Monthly Archives: April 2015

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100. Akzeptanzpartner für Ehrenamtskarte vorgestellt

Bäckerei Schroth aus Heidenheim beteiligt sich an Angeboten für Ehrenamtskarteninhaber

Schroth

Kathrin Kimmich und Dorothee Bucka (beide Zukunftsinitiative altmühlfranken), Petra Schroth mit Töchterchen Maja Klara, Elisabeth Schroth, stv. Landrat Robert Westphal, Bäckermeister Norbert Schroth, Nicole Matthes (Zukunftsinitiative altmühlfranken).

Seit 2012 gibt es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen die Bayerische Ehrenamtskarte. Mittlerweile sind über 3.000 Bürgerinnen und Bürger aus der Region Inhaber dieser Ehrenamtskarte.
Neben der Anerkennung für besonderes ehrenamtliches Engagement sollen mit der Bayerischen Ehrenamtskarte auch Vergünstigungen verbunden sein. Diese werden von regionalen Betrieben und Institutionen angeboten, den sogenannten Akzeptanzpartnern.
Die Freiwilligenagentur altmühlfranken kümmert sich im Landkreis um die Akquise dieser Partnerbetriebe und kann mittlerweile voll Stolz eine Liste mit über 100 Angeboten vorweisen.
Die neue Broschüre mit allen Vergünstigungen liegt bei allen teilnehmenden Betrieben, bei den freiwilligen Feuerwehren und an weiteren Stellen im Landkreis aus. Bei Bedarf können auch Exemplare im Landratsamt bestellt und abgeholt werden.
Diese Woche nun wurde seitens des Landratsamtes der 100. Akzeptanzpartner, die Bäckerei Schroth in Heidenheim besucht. Der stellvertretende Landrat, Robert Westphal übergab der Bäckerfamilie eine Dankurkunde und machte deutlich, dass neben dem ehrenamtlichen Engagement der Karteninhaber ergänzend auch das Engagement von Betrieben wie der Bäckerei Schroth notwendig sei.
Viele der mittlerweile 115 Akzeptanzstellen bieten prozentuale Rabatte auf Einkäufe an, meist zwischen 3-10% bzw. Sonderangebote. Die Bäckerei Schroth gewährt ein Gratis-Kaffee-und-Kuchen-Gedeck für Ehrenamtskarteninhaber, was durchaus etwas Besonderes unter den Angeboten ist.
Die Inhaber der Ehrenamtskarte können mit ihrer Karte die Angebote in ganz Bayern in Anspruch nehmen. Weitere Informationen findet man unter www.ehrenamtskarte.bayern.de
Kathrin Kimmich und Dorothee Bucka (beide Zukunftsinitiative altmühlfranken), Petra Schroth mit Töchterchen Maja Klara, Elisabeth Schroth, stv. Landrat Robert Westphal, Bäckermeister Norbert Schroth, Nicole Matthes (Zukunftsinitiative altmühlfranken).

Jahresprogramm der Synagoge Hainsfarth

Monatlich gibt es eine Veranstaltung

Synagoge HainsfarthSein Jahresprogramm hat der Freundeskreis Synagoge Hainsfarth vorgelegt.  Es begann bereits im März mit einer religiösen Feierstunde zur Woche der Brüderlichkeit, an der sich auch Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche beteiligten. Dekan Armin Diener aus Oettingen war der Referent (“Im Gehen entsteht Weg”)

“Erinnerung an ein Menschheitsverbrechen” nannte sich der Vortrag von Dr. Barbara Distel, der langjährigen Leiterin der KZ Gedenkstätte Dachau (siehe eigenen Bericht im Falk-Report).

Und so geht es weiter:

Der frühere Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Gernot Römer, hält am Dienstag, 12. Mai, um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema “Hainsfarth hatte doch einen Rabbi!”

