Landespolitik verkommt zu einer Personalie

Landespolitischer Kommentar von Werner Falk, FDP-Stadtrat in Gunzenhausen

Die Seehofer-Nachfolgediskussion bestimmt die Landespolitik – im Parlament und „draußen im Land“. Offenbar gibt es keine Sachthemen, die beredet werden könnten. So konzentriert sich der ganze Diskurs auf die Frage: Wie lange noch ist Seehofer die Nummer 1 in der CSU? Er hat von sich aus 2017 als das Ende seiner MP-Ära erklärt, aber was ist das Wort schon wert angesichts der kurzen Halbwertszeit seiner Positionen? Tatsächlich ist es doch so, dass die Nachfolgediskussion schon begonnen hat. In den Medien verkürzt sich jedenfalls die Landespolitik auf die Personalie Seehofer.Die Mehrheitspartie tut nichts, um der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, es gäbe etwas Wichtigeres als „Seehofer bis 2017 oder länger?“.
Wie gesagt, eine Themendiskussion findet im Lande nicht statt.

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Macht sich Gedanken um Bayern: Stadtrat Werner Falk

Das ist bedauerlich, denn es gäbe viele Dinge zu ordnen und auf den Weg zu bringen, beispielsweise in der Energiepolitik. Inzwischen wissen selbst die CSU-Landtagsabgeordneten nicht mehr genau genau, was eigentlich die verbindliche Marschroute ist. Nahezu wöchentlich wechseln die „Wasserstandsmeldungen“, von einer verlässlichen Energiepolitik ist jedenfalls nichts erkennbar. Dabei hatten Seehofer und die CSU es doch so gut vor. Sie wollten in Deutschland die Vorrreiterrolle bei der Nutzung von erneuerbaren Energien übernehmen. Inzwischen aber ist so ziemlich alles zerredet worden und eine klare Position ist nicht wahrzunehmen. Wenn 200 Meter hohe Windräder zwei Kilometer von der nächsten Bebauung entfernt sein müssen, dann ist das so gut wie sicher das Ende der Windparks in Bayern. Seehofer wollte es so und die Landtagsfraktion ist ihm willig gefolgt. Sie ist ohnehin zum reinen Zustimmungsverein verkommen. (Nebenbei gefragt: Wer weiß schon, wie der Fraktionsvorsitzende heißt? Von ihm geht keinerlei Gestaltungswille aus, er verwaltet schlicht den Mangel an politischem Selbstbewusstsein der Fraktion). Die Kommunalpolitiker in der Union jedenfalls schütteln mit dem Kopf, weil sie wissen, dass die Windparkregelung das Aus ist für ihre angepeilten Pläne. Von den geplanten Anlagen lassen sich jedenfalls nur wenige realisieren, es sei denn, man überlegt es sich doch wieder anders und lässt viele Ausnahmen zu.

Ebenso unglücklich verläuft die Diskussion um die Stromtrassen. Obgleich die CSU weiß, dass es ohne sie (gemeint sind in diesem Fall die Trassen) nicht geht, wird reiner Populismus betrieben. Eine klare Standortbestimmung sieht anders aus. So aber sagt heute die eine (in diesem Fall ist es die Wirtschaftsministerin) das, aber morgen muss sie wieder zurückrudern, weil der andere (der Ministerpräsident) kurzentschlossen seine Meinung geändert hat. Diese „Regierungssystematik“ gilt auch auch für andere Bereiche. Kaum noch ein Minister ist da, der sich aus der Deckung wagt, weil er immer in der Angst leben muss, von der Staatskanzlei eins auf den Deckel zu bekommen. So müssen wir befürchten, dass Kabinettssitzungen zu „Politbüro-Akklamationen“ verkommen.

