Tag Archives: Gunzenhausen

Aktiv und gut beraten

Gesundheitsmarkt in Gunzenhausen

MdL Hauber, Dr. Hinterleitner, Bezirksrat Popp, Landrat Wägemann, MdL Westphal und Bürgermeister Fitz beim Rundgang. Foto: Klaus Heger

Zum 24. Gesundheitsmarkt der Region Altmühlfranken konnte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Carl-Heinrich Hinterleitner, nicht nur rund 30 regionale Aussteller aus dem Gesundheitsbereich im Landkreis begrüßen, sondern auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben. Er ging bei seiner Begrüßungsansprache auch kurz auf die kommende Impfpflicht gegen Masern für alle Schüler, Lehrer und Erzieher im Gesundheitsbereich ein, die nach 1960 geboren wurden.
Auch Landrat Gerhard Wägemann freute sich in seinem Grußwort über die vielfältigen Informationsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger im Gesundheitsbereich, die dieser Markt in der neu gestalteten Stadthalle in Gunzenhausen bietet. Dabei soll die ganze Familie angesprochen werden. Gesundheit betrifft alle, vom Säugling bis zu den älteren Menschen, stellte
der Landrat fest. Er lobte dabei auch die Leistungen aller Einrichtungen und ehrenamtlichen Institutionen im Gesundheitsbereich im Landkreis und machte auf die vielen unterschiedlichen Vorträge in den Seminarräumen der Stadthalle aufmerksam.
Auch für Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ist Gesundheit keine Selbstverständlichkeit. Die Menschen können sich bei dieser Veranstaltung über Hilfs- und Präventionsmaßnahmen informieren. In der neu gestalteten Stadthalle haben die Aussteller genügend Raum, sich in tageslichtdurchfluteten Räumlichkeiten mit ihren Leistungen und Angeboten zu präsentieren, stellte er erfreut fest. Dabei zeigt sich auch, dass die Stadthalle kein reiner Konzertsaal ist, sondern eine moderne Multifunktionshalle, die für all Veranstaltungsarten ihre Möglichkeiten anbietet.
Die zahlreichen Anbieter informierten nicht nur über Hilfsangebote, sondern auch über die praktische Anwendung eines Defibrillators. Die Vertreter des BRK-Mittelfranken Süd stellten dabei fest, dass alle drei Tage im Landkreis eine Reanimation durch Sanitätskräfte oder den Einsatz dieser Defibrillatoren gemeldet wird.
Der Cartoonist Peter Gaymann setzte sich in humoristischer Weise mit dem Problem der Demen auseinander und stellte am Gesundheitsmarkt in der Stadthalle einige seiner Cartoons zu diese Thematik aus.

KLAUS HEGER

Fischerfest ist ein Hit

Hunderte von Besuchern am Altmühlsee

Vorsitzende Marion Schwarz (links) vom Heimatverein Wald-Streudorf und ihre Helferinnen begrüßten die Gäste mit einem Fisch-Büfett. Foto: FR Presse

Das Fischerfest am Altmühlsee, das die Stadt Gunzenhausern in enger Kooperation mit dem der Zweckverband Altmühlsee und dem Heimatverein Wald-Streudorf seit sieben Jahren veranstaltet, ist zu einem „Hit“ geworden. Bereits am Eröffnungstag kamen Hunderte von Besuchern bei allerschönstem Herbstwetter an den See.

Schon am Eröffnungstag kamen Hunderte von Gästen an den See.

Bürgermeister und  Zweckverbandsvorsitzender Karl-Heinz Fitz, der am Vortag seinen 58. Geburtstag feiern durfte, konnte dazu neben  Landrat Gerhard Wägemann auch den Thomas Keller, den Chef des Wasserwirtschaftsamts Ansbach, und Jörg Zitzmann, den Präsidenten des mittelfränkischen Fischereiverbands, begrüßen. Die „Walder Gmabüschsänger“ wirkten an der Eröffnungsveranstaltung mit.

