Die Wehrkirchen

Bilderausstellung „Wehrkirchen“ im Landratsamt Ansbach

Heimatkundler per Exzellenc: Edmund Zöller. Foto: Werner Falk

Im Landratsamt Ansbach kann in diesen Tagen die interessante Bilderausstellung „Wehrkirchen“ des Kreisheimatpflegers Edmund Zöller erlebt werden. Es bieten sich informative Einblicke zu zahlreichen befestigten Kirchen im Landkreis Ansbach. „Durch die Ausstellung möchte ich allen Besucherinnen und Besuchern ein eher wenig beachtetes Stück fränkische Heimat näherbringen“, betont der 94-jährige Kreisheimatpfleger Edmund Zöller. So hat er einige der interessantesten Exponate aus seinem riesigen Bilderarchiv für die Ausstellung ausgewählt.

Landrat Dr. Ludwig unterstützt die Bemühungen: „Wenn Aspekte wie Heimat, Kultur oder Geschichte gelebt und belebt werden, dann berührt dies Menschen und trägt zur Identität unserer Region bei. Die Bilderausstellung „Wehrkirchen“ zeigt wichtige Kulturgüter aus dem Landkreis Ansbach und trägt zur Pflege dieser bei. Ich danke unserem Kreisheimatpfleger Edmund Zöller für seinen unermüdlichen Einsatz und freue mich, wenn viele Menschen die Ausstellung besuchen.“ Die Bilderausstellung „Wehrkirchen“ kann im Foyer des Landratsamtes Ansbach bis einschließlich 29. November 2019 besichtigt werden.

 

Neuer Pumptrack-Park

Eröffnung im Gunzenhäuser Süden

Zur Eröffnung gab es einen Wahnsinnsandrang der jungen Biker. Foto: FR Presse

Robin Specht ist der „Pumptrack“-Papst in Deutschland. Er gilt als der Begründer der Pumptrack-Anlagen, von denen es in Land inzwischen schon etliche gibt. Nun hat auch Gunzenhausen  einen Pumptrack-Park, und zwar gleich neben der Skater-Anlage und dem FC-Platz.

Zur Eröffnung am 9. November war natürlich Robin Specht gekommen. Er und sein Team von „RadQuartier“ (RAEQTR) mit Sitz im oberfränkische Kirchenlamitz haben die Gunzenhäuser Anlage gestaltet. Der international bekannte Slopstyle-Mountainbike-Profi hat seit 2009 in seiner oberfränkischen Heimat die größte Trendsportschule Deutschlands geschaffen.

Robin Specht, Dr. David Stark, Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Landrat Gerhard Wägemann durchschnitten das Band und gaben die neue Anlage frei. Zwei junge Biker assistierten stolz. Foto: FR Presse

Dass Gunzenhausen überhaupt eine Pumptrackanlage bekommen hat, das ist der Initiative von Dr. David Stark zu verdanken. Er hat mit seiner Begeisterungsfähigkeit Bürgermeister Karl-Heinz Fitz angesteckt und auch den Stadtrat überzeugt, dass der Radlerstadt Gunzenhausen  das Outdoor-Freizeitangebot gut zu Gesicht steht. So ist in der Altmühlstadt die erste und bisher einzige Pumptrackeanlage entstanden. Wie man hört, will Weißenburg nachziehen.

Wie der Rathauschef in seiner Eröffnungsrede in Anwesenheit von Landrat Gerhard Wägemann und der Leader-Projektmanagerin Carolin Tischner erklärte, erhält die Stadt zu den Kosten von rund 100000 Euro einen 50-prozentigen Zuschuss aus EU-Fördertöpfen.

Der Auftakt war für alle überwältigend. Schätzungsweise an die 200 Kinder und Jugendliche aus Nah und Fern waren mit ihrem Rädern gekommen, um die Anlage zu testen. Bemerkenswert, dass es trotz dieses unerwarteten Andrangs zu keinerlei Stürzen kam. Die Kits konnten Lukas Knopf, den besten Biker, bei seinen Sprüngen bestaunen. Es ihm nachzumachen, wird nicht auf Anhieb jedem gelingen, aber es genügt ja schon das Training mit Bodenhaftung.

Die Gunzenhäuser Eltern, die mit ihrem Kindern gekommen waren, äußerten sich alle begeistert. Und die Stadträte durften den Eindruck mit nach Hause nehmen, die genau richtige Entscheidung in Sachen Freizeitangebot für die Biker getroffen zu haben.

Was war vor dem Kloster?

Vortrag am 13. November in Heidenheim

Von 2016 bis 2018 fanden in Verbindung mit den Umbauarbeiten im Westflügel von Kloster Heidenheim archäologische Ausgrabungen statt. Diese wurden nicht flächig, sondern punktuell durchgeführt. Dennoch gaben sie interessante Einblicke in die Geschichte des Klosters. So wurden sowohl Befunde aus dem 19. Jahrhundert aufgedeckt, als auch Befunde, die in die Anfangszeit des Klosters zurückreichen. So ruhen feingliedrige Schichtpakete in der Südwestecke des Klosters auf einem Friedhof der Gründungszeit. Im Nordteil des Westflügels hatten sich unter einer mächtigen Schuttschicht Mauern und Raumstrukturen besonders gut erhalten, die an das Ende der Klosterzeit und die Anfangszeit als Verwaltungssitz gehören. Auch zu Ereignissen ergaben sich Hinweise. So brannte das vorromanische Kloster vermutlich ab und erforderte zwangsläufig einen romanischen  Neubau.