Der Regierungsbeteiligung von 2008 bis 2013 muss die FDP nicht nachtrauern – der Wähler aber schon, denn ohne die absolute Mehrheit der CSU war der absolutistische Herrschaftsanspruch von Seehofer und der CSU eingeschränkt. Der Wähler aber hat es nicht anders gewollt. Das ist zu akzeptieren, zumal die FDP in Bayern zu wenig aus ihrer Regierungsbeteiligung gemacht hat und der Trend gegen sie war. Es darf angesichts der aktuellen Meinungsumfragen bezweifelt werden, ob der Wähler überhaupt etwas ändern will. Für die SPD ist es deprimierend, nicht aus dem 18-Prozent-Loch herauszukommen. Sie setzt keine landespolitischen Akzente und sie ist als „Bayern“-Partei nicht wahrnehmbar. Eher noch ist es vorstellbar, dass sie von den Grünen überholt wird. Die Freien Wähler sind und bleiben der Wurmfortsatz der konservativen Staatspartei. Ein rascher Wiedereinzug der FDP in den Landtag ist  – aus heutiger Sicht  realistisch betrachtet  – utopisch.
So werden wir weiter leben müssen mit dem Trost, den der Volksschriftsteller Ludwig Thoma schon im vorigen Jahrhundert gespendet hat: „Was ist schwärzer als die Kohle? Als die Tinte? Als der Ruß? Schwärzer noch als Rab und Dohle? Und des Negers Vorderfuß? Sag mir doch, wer dieses kennt: Bayerns neues Parlament!“

Ebenso viele Lehrstellen wie im letzten Jahr

Erste Bilanz der IHK Mittelfranken

8 390 neue Ausbildungsverträge wurden in den IHK-Berufen im Jahr 2014 in Mittelfranken geschlossen, das entspricht praktisch dem hohen Vorjahresniveau. Dieses Ergebnis mit einem Rückgang von lediglich 52 Verträgen (minus 0,6 Prozent) übertrifft die Prognose vom Jahresbeginn 2014. Zurückzuführen ist die erfreulich stabile Zahl von Lehrstellen auch auf zahlreiche IHK-Aktivitäten, die für die Ausbildung werben und sich an schwächere Jugendliche richten. Insgesamt sind im Rahmen der zwei- bis dreijährigen Ausbildung zurzeit 21 179 Azubis in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung in Mittelfranken tätig.

Geprägt ist der Ausbildungsmarkt von den Auswirkungen des demografi-schen Wandels, der vor allem im ländlichen Raum für einen Rückgang an Bewerbern sorgt, und vom Trend zur akademischen Bildung. So meldeten die Unternehmen über 1 000 Ausbildungsplätze, die sie im Ausbildungsjahr 2014 nicht besetzen konnten. Zahlreiche Aktivitäten der IHK richten sich daher auf weniger im Fokus befindliche Zielgruppen, wie schwächere Schulabgänger, Migranten und Flüchtlinge sowie Studienaussteiger. Nach dem Grundgedanken „Der Starke hilft dem Schwächeren“ startete 2014 das „KollegenCoaching“ mit 18 Auszubildenden erfolgreich. IHK-Präsident Dirk von Vopelius dankte den Unternehmen für ihr Engagement. Mit ihrem vielfältigen Ausbildungsangebot nehmen sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und sorgen in der Region für den Nachwuchs an Fachkräften.

Die technischen Berufe verzeichneten mit 2 777 neuen Ausbildungsverträgen einen Anstieg um zwei Prozent. In allen Bereichen konnten mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen werden, ausgenommen die Berufsgruppe Metall (minus 3,5 Prozent). Auffallend ist der Anstieg beim Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (plus 17 Prozent) und beim Fachinformatiker Systemintegration (plus 6 Prozent). Selbst in der Berufsgruppe Papier/Druck/Medien, die in den Jahren 2011 bis 2013 unter dem Wachstum des Online-Sektors nachgab, stiegen die Eintragungen um 16,3 Prozent.

In den kaufmännischen Berufen wurden 5 613 neue Ausbildungsver-träge geschlossen (minus 1,9 Prozent). Rückläufig waren die Berufe Indus-triekaufmann (minus 9,8 Prozent) und Bankkaufmann (minus 8,6 Prozent). Im Gegenzug stiegen die Neueintragungen bei den Versicherungen um 15,9 Prozent. Unverändert zeigte sich die Situation im Einzelhandel. Der Trend im Bereich Hotel und Gastronomie setzte sich mit minus 3,3 Prozent fort, wobei besonders die Systemgastronomie (minus 42 Prozent) und die Ausbildung zum Koch (minus 15 Prozent) betroffen waren.