An beiden Tagen dominierte natürlich das Thema „Binnenfisch“. Das Wasserwirtschaftsamt und auch der Fischereiverein Gunzenhausen hatten Infostände aufgebaut. Sie informierten über alle Maßnahmen, die  ergriffen werden, um die Gewässerqualität zu erhalten.

Von Jahr zu Jahr steigert sich die Zahl der Fieranten, unter ihnen etliche Anbieter von kulinarischen Köstlichkeiten rund um den Fisch. Es herrschte geradezu Volksfeststimmung am Altmühlsee.

Gedenken auf dem Marktplatz

Thomas Thill hatte dazu aufgerufen

Gedenken an die Opfer des Anschlags von Halle auf dem Marktplatz. Foto: R.

Ihr Mitgefühl mit den Hinterbliebenen der ermordeten und verletzten Menschen in Halle demonstrierten am Samstag an die vierzig Gunzenhäuserinnen und Gunzenhäuser, die einem Aufruf von Thomas Thill gefolgt waren. Er appellierte an die Öffentlichkeit: „Aufrecht Gehen für die Freiheit und den Erhalt der demokratischen Rechtsordnung. Nicht zusehen, sondern mit aufrechtem Blick ausdrücken, dass der Hass gegenüber dem Fremden keine Alternative in unserem Alltagshandeln einnehmen darf und aufrecht Stehen gegenüber der bedrohlichen Entwicklung Andersgläugiger, die bis zum Mord geht.“ Und  er fügte hinzu: „Wir wollen Haltung zeigen und wir entscheiden uns für das demokratische Miteinander.“

Die Teilnehmer, darunter Sigi Atzmon, die Vorsitzende des Freundeskreises Synagoge Hainsfarth,  gedachten – brennende Kerzen in den Händen haltend –  15 Minuten in Stille der beiden Menschen, die beim Anschlag in Halle getötet wurden.

Dem möchte ich hinzufügen:

Wir dürfen antisemitisches Gerede nicht zulassen und müssen ihm forsch entgegnen –zumal in einer Stadt, in der einst reichsweit das erste Hitler-Denkmal gebaut stand und  sich das erste Judenpogrom ereignet hat.

Ich meine, nicht alle AfD-Wähler sind Neonazis, sondern Protestler gegen das herkömmliche Parteiensystem. Sie haben die Schnauze voll vom Polit-Sprech einer abgehobenen Politikerklasse. Sie wollen gehört und ernst genommen werden.

Die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt haben gezeigt, dass Rechtspopulisten Mehrheiten erreichen können. Wer weiß, was die Landtagswahl Ende Oktober in Thüringen bringen?

Die Geschichte darf sich nicht wiederholen! Weimarer Verhältnisse dürfen nicht wiederkehren. Aus einer „Strafaktion“ des Wählers gegenüber den etablierten Parteien darf keine Renaissance des Nationalismus erwachsen. Ich möchte jedenfalls nicht erleben,  dass auf dem Gunzenhäuser Marktplatz je wieder paramilitärische Einheiten in Knobelbechern und mit Glatzköpfen patroullieren.

Deshalb begrüße ich auch die Initiative von Thomas Thill,  gegen den aufkeimenden Rechtsradikalismus öffentlich zu demonstrieren. Wo immer wir Menschen begegnen, die antisemitische Reden halten und rassistische Parolen verbreiten, müssen wir ihnen couragiert entgegentreten – jeder von uns! Auch am Stammtisch dürfen sie nicht stillschweigend hingenommen werden. Wir müssen uns ihnen in den Weg stellen. Rechtsradikale Phrasen dürfen nicht gesellschaftsfähig werden.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP  in Gunzenhausen

12.10.2019

Für und Wider

Zur Problematik der Umgehung Schlungenhof

Der Prozess der Entscheidungsfindung des Straßenbauamts Ansbach hinsichtlich der Umgehung von Schlungenhof dauert schon lange, aber er ist einer, der die vielfältigen Interessen abwägen muss. Die Stadt ist nicht Herr des Verfahrens, denn die B13 ist eine Bundesstraße und folglich hat der Bund das Sagen und die Stadt wird angehört wie jeder andere Verfahrensbeteiligte auch.

