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Druckfrisch und frisch gekrönt

Seenland präsentiert sich in München mit neuer Königin

Die neue Fränkische Seenlandkönigin Carolin Büttner präsentiert auf der Reisemesse f.re.e in München das gerade erschienene Urlaubsmagazin
„Fränkisches Seen.Land“.

Bayerns größte Reise- und Freizeitmesse f.re.e und das Fränkische Seenland haben etwas gemeinsam: Ihre Erfolgsgeschichte begann vor 50 Jahren. 1970 gab nämlich der Bayerische Landtag grünes Licht für das wasserwirtschaftliche Ausgleichsprojekt, aus dem die beliebte Urlaubsregion entstand.
Dieses Jubiläum stellt der Tourismusverband Fränkisches Seenland 2020 natürlich besonders in den Mittelpunkt – auch im druckfrischen Urlaubsmagazin „Fränkisches Seen.Land“, das die neue Fränkische Seenlandkönigin Carolin Büttner jetzt auf der Messe präsentierte.
Seit Januar ist Carolin Büttner offiziell im Amt, nachdem sie vergangenen Herbst im Rahmen der Krönungsparty auf der „MS Brombachsee“ zur 3. Fränkischen Seenlandkönigin gewählt wurde. Inzwischen sitzt nicht nur die Krone perfekt, sonder auch die maßgeschneiderte fränkische Tracht mit dem langen Rock und dem stilvolle Mieder. In ihrem königlichen Gewand war die Studentin aus Hilpoltstein ein Blickfan am Messestand des Fränkischen Seenlands.
Auch das neue Urlaubsmagazin zog mit dem romantischen Seepanorama auf dem Titel viele neugierige Blicke auf sich. Auf rund 100 Seiten stellt es die Highlights des Jahres vor und gibt Tipps für jeden Urlaubstyp – von sport- und kulturbegeisterten Gästen bis zu Genießern, von Familien über Camping- und Wohnmobilurlauber bis hin zu Radlern. Letzteren präsentierte sich am Seenland-Stand auch der Fränkische WasserRadweg, der 2019 eröffnet wurde und auf einer rund 460 Kilometer langen Route zu Flüssen, Seen und Burgromantik führt. Mit den Themenschwerpunkte Radfahren, Outdoor und Wassersport – zu allen gibt es für die Messebesucher große Testflächen – spricht die f.re.e vor allem die Urlauber und Ausflügler an, denen da Fränkische Seenland viele Freizeitmöglichkeiten präsentiert. Auch rund um Camping und Caravaning ist einiges geboten – sowohl auf der Messe als auch in der Urlaubslandschaft rund um die sieben Seen.
Kein Wunder also, dass der Seenland-Stand in der Halle A5 schon an den ersten Messetagen regen Andrang verzeichnete. Noch bis 23. Februar 2020 beantwortet das Messe-Team des Tourismusverbands Fränkisches Seenland dort die Fragen der potenziellen Gäste und versorgt sie mit Inspirationen und Infomaterial. Unterstützung gibt es dabei nicht nur von der Seenlandkönigin, sondern auch von den Touristikern aus Pleinfeld, Hilpoltstein, Muhr a.See, Roth, Gunzenhausen, Spalt, Absberg und Pfofeld.

Unverzeihliches Fehlverhalten

Deutliche Kritik an den Vorkommnissen in Thüringen ist berechtigt

Ein klares Wort zu den Vorgängen in Thüringen: Stadtrat Werner Falk

Wir erleben stürmische Tage. „Sabine“ bläst uns kräftig ins Gesicht, aber noch gewaltiger ist der politische Sturm, der aus dem Osten  kommt. Thüringen steht für die Instabilität der politischen Szenerie in Deutschland. Die Wahl des FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten war nur für einige Stunden eine Überraschung, die zur Freude Anlass gab, denn schließlich passiert es ja nicht jeden Tag, dass ein FDP-Mann zum Ministerpräsidenten gewählt wird. So sind wohl auch die ersten Gratulationen zu definieren. Doch schon einen Tag später offenbarte sich allen das Dilemma: die Wahl Kemmerichs mit den Stimmen der AfD.