Die aktuellen Ergebnisse seiner archäologischen Grabungen stellt Dr. Magnus Wintergerst (Bamberg) am Mittwoch, 13. November 2019, ab 19.30 Uhr im Foyer des Westflügels (1. OG) vor. Da viele von Ihnen ihn aktiv bei seinen Grabungen unterstützt haben, erwartet uns ein spannender und erkenntnisreicher Abend.

Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Regionale Produkte

Beim Spezialitätenwettbewerb erfolgreich

Von links: Landrat Gerhard Wägemann gratulierte den Landkreisgewinnern des zweiten Spezialitätenwettbewerbs der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Ausgezeichnet wurden die Treuchtlinger Bratwurst von der Metzgerei Geißelmeier, der Brombachseer Bergkirsch von Echt Brombachseer, das Kloster Dunkel vom Kloster Heidenheim und der Schlossbrauerei Fürst Carl, das Walnussöl der Manufaktur Gelbe Bürg und die Schlotengerle der Metzgerei Prosiegel (nicht im Bild). Bildnachweis: Metropolregion Nürnberg/Foto: Rudi Ott

Fünf kulinarische Produkte aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen haben beim zweiten Spezialitätenwettbewerb der Europäischen Metropolregion gewonnen. Die Auszeichnung erfolgte auf Consumenta in Nürnberg, der größten Verbrauchermesse Süddeutschlands.

Prämiert wurden die Treuchtlinger Bratwurst der Metzgerei Geißelmeier, der Brombachseer Bergkirsch von Echt Brombachseer, das Walnussöl der Manufaktur Gelbe Bürg, die Schlotengerle der Metzgerei Prosiegel und das Kloster Dunkel vom Kloster Heidenheim und der Schlossbrauerei Fürst Carl. Auch Landrat Gerhard Wägemann nahm an der Preisverleihung der Gewinnerprodukte des Spezialitätenwettbewerbs teil und freut sich über den Erfolg: „Ich gratuliere den Erzeugern zu dieser tollen Auszeichnung.“

Insgesamt haben 257 Erzeuger aus Franken und der Oberpfalz am Wettbewerb teilgenommen, davon wählte eine Jury 169 Gewinnerprodukte nach den Leitlinien der Regionalkampagne „Original Regional“ aus. Die Herstellung der Produkte erfolgt zum überwiegenden Teil in der Metropolregion, die Grund- und Rohstoffe stammen zu 80 Prozent aus der Region. Zudem sind die „Originale“ wichtig für den Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaften in der Metropolregion, wie zum Beispiel Teichlandschaften, Magerwiesen oder Mittelgebirge.

Die prämierten Produkte dürfen sich nun „Unsere Originale“ nennen und zieren die neue Kulinarische Landkarte der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Die Produktauswahl reicht von Fleisch- und Wurstwaren bis hin zu Ölen, Backwaren, Bieren, Weinen oder Aufstrichen. Interessierte können die Kulinarische Landkarte ab sofort online unter www.unsereoriginale.de herunterladen oder im Landratsamt abholen.

Über Original Regional

Im Netzwerk von Original Regional arbeiten 29 Regionalinitiativen zusammen, in denen wiederum rund 1500 Direktvermarkter und Erzeuger organisiert sind. Die Ziele der Regionalkampagne Original Regional sind die Stärkung der regionalen Identität, die Sicherung gewachsener Kulturlandschaft und des Brauchtums. Regional erzeugte Lebensmittel und Produkte erhalten die hohe Lebensqualität in der Metropolregion Nürnberg. Original Regional berät und informiert die Verbraucher über die Vorteile regional erzeugter, traditionell hergestellter und gentechnikfreier Produkte. www.original-regional.info