Noch in diesem Jahr wird mit einer Erklärung des Straßenbauamts gerechnet, welche von den vielen Varianten, die geprüft werden, die meisten Chancen hat, realisiert zu werden. Der Stadtrat hat sich mit ihnen mehrmals beschäftigt, hat sich aber wegen der noch ausstehenden Entscheidung des Straßenbauamts noch nicht festgelegt.

Inzwischen hat die ÖDP ein Bürgerbegehren in dieser Sache in Gang gesetzt. Alle Bürger der Stadt, also nicht nur die Schlungenhöfer oder die  von der Umgehungsplanung betroffenen Laubenzedeler, können sich durch Eintrag in die Unterschriftenlisten äußern. Die ÖDP verficht die sogenannte Nulllösung, d. h. die B 13 soll weiterhin durch Schlungenhof führen, ferner zusätzlich der Verkehr von der Kreissstraße WUG 22 aus Richtung Haundorf und Mitteleschenbach. Alternative Trassen, die viel Land in Anspruch nehmen und auch erheblich mehr Geld kosten würden, werden abgelehnt.

Ich denke, es sind einige wichtige Aspekte zu beachten, die ich kurz zusammenfassen möchte:

Bei der Null-Lösung ergäbe sich kein kausaler Zusammenhang zwischen Bahnverkehr und Straßenverkehr. Die Bahn AG möchte den Übergang an der Kreisstraße WUG 22 realisieren (Brückenbauwerk über die Bahnlinie Treuchtlingen-Würzburg), der Kreistag hat sich im Gegensatz für eine Unterführung des Straßenverkehrs ausgesprochen.

Auch die Null-Lösung schafft den Verkehr  nicht vollständig aus Schlungenhof, denn es gibt weiterhin im Dorf die Anbindung an den Altmühlsee und auch der Nahverkehr in Richtung Gunzenhausen bliebe erhalten. Dabei handelt es sich etwa um die Hälfte des gesamten Verkehrsaufkommens.

Die Null-Lösung verzichtet auf eine weitere Versiegelung von Naturflächen und landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Das wird beispielsweise als Ergebnis des Volksbegehrens gefordert und ist inzwischen weitgehend Gegenstand der Politik der Staatsregierung.

Für die bestehenden Betriebe entlang der Ansbacher Straße in Schlungenhof ist die B 13 von Bedeutung. Es wäre interessant, die Stellungnahmen der Betriebseigentümer zu  hören.

Wichtig wäre eine zuverlässige Feststellung, wie die bebauten Grundstücke entlang der B 13 heute genutzt werden und welche Perspektiven es gibt.  Eine Befragung der Eigentümer wäre  diesbezüglich für den Entscheidungsprozess hilfreich.

Es erhebt sich die Frage, ob die Grundstücke links und rechts der B 13 als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen werden können. Der Staat könnte die bisher wohnlich genutzten Grundstücke entlang der B 13 erwerben und den Eignern ein Aussiedlungsangebot machen. Der Schwerpunkt der künftigen Nutzung läge auf dem gewerblichen Gebiet. Nützlich wäre in der Folge ein Dorfentwicklungsplan für Schlungenhof, der die verschiedenen Nutzungsbereiche schwerpunktmäßig festlegt.

