Klinikum betreibt Impfzentrum

Standort steht fest: Ehemaliger Altmühl-Center in Frickenfelden

Während eines Pressegesprächs stellte Landrat Manuel Westphal gemeinsam mit dem Betreiber, dem Klinikum Altmühlfranken (li. Klinikvorstand Christoph Schneidewien), das Impfzentrum vor. Foto: LRA

Auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen muss ein Impfzentrum einrichten. Eine interne Koordinierungsgruppe rund um Landrat Manuel Westphal hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Aufbau des Impfzentrums beschäftigt. Mit dem ehemaligen Altmühl-Center in Gunzenhausen wurde ein passender Ort gefunden. Den Betrieb übernimmt nach gewonnener Ausschreibung das Klinikum Altmühlfranken.

In kurzer Zeit musste ein geeigneter Ort im Landkreis für ein zentrales Impfzentrum gefunden werden. Eine dezentrale Lösung ist beim zunächst verfügbaren Impfstoff nicht umzusetzen, da dieser Impfstoff zur Gewährung der Haltbarkeit bei -70 Grad gelagert werden muss. Der Impfstoff wird unter Einhaltung der erforderlichen Kühlkette an die circa 90 Impfzentren in Bayern je nach Bedarf geliefert. Dort wird er in normalen Arzneimittelkühlschränken aufbewahrt, die auf 2-3 Grad gekühlt sind. Sobald der Impfstoff die -70 Grad-Umgebung verlässt, ist er etwa fünf Tage haltbar. Dieser logistische Aufwand macht den Betrieb der zentralen Impfzentren erforderlich. 

Kreisbaumeister Markus Gläser sowie der Abteilungsleiter der Abteilung 4, Marius Mauerer mussten zuerst eine geeignete Lokalität für das Impfzentrum finden. „Wir sind froh, dass wir mit dem Altmühl-Center eine passende Halle im Landkreis gefunden haben. Hier finden wir genügend Platz für den Aufbau des Impfzentrums vor sowie eine geeignete Infrastruktur mit genügend Parkplätzen. Außerdem erreicht man das Impfzentrum gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln“, erklärte Markus Gläser während eines Pressegesprächs. Vor allem durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Gunzenhausen sowie dem Eigentümer des Gebäudes konnte der Mietvertrag schnell abgeschlossen werden.

Der Betreiber des Impfzentrums wurde durch ein Ausschreibungsverfahren gefunden. Als günstigster Anbieter stellte sich das Klinikum Altmühlfranken heraus, das letztlich auch den Zuschlag erhielt, führte Marius Mauerer weiter aus.

Das Klinikum unter Leitung des Vorstands Christoph Schneidewin kann nun mit dem Aufbau des Impfzentrums beginnen. Vorgesehen sind zwei Impfstraßen, die sieben Tage in der Woche betrieben werden. Der Ablauf wird klar vorgegeben sein: Nur wer vorher online oder telefonisch einen Termin vereinbart hat, wird geimpft. Nach Fiebermessung erhält man mittels eines Aufklärungsfilms Informationen zur Impfung. Danach erfolgt die persönliche Aufklärung und Anamnese durch einen Arzt. Dann geht es weiter zum eigentlichen Impfvorgang. Nach einer kurzen Beobachtungsphase, ob eine kritische Reaktion erfolgt, darf man das Impfzentrum wieder verlassen. Pro Impfling plant Vorstand Schneidewin und sein Team 30-40 Minuten ein.

„Wir können hier 250 Patienten am Tag impfen, so ist die Vorgabe. In den nächsten Tagen werden wir das Impfzentrum aufbauen, sodass wir ab dem 15. Dezember einsatzbereit wären“, erklärte Klinikvorstand Christoph Schneidwin.

Bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird das Klinikteam die Zeit nutzen, um die notwendige Software und den Betrieb zu testen. Landrat Manuel Westphal ergänzte: „Der Impfstoff wird voraussichtliche Ende Dezember zugelassen. Wahrscheinlich können in unserem Landkreis erste Impflinge zum Jahreswechsel oder im neuen Jahr geimpft werden. Wer zuerst geimpft wird, richtet sich nach einer Bundesverordnung, die bisher noch nicht vorliegt. Voraussichtlich werden zuerst ältere Patienten und Mitarbeiter in Pflege- und Gesundheitsberufen geimpft werden. Sobald wir dazu mehr Informationen haben, werden wir gemeinsam mit unserem Betreiber entsprechend informieren.“

Einrichtungen wie Pflege- oder Altenheime sowie immobile Personen, die zur Risikogruppe gehören, werden durch ein mobiles Impfteam geimpft. Dieses koordiniert ebenfalls das Klinikum und wird voraussichtlich aus niedergelassenen Ärzten bestehen.

Der Klinikbetrieb wird durch die zusätzliche Aufgabe am Impfzentrum natürlich weiterhin gewährleistet sein, so der Klinikvorstand. Derzeit steht vor allem die Betreuung der Covid-19-Patienten im Klinikum im Vordergrund, wodurch vor allem das Personal der Intensivpflege gefordert ist. Am Impfzentrum ist wieder anderes Personal erforderlich.

Wer als Arzt/Ärztin, medizinische Fachangestellte(r) oder Verwaltungskraft Interesse hat, das Impfzentrum personell zu unterstützen, kann sich unter der E-Mail-Adresse bewerbung-impfzentrum@klinikum-altmuehlfranken.de bewerben. Weitere Informationen gibt es zudem auf der Homepage des Klinikums www.klinikum-altmuehlfranken.de.

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