Infos zur Umgehung

Straßenbauamt gibt Vorzugsvariante bekannt

Seit Wochen wird intensiv über die geplante Ortsumgehung der B13 in der Öffentlichkeit diskutiert. Das Staatliche Bauamt Ansbach lädt nun die Öffentlichkeit zu einer Informationsveranstaltung am kommenden Montag, 11. November, um 17 Uhr mit der Präsentation der Pläne in die Stadthalle Gunzenhausen ein, die Versammlung beginnt offiziell erst um 19 Uhr. Bürgerinnen und Bürger sollen auf der Veranstaltung Einblick in die komplexe Planung erhalten und mit den verantwortlichen Planern ins Gespräch kommen. „Auf der Veranstaltung möchten wir die Grundlagen unseres planerischen Handelns transparent machen“, so Amtsleiter Heinrich Schmidt. „Ich hoffe, dass viele kommen und zuhören, warum wir aus fachlichen Gründen zu dieser Entscheidung gekommen sind,“ so Schmidt weiter. Denn das Staatliche Bauamt hatte sich Ende Oktober nach Abwägung aller Prüfkriterien für die Variante 3.1. entschieden (siehe Karte), die weiterverfolgt werden soll.
Das Ergebnis der mehrjährigen Prüfung war bereits in den Dialoggremien vorgestellt worden und auf unterschiedliche Resonanz gestoßen. Auch die Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates sind ausdrücklich eingeladen, der Veranstaltung beizuwohnen. Bürgermeister Fitz und auch weitere Stadtratsmitglieder hatten auf das abschließende Ergebnis der Variantenuntersuchung gewartet, um sich ein eigenes Bild zu machen, bevor die Stadtratsmitglieder zur Planung Stellung beziehen.

„Wir wollen nicht einfach verkünden, sondern unsere Entscheidung auch erläutern und uns den Fragen stellen“, betont der Amtschef. „Deshalb werden wir uns Zeit nehmen, nochmals auf grundlegende Dinge einzugehen.“ Das Programm sieht deshalb vor, dass Besucherinnen und Besucher sich zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn Aushänge mit Erläuterungen zu den unterschiedlichen Varianten und auch ausgeschiedenen Vorschlägen anschauen können. Auch eine Visualisierung der geplanten Trassen soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich ein naturgetreues Bild der Planungen zu machen.

Ab 17 Uhr beginnt die offizielle Veranstaltung des Straßenbauamts, zu der auch Bürgermeister Fitz sein Kommen angekündigt hat. Neben Fragen zur Planung wird die Veranstaltung auch den Beteiligungsprozess sowie die weiteren Verfahrensschritte beleuchten.

Informationsveranstaltung: Stadthalle Gunzenhausen, Isle- Platz 1, 91710 Gunzenhausen. Einlass 17 Uhr, offizielle Veranstaltung ab 19 Uhr.

Pausenhof ist toll geworden

Offizielle Übergabe des 1,4-Millionen-Euro-Projekts

„Der künstliche Belag ist richtig“, sagten alle Experten

Die Sanierung der Turnhalle an der Stephani-Schule in Gunzenhausen hat 3,2 Millionen Euro gekostet. Sie ist längst abgeschlossen, aber nun hat auch der Pausenhof nachgezogen. Er kommt auf 1,4 Millionen Euro.

Er gliedert sich auf in den 1. Abschnitt „Freizeit und Sport“ (610500 Euro), den 2. Abschnitt „Pausenhof Grundschule“ (101500 Euro) und den 3. Abschnitt „Pausenhof Mittelschule“ (710000 Euro). Der Freistaat Bayern hat das Projekt mit 300000 Euro gefördert.

Spaß macht dieser Trampolinbereich.

Wie Bürgermeister Karl-Heinz Fitz in Anwesenheit der Schüler, Lehrer und Vertretern der Eltern erklärte, war der Stadtrat bemüht, alle Beteiligten in die Planung einzubeziehen, ja ihre Wünsche zu erfüllen. Sein Befund nach getaner Arbeit: „Wir haben es gut gemacht!“

Architektin Lucia Ermisch (Roth) ging auf die Bauzeit ein und bemerkte mit Zufriedenheit, dass das Projekt angesichts der Realisierung der vielen Wünsche zügig voran ging. Sie überreichte an den Rathauschef ein Netz voller bunter Spielbälle.

Dieser eingezäunte „Bolzplatz“ lädt zum Austoben der Kräfte ein.

„Der Pausenhof ist ein Hort von Spiel, Kreativität und Ruhe“, sagte Rektorin Cornelia Klaus von der Grundschule und ihre Kollegin Sandra Wissgott von der Mitteleschule bekundete: „Der Lebenswert wird greifbar und erlebbar.“ Das musikalische Programm gestalteten die Kinder beider Schulen unter der Leitung von Beate Petereins. Schülersprecherin Pelin Kayis dankte allen, die an der Planung und dem Bau des  neuen Pausenhofs mitgewirkt haben.

Kulinarischer Schatz

Aktionswoche „Kartoffel“ im November

Wirt Guido Moezer (Vierter von rechts), seine Lebensgefährtin Michaela Werner und Tochter Bianca Kuhn präsentierten sich mit „Chefkoch“ Gerhard Wägemann und Regionalberater Dieter Popp (links) und weiteren Gastwirten zum Auftakt der „Kartoffelwochen“. Foto: Heger