Das strategische Bündnis von FDP und CDU mit der AfD hat die Bundeskanzlerin als „unverzeihlich“ bewertet.  Entsprechend folgenschwer waren die Reaktionen.  Nicht nur Kemmenich ist zurückgetreten, auch der thüringische Unionschef Möhring zieht sich zurück. FDP-Parteichef Christian Lindner hat gerade noch rechtzeitig reagiert und im Bundesvorstand die Vertrauensfrage gestellt, um allen Diskussionen aus dem Wege zu gehen. Das Votum war erfreulich. Der Vorstand steht eindrucksvoll hinter ihm. Der Unions-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer ist das nicht so gut gelungen. Sie gibt ihren Vorsitz ab, ob sie sich als Verteidigungsministerin halten kann, das wird man sehen.

Mich verwundert es sehr, dass es in der FDP Verständnis für die Wahl Kemmerichs  mit Hilfe der AfD gibt. Nie hätte ich gedacht, dass es das jemals geben könnte: ein FDP-Mann lässt sich von der AfD ins Amt wählen! Erfurt war so gesehen kein politisches Kavaliersdelikt oder gar ein Zufallsergebnis.  Dass sich eine liberale Partei von einer rechtspopulistischen Gruppierung  regelrecht vorführen lässt, das verstehen die Allerwenigsten. Ein strategisches Bündnis mit der Partei von Björn Höcke, den man juristisch abgesichert einen Faschisten nennen darf, kann und darf es für eine demokratische Partei nicht geben. Er nennt das jüdische Mahnmal in Berlin ein „Mahnmal der Schande“, und Alexander Gauland spricht von der NS-Zeit als einem „Mückenschiss in der deutschen Geschichte“.  Mit beiden darf sich die FDP nicht gemein machen, auch die anderen demokratischen Parteien nicht.

Im parlamentarischen Alltag kann es vorkommen, dass Anträge der FDP (und der anderen Parteien) auch von der AfD im Bundestag mitgetragen werden. Wenn das auf einer sachlichen Basis geschieht, dann ist nichts dagegen einzuwenden.   Aber es macht eben den Unterschied, wenn dahinter eine Strategie steckt. Es ist in diesen Wochen oft von „Weimarer Verhältnissen“ die Rede, also davon, dass demokratische Parteien versagen und sich die Wähler der rechtspopulistischen Alternative zuwenden. Und es wird daran erinnert, dass im Reichstag die zerstrittenen Demokraten den Nationalsozialisten letzlich zum Durchbruch verholfen haben. Dieses Politikversagen von damals sollten wir heute im Auge haben. Thüringen und andere Bundesländer im Osten zeigen uns, dass die „Protestpartei“ AfD nicht mehr weit davon entfernt ist, stärkste Partei zu werden, zumal die „Volksparteien“  CDU und SPD zunehmend verkümmern.

Mich stimmt es zufrieden, dass der FDP-Bezirksverband Mittelfranken (und auch der veranstaltende Kreisverband) meiner Forderung gefolgt ist und die Aschermittwochs-Veranstaltung in Gunzenhausen-Frickenfelden mit dem thüringischen Landtagsabgeordneten (und Generalsekretär) Robert-Martin Montag abgesagt hat. Das war die einzig richtige Konsequenz.

Die Vorkommnisse von Thüringen haben Auswirkungen auf die FDP im ganzen Bundesgebiet, mithin auch auf Bayern. Meine Hoffnung geht dahin, dass die Wähler in unseren Breiten zu differenzieren wissen angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl. Die Kandidatinnen und Kandidaten im Freistaat dürfen nicht zum Sündenbock gemacht werden für absolute fehlerhaftes und unverantwortliches Verhalten  im Nachbarland.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP in Gunzenhausen

Seminare für Gartenfreunde

Wertvolle Tipps für das Gartenjahr

Zum Start ins Gartenjahr gibt es in Windsfeld und Wachstein im März vier Vorträge mit wertvollen Tipps und Anregungen für Hobbygärtner, Gartenfreunde und Interessierte. Bildnachweis: Felix Oeder/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

Vier kostenfreie Gartenpflegeseminare bieten im März wertvolle Tipps und Anregungen für das bevorstehende Gartenjahr. Jeweils Dienstag, am 03., 10., 17. und 24. März 2020 sind Hobbygärtner, Gartenfreunde und Interessierte zu den Vorträgen eingeladen. Beginn ist um 19.30 Uhr. Veranstaltungsorte sind der Moarhof in Windsfeld und das Gasthaus Zur Sonne in Wachstein.