Ganz klar für die Umgehung von Schlungenhof spricht die Belastung durch den Schwerlastverkehr und den Durchgangsverkehr. Möglich wäre nach der Auslagerung des Durchgangsverkehrs ein Rückbau der Straße mit Umwidmung als Gemeindestraße (eventuell Tempo 30) und es gäbe bessere Chancen für die Dorfentwicklung (Stichwort:  das gewünschte Gemeinschaftshaus).  Die Anlieger wären im Falle einer Umgehung nicht mehr der Gefährdung ihrer Gesundheit ausgesetzt, die amtlicherseits bereits ins Feld geführt wird.

Ein Trassenvorschlag sieht vor, die neue Bundesstraße 13 südlich der Bahnlinie bei Laubenzedel mit Anschluss an die B 466 zu bauen.  Ein erheblicher landwirtschaftlicher Flächenverlust ginge damit einher. Das würde aber einen Rückbau der alten Bundessstraße durch Schlungenhof sowie bessere Dorfentwicklung ermögliche, z.B.  durch Tempo 30-Regelung ermöglichen.

Eine weitere Variante ist die Neutrassierung der B 13 ab einem neu zu bauenden Kreisverkehr an der Abzweigung zum Surfzentrum Schlungenhof in einem Bogen quer durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Laubenzedel und Schlungenhof mit Anschluss an die B 466. Auch in diesem Fall wäre ein Rückbau in Schlungenhof möglich. Der Flächenverbrauch wäre jedoch erheblich. Ungeklärt ist, ob die privaten Grundstücksbesitzer zum Verkauf bereit sind.  Eine Zwangseinweisung der Grundstücke wird der Staat als Maßnahmenträger wohl nicht riskieren wollen. Die Entscheidung ist die kommunalpolitisch Verantwortlichen nicht leicht. Ich möchte mich derzeit auch nicht festlegen, zumal auch rechtliche Fragen in der Sache zu berücksichtigen sind, außerdem ist über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens noch nicht entschieden.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

Piesche feierte Zehnjähriges

Kompenter Ansprechpartner für Kaffeetechnik

Christian Piesche und seine Frau Simone können stolz sein auf die zehnjährige erfolgreiche Existenz ihres Kaffeetechnik-Fachgeschäfts. Foto: Heger


Seit 2009 ist Kaffetechnik Piesche der kompetente Ansprechpartner in der
Region für Kaffee und Kaffeemaschinentechnik. Vor 10 Jahren gründete Christian Piesche mit seiner Ehefrau Simone die Firma Kaffetechnik Piesche in der Nürnberger Straße in Gunzenhausen.
Zum 10jährigen Firmenjubiläum hatte sich das junge Unternehmerehepaar für den Kulturherbst wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Neben einem kleinen Gewinnspiel, kleinen Häppchen zur Verköstigung und 10 Prozent Einkaufsrabatt auf alle Porzellanangebot gab es bei allen Einkäufen auch noch kleine Geschenke für die Kunden. Als besonderes Highlight verpflichtete Christian Piesche den Foodtruck von „Bernd liebt Burger“ aus Theilenhofen direkt gegenüber des Ladens. Die Besucher waren begeistert von dem neuen Speisenangebot mit verschiedenen Burgern beim Kulturherbst und die Burgerbrater hatte ab 11 Uhr bis 21 Uhr, bis sie restlos ausverkauft waren, alle Hände voll zu tun, um die vielen Bestellungen der hungrigen Besucher abzuarbeiten.
Seit 2012 befindet sich das Geschäft von Simone und Christian Piesche in der Weißenburger Straße in Gunzenhausen. Mit dem neuen Standort konnte die Angebotspalette um Geschirr und Porzellanartikel erweitert werden. Im September 2018 wurde dann das Geschäft um einen weiteren Ausstellungsraum und eine Werkstatt für Reparaturarbeiten an Kaffeemaschinen ergänzt.

In der alten kleinen Werkstatt entstand das kleinste Café der Stadt mit acht Sitzplätzen an zwei Tischen. Kaffeetechnik Piesche kann nach 10 Jahren auf viele Stammkunden wie zum Beispiel die Firma Huber & Riedel, das Café Flair, The Room oder die Bar Bärlin blicken und ist im Bereich der Kaffetechnik ein etablierter und kompetenter Ansprechpartner für die ganze Region.

