Die Stadt ist auf einem guten Weg, die FDP auch?

Betrachtung zum Jahresanfang von Stadtrat Werner Falk

Zwei Dinge treiben mich am Jahresanfang 2016 um: Das Wohl der Stadt und die Zukunft der FDP.

Nach den sechs Jahren der Stagnation in der Vorgängerära (2008-2014) ist für alle Menschen in der Stadt spürbar Dynamik in die Stadtpolitik gekommen. Was in den ersten 20 Monaten der Ära Fitz auf den Weg gebracht wurde, das ist enorm und zeugt von einem temporeichen Start. Der Entscheidungsstau war natürlich groß, aber ein so toller Einstieg des neuen Bürgermeisters war nicht selbstverständlich. Ihm ist es gelungen, die Stadt nach außen hin gut zu „verkaufen“ und die politischen Kräfte, also den Stadtrat, zusammenzuführen. In den letzten  Monaten hat der Stadtrat seine Werner Weihnachten-007gemeinsame Entschlusskraft präsentiert, die Fraktionen haben verzichtet, ihr eigenes Süppchen (auch in emotionaler Ausprägung) zu kochen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl beeinflusst hat die Klausur des Stadtrats zu Beginn der Amtszeit. Ende 2016 wird es eine Neuauflage quasi als Zwischenbilanz geben.
Die Weichen für die bauliche Entwicklung sind gestellt mit dem Verkauf geeigneter Flächen an private Investoren: das BGU-Gelände in der Weißenburgerstraße soll von der Immobilienfirma Pröschl bebaut werden, das benachbarte Grundstück Rettlinger hat die Firma Bosch („Planen und Bauen“) übernommen, ferner das Grundstück in der Osianderstraße (hinter dem Hotel „Post“). Daneben geht die Komplettierung des Baugebiets am Reutberg II weiter. Zeitweise waren im letzten Jahr 17 Baustellen zu registrieren. Der Stadtrat hat den Weg freigemacht für die Bebauung an der Frankenmutherstraße (bisher Spielplatz) und er hat die planerischen Grundlagen für ein neues Baugebiet in Frickenfeldern (Eisenreich, 58 Bauplätze) geschaffen.
Auch dazu gibt es Konsens in der Stadt: Gunzenhausen kann sich der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik nicht entziehen und hat deshalb ein Gelände in der Industriestraße zur Verfügung gestellt, damit dort eine Erstaufnahmestation realisiert werden kann. Sie soll im Februar in Betrieb gehen.
Ein ganz neues Kapitel kann aufgeschlagen werden, wenn es gelingt, das Landesamt für Schule im Zuge des Ämterausgleichs nach Gunzenhausen zu bringen. Es gibt sehr positive Hinweise. Dann kann die Bahnhofstraße mitsamt dem Haus „Silo“ neu verplant werden.
Die Investitionen bis 2019 werden sich auf rund 37 Millionen Euro belaufen, 8,4 Millionen Euro allein 2016. Das ist eine Menge „Holz“. Die größten Brocken: die Sanierung der Stephani-Schulturnhalle (drei Millionen), die Sanierung der Stadthalle (15 Millionen) und auch die Neugestaltung der Altmühlaue als ein Projekt des Hochwasserschutzes. Die derzeit günstigen Zinssätze für kommunale Darlehen von 0,5 Prozent sind zu nützen, aber natürlich muss auch die Verschuldung im Auge behalten werden.
Die Eisbahn ist im Stadtrat und auch in der Bürgerschaft eigentlich nicht umstritten. Sie macht die Stadt auch in den Winterwochen attraktiv. Das Wintersportangebot spricht sich immer stärker in der Nachbarschaft herum. Wir sollten es auch in den nächsten Jahren beibehalten, wenn das Engagement finanziell vertretbar ist. Die Eisbahn ist nur ein Mosaikstein für ein gutes Image von Gunzenhausen, andere Projekte kommen dazu (beispielsweise die samstäglichen Marktplatzkonzerte).
Wir müssen unablässig daran arbeiten, Gunzenhausen als das natürliche Zentrum im Fränkischen Seenland zu positionieren. Ich wiederhole mich gern: Gunzenhausen hat ein Alleinstellungsmerkmal, denn in ganz Nordbayern, Nordwürttemberg und Nordbaden gibt es keine Stadt „am See“, die so reich ist an attraktiven touristischen Einrichtungen.
Einen Vergleich mit dem Eiskunstlauf mache ich gern: Der Stadtrat und der Bürgermeister haben 2014 und 2015 eine ordentliche „Pflicht“ und eine noch viel schönere „Kür“ gezeigt. Das soll 2016 so weitergehen.