Die Vortragsreihe beginnt am Dienstag, 3. März 2020, im Moarhof in Windsfeld (Windsfeld 10) mit dem Vortrag „Alte fränkische Birnen – Zeitzeugen unserer Landschaft erhalten“. Referentin Susanne Wolf berichtet unterhaltsam und kurzweilig über die prächtigen Birnenbäume in unserer Landschaft und ihre ökologische Bedeutung.

Ebenfalls in Windsfeld findet der nächste Vortrag am Dienstag, den 10. März statt. Barbara Krasemann referiert zum Thema „Der Gourmetgarten im Wandel der Zeit“. Die leidenschaftliche Gärtnerin aus Thalmässing informiert über die Bodenbeschaffenheit und den Anbau, die Ernte sowie die Verarbeitung von Pflanzen.

Am Dienstag, 17. März, erfahren Interessierte von Rainer Goldmann Wissenswertes über die Pflanzenauswahl und das Pflegekonzept reifer Gärten sowie den Umgang mit Schatten im Garten. Der Vortrag ist im Gasthaus „Zur Sonne“ in Wachstein (Lindenstraße 11).

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe macht Kräuterpädagogin Brigitte Boscher aus Pappenheim am Dienstag, 24. März, mit ihrem Vortrag „Kräuterschätze aus dem Garten“, ebenfalls in Wachstein. Sie erklärt wie Knoblauchsrauke, Borretsch & Co richtig angebaut werden und mit ihrem kräftigen Geschmack zu einer hervorragenden Ergänzung zu Fleisch, Fisch und Gemüse werden.

Die Gartenpflegeseminare werden gemeinschaftlich vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, angesiedelt am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, angeboten. Für den Besuch einer Veranstaltung erhalten die Teilnehmer einen Beleg für den neuen Gartenpflegeausweis, dieser berechtigt zur Teilnahme an Fachveranstaltungen auf Bezirksebene. Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

SMG-Teams erfolgreich

„Planspiel Börse“ der Sparkasse abgeschlossen

Alle Preisträger des diesjährigen Planspiels mit Oliver Fritsch von der Sparkasse (rechts).

Für die Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen ist die Stärkung der
finanzwirtschaftlichen Bildung ein wichtiges Anliegen. Mit dem Planspiel Börse fördern sie damit auf spielerische Art und Weise die Aktienkultur und das Verständnis für den Börsenhandel bei den Schülerinnen und Schülern. Bei diesem Spiel wird Teamarbeit groß geschrieben. Die Jugendlichen diskutieren innerhalb ihrer Teilnehmergruppen, welche Strategie sie verfolgen. Dabei erweitern sie ihr wirtschaftliches Grundwissen und lernen, wie man sich Informationen über die Börse, Aktien und einzelne Unternehmen beschafft. Das Börsenspiel ist ausgezeichnet als Projekt der UNDekad „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Über zehn Wochen analysierten 27 Teams vom Simon-Marius-Gymnasium und der Staatlichen Wirtschaftsschule in Gunzenhausen die Aktienkurse sowie die Wirtschaftsnachrichten.

Sieger des Börsenspiels 2019 wurde die Gruppe „Still Hungry“ des Simon-Marius- Gymnasiums mit Marvin Ehrngruber, Jonas Elster und Louisa Geitner. Sie erzielten mit ihrem Depotwert in Höhe von 52.373,50 Euro eine Vermehrung ihres Startkapitals von 50.000 Euro. Sie erzielten den größten Gewinn aller Teilnehmer und gewannen den ersten Preis mit einem Geldgeschenk von 400 Euro. Die Schüler Sebastian Sorg, Leo Göttler, Julian Kupferberger, Jonas Megerlein und Nilavan Rajendram vom gleichen Gymnasium konnten sich auch noch den Sonderpreis der Nachhaltigkeitsbewertung in Höhe von 250 Euro aufgrund der Auswahl ihrer Aktien sichern.

Der zweite Preis in Höhe von 300 Euro ging an die Gruppe „Edelmänner“ mit Philip Neumann, Eric Edelmann und Simon Gottschalk mit einem Depotwert von 52.026,68 Euro.

Den dritten Platz in Höhe von 200 Euro konnte sich die Gruppe „ichweißnicht“ mit Eva Lehner, Helen Hilpert, Ida Lemberger und Marie Pastuschenko sichern. Sie erzielten einen Depotwert von 51.424,74 Euro.

