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Stadt ehrte Mitarbeiter

Fitz: Jeder ist an seinem Platz wichtig

Bürgermeister Fitz dankte Stadtkämmerer Werner Stützer für 45 Jahre Dienst bei der Stadt. Fotos: Ingeborg Herrmann
10 Jahre: von links: Anita Wittmann, Christoph Dietlein, Andrea Huber, Jan Kretzer

Im Rahmen der Betriebsfeier der Stadt Gunzenhausen und der Hospitalstiftung Gunzenhausen wurden zahlreiche Mitarbeiter für ihre langjährige Treue zu ihrem Arbeitgeber geehrt. Einige Mitarbeiter wurden in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

15 Jahre: von links: Stefan Brändlein, Michael Schneider, Friedrich Sixtbauer, Margit Wenk

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ging in seiner Ansprache auf die Bedeutung der Mitarbeiter für die Stadt Gunzenhausen und für die Hospitalstiftung ein. „Dabei ist jeder Mitarbeiter in seiner Position und an seinem Platz wichtig“, so Fitz.

20 Jahre: von links: Peter Kehrstephan, Angelika Vorbrugg, Helga Bahls, Carola Reiner, Petra Herzog, Eva Maier

Personalratsvorsitzender Georg Braun von der Stadt und Janina Buchholzer von der Hospitalstiftung dankten den Mitarbeitern dafür, dass sie ihre Arbeit nicht als Durchgangsstation sondern als Berufung sehen und ihren Dienst im Sinne der Bürger und im Falle der Hospitalstiftung für die älteren Menschen tun.

25 Jahre: Petra Zenkert

Ganz bewusst wurde auf lange Reden verzichtet, um den Mitarbeitern wie auch den ehemaligen Bediensteten die Möglichkeit zu geben, sich zu unterhalten.

30 Jahre: von links: Gustav Girschele, Thomas Billmeyer
35 Jahre: von links: Harald Gebhardt, Claudia Pietrzak, Petra Schneider, Klaus Stephan, Marlies Stein
40 Jahre: Monika Frank

Im Foyer der Stadthalle war ein großes Büfett aufgebaut, das vom Personalamt und dem Personalrat in Eigenregie organisiert wurde und in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Hauswirtschaft des Burkhard-von-Seckendorff-Heimes und des Ausbildungszweiges Hauswirtschaft des beruflichen Schulzentrums Gunzenhausen als „Food trucks“ präsentiert und aufgebaut wurde.

In den Ruhestand gingen: von links: Gustav Nowotny, Helga Bahls, Andreas Metter, Marlies Stein und Christa Wiedemann

Junge Union spendet 1.050 Euro

Geld für die Jugendarbeit in Gunzenhausen


Manuel Blenk, der Kreisvorsitzende der Jungen Union Weißenburg-
Gunzenhausen, hat an Bürgermeister Karl-Heinz Fitz einen Spendenscheck in Höhe von 1.050 Euro für die Jugendarbeit in Gunzenhausen überreicht. Das ist der Reinerlös der Eisolympiade auf der Eisbahn. Die Junge Union will mit der Eisolympiade einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen und auf soziale Projekte aufmerksam machen. In den vergangenen fünf Jahren der Eisolympiade wurden insgesamt über 5.000 Euro für soziale Projekte weitergegeben.

Die Junge Union möchte damit den Grundstein für einen Baucontainer in der Kernstadt legen. Die Jugendlichen möchten auch hier, ähnlich wie dies bereits in den Ortsteilen möglich ist, einmal unter sich sein können.

