keller, dem Chef des Ansbacher Wasserwirtschaftsamts, sowie seinen Mitarbeitern für die kreative Arbeit und die Kooperation in allen Zeitphasen.

WERNER FALK

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