Die 113 teilnehmenden Schüler aus dem Simon-Marius-Gymnasium und der Staatlichen Wirtschaftsschule hatten dieses Jahr mehr Glück mit ihren Anlagen als im Vorjahr, da der DAX im Bewertungszeitraum um 25 Prozent gestiegen ist. Es konnten alle vier Preise von Schülerinnen und Schülern des Simon-Marius- Gymnasium gewonnen werden, berichtete der Abteilungsleiter Vermögensmanagement der Sparkasse Gunzenhausen, Oliver Fritsch, sehr zur Freude des Betreuungslehrers Tim Steck.
Alle 27 teilnehmenden Teams zeigten mit ihren unterschiedlichen Aktivitäten, dass es an der Börse kein Geheimrezept gibt, um Gewinne zu erzielen und dass die verschiedensten Strategien mit etwas Glück zum Erfolg führen können. Es wurde den Schülerinnen und Schülern aber auch deutlich, dass die Börse für eine kurzfristige Geldanlage und -vermehrung nicht geeignet ist, sondern das zurzeit beste Anlageangebot für langfristige Geldanlagen darstellt.
KLAUS HEGER

Georg Motzel, ein gebürtiger Arberger

Mittelalterlicher Chronist im Dienst des Fürstbischofs von Eichstätt

Zu den markanten Persönlichkeiten des Mittelalters, die aus Arberg stammen, zählt Georg Motzel, der im 17. Jahrhundert Generalvikar des Fürstbischofs von Eichstätt war. Er wird als ein Mann mit bewundernswertem Fleiß, mit einzigartiger Klugheit, Würde und Liebenswürdigkeit charakterisiert.  Georg Motzel (1605-1660)  hat der Nachwelt nicht nur Pfarrbeschreibungen hinterlassen, sondern berichtet in zwölf Bänden (nur noch sieben sind erhalten geblieben) von den Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg.

Autor Karl  Rieger nennt in „Alt-Gunzenhausen“, der Jahrespublikation des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen, den Familiennamen ungewöhnlich und mehrdeutig und bezieht sich auf die  Sprachwissenschaftler von heute. Die Familie wird im oberen Altmühltal erstmals um 1539 genannt, Georg Motzel gilt als der Stammvater der Arberger Motzel. Er war Kastner, sprich für die Finanzen im bischöflichen Amt Arberg zuständig, aber auch für die öffentliche Ordnung (Polizeigewalt), er fungierte als Waldaufseher und er war an mehreren Hexenverfolgungen beteiligt.  Von ihm stammen akribisch angefertigte Berichte zu den Kosten der Hexenprozesse, beispielsweise „Fanggeld“ für die Amtsknechte,  Verköstigung („Zehrung“) für die Wächter, Botenlöhne, Feuerholz, eiserne Ketten zur Fesselung und Entlohnung des Henkers.  In den 22 Jahren seines Dienstes hatte er auch das Richteramt inne. Aus den Ehehaftsordnungen, in denen die Rechte der Bauern und der Herrschaften geregelt waren, geht beispielsweise hervor, dass er 1598  den  Arberger Peckh mit einer Geldstrafe belegte, weil sich an einem „verbottenen Bußtag der Bäpstlichen Heylligkeit“ verlaubte, eine „Bradtwurst“ zu verspeisen.  Hannß Mayr, den „marggräfischen Unterthan zu Oberhabenbach“ (Oberhambach)  musste drei Gulden zahlen, weil er seinen Bruder in einem Mörsacher Wirtshaus „mit einer Hauen geschlagen“. Der Arberger Metzger Peter Peringer, der das Fleisch ungesalzen verkaufte und obendrein auch noch „Kling und Köpff unter den fleisch mitgewogen“ hatte, musste sechs Gulden blechen. „schwartz getreidt“ verarbeitete Andreas Friedlein Peckh zu einem minderwertigen Brotteig, dessen Pilz-Giftstoff eine halluzinogene Wirkung hatte (vergleichbar: LSD).

Der Vater schickte seinen Sohn gleichen Vornamens an die Universität nach Eichstätt und war bestrebt, ihn frühzeitig an die Wissenschaften heranzuführen, eine „vorzügliche Zierde der Jugend“.  Tatsächlich peilte er „sehnsüchtig nach dem philosophischen Lorbeer einer höheren Weisheit“.  Er ging auch nach Rom, um sich dort theologischen Lehren hinzugeben, kehrte aber bald nach Eichstätt zurück, wo ihn Fürstbischof Christophorus von Westerstetten 1632 in den Bischöflichen Rat berief und ihn zu seinem Generalvikar  in geistlichen Fragen machte. Er verfasste Pfarrbeschreibungen und schrieb mit der Hand zwölf Bände über den „Schwedenkrieg“ in Arberg und der Umgebung „ohne jegliche Bezahlung getreu nach meinem bescheidenen Talent“.