Der Rathauschef erklärte dazu: Die Jugendarbeit hat in Gunzenhausen bereits mit dem Jugendzentrum, den Streetworkern und der Jugendsozialarbeit eine feste Struktur, deren Weiterentwicklung und Anpassung an die Zeit durch die Stadtverwaltung und den Stadtrat überprüft werden muss. Er gab dabei auch zu bedenken, dass die Jugendarbeit in den Ortsteilen anders strukturiert ist als in der Kernstadt.
Bürgermeister Karl-Heinz Fitz zeigte sich bei der Spendenübergabe aber durchaus offen für eine Modernisierung der Jugendarbeit in Gunzenhausen und für die dafür erforderlichen weiteren Gespräche.
Auch für die kommende Eisbahnsaison in Gunzenhausen ist wieder eine Eisolympiade geplant, versicherte Manuel Blenk und es können sich interessierte Teams, die auch aus Privatpersonen
bestehen können, das ganze Jahr über beim ihm melden. Die Junge Union ist der festen Überzeugung, dass die Eisbahn der Stadt sehr gut zu Gesicht steht und ist daher seit Anfang an mit der Eis-Olympiade dabei.
KLAUS HEGER

Dank an die Helfer

Dank der Stadt und der Geschäftsleute

Bürgermeister Fitz, IHK-Vizepräsidentin Gruber und der Wirtschaftsreferent Zuber dankten den THW-Helfern und Feuerwehrleuten für ihren Einsatz.


Die Stadt Gunzenhausen bedankte sich zusammen mit dem Einzelhandelsverband und der städtischen Wirtschaftsförderung auch dieses Jahr wieder bei den aktiven Helferinnen und Helfern des THW mit einem Mittagessen in der THW-Unterkunft in der Weißenburger Straße für den Auf- und Abbau sowie die jährlichen Wartungsarbeiten der Weihnachtsbeleuchtung der Stadt.
THW-Chef Willi Rettlinger begrüßte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Wirtschaftsreferent Andreas Zuber und die Einzelhandelsverbandsvorsitzende Erika Gruber in der Unterkunft
des THW und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und das gute Miteinander nicht nur bei der Weihachtbeleuchtung, sondern das ganze Jahr über. Er wünschte seinen aktiven Helferinnen und Helfern möglichst wenig Einsätze und ein gutes Einsatz- und Ausbildungsjahr 2020.
Für Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ist die jährliche Unterstützung durch das THW und die Freiwillige Feuerwehr Gunzenhausen bei der Weihnachtsbeleuchtung der Stadt keine Selbstverständlichkeit und daher ging sein besonderer Dank auch an diese beiden Hilfsorganisationen. Die Weihnachtsbeleuchtung ist ein wichtiger Baustein für die Stadt und
wird von den zahlreichen Gästen in der Vorweihnachtszeit auch sehr geschätzt, berichtete er von seinen zahlreichen Gesprächen. Die Beleuchtung mit ihren 60 Sternen und rund sechs Kilometer
Girlanden soll auch in Zukunft in dieser Form weiter beibehalten werden und wird immer wieder schrittweise modernisiert. So wurde vor rund 10 Jahren eine vollständig neue Beleuchtungsanlage gekauft und diese 2014 auf LED Leuchtmittel umgestellt. Dies hat nicht nur den Stromverbrauch erheblich gesenkt, sondern auch den Ersatz der Leuchtmittel von
jährlich 3000 Glühbirnen auf jetzt nur noch jährlich 10 LED-Lampen verringert und somit die Betriebskosten erheblich gesenkt, berichteten die THW-Helfer.
Auch Erika Gruber bedankte sich ganz herzlich für die geleistete Arbeit und Unterstützung bei den Helferinnen und Helfern. Ohne die Weihnachtsbeleuchtung wäre die Innenstadt in Gunzenhausen sehr trist, stellte sie fest. Besonders in der Vorweihnachtszeit vermittelt die
Weihnachtsbeleuchtung eine besondere Atmosphäre in der Stadt freute sie sich. Sie bat daher besonders die junge Helfergeneration dem THW treu zu bleiben und dies Unterstützungsarbeiten auch weiterhin für die Bürger in Gunzenhausen mit durchzuführen.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen – es gab Gulasch mit Nudeln aus der THW-Küche – endete die kleine Feierstunde und die 32 anwesenden aktiven Helferinnen und Helfer bekamen das Gefühl, dass ihre Arbeit für die Stadt auch von ihr entsprechend anerkannt und wertgeschätzt wird. Heinz Rettlinger vermisste nur die Unterstützung der Anwohner und
Einzelhändler bei den Abbau- und Aufbauarbeiten wie dies in früheren Jahren immer der Fall war: „Früher bekamen die Helferinnen und Helfer, die bereits in den frühen Morgenstunden mit den Arbeiten beginnen, immer wieder einmal ein warmes Getränk gereicht, was bei
den oft sehr widrigen winterlichen Witterungsverhältnissen immer eine schöne und erwärmende Anerkennung war“.
KLAUS HEGER