Ausblick 2015
Mit Blick auf das kommende Ausbildungsjahr sagte IHK-Präsident Dirk von Vopelius: „Aufgrund der anhaltend guten gesamtwirtschaftlichen Lage gehe ich davon aus, dass 2015 jeder ausbildungswillige Jugendliche die Wahl zwischen interessanten Ausbildungsplatzangeboten haben wird.“ Mit einer Mischung aus bewährten und neuen Projekten will die IHK das „Mat-ching“ zwischen Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatzsuchenden weiter verbessern. Besonderes Augenmerk legen zahlreiche Initiativen dabei auf benachteiligte Jugendliche.

FDP gegen Blasphemieparagraphen

Landesvorsitzender Duin: Schwammiger Straftatbestand

Für die Rubrik „Frage der Woche“ der Bayerischen Staatszeitung (Ausgabe vom 23.01.2015) schrieb Bayerns FDP-Landesvorsitzender Albert Duin den folgenden Beitrag zum Thema „Soll der Blasphemie-Paragraph abgeschafft werden?“:

„Das Attentat auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ war ein Anschlag auf die Werte der offenen Gesellschaft. Wenn wir als Reaktion darauf den Blasphemieparagraphen verschärfen, wie es einige fordern, hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht. Nein, die richtige Antwort auf den Terror ist nicht weniger Freiheit, sondern mehr Freiheit!

Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, Künstlern und Satirikern den Rücken zu stärken, indem wir §166 StGB abschaffen. Die Meinungsfreiheit darf auch vor der Religion nicht Halt machen. Wer aus Angst vor Fundamentalisten verbietet, Religionen zu verspotten, kann auch gleich aus Angst vor Vergewaltigern das Tragen kurzer Röcke unter Strafe stellen. Der Staat muss die Opfer vor den Gewalttätern schützen, nicht die Gewalttäter vor ihren Opfern.

In der Rechtspraxis findet der Blasphemieparagraph ohnehin nur selten Anwendung. Das Verfahren gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr beispielsweise wurde eingestellt, die vom Erzbistum München und Freising beantragte einstweilige Verfügung gegen die Zeichentrickserie „Popetown“, eine Persiflage auf den Vatikan, abgewiesen. Weniger Glück hatte allerdings beispielsweise die Punkband WIZO, die auf einem T-Shirt ein gekreuzigtes Schwein abbildete – hier urteilten die Richter zu Lasten der Kunstfreiheit und zu Gunsten religiöser Befindlichkeiten. Ein so schwammiger, von der subjektiven Sichtweise der Richter abhängiger Straftatbestand gehört abgeschafft!

Wer zum Hass gegen religiöse Gruppen aufstachelt, macht sich der Volksverhetzung schuldig und wird zu Recht bestraft – auch ohne Blasphemieparagraph. Das gleiche gilt für den Tatbestand der Beleidigung. Ein zusätzlicher besonderer Schutz von Religionsgemeinschaften ist nicht notwendig. Kirchen müssen Kritik und Spott genauso aushalten können wie jede andere Institution auch. Päpste und Propheten brauchen keine Privilegien.“

Sabine Weigand liest aus „Die Seelen im Feuer“

Feuchtwangen: wortarten – Literatur und mehr

Die neue Literaturreihe wortarten startete im Dezember mit dem Ensemble Musenwunder und einem Abend zu Erich Kästner. Am 27. Januar 2015 geht die Reihe mit einer Lesung von Sabine Weigand in die zweite Runde.