Demnach lagerten schon 1620 bayerische Reiter in Arberg und nahmen mit 343 Pferden Quartier. 1633 kam es auf den Feldern zwischen Ornbau und Triesdorf zu einer Schlacht zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen. Johann de Werth  und seinen 3000 kaiserlichen Soldaten standen 1500 „schwedische“ Reiter des Herzogs Bernhard von Weimar gegenüber.  Die Kaiserlichen zogen sich hinter die Ornbauer Stadtmauer zurück und flüchteten dann in Richtung Gunzenhausen, aber die schwedischen Truppen räuberten im Städtchen furchtbar und brannten in der Vorstadt bis zu 40 Häuser nieder. Sie töteten die Waffenmüller und den Müller Fackler von Wiesethbruck, nahmen alles Vieh mit, so dass im ganzen Amt Arberg nur mehr 17 Viecher vorhanden waren.  Komplett entvölkert waren am Ende Mörsach, Gothendorf, Röttenbach und Georgenhaag. Allein 1634 starben in Arberg 104 Menschen an Seuchen und Unterernährung. Was die marodierenden Soldaten in der Großlellenfelder  Pfarrei anrichteten, das ist nicht bekannt, da der Pfarrer „sich oft wochenlang in den Wäldern verstecken musste“, wie den Pfarrmatrikeln zu entnehmen ist, und daher keine Gelegenheit hatte, alles zu dokumentieren.

Übrigens: Georg Motzel hat seine letzte Ruhestätte im Eichstätter Dom unweit der Heiligen Walburga gefunden. Er war „reich an Verdiensten, aber nicht an Jahren“, bilanziert der Autor Karl Rieger, denn er starb erschöpft nach all den strapaziösen Jahren im Alter von 54 Jahren.

WERNER FALK

Fit in Deutsch

Elf Teilnehmer haben Deutschkenntnisse vertieft

Erste Reihe von links nach rechts:: Landrat Gerhard Wägemann, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte Judith Koch, Ana Trembos, Izabella Szimics, Urszula Jablonska, Ilahe Nagiyeva und Natalia Melnychenko; zweite Reihe: Lehrkraft Regina Blobner, Maxim Cherniavskyi, Vladyslav Nadiezhdin, Zaneta Krejci und Francis Ibizugbe. Foto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen/Lena Kagerer

Insgesamt elf Migrantinnen und Migranten haben ihre Deutschkenntnisse im Sprachlernprojekt „Fit in Deutsch“ vertieft. Im Rahmen einer offiziellen Prüfung konnten sie das erlernte Wissen unter Beweis stellen. Landrat Gerhard Wägemann händigte Anfang Februar das Sprachzertifikat aus und gratulierte den Prüflingen zum bestandenen Abschlusstest.

Gute Deutschkenntnisse sind wichtig für die Integration von Migrantinnen und Migranten. Sie ermöglichen die Teilhabe am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, im Bildungsbereich und am gesellschaftlichen Leben, bieten Chancen und erleichtern Behördengänge und Arztbesuche.

Doch nicht alle Menschen mit Migrationshintergrund erhalten die Möglichkeit, einen Sprachkurs zu besuchen. Aus diesem Grund hat der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Anfang des Jahres 2019 das Sprachlernprojekt „Fit in Deutsch“ ins Leben gerufen – ein individueller Sprachkurs, der die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit mit dem Deutsch Lernen ermöglichen soll. Insbesondere Frauen, Berufstätige in Wechselschichten und Personen aus Herkunftsländern, die keinen Zugang zu einem Integrationskurs haben, sind Zielgruppen des Projektes.

Der Sprachkurs ging als Modellvorhaben an den beiden Standorten in Gunzenhausen und Weißenburg an den Start, ist für alle Migranten im Landkreis zugänglich und deutschlandweit einmalig. Das selbstständige Lernen mit Hilfe einer Sprachapp und einem Lehrbuch steht dabei im Vordergrund. An den Wochenenden wird das eigenständig Gelernte im Unterricht unter Anleitung von qualifizierten Lehrkräften vertieft und die mündliche Kommunikation verbessert.