Im Gasthof „zum Hirschen“ in Wald fiel der Startschuss zu den diesjährigen kulinarischen Aktionswoche rund um die Kartoffel. In der Zeit vom 9. bis 24. November präsentieren insgesamt zehn gastronomische Betriebe in der Region Altmühlfranken die ganze Vielfalt des regionalen Produkts Kartoffel für ihre Gäste.
Mit den kulinarischen Aktionswochen sollen den Menschen die in unserer Region erzeugten Grundnahrungsmittel nahe gebracht werden. 2019 steht hier die „Kartoffel“ im Mittelpunkt. Erntezeit der Erdäpfel – wie sie auch genannt werden – ist der Herbst und früher packte jeder mit an. Deshalb heißen die Herbstferien auch vielerorts noch heute Kartoffelferien. Von morgens bis abends holte man per Hand die kostbaren Knollen aus der
Erde und abends brannten dann die Kartoffelfeuer, denn nach vollbrachter Arbeit schmeckten die über dem Feuer gerösteten Kartoffeln am besten.
Die Gastronomiebetriebe Altmühlfrankens werden während dieser Wochen die vielfältigen Zubereitungsarten dieses kulinarischen Schatzes eindrucksvoll zur Schau stellen. Ob in Form von Kartoffelpuffern, Klößen, Kartoffelspalten oder anderen kreativen Genussideen.
Zum Auftakt der Aktionswoche lud die „Zukunftsinitiative altmühlfranken“ in den Gasthof „Zum Hirschen“ nach Wald ein. Die Gastwirtsfamilie um Guido Moezer, seiner Lebensgefährtin Michaela Werner und der Tochter und Küchenchefin Bianca Kuhn begrüßten die geladenen Gäste aus der Region und luden sie ein, bereits im Vorfeld de diesjährigen Aktionswochen etwas hinter die Kulissen zu schnuppern und sich mit de regionalen Produkt Kartoffel vertraut zu machen. Das neu gestaltete traditionelle Gasthaus besteht bereits seit 1471 und wurde seit dieser Zeit durchgehend als Wirtshaus betrieben.
Landrat Gerhard Wägemann hält die Idee der kulinarischen Wochen bei seiner Begrüßung für sehr gelungen und betonte, dass der Begriff der Regionalität für den Landkreis schon immer eine besondere Bedeutung hat. Die Kartoffel ist ein regionales Produkt, das in seiner Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten immer wieder Überraschungen zu bieten hat.
Bevor die Gäste das vorbereitete regionale 4-Gänge Menü selbst genießen konnten, wurden sie vom Wirt Guido in die Küche gebeten, um bei der Zubereitung der einzelnen Speise selbst mitzuwirken und den Wert der regionalen Küche selbst zu erkennen.
Die geladenen Gäste wurden dafür auch stilgerecht eingekleidet und halfen gerne begeistert in der Küche mit. Unter den Händen der zahlreichen Helferinnen und Helfer entstand ein regionales Kartoffelmenü: Fränkische Kartoffelsuppe mit Speckwürfeln, Karpfenfilet im Kartoffelteig mit Rahmwirsing, Schweinelende im Champignonrahm mit Kartoffelgratin und Bratkartoffeln und als Nachspeise Kartoffelwaffeln mit Zimtzwetschgen. Alle Hilfsköche waren bei der anschließenden Verköstigung begeistert von dem Ergebnis der gemeinsamen Arbeit.
Bei den Aktionswochen rund um die Kartoffel beteiligen sich neben dem Gasthof „Zum Hirschen“ in Wald auch noch das Gasthaus Conrad in Alesheim, der „Brandenburger Hof“ in Weißenburg, das Hotel „Adlerbräu“ in Gunzenhausen, der Gasthof „Zum Goldenen Lamm“ in Wettelsheim, das Gasthaus „Zum Hirschen“in Muhr am See, der Landgasthof „Zum Schnapsbrenner“ in Großweingarten, das Restaurant Chicorée im Parkhotel Altmühlfranken, das Bräustüberl der Fürst Carl Brauerei in Ellingen und das Hotel-Restaurant „Schwarzer Bär“ in Weißenburg.

KLAUS HEGER

Jüdische Viehhändler

Buch von Stefanie Fischer über antisemitische Gewalt in Landgemeinden

Die Juden wurden 1938 verpflichtet, ihr Vermögen zu melden. Unsere „Judenliste“ von Markt Berolzheim bestätigt das.  Foto: Archiv Burmann

368 Seiten hat die umfangreiche Dokumentation  – und Gunzenhausen erscheint schon in der ersten Zeile. Ein Bauer aus Heidenheim wird zitiert: „Die Juden brauchen wir, weil ich mein Vieh ohne Juden nicht an den Mann bringen kann.“ So quittierte er die ersten Versuche von 1933, in Gunzenhausen die Juden vom Viehhandel auszuschließen.

Die Autorin Dr. Stefanie Fischer (42) studierte in Berlin, Jerusalem und in den Vereinigten Staaten von Amerika Museumskunde und Geschichte. Ihr Promotionsstudium schloss sie 2012 am Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin ab. Als wissenschaftlich-pädagogische Mitarbeiterin ist sie seit 2002 für verschiedene Museen und Gedenkstätten tätig. Seit 2012 lehrt und forscht Stefanie Fischer am Zentrum Jüdische Studien Berlin- Brandenburg.

Stefanie Fischer hat unter dem Titel „Ökonomisches Vertrauen und antisemitische Gewalt“ das Schicksal der jüdischen Viehhändler in Mittelfranken erforscht.