Aktuell besteht Kaffeetechnik Piesche aus insgesamt vier Mitarbeitern. Christian Piesche sucht aber noch dringend Verstärkung durch weitere Mechaniker für die Werkstatt, um das anstehende Auftragsvolumen bewältigen zu können. Interessenten können sich direkt im Geschäft, telefonisch unter 09831/6869 463 oder per
Mail unter kaffeetechnik.piesche@online.de bzw. über https://www.facebook.com/Kaffeetechnik-Piesche-661368580576474/ melden.
KLAUS HEGER

Das „Porto Pino“ ist neu

Italienisches Restaurant am Gunzenhäuser Marktplatz

Daniel Cougin führt das neue „Porto Pino“. Foto: FR Presse

„Es ist mir eine Ehre, Sie in meine sardische Heimat entführen zu dürfen“. Das sagt Daniel Cougin, der Betreiber des italienischen Restaurants „Porto Pino“ am Marktplatz 36. Er verbindet sein Angebot mit einer kulinarischen Auswahl  an tagesaktuellen  Menüs neben den „Klassikern“ der italienischen Küche wie Pizzas und Antipasti.

Der Weinfreund aus dem Südzipfel Sardiniens – er hat sein Restaurant nach seinem Heimatort Porto Pino  benannt – empfiehlt seinen Gäste 25 regionale Weine, dazu Biere der Strauß-Brauerei aus Wettelsheim, der Tittinger Weizenbierbrauerei  Gutmann und der Spalter Stadtbrauerei.

Das kleine Restaurant mit gepflegter Einrichtung bietet Platz für 50 Gäste, außerdem ist vor dem Haus noch eine Betischung für 25 Gäste.

Geöffnet ist das Lokal täglich von 10-23 Uhr (Ruhetag ist am Montag).

Italienisches Restaurant, Marktplatz 36, 91710 Gunzenhausen, Telefon 09831/8823488, Marktplatz 36, 91710 Gunzenhausen, Internet: www.porto-pino.de, E-Mail: info@porto-pino.de

Wohnungsbau in der Stadt

Grundstück wird vom Stadtrat zum Verkauf freigegeben

Die 4550 qm große Fläche vom Auweg aus gesehen. Sie wird jetzt an einen privaten Investor verkauft, der darauf an die 30 Wohnungen errichten soll. Foto: FR Presse

Schon lange diskutiert der Stadtrat über die weitere Nutzung des Grundstücks in der Weißenburger Straße 31 (ehemals Baugeräteunion). Bereits am 11. Februar 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, das 4500 Quadratmeter große Gelände nicht in der Bauträgerschaft der Stadt zu bebauen (16:7 Stimmen), sondern an Investoren zu verkaufen.  Die SPD hat wiederholt dagegen argumentiert und weitergehende Informationen verlangt. Bürgermeister Fitz ist darauf eingegangen, hat eine Sitzung auf Wunsch der SPD kurzfristig abgesagt, aber ist für seine Rücksichtnahme nicht honoriert worden. Nun sind die Genossen zur letzten Sitzung am 30. September geschlossen nicht erschienen.  Sie haben damit gegen die Gemeindeordnung verstoßen (Artikel 48,1) und müssen sich gegebenenfalls wegen der vorsätzlichen Verletzung ihrer Amtspflichten rechtsaufsichtlich verantworten.

Jetzt hat der Rumpf-Stadtrat mit 13:0 Stimmen entschieden, dass das Gelände zum Kauf angeboten wird. Die Konditionen sind in einem umfangreichen Katalog zusammengestellt. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei 185 Euro. Stellplätze sollen in möglichst großer Zahl in einer Tiefgarage untergebracht werden. Ferner sollen möglichst viele Mietwohnungen entstehen.