Die Autorin Sabine Weigand ist eine der renommiertesten AutorInnen historischer Romane, die zwar aus Mittelfranken stammt, aber inzwischen weit darüber hinaus bekannt ist: Sie liest ab 19 Uhr im Sängermuseum aus „Die Seelen im Feuer“. Der Bestseller-Roman spielt in Bamberg zur Zeit der Hexenverbrennung – hierfür nahm Sabine Weigand EinblickSabine Weigand in die Hexenprotokolle, so dass sie mit diesem ein weitgehend historisch fundiertes Gemälde der Zeit geschaffen hat: Mit der jungen Apothekerstochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenglaube Wirklichkeit ist. Wie viele andere wird sie verdächtigt, mit Zauberei zu tun zu haben. Sie schwebt in höchster Gefahr. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg Hilfe bei Kaiser und Papst, um das Brennen zu beenden? Packend und historisch genau beschwört Sabine Weigand das Schicksal einer jungen Frau zur Zeit der Hexenverfolgung in Deutschland herauf.

Sabine Weigand wurde 1961 in Nürnberg geboren. Nach dem Studium der Fächer Anglistik, Amerikanistik und Geschichte promovierte sie 1992 in Bayerischer Landesgeschichte an der Universität Bayreuth. Sie arbeitete jahrelang als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Ausstellungsplanerin im Schwabacher Stadtmuseum und veröffentlichte in dieser Zeit etliche Fachaufsätze und Dokumentationen; u.a. war sie Mitautorin des großen Historischen Stadtlexikons Schwabach. Seit 2002 ist sie Autorin beim Krüger- und Fischer Taschenbuch Verlag in Frankfurt a.M. Bisher hat sie fünf historische Romane veröffentlicht: „Die Markgräfin“, „Das Perlenmedaillon“, „Die Königsdame“, „Die Seelen im Feuer“, „Die silberne Burg“. Dazu mehrere Kurzgeschichten in div. Anthologien.

Sabine Weigand lebt mit ihrem Sohn in  Schwabach, wo sie den örtlichen Geschichts- und Heimatverein leitet und seit einigen Jahren ein Stadtratsmandat innehat.

Alle Informationen sowie Karten für die Lesung sowie zu den anderen wortarten-Veranstaltungen gibt es im Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, kulturamt@feuchtwangen.de,
Kartentelefon: 09852 904 44

Trauer um Lothar Kapfhammer

Der Gunzenhäuser Unternehmer ist 74-jährig verstorben

Kapfhammer 3872x2592Die Kunde vom überraschenden Tod des Gunzenhäuser Unternehmers Lothar Kapfhammer war am 2. Januar aus der Ferne gekommen, aus Mumbai (früher: Bombay), wo er sich auf einer Kreuzfahrt befand und vom Tod heimgesucht wurde. Die Nachricht stürzte seine Familie und alle Freunde in tiefe Trauer. Jetzt wurde Lothar Kapfhammer auf dem Alten Friedhof in Gunzenhausen beigesetzt. Eine überausgroße Trauergemeinde gab ihm das letzte Geleit.

Stadtpfarrer Christian Konecny zeichnete ein Lebensbild des Verstorbenen, der zunächst im Autohaus Kuhn eine Lehre als Kfz-Mechaniker absolvierte und dann in das Mercedes-Autohaus Weigand wechselte. 1965 machte er sich mit Erwin Rudel selbstständig (Autohaus Kapfhammer & Rudel) und führte das Unternehmen zu großem wirtschaftlichen Erfolg. In den neunziger Jahren übergaben beide das Geschäft an Frank Bayerlein. Lothar Kapfhammer war vielen ein edler Freund und Wegbegleiter.

Am offenen Grab gedachten Erwin Rudel und Oswald Rohr des verstorbenen Freundes bzw. Schwagers. Beide hoben die absolute Korrektheit von Lothar Kapfhammer hervor, rühmten sein Bemühen um ein menschliches Miteinander in Firma und Familie. Der Posaunenchor Frickenfelden, der katholische Kirchenchor und die Trompeterin Sabine Fischer-Kugler begleiteten die Feier musikalisch.

Den Trauernden (Ehefrau Helga mit Kindern Stefan, Martin und Petra) sowie den Schwägerinnen Liselotte Rohr, Irmgard Teiml und Inge Eckert mit ihren Angehörigen sowie der Familie Erwin Rudel gilt das Beileid der vielen befreundeten Familien und Geschäftskunden.