Im Zeichen der 50-jährigen deutsch-isrealitischen Beziehungen steht der Vortrag von Dr. Gerhard Gronauer am Dienstag, 19. Mai, um 19.30 Uhr in der Synagoge. er ist evangelischer Pfarrer in Dinkelsbühl und zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter am “Synagogenprojekt Bayern” der Augustana-Hochschule Neuendettelsau sowie Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der CVJM-Hochschule in Kassel.

Mit dem jüdischen Humor beschäftigt sich am Dienstag, 9. Juni, um 20 Uhr Michael Jonathan Wuliger, früherer Feuilletonredakteur der “Jüdischen Allgemeinen” in Berlin. Er hat das Buch “Der koschere Knigge – trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfechen” herausgebracht.

“Israel heute – im Licht seiner biblischen Geschichte” ist das Thema eines Vortrags von Dr. Eberhard Lasson, dem früheren Domänendirektor des Fürstlichen Hauses in Oettingen. Termin: Dienstag, 21. Juli, um 19.30 Uhr. Dr. Lasson hat Israel mit Studiengruppen zweimal bereist. Er beleuchtet archäologische Funde vor dem Hintergrund biblischer Aussagen.

Der “Tag der europäischen jüdischen Kultur” wird am Sonntag, 6. September, um 14 Uhr mit einer Führung durch die Synagoge und des Judenfriedofs in Hainsfarth begangen. Xaver Deniffel, Gästeführer der Stadt Augsburg, ist der fachkundige Führer. Am gleichen Tag ist übrigens im Monheimer Rathaus um 14 Uhr eine Führung. Das Haus des jüdischenKaufömanns Abraham Elias Model prägt seit Jahrzehnten das Bild der Monheimer Innenstadt.

Mit Unterhaltungsmusik der zwanziger und dreißiger Jahre wird die Veranstaltung am Donnerstag, 17. September, um 19.30 Uhr  gestaltet.  Viele populäre Hits wären ohne die Texte von jüdischen Autoren nicht denkbar.  Wer weiß schon, dass Titel wie “Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt” oder “Wenn die Elisabeth” der Feder jüdischer Liedermacher entstammen? Interpreten an diesem Abend sind die “Nördlinger Musikanten”.

Gregor Maria Hanke, der Bischof von Eichstätt, ist am Montag, 9. November,  um 20 Uhr in Hainsfarth zu Gast. Er spricht anlässlich der  Wiederkehr der “Reichspogromnacht” vom 9. November 1938.

Wer sich für die Arbeit des Freundeskreises interessiert, kann sich an die Vorsitzende Sigi Atzmon wenden  (Postfach 1103, 86711 Nördlingen).

 

Stromausfall in Teilen des Landkreises

Bagger hatte Kabel beschädigt

Am Dienstag, 14. April 2015 kam es um 11:35 Uhr zu einem Stromausfall im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Insgesamt 29 Ortschaften waren betroffen, darunter Degersheim, Eggenthal, Geilsheim, Hagau, Hechlingen am See, Hüssingen, Polsingen, Ursheim, Wolferstadt sowie Ost- und Westheim.
Ursache war ein defektes 20-kV-Mittelspannungskabel, das bei Bauarbeiten durch einen Bagger beschädigt wurde.
Durch Umschaltmaßnahmen waren alle Anwohner spätestens um 12:11 Uhr wieder mit Strom versorgt.
Die Main-Donau Netzgesellschaft bedauert die Störung und bittet alle betroffenen Kunden um Verständnis.