Dazu meine Meinung:

„Wann, wenn nicht jetzt!“  Das muss unsere Devise sein, wenn es um das Angebot von Bauland geht. Die Konjunktur ist gut, die Zinsen superniedrig und die Bereitschaft, das Geld in Betongeld anzulegen, ist ungebrochen. Wir sollten deshalb nicht zögern und nicht warten bis die Konjunktur nachlässt und die Zinsen wieder steigen.

Als Liberaler bin ich für das freie Spiel der Kräfte – auch wenn es den Wohnungsmarkt betrifft.  Ich denke, dass die Schaffung von neuen und attraktiven Wohnungen dazu führt, dass ältere Immobilien frei werden und zu günstigeren Konditionen erworben werden können.

Mit dem Bürgermeister bin ich der Meinung, dass die Stadt nicht als Bauherr auftreten muss, denn das können andere in der Regel viel besser. Ich verweise auf die staatliche Wohnraumförderung, die es je nach individueller Lage erlaubt, Eigentum nach vorgegebenen sozialen Kriterien zu erwerben oder eine günstige Mietwohnung zu bekommen.

Vom Bürgermeister erfahren wir, dass Gunzenhausen schon eine Reihe von Wohnungen zu bezahlbaren Mieten anbietet (146).  Außerdem hat die Wohnungsbaugenossenschaft Gunzenhausen mehr als 300 Wohnungen in ihrem Bestand, deren durchschnittliche Miete bei 4,20 je Quadratmeter liegt. Die Mieter der stadteigenen Wohnungen zahlen augenblicklich dafür  durchschnittlich 4,30 Euro/qm an Miete (zwischen 1,50 und 6,90 Euro). Nach der Berechnung des Kämmerers müsste sich die Stadt beim Bau von 30 Wohnungen mit fünf bis sechs Millionen Euro auf 30 Jahre verschulden. Bei einer Miete von 5 Euro/qm müsste die Stadt jährlich an die 100000 Euro drauflegen, pro Wohnung wären das monatlich 278 Euro. Und dabei wäre der Aufwand für Verwaltung und Unterhalt noch gar nicht mitgerechnet.

Die Subvention wäre eine Art von sozialistischer Umverteilungspolitik. Sie hat längst ausgedient. Das sollten selbst die leidenschaftlichsten Genossen erkennen. Wir leben in Deutschland in einer freien und demokratischen Gesellschaft, die sich an der Leistung der Menschen orientiert und nicht in einem sozialistischen Wolkenkuckucksheim mit angeschlossenem Steuerparadies.

Noch ein Wort zur Sitzungsverweigerung der SPD: Darin äußert sich eine strategisches Manöver im heraufziehenden Kommunalwahlkampf. Die Genossen möchten sich wohl damit positionieren als eine Partei der „kleinen Leute“. Diese Strategie wird aber nicht verfangen, denn die besagten kleinen Leute haben der Partei längst den Rücken zugekehrt, wie wir aus den Analysen der letzten Wahlen wissen.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

Nostalgie auf der Straße

Die NAVC-Rallye war eine schöne Einstimmung auf den Kulturherbst in Gunzenhausen. 98 Fahrzeuge promenierten auf dem Marktplatz und wurden von Georg Schwarz vorgestellt. Der Walder Rallyefahrer ist ein versierter Experte der Szene, der alle Typen in- und auswendig kennt. Nachdem sich die sportlichen Typen verzogen hatten gab es Platz für die Oldtimershow von Harry Gießbeck. Er hatte wiederum viele Oldtimer-Besitzer animieren können, ihre tolllen Fahrzeuge auszustellen. Nostalgische Gefühle gab es auch bei FDP-Stadtrat Werner Falk, der einen Lloydt, Baujahr 1968, entdeckte, der im „Stall“ von Konrad Amslinger in Frickenfelden steht. Sein Vater war Fahrer eines solchen „Leukoplastbombers“. Foto: H. Kuhn