Großer Preis des Mittelstands

Anerkennung der erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer

Gastgeber

Von links: Unternehmensberater Michael Kolb, Landrat Gerhard Wägemann, Unternehmerin Erika Gruber, die Geschäftsführer Roland Furtmayr und Roland Durst von KTW (Großer Preis des Mittelstands), Unternehmerin Nadine Amesöder von RF Plast und Klaus Petersen von der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Die Oskar-Patzelt-Stiftung hat auch 2014 den „Großen Preis des Mittelstands“ ausgelobt.  Die Sieger sind inzwischen ermittelt und landesweit in Würzburg von Finanzminister Markus Söder ausgezeichnet worden. Zu ihnen zählt „KTW-Kunststofftechnik Weißenburg GmbH“. In das Finale gekommen ist „Zweirad Gruber GmbH“ aus Gunzenhausen, die Jurystufe erreicht haben RF Plast in Gunzenhausen, Actuator Solution in Gunzenhausen und auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Sonderpreis Kommune). Beim Unternehmergespräch der Zukunftsinitiative „altmühlfranken“ in der Gunzenhäuser Stadthalle lobte Landrat Gerhard Wägemann das erfolgreiche Abschneiden der heimischen Unternehmen.  Klaus Petersen von der OPS-Servicestelle Nürnberg, informierte über die Teilnahmekriterien, der Unternehmensberater Michael Kolb von der QRC-Group erläuterte den „Fitnesscheck für den Mittelstand“.

KTW – ein jungen und aufstrebendes Unternehmen

Geschäftsführer Roland Furtmayr aus Weißenburg war für den Preisträger erschienen. Die 1997 gegründete KTW – Kunststofftechnik Weißenburg ist auf die Herstellung von Klein- und Großserien aus Kunststoff spezialisiert, mit dem Ziel, auch als kleiner Mittelständler Direktlieferant für verschiedene Automobilhersteller zu werden, dabei lokale Firmen zu fördern, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und keine Produktionsstätten in Billiglohnländern aufzubauen. Große Ziele – sie wurden erreicht! Zum Kundenportfolio zählen mittlerweile OEMs wie Opel, Rolls Royce, BMW, VW, Porsche und Audi. Die Kunststofftechnik Weißenburg ist seit ihrer Gründung kontinuierlich gewachsen und konnte die Anzahl der Mitarbeiter von 80 (2008) auf mehr als 200 (2013) steigern. In der Region vergibt das Unternehmen Fertigungsaufträge an Jugend- und Behindertenwerkstätten und unterstützt Sportvereine vor Ort. Regional unterstützt es den Bund Naturschutz in Bayern e. V. und fördert den Erhalt von Streuobstwiesen und damit die Gewinnung von ungespritztem Apfelsaft aus der Region. KTW wurde zum vierten Mal in Folge nominiert. 2013 erfolgte die Auszeichnung als „Finalist“.