Operette in der Stadthalle

Wiener Bühne am 17. Januar in der Stadthalle

Am 17. Januar 2020 um 19.30 Uhr kommt die Operettenbühne Wien in die Stadthalle Gunzenhausen und zeigt die Operette „Schwarzwaldmädel“ von Leon Jessel, die Welterfolge feierte.

Heftige Turbulenzen im idyllischen Schwarzwalddorf St. Christoph: Der verwitwete Domkapell­meister Blasius Römer bereitet sich auf seinen großen Tag beim diesjährigen Cäcilienfest vor, als Hans und Richard, zwei als Wandermusikanten getarnte Berliner und die eilig nachgereiste Verehrerin Malwine, vor der Hans eigentlich auf der Flucht ist, das Dorf in allerlei amouröse Verwicklungen stürzen! Die Gefühls­verwirrungen machen auch vor dem alternden Römer nicht halt, als dieser vom Schwarzwaldmädel Bärbele, seiner jungen Magd, einen Dankeskuss für eine geliehene Tracht bekommt. Gewürzt durch die humorig-unpassenden Auftritte des Berliner Kaufmanns Schmußheim, münden schließlich beim Feste alle Liebeswirren in eine fulminante Rauferei … 

Mit dem durchschlagenden Erfolg bei der Berliner Uraufführung wurde dieses reizende, ganz in der Tradition eines Vogelhändler stehende Werk bis heute zu einer der beliebtesten Operetten im deutschsprachigen Raum. Melodien wie „Mädle aus dem schwarzen Walde“ und der Walzer „Erklingen zum Tanze die Geigen“ wurden zu unvergänglichen Hits. Nicht umsonst wurde die Operette nach der Uraufführung innerhalb von zehn Jahren fast 6.000 Mal aufgeführt und steht noch heute in der Publikumsgunst ganz oben.

Mit ihrer bezaubernden und spielfreudigen Inszenierung wurde die Operettenbühne Wien bereits zweimal mit diesem Klassiker gefeiert. Seit über 20 Jahren gilt die Operettenbühne Wien unter Heinz Hellberg mit ihrem stets erstklassigen österreichischen Solistenensemble als Garant für stilsichere Produktionen mit genau dem Charme, den die Operettenfreunde so lieben!

Inszeniert wird die Operette von Prof. 
Heinz Hellberg, die musikalische Leitung hat Laszlo Gyüker.

Karten gibt es — unter anderem — bei der Gunzenhäuser Tourist­ Information (Rathausstraße 12, Tel. 09831/508-109), der Buchhandlung Fischer (Hensoltstraße 35 a, Tel. 09831/2380), der Tabakbörse Stöhr (Ansbacher Str. 11, Tel. 09831/89428) und beim Altmühl­ Boten (Marktplatz 47, Telefon 0 9831/ 5 00 80) und bei www.reservix.de.

Dynamisch verspielt

Wladimir Barantschikov zeigt seine neueren Arbeiten

Der Künstler Wladimir Barantschikov stellt in der Stadtbücherei aus. Foto: Babett Gutmann

Mit seiner Kunst ist Wladimir Barantschikov weltweit unterwegs, hat an Gruppenausstellung in Russland, in China und Taipeh teilgenommen und bei Einzelausstellungen in vielen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten seine Werke präsentiert. Seinen Lebensmittelpunkt aber hat er seit langem in Gunzenhausen, mitten am Marktplatz.