Ein farbiger Kulturherbst

Der Kulturherbst in Gunzenhausen war eine tolle Sache. Es gab nach dem Eindruck der Organisatoren von der Stadt und dem Stadtmarketingverein mehr Besucher als in den Jahren zuvor, vor allem in den Abendstunden füllte sich der Marktplatz zu einer eindrucksvollen Kulisse. Vom Steingass bis zur Gewerbebank und auch noch in der Weißenburger Straße herrschte eine wunderbare Stimmung. Getoppt wurde sie quasi durch die Lightshow von Bernd Wopperer, wie unser Foto vom unteren Marktplatz zeigt. Foto: FR Presse

Stadtbus fährt und fährt…

Seit 20 Jahren gibt es das Nahverkehrsangebot von Gunzenhausen

Bei der öffentlichen Stadtbuslinie ist es so wie bei vielen anderen Projekten: sie hatte mit anfänglichen Startproblemen zu kämpfen, die Resonanz war gering. Aber das hat sich geändert. 20 Jahre nach der Einführung der Stadtbuslinie am 1. September 1999 können die Stadtwerke Gunzenhausen eine Bilanz ziehen, die sie befriedigt. Gleichwohl: einträglich ist die Stadtbuslinie nicht. Aktuell gibt es ein Defizit von jährlich 271000 Euro. Für die Gunzenhäuser Bürger aber ist der Stadtbus eine Einrichtung, die nicht mehr wegzudenken ist vom Dienstleistungsangebot der Stadt.

Es war die Initiative des seinerzeitigen Bürgermeisters Gerhard Trautner. Er hatte bereits 1993 die Idee, aber erst fünf Jahre später war die Zeit reif. Die Stadtwerke als die wirtschaftlichen Betreiber der Linien 640 und 641, die im halbstündigen Takt verkehren, sind auf diesem Stand nicht stehen geblieben. Sie haben das Angebot ständig erweitert – natürlich nach dem politischen Willen des Stadtrats. 2001 ist das Anrufsammeltaxi dazu gekommen, aber es musste schon fünf Jahre später wegen mangelnder Nachfrage eingestellt werden. Auch das „Minibedarfstaxi“, das vom Mutterhaus Hensoltshöhe angeregt worden war, überlebte nicht.

Die Einbindung der Ortsteile Unterwurmbach und Schlungenhof in einer zweijährigen Versuchsphase (2015-1017) brachte nicht die erwünschte Resonanz, so dass die Linie wieder gestrichen wurde. Besser steht es mit dem „Rufbus“, der seit 2019 alle Ortsteile für einen fünfjährigen Probezeitraum mit der Kernstadt verbindet. Er kann sogar online bestellt werden. Für ein bedarfsorientiertes System läuft der Rufbus nicht schlecht. Die Stadtwerke haben von Januar bis August 2115 Fahrgäste registriert (Durchschnitt: 1,17 pro Fahrt).

Die Stadtbuslinie 640.1 bedient außerdem sechs Schulstandorte. An der Kirchweih gibt es das Sonderangebot  „Kerwabus“.  An sieben Tagen werden rund 4000 Fahrgäste befördert, in den letzten zwanzig Jahren waren es an die 80000.

Wie Christian Reichenthaler, der bei den Stadtwerken zuständige Abteilungsleiter, gegenüber dem Stadtrat in seiner 20-Jahres-Bilanz mitteilte, gib t es seit August 2018 freies WLAN in den Stadtbussen. Das kostet 3100 Euro im Jahr, kommt speziell bei den Schülern glänzend an.

Im Jahr 2018 hat der Stadtbus 251932 Fahrgäste befördert, dazu noch 69000 im Schulbusverkehr (insgesamt: 320000). Das wirtschaftliche Ergebnis: Aufwand 555000 Euro, Erlös 284000 Euro, ergibt ein Defizit von 271000 Euro.

WERNER FALK