Die Zwei-Rad-Familie

Qualitäts- und Markenprodukte, erstklassiger Werkstattservice durch geschulte Zweiradmechaniker und kompetente Beratung innerhalb der Region und darüber hinaus machen die Geschäftsphilosophie der Fahrradexperten Gruber im Fränkischen Seenland aus. Radsport Gruber ist das führende Radsportunternehmen in der Region. Es besteht seit 1959 und wurde als kleines Fahrradgeschäft auf 40 qm gegründet. Dreimal wurde der Standort gewechselt, stets um mehr Verkaufsfläche, besseren Service und größere Lagerkapazitäten zu schaffen. Jetzt werden die neuesten Radsporttrends, Fahrräder aller Art mit Zubehör und Bekleidung auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.500 qm angeboten. Hinzu kam ein 1.000 qm großes Lager. Frühzeitig erkannte das Unternehmen das Potenzial im E-Bike- und Pedelec-Sektor und eröffnete unlängst das E-Bike- Kompetenz-Center. In den vergangenen Jahrzehnten wurden mehr als 40 Azubis ausgebildet und teilweise in feste Arbeitsverhältnisse übernommen. Das Unternehmen hat heute zwölf Angestellte und funktioniert wie eine große Familie: Erika Gruber ist die geschäftsführende Gesellschafterin, Herbert Gruber verantwortet Verkauf und Reparatur, Gabriele Bayerlein, geborene Gruber, ist zuständig für Firmenbetreuung, Kundenberatung und Mitarbeiterschulung und Petra Gruber ist als Point of Sale-Managerin tätig. Die Firma hat bereits  das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ erhalten. Mit dem Zertifikat werden Geschäfte ausgezeichnet, in denen der Einkauf für Menschen aller Altersgruppen, von Familien, Singles und Menschen mit Handicap komfortabel und barrierefrei möglich ist. Zweirad Gruber GmbH spendet regelmäßig Fahrradhelme, Fahrräder etc. an regionale Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen und unterstützt den Behinderten- und den Radsport. Erika Gruber setzt sich zudem als Stadt- und Kreisrätin sowie IHK-Vizepräsidentin der IHK Nürnberg für Mittelfranken und als Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen für zahlreiche soziale Bereiche ein.Das Unternehmen wurde erstmals durch den Landkreis Weißenburg Gunzenhausen nominiert. Umso erstaunlicher ist es, dass es auf Anhieb in die Reihe der Finalisten vorgestoßen ist. Jetzt können Herbert und Erika Gruber ihre tolle Leistung nur noch mit dem „Großen Preis des Mittelstands“ toppen, indem sie sich für den Wettbewerb 2015 melden. Die Aussichten sind gut, denn das Unternehmen ist gut aufgestellt und die Chefin (auch IHK-Vizepräsidentin) traut sich alles zu.

„Die Benjamins“ sind mehr als die „Rote Hilde“

Buch des früheren Regierungssprechers Heye ist erschienen

Als die „Rote Hilde“ oder die „Blut-Hilde“ ist Hilde Benjamin, die Justizministerin der verblichenen DDR, oftmals von den Politikern des Westens geschmäht worden. Sie war ganz gewiss Teil eines Staats, in dem rechtsstaatliche Prinzipien nichts gegolten haben. Aber dennoch ist es lohnenswert, in diesen Tagen einen Blick auf sie zu richten. „Die Benjamins“ ist der Titel eines neuen Buches, das Uwe-Karsten Heye verfasst hat und in dem er die Geschichte der jüdischen Familie in Deutschland nachzeichnet.

Hilde Benjamin war ganz sicher das „Aushängeschild“ der Familie. Sie hat nach dem Krieg das Justizwesen in der DDR radikal von den alten Nazi-Juristen gesäubert, ein Umstand, den die DDR-Propaganda in den Nachkriegsjahren immer gern gegen den Westen argumentativ ins Feld geführt hat. Freilich: Hilde Benjamin war keine Juristin im Sinne des Rechtsstaats. Sie hat ihn aus ideologischen Gründen sogar mit Füßen getreten. Und sie hat den „Volksrichter“ in der DDR „erfunden“. Menschen, die lesen, schreiben und sich gut artikulieren konnten, wurden damals in einjährigen Kursen zu Richtern ausgebildet. Das war zwangsläufig notwendig, denn die alten Juristen hatte es ja infolge der Säuberung nicht mehr gegeben. Das war freilich ein fragwürdiges Verfahren und ich liege wohl nicht ganz daneben, wenn ich behaupte, nur die zuverlässigsten Parteigänger sind zu Volksrichtern geworden.

Das ist die östliche Seite. Im Westen hingegen sind die personellen Konsequenzen im Justizwesen auf allen Ebenen weitgehend ausgeblieben . Wir erinnern uns beispielsweise an Hans Globke, den Kanzleramtsminister unter Adenauer (1953-1963), der Mitverfasser der Nürnberger Rassegesetze der Nazis war. In das Gesetz ist sogar eine Verjährungsfrist aufgenommen worden, die die alten NS-Juristen vor Strafverfolgung geschützt hat. Und auch die deutschen „Leitmedien“ waren in den Anfangsjahren unserer demokratischen Republik noch von ehemaligen SS-Offizieren besetzt.