“Schweigen im Schatten des Krematoriums”

Dr. Barbara Distel beim Freundeskreis der Synagoge Hainsfarth

Distel Hainsfarth

Vorsitzende Sigi Atzmon (links) dankte der Referentin Dr. Barbara Distel mit einem Berches, dem Festtagsbrot der Juden, und einer Flasche koscheren Weins. Foto: FR Presse

Vier Tage bevor die Amerikaner am 29. April 1945 die Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau befreiten, hatten die Nazis noch einmal Statistik geführt und rund 200000 Häftlinge gezählt, die dort in den Jahren 1933 bis 1945 einsaßen. Nach amtlichen Angaben sind dort 41500 Menschen zu Tode gekommen. Wie Dr. Barbara Distel, die langjährige Leiterin der KZ-Gedenkstätte, bei einer Vortragsveranstaltung des Freundeskreises der Synagoge Hainsfarth erklärte, waren Menschen aus 38 Nationen dort eingesperrt.
Die Referentin hat, so Vorsitzende Sigi Atzmon, mit dem weltweit anerkannten Historiker Wolfgang Benz eine neunbändiges Werk über die Konzentrationslager (mit Außenlagern) herausgebracht, ferner die „Dachauer Hefte“. Sie war von 1975 bis 2008 die Leiterin der Gedenkstätte und gehört dem Beirat des renommierten Simon-Wiesenthal-Centers an. 1992 ist sie mit dem Geschwister-Scholl-Preis geehrt worden.
Als die Amerikaner das Lager befreiten, da waren es noch 32000 Häftlinge, darunter am meisten Polen, Russen und Ungarn, nur rund 6000 Deutsche. Wie Dr. Barbara Distel darlegte, ist über die Judenmorde nicht nur in Deutschland lange Zeit geschwiegen worden, auch in anderen Ländern war das so: „Viele konnten erst nach einem halben Jahrhundert darüber reden“.
1945 richteten die US-Militärs ein Internierungslager in Dachau ein, ein Militärgericht verurteilte 36 Angeklagte zum Tode. Bis 1948 gab es 500 Prozesse mit 1600 Angeklagten. 426mal verhängte die US-Justiz die Todesstrafe. In den fünfziger Jahren kam von Überlebenden aus Europa der Gedanke, in Dachau einen Ort des Gedenkens zu schaffen. Die Stadt aber wollte davon zunächst nichts wissen. Sie tilgte die Zeugnisse der schlimmen Zeit weitgehend, die Offiziellen sprachen verharmlosend vom „Camp“. Es gab ein „Schweigen im Schatten des Krematoriums“, wie es Dr. Distel nannte. Es bestanden kommunale Pläne, das Krematorium abzureißen. Bis 1972 war das Lager in amerikanischem Besitz.
Erst 1960 kam die Initiative, in der „SS-Schule der Gewalt“ eine große Dokumentationsausstellung zu machen. Sie mündete in der Errichtung der Gedenkstätte (Einweihung am 9. Mai 1965). Wie Dr. Distel bemerkte, stand die Mehrheit der deutschen Gesellschaft zunächst dem Projekt weitgehend ablehnend gegenüber. Das lokale Umfeld wollte ebenfalls nichts davon wissen: „Die Dachauer sahen sich an den Pranger gestellt, sie akzeptierten die Gedenkstätte erst nach und nach.“
Zunächst kamen jährlich rund 300000 Besucher nach Dachau, davon 75 Prozent aus dem westlichen Ausland. Didaktische Konzepte gab es damals nicht, so dass kaum deutsche Schulklassen zur Besichtigung kamen. Das änderte sich erst in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren (es wurden 800000 Besucher).  40 Jahre nach dem Kriegsende kamen die ersten Juden nach Dachau und das Mahnmal „Todesmarsch der Häftlinge“ entstand. Auch die Stadt ließ ein Mahnmal errrichten, allerdings erst 2001 als letzte der Kommunen. Nach der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ zu Beginn der neunziger Jahre kamen auch die ersten ehemaligen Häftlinge aus dem früher kommunistischen Machtbereich nach Dachau. Sie hatten am längsten über ihr Schicksal schweigen müssen. Zugleich sah sich das wohlhabende Deutschland ersten Entschädigungsansprüchen ausgesetzt.
2003 erlebte die KZ-Gedenkstätte ihre Neukonzeption. Jetzt wurde von verschiedenen Seiten aus geforscht und die Einzelschicksale rückten in das Zentrum („Der Weg der Häftlinge“). Sogar die Dachauer Ratsherren ließen in ihrer Stadt an den bedeutenden historischen Punkten Informationstafeln aufstellen. Zugleich entstand außerhalb des Lagers ein neues Besucherzentrum, in dem die Gäste einen Guide in acht Sprachen nutzen können.
„81 Jahre nach der Errichtung des Konzentrationslagers ist der Lernort Dachau weltweit anerkannt“, stellte die frühere Gedenkstättenleiterin fest. Heute kommen zu 50 Prozent Deutsche nach Dachau. Seit der Bundestag 2008 ein Konzept zur Förderung der Gedenkstätten in Deutschland beschlossen hat, fließt endlich Geld.
Gäste der Veranstaltung waren u.a. Bezirksrat Peter Schiele, der frühere Bezirksrat Alfred Stadler sowie Bürgermeister Franz Bodenmüller. Sie gehören zu den treuen Mitgliedern des Freundeskreises, der am 12. Mai seine nächste Vortragsveranstaltung mit dem Augsburger Gernot Römer abhält. Der beschäftigt sich mit der Frage, ob die Hainsfarther Juden einen eigenen Rabbiner hatten.