„Die Juden waren über Jahrhunderte Mittelsmänner zwischen Stadt und Land“, stellt sie eingangs fest. Gleichsam hat sich die Forschung bisher stark auf das urbanisierte Judentum fokussiert.  Die Autorin liefert hingegen eine historische Untersuchung über das Zusammenleben von Juden und Deutschen im ländlichen Raum.  Die jüdischen Händler standen bei den fränkischen  Bauern anfangs in gutem Ansehen, denn sie kannten sich aus in der Immobilienszene und hatten Kenntnisse von den ländlichen Besitzverhältnissen. Deshalb reichte ihre Einschätzung auch von „gnädige Kreditgeber“ bis „unerbittliche Geldeintreiber“.

Die kleinbäuerliche Struktur Mittelfrankens (60 Prozent der Bauern bewirtschafteten Höfe zwischen 5-10 Hektar) kam den Geschäften entgegen. Wie sie recherchiert hat, gab es zwischen 1919 und 1939 430 Viehhändler, die Hälfte war christliche, 37 Prozent waren Juden.  Zu den größeren Familienbetrieben gehörten die Viehhändler Bermann & Oppenheimer in Markt Berolzheim (später Ellingen), zu den kleinen „Schmusern“  Max und Adolf Fleischmann in Altenmuhr. Die jüdischen Familien waren professioneller als die deutschen Händler, denn 80 Prozent von ihnen hatten 1929 schon einen Telefonanschluss, während es bei den nichtjüdischen nur 27 Prozent waren.  Sie hatten meist auch einen Knecht, der sich um den Stall kümmerte, in dem das Rindvieh „zwischengelagert“ wurde bevor es einen Abnehmer fand. Deutsche Mädchen lebten bei freier Kost und Logis als Haushälterinnen bei den jüdischen Familien. Die Grenzen zwischen jüdischer und christlicher Welt lösten sich auf, wenn es im Dorf um das Zusammenleben ging.  Von der Berolzheimerin  Betty Heilmann ist beispielsweise bekannt, dass sie jeden Tag mit dem Rad nach Gunzenhausen fuhr, um sich dort in der Malerei  und den Schönen Künsten unterrichten zu lassen. Carola Thormann aus Altenmuhr gehörte in den zwanziger Jahren dem „Club der Harmonie“ an, der sich in den Privathäusern traf.  Oder: Paula Stern, die Tochter des Leutershausener Juden Falk Stern. Sie besuchte das Mädchenlyzeum im 50 Kilometer entfernten Fürth und lernte dort  ihren späteren Ehemann Louis Kissinger kennen, dessen Sohn Heinz (Henry) es bis zum amerikanischen Außenminister brachte.

Der jüdische Händler Adolf (!) Bermann

Die Autorin hat für ihre Buchveröffentlichung viele lokalgeschichtliche Quellen ausgewertet (sogenannte Sekundärliteratur) und  Wiedergutmachungsakten herangezogen, während das Archiv des Viehhändlerverbands im Krieg zerstört worden war und somit nichts an Erkenntnissen liefern konnte. Wie sie dokumentiert, übernahmen die Söhne den väterlichen Viehhandel, aber sie lernten auch andere Berufe und machten sogar Karriere wie der Muhrer Semi Mohr, der zum Direktor des weltbekannten Berliner Kaufhauses Wertheim aufstieg.

Der jüdische Viehhändler war an seinem Herrenhut, dem weißen Hemd und dem Stock als Statussymbol zu erkennen. Der Handschlag galt als Geste des Vertrauens, Geld gab es bar auf die Hand. Etliche waren finanziell gut drauf, andere wieder nicht. Der Markt Berolzheimer Moritz Engel gab gegenüber dem Finanzamt Gunzenhausen 1931 ein Bargeldvermögen von 5000 Reichsmark an. Die fränkischen Bauern waren darob natürlich neidisch und so griff die antisemitische Hetze um sich. Die kleinen Landwirte hatten in der Regel wenig Geld, weshalb es durchaus üblich war, dass sich die Händler auf Ratenzahlungen einließen oder die Viehleihe zur Anwendung kam (das Vieh blieb im Eigentum des Händlers, aber der Bauer durfte die Milch verkaufen). Bauern und Händler vertrauten sich wie das Beispiel aus Oberhochstatt  zeigt, wo der Jude Bermann 1927 eine Bürgschaft auf den Hof des ledigen Bauernsohns Andreas Auernhammer übertrug. Das Gegenteil gab es allerdings auch. In diesem Fall war von „Güterschlächtern“ die Rede,  der Muhrer Händler Johann Müller  schwärzte beispielsweise seinen jüdischen Kollegen bei der Landeswucherabwehrstelle an.

Es entsprach jüdischer Wesensart, dass die Händler in en Wirtshäusern das Umfeld möglicher Geschäftspartner auskundschafteten und dabei von den Nöten mancher Bauern erfuhren.  Die jüdischen Händler bedienten sich einer hebräischer Zahlen, um Preisabsprachen gegenüber den deutschen Bauern geheim zu halten.  Von „Dummrechnen“ war die Rede, denn die Bauern konnten weder so schnell rechnen wie die Händler noch kannten sie die lachoudische Händlersprache, die heute noch in Schnelldorf bekannt ist.