Freiwilliges Engagement wird belohnt

Jetzt Antrag für die Bayerische Ehrenamtskarte stellen!

Über 3.000 Ehrenamtliche haben im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bereits eine Ehrenamtskarte erhalten. Damit ist die Region einer der Spitzenreiter unter den über 60 bereits teilnehmenden Landkreisen und Städten. Das ehrenamtliche Engagement ist hoch und so liegen der Freiwilligenagentur altmühlfranken bereits mehr als 200 neue Anträge vor. Demnächst soll der Auftrag an die Druckerei zur Erstellung der Karten vergeben werden. Deshalb sind alle, die die Voraussetzungen erfüllen und die in dieser Ausgaberunde dabei sein wollen, aufgerufen noch bis zum 31. Januar 2015 ihre Anträge abzugeben.
Die Karte ist als Dankeschön gedacht für den großen Einsatz der ehrenamtlich Engagierten und ist bayernweit in allen Regionen gültig, die sich an diesem Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration beteiligen. Die Ehrenamtlichen profitieren von verschiedenen Rabatten und Vergünstigungen. In der Region altmühlfranken bieten zurzeit über 70 Unternehmen und Einrichtungen Vergünstigungen an. Eine Neuauflage der Broschüre der Akzeptanzpartner ist in Vorbereitung. Die Broschüre finden Interessierte unter www.altmuehlfranken.de/akzeptanzpartner oder können sie im Landratsamt bestellen oder abholen.
Für eine Ehrenamtskarte berechtigt sind ehrenamtlich Engagierte, die mindestens 16 Jahre alt sind, im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wohnen oder dort ehrenamtlich aktiv sind – und das durchschnittlich fünf Stunden pro Woche oder bei Projektarbeiten 250 Stunden im Jahr seit mindestens zwei Jahren. Die Tätigkeiten können dabei in den unterschiedlichsten Bereichen geleistet werden, z. B. im Altenbesuchsdienst, als Fußballtrainer, im Natur- und Umweltschutz oder in Museen. Für aktive Feuerwehrdienstleistende sowie aktive Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst besteht die Möglichkeit, Sammelanträge zu stellen.
Die Unterlagen und weitere Informationen zur Beantragung der Ehrenamtskarte sind im Internet zu finden unter www.altmuehlfranken.de/ehrenamtskarte oder können unter Tel. 09141-902-235 angefordert werden.

Nachbarschaftshilfe geht an den Start

Auftaktveranstaltung am 22. Januar in Gunzenhausen

Am 8. Dezember 2014 war es soweit: die Nachbarschaftshilfe Gunzenhausen hat ihr Büro im Fachwerkstadel bezogen. Der „Falk-Report“ und auch der AB haben darüber berichtet.
Was macht die Nachbarschaftshilfe Gunzenhausen eigentlich? Diese Frage ist den Organisatoren in den letzten Tag öfters gestellt worden. Die Frage kann vorerst nur allgemein beantwortet werden: Eine helfende Hand zur richtigen Zeit kann vieles bewegen! Die Mitglieder der Nachbarschaftshilfe sind für andere ehrenamtlich da und unterstützen die Menschen  im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Auch in schwierigen Lebenslagen und Notfällen leistet die Nachbarschaftshilfe bestmögliche Unterstützung.

Eine Grundvoraussetzung für die Arbeit ist der Leitspruch“Schweigen ist Gold“!
Das bedeutet, Informationen über Menschen, Notlagen und unsere geleistete Hilfe unterliegt der Schweigepflicht. Eine Schweigepflichtserklärung hat jeder Mitarbeiter unterschrieben.

Die Nachbarschaftshilfe sucht  noch weitere Mensche,n die sich angesprochen fühlen und helfen wollen.
Es sollen sich aber auch die Menschen melden ,die Hilfe benötigen. Ihre Lebensqualität wird durch  die NSH-Unterstützung und Hilfe wesentlich erhöht. So können sie länger zu Hause wohnen bleiben oder ein Heim wird überhaupt nicht notwendig.
Die Hilfe ist kostenlos, nur die angefallenen Unkosten müssen erstattet werden.