Brauereifest in Spalt

Die Spalter feiern gern! Deutschlands einzige Brauerei, die sich im Besitz einer Kommune befindet, präsentiert sich am 18. und 19. April mit einem attraktiven Unterhaltungsprogramm. Die Traditionalisten kommen genauso auf ihre Rechnung wie die Fans flotter Musik.
„Die Kultparty“ ist am Samstag um 17 Uhr angesagt. Ihren Auftritt haben die „Blaumeisen“ , die in der Region gut bekannt sind, und die Formation „Jump!“ In der Bierlounge wird es hoch her gehen. Urig geht es am Sonntag (dem Familientag) zu, wenn ab 10 Uhr die Stadtkapelle Spalt zum Frühschoppen aufspielt. Später geben die „Lichtenauer Musikanten“ den Ton an. Nicht zu überhören sind die Obererlbacher Böllerschützen und die Goaßlschnalzer.
An beiden Tagen ist der große Biergarten geöffnet. Die historische „Fasswichs“ wird zur Partyzone. Die Besucher haben die Gelegenheit, selbst einmal Bier zu brauen.

Für eine Verkehrsplanung mit Augenmaß

Durchfahrenden Schwerlastverkehr reduzieren

Die Verkehrsplanung in Gunzenhausen wird den Stadtrat noch mehrmals beschäftigen. Mit geht es im Grundsatz darum, die Verkehrsströme so zu gestalten, dass die Kernstadt vom Durchgangsverkehr weitgehend verschont wird, insbesondere vom Lkw-Durchgangsverkehr.
Ich bejahe den verbesserten Ausbau der Westumgehung, denn die gegenwärtige Versatzlösung wird vielfach als „Hindernis“ empfunden und deshalb umfahren. Die neue Trasse, deren Realisierung jetzt vorstellbar ist, muss so attraktiv sein, dass sie von den Verkehrsteilnehmern bevorzugt angenommen wird. Andere Umgehungen scheiden aus.
Wenn wir darüber diskutieren, Geschwindigkeitsreduzierungen vorzunehmen, dann möchte ich an einen aktuellen Vorstoß im Bundesrat verweisen, wonach es von verschiedenen Ländern angestrebt wird, die „Tempo 30“-Zonen an bestimmten Abschnitten (Altersheimen, Schulen, Kindergärten) in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen, so dass sie obligatorisch werden. Dieses Vorgehen wird von mir begrüßt. Auch wenn diese Initiative scheitern sollte, können „Tempo 30“-Zonen wie bisher auf Antrag im Umfeld der genannten öffentlichen Einrichtungen ausgewiesen werden.
Der durchfahrende Schwerlastverkehr soll reduziert werden. Das geht am wirkungsvollsten, wenn die Trassen so gestaltet werden, dass sie eben nicht zum schnellen Verkehr einladen. Wir dürfen aber nicht verkennen, dass der Ziel- und Quellverkehr eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Vom generellen „Tempo 30“ wären alle Verkehrsteilnehmer betroffen. Das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass das gesetzliche „Tempo 50“ richtig und nach wie vor angemessen ist. Ich bin kein Freund von Verboten und die FDP ist bekanntermaßen nicht die Verbotspartei in Deutschland, sondern die Freiheitspartei.
Meiner Meinung nach darf die Diskussion nicht zu einer generellen Verteufelung des Lkw-Verkehrs führen. Kritiker, die sich besonders weit aus dem Fenster lehnen, sollten bedenken, dass möglicherweise ihre Kinder oder Enkel einen Arbeitsplatz in einem produzierenden Unternehmen haben oder anstreben, das auf den Transfer seiner Produkte auf der Straße angewiesen ist. Unsere Gesellschaft besteht schließlich nicht nur aus Beamten, denen die Arbeitsplatzsicherheit gleichgültig sein kann, oder aus Ruheständlern, von denen das Tempo und die Lautstärke des Straßenverkehrs im Alter als zunehmend lästig empfunden werden.