Die von staatlicher Seite gewünschten Viehverwertungsgenossenschaften brachten zunächst nicht das erhoffte Resultat, nämlich die Ausschaltung der jüdischen Händler. Die Bauern schimpften über „Kriegswirtschaft nach Berliner Muster“ und fürchteten ein staatliches Viehhandelsmonopol. Lieber waren ihnen da schon die „reellen jüdischen Händler“. Mit den Jahren griff die NS-Ideologie auch in den ländlichen Gegenden um sich. Parteimitglieder verteilten beispielsweise 1927 schon das Hetzblatt „Der Stürmer“ auf lokalen Viehmärkten. Der Ansbacher Stadtrat verlangte, die Juden vom Viehhandel auszuschließen, hingegen verbot der Gunzenhäuser Stadtrat das Verteilen von Druckschriften auf dem Markt. Die Parteigenossen nutzten die schlechte wirtschaftliche Lage der Bauern, um Stimmung gegen die jüdischen Händler zu machen. Aus Sugenheim ist überliefert, dass der Bauern seinen Söhnen zurief: „Geht raus mit der Mistgabel und erstecht den Saujuden!.“ Die antisemitischen Übergriffe häuften sich. 1932 schikanierten und prügelten Gunzenhäuser Parteileute einen jüdischen Kaufmann („Schlagt ihn tot, den Juden!“), in Rothenburg stürzte der SA-Führer Stegmann einen jüdischen Händler in die Jauchegrube. Dennoch: für die Landwirte war die Situation nicht schön, denn die Agrarkrise führte sie in den Ruin. In Bayern gab es 1932 62 Prozent mehr Zwangsversteigerungen als im Jahr zuvor (im Reich: 27 Prozent).

1933 wurden Juden ungeniert „Volksschädlinge“ genannt. Soziale Ausgrenzung, wirtschaftlicher Boykott und Gewalt explodierten regelrecht. In Altenmuhr wurden beispielsweise von Nazis handgeschriebene Plakate mit antisemitischen Sprüchen aufgehängt und den Juden verboten, sie abzunehmen. Bis zum reichsweit ersten Judenpogrom in Gunzenhausen, bei dem zwei jüdische Männer auf bisher nicht vollständig aufgeklärte Weise starben („Schlagt drauf, schlagt drauf!“) dauerte es nicht lange. Selbst dem mittelfränkischen Regierungspräsidenten Hofmann war das zuviel, denn er schrieb an das Innenministerium: „In keinem der 53 mittelfränkischen Verwaltungsbezirke ist es zu derartiger Häufung von Übergriffen gekommen wie in Gunzenhausen.“

Der Wettelsheimer Friedrich Franz meldete antijüdische Gewalt: Der  arbeitslose Viehknecht Johannes Knoll schlug mit  dem dicken Ende des Peitschenstocks auf den Viehhändler Julius Kahn ein. In Markt Berolzheim wurde der Viehhändler Löwensteiner barfüßig durch das Dorf getrieben, vor ihm der trommelnde neunjährige Adolf Schmidt, dahinter eine Meute von einheimischen Männern. Die Blut-und-Boden-Politik der Nationalsozialisten führte zunehmend zur Verdrängung der Juden und zum Ausschluss aus dem Reichsnährstand, in dem alle landwirtschaftlichen Institutionen organisiert waren. Dem Reichsverband des nationalen Viehhandels  gehörten fortan die deutschen „Viehverteiler“  an. Die Geschäftsbeziehungen zu den Juden mussten abgebrochen werden. Die SA kontrollierte das Verhalten in Gunzenhausen indem sie vor dem Haus des jüdischen Rechtsanwalts Salomon Walz patroullierte. Wer sich dennoch mit den Juden einließ, der galt als „Judenknecht“ , beispielsweise der Gunzenhäuser Metzgermeister Georg Fischer, der wegen seiner Zusammenarbeit mit den Viehhändlern Nathan und Ignatz Jochsberger diffamiert wurden (1934). In Ellingen verprügelten arische Viehhändler ihren jüdischen Kollegen Max Gutmann  im Stall des Bauern Christian Link (1936). Die Nationalsozialisten verlangten „judenfreie Viehmärkte“, doch die eingespielten Handelsbeziehungen standen vielfach dagegen.  Der Stallhandel ging vielerorts weiter, aber schon 1935 verlangte die Gunzenhäuser Kreisbauernschaft, den Juden die Handelserlaubnis zu entziehen. Folglich verfügte die Regierung in München, „die Säuberung des Viehhandels von unzuverlässigen Personen“.  Es kam noch schlimmer: Bauern denunzierten Bauern. 1937 unterstellte der  Frickenfelder Gastwirt Karl Bergmann seinem Kollegen August Krug, ihn aus Geschäftsneid bei der Gendarmerie in Gunzenhausen angezeigt zu haben.