„Das Interesse und die Nachfrage an dem Projekt waren von Anfang an sehr hoch“, erzählt die Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte Judith Koch. Knapp 90 Interessierte kamen zu den beiden Infoveranstaltungen in Gunzenhausen und Weißenburg. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten bis Ende 2019 den Kurs, elf davon legten im Dezember 2019 den Sprachtest erfolgreich ab, zwei weitere Gruppen werden sich der Herausforderung 2020 stellen.

Die Prüfung bestand aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Acht der elf Prüflinge erreichten das Sprachniveau B1. Dies entspricht nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen“ einer selbstständigen Sprachanwendung. Drei Personen haben die Prüfung mit dem Sprachniveau A2 (elementare Sprachanwendung) abgeschlossen.

„Das Sprachlernprojekt ist ein differenziertes Angebot, das speziell auf das Bildungsniveau der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeht, denn nicht jeder ist auf demselben Stand“, sagte Landrat Gerhard Wägemann bei der Zertifikatsübergabe. „Es ist wichtig, dass wir von Anfang an Möglichkeiten bieten, die Deutsche Sprache zu lernen“, so der Landrat weiter. Den Lehrkräften, insbesondere der anwesenden Lehrerin Regina Blobner, dankte er sehr herzlich für den Einsatz und die gute Zusammenarbeit.

Auch die Kinderbetreuung, die parallel zu den Präsenzphasen angeboten wurde, fand Zuspruch. Pro Termin wurden zwischen vier und sechs Kinder von zwei Babysittern des Bayerischen Roten Kreuzes in Nebenräumen betreut. Die HERMANN GUTMANN STIFTUNG und die lagfa bayern e. V. haben das Projekt finanziell großzügig unterstützt. Weitere Fördergelder wurden zugesagt, sodass das Projekt fortgeführt werden kann. Der Kursstart ist für Frühjahr 2020 geplant.

Fragen zum Sprachlernprojekt „Fit in Deutsch – wir unterstützen Sie auf Ihrem Weg zum Deutschtest“ beantwortet die Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte Judith Koch telefonisch unter 09141 902-227 oder per Mail an judith.koch@altmuehlfranken.de.

Kitaplätze reichen nicht

Enorme Anstrengungen von Gunzenhausen

Im Familienzentrum des neuen Hauses. Foto: FR Presse

So schnell können sich die Verhältnisse ändern: Noch vor zehn Jahren gab es genügend Kindergarten- plätze in der Stadt und den Ortsteilen, heute aber herrscht der blanke Mangel. Und das obgleich die Stadt in letzter Zeit enorm viel getan hat, um die Situation zu entschärfen. Aktuell gibt es elf Kindergärten und Kindertagesstätten mit 629 Plätzen (davon 115 Kitaplätze), dazu die Großtagespflege mit 16 Kleinkindern.

Im Familienzentrum begegnen sich Eltern und Kinder mit Erziehern.


Die Gruppenräume sind ganz toll eingerichtet.

In der Planung sind nach Auskunft von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz:

Kindertagesstätte der Lebenshilfe im Hollerfeld mit 2 Kindergärten und zwei Kitas (Baubeginn hoffentlich im Frühjahr 2020)

Kita des BRK in Frickenfelden (zwei Kindergartengruppen, zwei Kita-Gruppen). Der Baubeginn steht noch nicht fest.

Großtagespflege in der Nürnberger Straße (ab Sommer 2020).

Gruppenraum im Kindergarten am Föhrenweg.

Derzeit gibt es folgenden Bestand in der Kernstadt Gunzenhausen: 5 Einrichtungen mit 405 anerkannten Plätzen, davon 330 Plätze in den Kindergärten und 75 in U3-Einrichtungen (unter drei Jahre). Sie sind voll belegt.  Zusätzlich stehen zwei Kinderhorte mit 78 belegten Plätzen zur Verfügung.

In den Ortsteilen sind es so aus: 6 Einrichtungen mit 224 anerkannten Plätzen, davon 200 Kindergartenplätze und 24 U3-Plätze. Belegt sind davon 194 Kindergartenplätze und 40 Kitaplätze. Es ist nichts mehr frei.

In der Großtagespflege in der Bühringer-Straße  („Die kleinen Strolche“) gibt es ein flexibles Betreuungsangebot für 16 Kleinkinder (oder 10 ältere Kinder), die von 6-20 Uhr geöffnet ist. Sie wird von der gfi GmbH betrieben. Die Vormittagsplätze sind alle belegt, am Nachmittag gibt es noch freie Kapazität.