Werner Falk, Stadtrat der FDP

„Rama demmer“ in Franken

Plädoyer für mehr Selbstbewusstsein

Tracht-004

In fränkischer Tracht, wie sie für bewusste Franken konzipiert worden ist.

Die gemeinschaftliche Aufräumaktion in der Stadt ist eine vorbildliche Initiative, die für das bürgerlichen Engagement spricht. Wir kennen sie unter dem populären Namen „Ramma damma“.
Mit erscheint der Name angesichts unserer fränkischen Identität eher befremdlich. Deshalb schlage ich vor, ihn zu ändern und der fränkischen Mundart anzupassen: „Rama demmer!“ oder “Auframa demmer!”
Die Identität der Franken in Bayern (seit 1806) stellt sich heute recht unterschiedlich dar. Gemeinhin lässt sich wohl feststellen, dass die Menschen in den drei fränkischen Regierungsbezirken historisch bedingt nicht vor Selbstbewusstsein strotzen wie beispielsweise die Menschen, die dem Stamm der Bayern (Bajuwaren) angehören. Bei korrekter Deutung der Geschichte haben sie aber keinerlei Grund, sich vor den Bayern zu verstecken, denn Franken war schließlich schon im Mittelalter bedeutend. Man muss nur die alten Meister wie Albrecht Dürer, Veit Stoß, Balthasar Neumann, Peter Henlein und andere erwähnen. Der kulturelle Einfluss Frankens auf Europa war enorm. Dagegen verblasst das Geschichtsbewusstsein der bajuwarischen Stämme.
Ich meine, wir sollten im Alltag viel mehr darauf achten, dass wir unser Frankentum leben. Das kann sich auf vielfache Weise äußern. Gleichwohl kann auch ich nicht verkennen, dass beispielsweise die bayerische Landhausmode auch in Franken gesellschaftsfähig geworden ist, was wir nicht zuletzt auch während unserer traditionellen Kirchweihen erleben können, wenn die jungen Menschen in einer populären Trachtenkleidung ihre Aufwartung machen. Verkriechen müssen wir uns aber nicht, denn inzwischen ist eine angenehm zu tragende fränkische Trachtenkleidung von Evelyn Gillmeister-Geisenhof aus Weißenburg (Leiterin der Trachtenforschungssstelle des Bezirks Mittelfranken) konzipiert worden.
Auch umgangssprachlich haben sich viele Elemente in das Gebaren der Menschen eingeschlichen, die in Franken leben, aber – oft in Unkenntnis der historischen Zusammenhänge – es viel attraktiver finden, sich als Bayern zu outen. Das mag zu einem bestimmten Teil natürlich dem erfolgreichen FC Bayern geschuldet sein, der gleichwohl Bayern verkörpert. Anders der ruhmreiche 1. FC Nürnberg, der es uns schwer macht, sich mit ihm zu identifizieren.
Unsere fränkisches Wesen müssen wir jedoch nicht in unserer Sprache verleugnen. Deshalb bin ich froh, dass nunmehr auch ein „Tatort“-TV-Krimi entstanden ist und es auch in der Literatur etliche Franken-Krimis gibt, die bundesweit verbreitet werden. Dort, wo wir Einfluss haben und ein gutes Vorbild sein können, sollten wir unsere fränkische Kultur bewusst leben.
Und deshalb soll die populäre Bürgeraktion bei uns „Rama demmer“ genannt werden. Ich bitte die Stadt-, Gemeindeverwaltungen sowie sonstigen Veranstalter, meine Gedanken bei der Vorbereitung entsprechender Aktionen, umzusetzen.
Werner Falk, Stadtrat der FDP, Gunzenhausen