Informationsflyer liegen bei verschiedenen Ämtern, Ärzten, Apotheken, Geschäften usw. aus. Weitere Fragen werden im Büro und in der großen Informationsveranstaltung am 22.Januar, um 16 Uhr im Haus des Gastes beantwortet.

Das Büro im Fachwerkstadel ist Dienstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr besetzt. Ansonsten Anrufbeantworter: Telefon 09831/5749666

Die gleichberechtigten Koordinatoren der Nachbarschaftshilfe Gunzenhausen sind folgende Personen: Werner Seifert, Alverna Steurer und  Thomas Schülling.

Thomas Schülling spricht die Hoffnung aus: „Wir erwarten Sie am 22.Januar um 16 Uhr im Haus des Gastes, Martin-Luther-Platz, zur Informationsveranstaltung.

Email:info@nachbarschaftshilfe-gunzenhausen.de
www.nachbarschaftshilfe-gunzenhausen.de

Ich gehe für die Freiheitlichkeit auf die Straße

Teilnahme am „Friedenslicht“ auf dem Marktplatz Gunzenhausen

Wenn ich mich zwei Mal  in das Glied der Menschen beim „Friedenslicht“ auf dem Gunzenhäuser Marktplatz einreihte und für eine tolerante und freiheitliche Gesellschaft still demonstrierte, dann tat ich das als einer, der die „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) für sich reklamieren darf. Persönlich fühle ich mich nicht verantwortlich für die Untaten, die in deutschem Namen geschehen sind, aber ich bejahe eine kollektive Verantwortung  des deutschen Volks mit der immerwährenden Mahnung: Nie wieder! Ich danke ausdrücklich den Initiatoren Florian Schuhmann und Frau Schönborn für ihr privates Engagement, das vorbildlich ist und das uns allen Mut machen sollte. Die Resonanz von 187 Menschen war noch stärker als eine Woche zuvor (170). Die Aktion ist inzwischen ausgelaufen. Bei der letzten „Demo“ waren etwa 160 Leute zugegen.

Wer wachen Geistes ist, der sieht, dass unser freiheitlicher Rechtsstaat durchaus gefährdet ist und deshalb immer wieder aufs neue verteidigt werden muss. Zwei Vorgänge kommen mir dabei in den Sinn: die Art und Weise der Strafverfolgung der NSU-Morde in den letzten Jahren in Deutschland und die polizeiliche Behandlung des jungen Gewaltopfers von Dresden in den letzten Tagen. Im Fall der NSU-Morde steht der Verdacht im Raum, dass die  Strafverfolgungsbehörden, also die Polizei, die Staatsanwälte und auch  der Verfassungsschutz, die Ermittlungen einseitig geführt haben und wohl auf dem rechten Auge blind waren. Wenn ich höre, dass sich V-Leute des Verfassungsschutzes in der rechte Szene tummelten (und das wahrscheinlich auch heute noch tun), dann sträuben sich mir die wenigen verbliebenen Kopfhaare und ich neige zu einer radikalen Konsequenz: Auflösung des Bundesamts für Verfassungsschutz! Der Prozess in München legt den Schluss nahe, dass Polizeibeamte in Sachsen weggesehen haben, als es Gewalt von Rechts gegeben hat.  Und im aktuellen Fall des jungen Ausländers, der in Dresden misshandelt wurde, liegen die Dinge ähnlich.

Eine Konsequenz sehe ich aber auch darin, in der Polizeiausbildung darauf zu schauen, dass sich nicht junge Männer (und Frauen) unter die Polizei mischen, die für diesen Dienst charakterlich nicht geeignet sind. Diese Sorge gilt umsomehr, als die Polizei bei ihrer Nachwuchssuche heute schon Probleme hat.

Und gerade deshalb habe ich die Kerze in die Hand genommen und  für gesellschaftliche Toleranz und Freiheit „demonstriert“.

Werner Falk, Stadtrat der FDP