Die Verantwortlichen der Stadt und der Träger (Kirchen und karitative Verbände)  können derzeit nicht genug Plätze schaffen, um tatsächlich alle Wünsche zu befriedigen.

Die Küche der Kindertagesstätte mit Familienzentrum

Die letzte große Investition, die jetzt abgeschlossen wurde, war der Sanierung und die Erweiterung des Integrativen Kinder- und Familienzentrums Wilhelm Löhe am Föhrenweg, ein 6-Millionen-Euro-Projekt unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Gunzenhausen. Bei der Einweihung wurde deutlich, welch großen Anteil die Leiterin Diana Leickert an dem mustergültigen Projekt hat. Prof. Dr. Ralf Haderlein von der  Hochschule Koblenz würdigte vor zahlreichen Eröffnungsgästen die Pionierarbeit von Diana Leickert und ihren wissenschaftlichen Anteil am Entstehen von neuen Konzepten der integrativen Betreuung. Sie selbst war ganz überwältigt angesichts des hohen Lobs und ihres Standpunkts: „Inklusion ist eine Haltung, die man im Herzen trägt.“ Dekan Klaus Mendel offenbarte: „Ich umarme sie gern, denn sie hat Großartiges geleistet!“

Anerkennende Worte von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Landrat Gerhard Wägemann gab es auch für den Architekten Dominique Dinies von der UTA Stuttgart für die vollständige Holzbau-Konzeption.  Betreut werden dort von 40 engagierten Mitarbeiterinnen 136 Kinder in drei Kinderkrippen und sechs Kindergartengruppen (davon eine Waldgruppe).

WERNER FALK

Falsche Entscheidung

Stellungnahme von Werner Falk zu Thüringen-Affäre

Erklärung von Stadtrat Werner  Falk, Gunzenhausen, zur aktuellen Situation nach der Wahl von Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten:

Der Ausgang der Wahl im thüringischen Landtag war meiner Ansicht kein Zufall, sondern Ergebnis einer Strategie im Vorfeld des Wahlgangs. Insofern tragen die Abgeordneten des Landtags, die Thomas Kemmerich gewählt haben, Verantwortung für ihr Handeln.

Ich hätte an der Stelle von Thomas Kemmerich die Wahl nicht angenommen. Er hätte damit klar zum Ausdruck bringen können, dass sich Liberale nicht zum Steigbügelhalter von Neofaschisten machen lassen. Leider ist diese Chance einer kurzzeitigen Freude wegen, dass ein FDP-Mann Ministerpräsidenten-Würden empfangen  hat, vertan worden.

Dass sich die Wähler in ostdeutschen Bundesländern hinsichtlich der AfD anders verhalten als die im Westen, ist inzwischen eine allgemeine Erkenntnis. Es ist nicht für jedermann nachvollziehbar, dass man sich nach den schlechten Erfahrungen unter der SED-Herrschaft nun den Rechtsradikalen mit ihren faschistoiden Zügen an die Brust wirft. Und doch gibt es dort auf regionaler und kommunaler Ebene  seit Jahren eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen parteipolitischen Lager.

Dass der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner um eine schnelle Klärung bemüht ist, das wird von mir sehr begrüßt. Nur so kann der politische Flurschaden begrenzt werden. Nun muss auch die CDU  in Thüringen und im Bund für klare Verhältnisse sorgen.

Die Wählerinnen und Wähler in Bayern, also auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in der Stadt Gunzenhausen, bitte ich, die Kandidaten vor Ort bei der anstehenden Kommunalwahl nicht für das Verhalten der thüringischen Abgeordneten abzustrafen.