Umgehung im Westen verbessern!

Verkehrsplanung in Gunzenhausen wird diskutiert

Das St. Floriansprinzip ist allgegenwärtig, vor allem in der Verkehrsplanung. Das ist in diesen Wochen wieder besonders deutlich zu vernehmen, wenn über die Verkehrsbelastung in Gunzenhausen gesprochen wird. Erst am Mittwoch, 1. April (kein Scherz) hat Bürgermeister Karl-Heinz Fitz die Öffentlichkeit über die beabsichtigte Verkehrsplanung informiert. Dazu hat ein Vertreter von „BrennerPlan“ die Erkenntnisse einer Verkehrserhebung und einer Haushaltsumfrage erläutert.
Tatsache ist: Wo ich Verkehr herausnehme verlagere ich ihn auf andere Straßen! Für viele Bürger heißt die Parole: Verkehr ja, aber bitte nicht vor meinem Haus. Das kann natürlich keine seriöse Grundlage für eine gute Planung sein. Es ist verständlich, dass sich Menschen melden, denen die

So soll es sein auf dem Marktplatz: Events machen die Geschäftszone attraktiv für alle.

So soll es sein auf dem Marktplatz: Events machen die Geschäftszone attraktiv für alle.

Verkehrsbelastung in ihrer Straße zu groß geworden ist, aber der Stadtrat muss die ganze Problematik im Auge haben und darf sich nicht populistischen Strömungen hingeben. Wo die Verkehrsbelastung einer Straße auch immer verändert wird, ist zu beachten, dass der Verkehr sich auf andere Straßen verlagert.
Generelles „Tempo 30“ in der Stadt geht nicht. Das sagt schon die Straßenverkehrsordnung, die 50 km/h festgelegt hat. Ausnahmen sind vor allem dort möglich, wo es dem besonderen Schutz der Bürger dient: also vor dem Altenheim, vor Schulen und Kindergärten. Dabei soll es nach meiner Meinung auch bleiben. Ich bin nicht dafür, die motorisierten Verkehrsteilnehmer mit einem Wirrwirr von “Tempo 30”-Zonen zu schikanieren.
Die Erhebung hat ergeben, dass 40 Prozent des Verkehrs in der Stadt reiner Durchgangsverkehr ist. Wie kann er reduziert werden? Ich meine, das geht am ehesten durch eine großräumige Umfahrung. Die aber bietet sich im Osten nicht an, lediglich im Westen ist eine Verbesserung realisierbar, indem die bisherige Verschwenkung des Verkehrs auf der Oettinger Straße beseitigt und dort ein „Kreisel“ gebaut wird. Was vor Jahrzehnten wegen Grundstücksproblemen nicht möglich war, ist jetzt nach dem Entgegenkommen des Grundeigners realisierbar.
Ich gehöre zu denen, die sagen: Weniger Verbote! Im Gegensatz dazu ist es wichtig, alternative Trassen so attraktiv zu machen, dass sie von den Verkehrsteilnehmern gerne angenommen werden.
Die einseitige Sperrung der Weißenburger Straße ist ohne die Abwälzung der Belastung auf andere Straßen nicht machbar. Ich bin der Meinung, dass nicht einmal 30 km/h notwendig sind, denn die tägliche Praxis zeigt, dass der Verkehr kaum schneller unterwegs ist. Was die Verkehrsrowdies betrifft ist zu sagen, dass sie nur durch eine bessere Überwachung durch die Polizei in den Griff zu bekommen sind, nicht jedoch durch ordnungspolitische Maßnahmen der Stadt.
Positiv ist die Nachricht, dass 22 Prozent des Binnenverkehrs in Gunzenhausen per Fahrrad abgewickelt wird. Daraus resultiert auch meine Forderung, für den Radverkehr die Situation in der Stadt zu verbessern. Wir wollen eine fahrradfreundliche Stadt sein und unternehmen derzeit allerhand, um diesem Anspruch auch gerecht zu werden.