Das Angebot der Nationalsozialisten, Juden vor aufgebrachten Deutschen zu schützen, nannte sich vergiftet „Schutzhaft“. Der Weißenburger Kreisleiter und Bürgermeister Michael Gerstner  inszenierte gegenüber dem jüdischen Viehhändlern Bermann und Oppenheimer aus Ellingen seine physische Gewalt, indem er sie 1936 wegen verleumderischer Beleidigung einsperren ließ. Bernhard Bermann musste 108 Tage in Schutzhaft bleiben, weil ihm vorgeworfen wurde, dem Hundsdorfer Landwirt Leonhard Hübner 10000 Reichsmark versprochen zu haben, wenn er den Kreisleiter und den Kreisobmann Maderzholz ermorde.

Immer mehr Juden setzten sich ins Ausland ab und nach 1938 kam es verstärkt zur „Arisierung“ jüdischen Vermögens. Etliche Bauern nutzt die Notlage der Juden aus und zahlten ihre Schulden nicht zurück. Salomon und Hugo Walz in Gunzenhausen hatten 42 solcher Schuldner. So rissen sich überall deutsche Familien das jüdische Eigentum unter den Nagel . Sie zahlten zum Teil nur 80 Prozent des tatsächlichen Wertes von Immobilien, Pelzen oder Möbeln. Zur „Entfesselung des Volkszorns“ kam es schließlich in der Nacht vom 9. auf den 10. November, als sich in Nürnberg der NS-Bürgermeister Willy Liebel brüstete, 26 Juden seien erschlagen worden. Übergriffe gab es überall, auch in Markt Berolzheim, wo der Schmiedemeister Georg Bickel die Synagoge in Brand setzte und Sofie Schönwalter daran hinderte, vor dem Feuer zu flüchten. Als uneinsichtiger„Brutalo“ trat Johann Knoll  hervor, der sich selbst bei der Entnazifizierung noch einen „Judenhasser“ nannte. Im Haus von Adolf (!) Bermann, bei dem er früher als Viehtreiber tätig war,  schlitzte er mit seinem SA-Dolch den Geldsack auf und verstreute die Scheine. Die Polizei blieb passiv und bot keinerlei Schutz vor dem plündernden Mob.  Emanuel und Berta Engel verschanzten sich vor dem SA-Angreifer Karl Loy im Taubenschlag, der Jude Stern und seine Frau stürzten sich aus dem Fenster. Hilfe für sie kam erst am nächsten Tag.

Stefanie Fischer: „Ökonomisches Vertrauen und antisemitische Gewalt – Jüdische Viehhändller in Mittelfranken 1919-1939“; 368 Seiten; ISBN 978-3-8553-1239-5; Wallstein-Verlag, 34.90 Euro.

WERNER FALK

Wunschopa gesucht

Im Kreis: Wunschgroßeltern werden dringend gesucht

Für Gunzenhausen, Treuchtlingen, Solnhofen, Weißenburg und Pleinfeld sucht das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen verstärkt nach netten Ehrenamtlichen, die gerne eine Familie mit Kindern unterstützen möchten. Die Nachfrage nach Wunschgroßeltern im Landkreis ist nach wie vor enorm und das Netzwerk soll weiter ausgebaut werden.

Die kleine Mia streckt drei Finger in die Höhe. „Ich bin zwei“, sagt sie, überlegt kurz und korrigiert: „Nee, drei“. Mia hat am Samstag Geburtstag und übt schon mal, mit drei Fingern in der Luft, ihr neues Alter. Zur Feier ist natürlich auch „die Kiri“ eingeladen, „meine Wunschoma“, erzählt das Mädchen. Die 55-Jährige betreut Mia und ihren fünfjährigen Bruder seit einem Jahr. Sie ist eine von derzeit dreißig Frauen und vier Männern, die im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen als sogenannte Wunschgroßeltern tätig sind.

Mit leuchtenden Augen erzählt die Wunschomi von den Erlebnissen mit Mia: „Wir machen Ausflüge, wir spielen und essen selbstgemachte Pfannkuchen. Die isst sie bei mir so gerne.“ Sie selbst hat eine Tochter, zwei Patenkinder, aber keine Enkel. „Ich habe immer viel mit Kindern zu tun gehabt. Und wer rastet, der rostet“, ergänzt sie lachend. Mias Großeltern leben in Hamburg und daher ist die Familie sehr dankbar so eine liebevolle Unterstützung gefunden zu haben.

Der Einsatz kann sehr vielseitig sein. Man kann das Kind vom Kindergarten abholen, mit ihm zusammen etwas malen oder basteln, auf den Spielplatz gehen oder Geschichten vorlesen. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Je nach Alter der Kinder findet sich für jeden etwas Passendes. Natürlich bestimmen die Wunschgroßeltern den zeitlichen Umfang der Unterstützung, wobei den meisten Familien mit zwei Stunden in der Woche schon sehr geholfen ist.