Und die Inspiration für seine Bilder findet er in der Natur, beispielsweise bei seinen fast täglichen Abstechern zum Altmühlsee, wo er die „Energie von Wasser und Luft“ als kreative Kraftquelle empfindet. Die Stadt- und Schulbücherei gibt noch bis zum 29. Februar mit 27 Ölbildern und einigen Mischtechnik-Arbeiten einen guten Überblick über die neueren Arbeiten des aus Kirgisien stammenden Künstlers.

Wladimir Barantschikov zeigt seine neueren Arbeiten

Zunächst war für die spannungsreiche Werkschau der Titel „Der phantastische Realismus des Wladimir Barantschikov“ angedacht – doch so leichtfertig kann man ihn und sein Werk eigentlich nicht unterbringen. Aufgewachsen ist er mit der Bildsprache des sozialistischen Realismus auf der einen Seite, mit muslimischer Kunst auf der anderen. Während des Studiums an der Kunstfachschule St. Petersburg und anschließend an der Kunstakademie St. Petersburg mit Schwerpunkt monumentale Malerei hatte er Zugang zu einer der größten Sammlungen der klassischen europäischen Kunst in der Eremitage.

Einer von Barantschikovs Favoriten ist Hieronymus Bosch. Der niederländische Renaissancemaler ist für ihn der erste Surrealist, der versucht hat, die innere Welt der Menschen mit ihren Versuchungen künstlerisch zu spiegeln. Ihm sind in der Ausstellung zwei Bilder gewidmet: die „Melodie für Hieronymus Bosch“ und  der „Turm von Babel“, eher ein Künstler- oder Selbstporträt, in dem kleine Dämonen und ein zum Himmel strebender Turm-Hut ein starkes Eigenleben entwickeln. Reminiszenzen an Vermeer, die flämische Malerei und auch an Albrecht Dürer werden mit verfremdeten Bildzitaten und raffinierten Überlagerungen gefeiert.

Doch neben dem Rekurs auf die europäische Kunstgeschichte lassen sich in Barantschikovs Ölmalerei auch klare Statements zu aktuellen gesellschaftlichen Themen entdecken. „Erinnerungen an die Zukunft“ imaginiert eine Traumwelt als Zuflucht, die den Bildfiguren aber unerreichbar erscheint. Die Landschaften in „Dunkle Magie“ oder „Ein idealer Ort“ erinnern an High-Fantasy-Schauplätze. „Die Reise ins Licht“ oder „Digitaler Buddha“ erscheinen als Seelenreisen ins Sehnsuchtsland des Lichts.

Die Vielfalt der Bilder entspricht dem Ideenreichtum des Künstlers Barantschikov. Die Leserinnen und Leser der Stadt- und Schulbücherei kennen ein Werk des Künstlers besonders gut: Vor etwa 15 Jahren hat der Künstler die Stirnwand in der Kinderbuchabteilung gestaltet: die „Brautwerbung im Mittelalter“.

IHK-Spitze ist neu

Dieter Guttendörfer führt Ansbacher Gremium

Dieter Guttendörfer (Aug. Guttendörfer GmbH & Co. KG, Ansbach) wurde bei der konstituierenden Sitzung des IHK-Gremiums Ansbach (IHKG) zum neuen Gremiumsvorsitzenden für fünf Jahre gewählt.
Zur stellvertretenden Vorsitzende wurde in der Amtsperiode 2020 bis 2024 Susanne Oppel (Autohaus Oppel GmbH, Ansbach) gewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung dankte der scheidende Vorsitzende Wolfgang Högner den wiedergewählten und ausscheidenden IHKG-Mitgliedern, für das jahrelange Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit im IHK-Ehrenamt.

Der neu gewählte Vorsitzende Dieter Guttendörfer bedankte sich für die Wahl und das dadurch ausgesprochene Vertrauen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Gremium.
Die regionalen Vertretungen der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken setzen sich in ihren Bezirken bei Politik und Verwaltung für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen ein
und halten den Kontakt zu den Unternehmen vor Ort. Wichtige Aufgaben der IHK-Gremien sind Stellungnahmen zu Infrastrukturvorhaben, zur Bauleitplanung und zu Einzelhandelsprojekten.
Nicht zuletzt engagieren sie sich intensiv für die berufliche Bildung und für die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen.