Zur Zukunft der FDP

Die jüngsten Meinungsumfragen zeigen einen Trend auf, aber sie können kein Ersatz sein für „angewandte Politik“. Wir wollen uns Bundespolitik positionieren als konsequente Freiheitspartei, denn die individuelle Freiheit ist heute (in den Zeiten von mehr Überwachung des Bürgers aus vorgeschobenen Sicherheitsgründen) stärker gefährdet als früher. Für den Schutz der individuellen Freiheitsrechte des Bürger muss unverwechselbar die FDP stehen. Wenn sie diese Manifestierung in das öffentliche Bewusstsein rücken kann, dann hat sie 2017 eine Chance, um zurückzukommen. Wenn das allerdings nicht gelingt, dann steht es existenziell ganz schlecht um den organisierten Liberalismus in Deutschland. Ich denke, es gibt im Land noch genügend Menschen, die eine eigene Meinung haben und sich nicht manipulieren lassen. Sie können der Bodensatz sein für eine liberale Partei von fünf Prozent und mehr.

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3 Thoughts on “Die Stadt ist auf einem guten Weg, die FDP auch?

  1. Dischinger Günter on 5. Januar 2016 at 10:40 said:

    Mit dem Zwischenbericht zu „Sadt, Stadtrat und Bgm“bin ich voll und ganz einverstanden. Mein und meiner Frau Beitrag zum „Stadtgeschehen“ bestand und wird wohl weiter im „Radeln“ bestehen , natürlich in Ihrem Team! Meiner speziell könnte außerdem darin bestehen (falls meine schriftl. „Bewerbung“ beim Hauptamt akzeptiert wird), dass ich bei der „Beschulung“ der Asylanten an einem der „Runden Tische“ und in einem Klassenzimmer mitwirke. Bisher habe ich jedoch vom Zuständigen keine Antwort erhalten. Weihnachtsruhe? Bald kommen aber die „Kunden“… –
    Ihre Analyse zur Situation der FDP scheint mir von außen betrachtet ebenfalls zu stimmen.- Vielleicht ist es bzw könnte es ein liberales Arbeitsterrain sein, für und an der Integration der Flüchtlinge mitzuarbeiten. Wenn wir das wirklich schaffen wollen/können, was die Kanzlerin so vollmundig verkündet hat, dann müsste schon ein wenig mehr Ordnung in dieses Bestreben kommen. und da hätte m.E. die FDP auch ein Wörtchen mitzureden.

  2. Günter Korb on 5. Januar 2016 at 12:31 said:

    Wenn alle Planungen ganz oder teilweise ausgeführt werden, wäre das sicher eine enorme
    Bereicherung unserer Stadt, allein schon zum Anschub dazu ist Bgmst. Fitz im voraus zu danken.
    Das seit langem leerstehende Haus Silo ist als Immobilie schwierig, kann eh nur als Gesamtobjekt wie Ämtergebäude oder ähnlich verwendet werden. Mit Parkplätze dazu allerdings ein Manko.
    Thema Asylunterkunft – geplant ist m.Wissens ein Durchganghaus nur zu kurzfistigen Aufenthalt.
    Hoffentlich kippt die Stimmung seitens der Bevölkerung nicht nach dem Sylvester-Debakel Köln.
    Aussage – reich an „Attraktive touristische Einrichtungen“ ist glaube ich sehr vollmundig für diese
    genannten Regionen vergleichend, oder habe ich wegen meines Alter ein Info-Defizit.
    Eine Kritik muß ich loswerden, was ist mit Unterwurbach`s Bürger los? Wenn ich den Stadtbus Linie 3 sehe, meist nachmittag, ist er leer oder mit max. 2 Personen besetzt. Defizit-Linie ?
    Allgemein stimme der Betrachtung zum Jahresanfang zu, weiter so und Dank

  3. Stadt Gunzenhausen, Pressestelle on 11. Januar 2016 at 14:19 said:

    Zum Kommentar von Herrn Dischinger möchten wir klarstellen, dass er bereits am 16. Dezember 2015 vom Hauptamt der Stadt Gunzenhausen eine Antwort auf sein Schreiben vom 13. Dezember 2015 erhalten hat. Darin wird das weitere Vorgehen und die notwendige Koordination der freiwilligen Helfer dargestellt.

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