Die Wunschgroßeltern in Altmühlfranken leben den Gedanken vom gemeinsamen Miteinander und der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung. Es bietet eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, sei für die Großeltern, die Eltern und allen voran für die Kinder.

Darüber hinaus findet im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen alle sechs Wochen ein Großelterncafé statt, in dem sich die Ehrenamtlichen rege austauschen können. Unterstützt werden die Wunschgroßeltern von der Koordinierungsstelle, die am Landratsamt angesiedelt ist. Frauen und Männer, die sich eine ehrenamtliche Tätigkeit als Wunschoma oder Wunschopa vorstellen können, erhalten bei der Koordinatorin Vanessa Hüttinger entweder telefonisch unter 09141 902-412 oder per E-Mail an wunschgrosseltern@altmuehlfranken.de ausführliche Informationen.

Preis für das Walnussöl

Spitzenprodukt aus dem Landkreis

Das Walnussöl aus Sammenheim wurde von rund 1.000 Leserinnen und Leser der Nürnberger Nachrichten zum Lieblingsprodukt innerhalb der Europäischen Metropolregion Nürnberg gewählt. Foto: Lena Kagerer/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

Das Walnussöl der Manufaktur Gelbe Bürg wurde mit dem ersten Platz des Publikumspreises der Nürnberger Nachrichten ausgezeichnet. Von zehn Produkten aus der Europäischen Metropolregion setzte sich die Spezialität aus Altmühlfranken durch. Eine große und erfreuliche Überraschung.

Der feine, nussig-milde Geschmack und die goldgelbe Farbe sind kennzeichnend für das Walnussöl der Manufaktur Gelben Bürg aus Dittenheim. Es besteht zu 100 Prozent aus Walnüssen aus dem Nussdorf Sammenheim und der Region Gelbe Bürg. In der Ölmühle kaltgepresst bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe und der sortentypische Geschmack erhalten.

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat sich das regionale Produkt samt der Manufaktur Gelbe Bürg bereits einen Namen gemacht, doch nun erregt es auch über die Landkreisgrenzen hinaus große Aufmerksamkeit. Beim Publikumswettbewerb der Nürnberger Nachrichten wurde das kaltgepresste Öl auf den ersten Platz gewählt.

Mehr als 1.000 Leserinnen und Leser haben abgestimmt. Die Manufaktur aus Dittenheim erhielt dabei mehr als 20 Prozent der Stimmen und landete auf dem ersten Platz. Der zweite Platz ging an Katrin Pöhlmann aus Ebermannstadt im Landkreis Forchheim für ihren Quitten-Meerrettich. Platz drei holte sich der Nürnberger Chocolatier Wolfgang Marx für seine „Lebkugeln“.

Die drei Lieblingsprodukte wurden am Eröffnungstag der Consumenta prämiert und vorgestellt. „Das war für uns eine große Überraschung und geht runter wie Öl“, schmunzelt Landrat Gerhard Wägemann, der sich über die Auszeichnung sehr freut. „Die Manufaktur steht für Qualität, Regionalität und Landschaftsschutz“, so Landrat Wägemann weiter.

Die Genossenschaft Manufaktur Gelbe Bürg wird von rund 140 Landwirten mit Walnüssen beliefert. Meist wachsen diese auf Streuobstwiesen und Hofstellen in und um Sammenheim und den umliegenden Ortschaften rund um den Gelben Berg. Die Nüsse werden in einem aufwändigen Verfahren per Hand ausgelesen. Weitere Produkte der Manufaktur sind die Walnussnudeln, das Walnussmus oder die reinen Walnusskerne. Alle Produkte und Informationen dazu gibt es im Onlineshop der Manufaktur unter www.gelbe-buerg.de.

Am Freitag, den 01. November 2019, wird das Walnussöl am Stand der Europäischen Metropolregion in Halle 1 gemeinsam mit Landrat Gerhard Wägemann vorgestellt. Die drei Gewinnerprodukte sind künftig auch über den Zeitungsshop der Nürnberger Nachrichten erhältlich.

Spezialitätenwettbewerb der EMN

Neben dem NN-Publikumspreis wurde der zweite Spezialitätenwettbewerb der Europäischen Metropolregion Nürnberg durchgeführt. Über 250 Erzeuger aus Franken und der Oberpfalz haben sich beworben. Eine Jury wählte davon nach den Leitlinien der Regionalkampagne „Original Regional“ 169 Regionalprodukte aus, die künftig in der Kulinarischen Landkarte der Metropolregion Nürnberg zu finden sind. Davon sind fünf Produkte aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Das Bier Heidenheimer Kloster Dunkel der Fürst Carl Schlossbrauerei aus Ellingen, der Echt Brombachseer Bergkirsch aus Absberg, das Walnussöl der Manufaktur Gelbe Bürg, die schwarzgeräucherten altmühlfränkischen Bratwürste von der Metzgerei Prosiegel aus Markt Berolzheim und die Treuchtlinger Bratwurst der Metzgerei Geißelmeier wurden in die neue Spezialitätenlandkarte aufgenommen. Die Karte gibt es entweder im Landratsamt oder online unter www.unsereoriginale.de.