Neue Pächter

Wirtshaus im Freilandmuseum Bad Windsheim

Istvàn Polyàk und Istvàn Horvath sind die neuen Pächter des „Wirtshauses am Freilandmuseum“ des Fränkischen Freilandmuseums des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim. Nach der Kündigung durch die bisherige Pächterin Elke Woodard zum 31. Dezember 2019 war die Verpachtung des Gasthauses neu ausgeschrieben worden. Infolge eines entsprechenden Beschlusses des Bezirksausschusses wurde der Pachtvertrag über das ehemalige „Gasthaus zur Krone“ aus Oberampfrach im Eingangsbereich des Museums nun mit den neuen Pächtern unterschrieben.
Die beiden Pächter verfügen als gelernte Köche über eine langjährige
Berufserfahrung im Gaststättengewerbe und betreiben derzeit das Panoramarestaurant am Golfclub in Bad Windsheim. Polyàk und Horvath werden das Gasthaus gemeinsam mit ihren Ehefrauen führen. Die
Eröffnung ist pünktlich zur neuen Museumssaison für den 1. März 2020
vorgesehen.

Dr. Walther IHK-Chef

IHK-Gremium Rothenburg ob der Tauber

Dr. Gerhard Walther wurde bei der konstituierenden Sitzung des IHK-Gremiums Rothenburg o.d.T. (IHKG) zum neuen Gremiumsvorsitzenden für weitere fünf Jahre gewählt und somit in seinem Amt bestätigt.
Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden in der Amtsperiode 2020 bis 2024
Stephan Pehl (Hans Pehl u. Sohn GmbH & Co. KG, Rothenburg), Achim Schneider (Schneider Druck GmbH, Rothenburg) sowie Heidi Treiber (Textilhaus Haller GmbH, Rothenburg) gewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung dankte Vorsitzender Dr. Walther den wiedergewählten und ausscheidenden IHKG-Mitgliedern, für das jahrelange Engagement im IHK-Ehrenamt.

Die regionalen Vertretungen der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken setzen sich in ihren Bezirken bei Politik und Verwaltung für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen ein
und halten den Kontakt zu den Unternehmen vor Ort. Wichtige Aufgaben der IHK-Gremien sind Stellungnahmen zu Infrastrukturvorhaben, zur Bauleitplanung und zu Einzelhandelsprojekten.
Nicht zuletzt engagieren sie sich intensiv für die berufliche Bildung und für die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen.

Umstrittener Raketenforscher

„Weißenburger Blätter“ widmen sich Rudolf Nebel

Foto: Stadtarchiv Weissenburg

Die Schüler der Weißenburger Realschule kennen seinen Namen, aber wissen sie auch etwas über Rudolf Nebel? Der örtliche Historiker Thomas Wägemann kann ihnen helfen, denn er hat zum „Raketenforscher aus Weißenburg“ geforscht und schreibt dazu  in der neuen Ausgabe der „Weißenburger Blätter“, die kostenlos erhältlich sind.

Rudolf Nebel  (1894-1978) lebte nur die ersten fünf Jahre seines Lebens unterhalb der Wülzburg. Seine Mutter war eine Tochter des Weißenburger Büchsenmachers Ernst Staudinger, der wiederum als technikbegeistert galt und als Mitglied des Veloziped-Clubs stolz mit dem Hochrad durch die Stadt fuhr.  Sein Vater war ein aus Koblenz stammender Kaufmann. 1903 kam Rudolf Nebel  nach Nürnberg, wo er an einem selbst gebauten Flugdrachen experimentierte.  Mit seiner „Libelle“ hob der Pilot sogar vom Boden ab, aber der aufziehende Erste Weltkrieg zerstörte alle kühnen Pläne. Er kam zu einer Jagdfliegereinheit nach Schleißheim, wo der spätere Reichsmarschall Hermann Göring sein Staffelkamerad war. 1916 wurde er von einem englischen Jagdflugzeug abgeschossen, überlebte und machte sich Gedanken zur Entwicklung einer Luft-Luft-Rakete.  Die brachte er tatsächlich zum Einsatz, aber eher gegen sich selbst gerichtet.  Er stürzte nach elf feindlichen Abschüssen selbst ab und konnte aus seinem brennenden Wrack gerettet werden.