Werner Falk

Rest vom Kerwabaum

An Versicherungsmakler Christian Bund übergeben

Eine Abordnung der Kerwabuam und -madli überreichte zusammen mit Mitgliedern des Kerwazunftvereins symbolisch ein Stück des ersteigerten Kirchweihbaums an den Versicherungsmakler Christian Bund und seine beiden Mitarbeiter Sebastien Walewski und Tanja Milleker in den Kanzleiräumen im Ärztehaus in der Osianderstraße in Gunzenhausen. Das Baumstück soll im Empfangsbereich der Kanzlei aufgestellt werden und den Klienten das soziale Engagement der Kanzlei zeigen. Traditionell versteigerten die Kerwabuam und -madli am Tag der Betriebe die beiden Kirchweihbäume zugunsten wohltätiger Einrichtungen in Gunzenhausen und der Region.
Das höchste Angebot für den Kirchweihbaum kam von Christian Bund dem Versicherungsmakler aus Gunzenhausen mit 3.500 Euro und den Zuschlag für de Kinderkirchweihbaum erhielt die Firma Hartmann Gartengestaltung aus Gunzenhausen zum dritten Mal in Folge für den stolzen Betrag von 3.250 Euro. Den Erlös der Versteigerung werden die Kirchweihbuam nach Bedarf auf die sozialen und wohltätigen Einrichtungen in Gunzenhausen und der Region verteilen. Der Erlös für den Kinderbaum soll in voller Höhe an den Kindergarten in Aha gehen teilte der Auktionator Stefan Meier mit. Die Kinder dieser Kindertageseinrichtung haben den Kinderbaum selbst bemalt und gestaltet, dafür sollen sie als Belohnung auch den gespendeten Betrag für ihren Baum erhalten.
Es ist der besondere Wunsch von Christian Bund, dass ein Teil des Versteigerungserlöse an die Vereine Kinderschicksale Mittelfranken und Between Boarders aus Ansbach (ehemals Helfen ohne Grenzen e.V.), welche die Flüchtlingswaisenhäuser im Dreiländereck Thailand Laos – Burma unterstützen, gespendet wird.
KLAUS HEGER

Hochwasserschutz startet

Im April wird mit den Arbeiten an der Altmühl begonnen

So sehen die Planung den neuen Naturraum Altmühl im Gunzenhäuser Westen.

Über 50 Anwohner nahmen die Einladung des Wasserwirtschaftsamtes an und informierten sich in Raum Spielberg in der Stadthalle i Gunzenhausen über die geplanten Baumaßnahmen im Rahmen des Hochwasserschutzes in Gunzenhausen. Der Hochwasserschutz wird durch den Freistaat, Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, geplant und gebaut. Die Umsetzung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Aktuell zwischen der Oettinger Straße und der Stadthalle, sowie anschließend i Bereich Spitalstraße bis zur Jugendherberge. Im Zuge der Errichtung des Stauraumkanals entlang der Promenade durch die Stadt Gunzenhaus wurde im Herbst 2019 bereits die notwendig Sammelleitung für das anfallende Niederschlags- und Sickerwasser fertiggestellt und die Stadt vo Überschwemmung durch Starkregen geschützt. Somit kann ab April 2020 mit dem Bau de Hochwasserschutzmaßnahmen im ersten Bauabschnitt begonnen werden.
Der Hochwasserschutz besteht im Wesentlichen aus einer 600 Meter langen und 90 cm hohen Hochwasserschutzmauer. Sie wird überwiegend durch die, im Rahmen der Bürgerbeteiligung entwickelten gestalterischen Elemente wie Sitzreihen, Panoramaweg, Landschaftswellen Sonnenterrassen oder einem angeschüttet Deich optisch kaschiert und in das Stadt- und Landschaftsbild eingefügt. Im ersten Bauabschnitt zwischen Stadthalle und der Oettinger Straße wird die Schutzmauer zusätzlich von fünf Aussparungen unterbrochen, um die Sichtbeziehung und Durchgangsmöglichkeiten zwischen der Altmühlaue und der Stadt zu erhalten erläuterte Heidi Böttcher vom Wasserwirtschaftsamt die geplanten Baumaßnahmen. Im Hochwasserfall werden die Öffnungen von der Feuerwehr durch mobile Schutzwände verschlossen und die Stadt von den Wassermengen geschützt. Die Baumaßnahmen beginnen an der Stadthalle und werden in Richtung Oettinger Straße weitergeführt. Als erste Maßnahme werden dafür die Alleebäume auf einer Länge von rund 80 Meter baumschonend versetzt.
Vor Beginn der Baumaßnahmen erfolgt eine Beweissicherung der angrenzenden Grundstücke. Seitens des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach wurde das Sachverständigenbüro von Albrech Mast beauftragt den Zustand der angrenzenden Gebäude zu erfassen. Die Beweissicherung dient zur Dokumentation des derzeitigen Zustandes, damit später im Zuge der Baumaßnahmen auftretende Schäden unmittelbar als neue Schäden erkannt und mit den Eigentümern abgerechnet werden können erläuterte der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Thomas Keller.
Nach der Informationsveranstaltung nutzten die Anwohner noch ausgiebig die Möglichkeit ihre Fragen an die anwesenden Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes, der Stadtverwaltung, vom Planungsbüro Miller und dem Sachverständigenbüro zu stellen.
KLAUS HEGER