Marktplatz soll künftig mehr Erlebnischarakter haben

Zur Frage der Verkehrsberuhigung auf dem Marktplatz habe ich mich schon mehrfach geäußert. Ich bleibe dabei: eine ganzjährige und vollständige Fußgängerzone kann es nicht geben, weil die Besucherresonanz einfach zu gering ist. Was wir brauchen, ist aber eine attraktive 1a-Geschäftslage (Marktplatz). Dies ist durch vermehrte Events vorstellbar. Wenn auf dem mittleren Marktplatz die Samstagskonzerte, der KulturHerbst oder die Eisbahn sind, dann ist es sinnvoll, den Durchgangsverkehr für Stunden umzuleiten. Ich erwarte, dass auch der Einzelhandel positive Erfahrungen damit macht. Niemand, der sich verantwortlich fühlt, wird den Marktplatz „abschnüren“ wollen, eher das Gegenteil ist beabsichtigt, nämlich mehr Besucher auf den Marktplatz zu bringen, der künftig nicht nur Einkaufsrevier, sondern in verstärktem Maße auch Erlebnisplatz sein wird. Ich befinde mich mit dieser Meinung in guter Gesellschaft, denn das sagen auch die Stadtmarketing-Experten. Die Geschäfte haben es angesichts des veränderten Konsumverhaltens (Onlinekonkurrenz) schwer, aber sie sollten sich helfen lassen und nicht auf Positionen verharren, die nichts bewirkt haben und die in der Zukunft keinen Bestand haben können.
WERNER FALK, Stadtrat

Stromausfall im südlichen Landkreis

Aufgrund eines Sturmtiefs kam es am Dienstag, 31. März 2015 um 10:03 Uhr zu einem Stromausfall im Bereich der Umspannanlage Eßlingen. Betroffen waren insgesamt 19 Ortschaften, darunter Bieswang, Haardt, Göhren, Suffersheim und Ochsenhardt.

Die Ursache für den Stromausfall war ein umgefallener Baum, der die Freileitung sowie zwei Strommasten beschädigt hatte.

Seit 11:00 Uhr ist der Großteil der Anwohner wieder mit Strom versorgt. Die Ortschaften Haardt, Heuberg, Putschenmühle und Suffersheim sind noch vom Stromnetz getrennt.

Die Mitarbeiter der Main-Donau Netzgesellschaft arbeiten mit Hochdruck daran, auch diese Orte schnellstmöglich wieder mit Strom zu versorgen.

Die Main-Donau Netzgesellschaft bedauert die Störung und bittet alle betroffenen Kunden um Verständnis.