Nach dem Krieg war er bei Siemens in München und Berlin. Das Raketenfieber ließ ihn nicht los. Mit anderen Konstrukteuren konkurrierte er. Die Raketentechnik faszinierte die Menschen, die UFA schuf einen Sensationsfilm. Nebel wurde Assistent des berühmten Raketenpioniers Hermann Oberth auf dem „Raketenflugplatz Berlin“. Die Entwickung von Raketen war eigentümlicherweise nicht vom Versailler Vertrag betroffen. Die Kooperation mit den Leute des Heereswaffenamts endete aber im Streit. Man kritisierte „seine Unehrlichkeit, mangelnde Sachlichkeit, seine Neigung sensationslüsterne Artikel zu verfassen und seine unverfrorene Art der Selbstdarstellung“. Als Nebel 1932 mit Hilfe von Wernher von Braun und weitere Raketentechnikern unter strikter Geheimhaltung „ein merkwürdig aussehendes Gerät“ zündete, der Versuch aber mit dem Absturz der Rakete endete, war es endlich vorbei  mit der Geduld der HVA, das ihm  nachfolgend „mit größtem Misstrauen“ begegnete. Die Nazis untersagten die private Raketenforschung der „Narren von Tegel“  und schlossen den Testplatz. Als ein gigantischer Flop erwies sich 1932 die „Magdeburger Pilotenrakete“. Rudolf Nebel verschätzte sich nicht nur technisch, auch politisch setzte er auf das falsche Pferde. Er trat dem „Stahlhelm“ von Ernst Röhm bei, einem paramilitärischen Wehrverband.  Hitlers Mordaktion entkam er mit heiler Haut.

Während des Zweiten Weltkriegs machte er als Konstrukteur eines „Rückstoßmotors für flüssige Treibstoffe“ von sich reden. Fritz Todt, der spätere Reichsminister für Bewaffnung und Munition, kaufte ihm sein Patent ab, aber damit verpflichtete sich Nebel zur Geheimhaltung. Faktisch war das für ihn der Ausschluss aus der Raketenforschung.

Im Kriegsjahr 1943 bekam Nebel einen Rüstungsauftrag im „Mittelwerk Dora“ in Kohnstein/Harz. 100 Häftlinge arbeiteten dort bei der Fertigung von Rudermaschinen für die V1 (Vergeltungswaffe 1), einem unbemannten Flugkörper, der 30300mal produziert wurde. Über die „Vernichtung durch Arbeit“ hat Nebel nichts der Nachwelt überliefert, gleichwohl aber schwärmt er von „utopisch wirkenden Fertigungshallen“ und „der größten unterirdischen Fabrik der Welt“.  Nun, die Amerikaner rückten in den letzten Kriegstagen auch in Kohnstein ein. Die meisten der 500 Raketenspezialisten hatten den Befehl bekommen, sich nach Oberbayern abzusetzen – außer Rudolf Nebel.

Die Siegermächte teilten sich die Spezialisten auf und Nebel kam zu den Russen, wo er nach eigenem Bekunden bis 1947 in der sowjetischen Raketenforschung tätig war und später geflohen ist.  Die Kriegserlebnisse hatten an seinem Selbstbewusstsein nicht nagen können, denn er ließ sich 1950 als Vortragsreisender gern als Vater oder Schöpfer der V2 ankündigen. Es kam zu einem juristischen Streit zwischen Wernher von Braun und Rudolf Nebel über deren Anteil an der Vergeltungswaffe 2.  Vorwurf: das Patent Nebels sei vergleichbar mit einem Patent für einen Papierdrachen. Von Braun nannte Nebel einen „ungewöhnlich befähigten Geldschnorrer, der von Wissenschaft nichts und von Technik nur wenig verstand“.

Auf Ungereimtheiten im Leben Nebels  ist auch der Historiker Thomas Wägemann gestoßen. Dabei geht es um seine Glaubenszugehörigkeit. Einmal wird er amtlich als Jude geführt und er bestreitet das, ein anderes Mal behauptet er selbst, er sei als Jude verfolgt worden. Interessant ist für den Historiker, dass es eine jüdische Verlobte Herta Imbach tatsächlich gab, die sogar in Victor Klemperers „Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten“ auftaucht. Nach dem Krieg lebte Nebel in Westfalen von Arbeitslosenunterstützung und einem Ehrensold, den ihm der Bundespräsident 1966 als Wiedergutmachung für seine Patente zuerkannte.  Auch das Bundesverdienstkreuz wurde ihm verliehen.

Am 18. September 1978 starb Rudolf Nebel 84jährig in Düsseldorf. Sein Urnengrab befindet sich auf dem Weißenburger Südfriedhof. 1979 ließ die Stadt noch eine Ehrentafel anbringen und seit 1969 ist die Staatliche Realschule nach ihm benannt.

WERNER FALK

Neujahrsempfang mit Starkoch

Alexander Herrmann begeisterte mit authentischem Auftritt

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, stv. Vorsitzender Christian Mayr, die beiden Vierheller-Wirtinnen , Stargast Alexander Herrmann, Vorsitzender Alexander Herzog und Landrat Gerhard Wägemann, den die Wirtschaftsjunioren mit einem Geschenk verabschiedeten. Foto: FR Presse

Wer den fränkischen 2-Sterne-Koch Alexander Herrmann einlädt, der hat den Erfolg bereits mitgebucht. So war es nicht verwunderlich, dass der Neujahrsempfang der Gunzenhäuser Wirtschaftsjunioren auf eine starke Resonanz stieß und die Stadthalle fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Beim abschließenden Sektempfang im Foyer drängten sich die Gäste bei  Partygebäck, Bier und Saft.

Ein Wiedersehen mit dem Starkoch gab es nach fünfzehn Jahren für Mareike Falk, die damals an der Wirsberger Hotelrezeption tätig war.

„In Gunzenhausen läuft es rund“. Mit diesen Worten fasste Rathauschef Karl-Heinz Fitz die Stimmung in der Stadt zusammen. Er und seine Pressechefin Ingeborg Herrmann hatten für den Neujahrsempfang eine etwas andere Präsentation gewählt als sonst. Und die kam bei den Gästen aus Nah und Fern glänzend an. Die Jungfilmer Florian Burger, Tim Guthmann und Julius Löhner hatten zusammen mit Wolfgang Löhner ein Video gedreht, das die Stadt auf sehr ansprechende Weise präsentierte. Vor allem die hohe Qualität der Aufnahmen bestach und legt die Bewertung nahe, dass die jungen Filmer  auf einem guten Wege sind, sich zu professionalisieren. Die Texte von „Autor“ Karl-Heinz Fitz waren mit den tollen Aufnahmen und Schnitten gut synchronisiert. Das Gesamtwerk beeindruckte und fand großen Gefallen. Immer wieder war von den Gästen dickes Lob zu hören. Und es bestätigte: ein Neujahrsempfang muss kein stupides Herunterbeten von kommunalpolitischen Leistungen sein.

Alexander Herzog, der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen, hatte ein glückliches Händchen, als er den Sternekoch Alexander Herrmann  als prominenten Gast gewinnen konnte. Der Inhaber eines  Hotels und Restaurants in Wirsberg (bei Bayreuth) ist 1996 in den elterlichen Betrieb eingestiegen – und hat ihn vollständig erneuert. Zwei Michelin-Sterne hat Alexander Herrmann inzwischen bekommen. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der nicht nur in seiner oberfränkischen Heimat tätig ist, sondern auch als Fernsehkoch ein sympathischer Exponent Franken ist.  Das „Palazzo“ in Nürnberg betreibt er seit zehn Jahren. Es ist eine der erfolgreichsten gastronomischen Adressen dieses in ganz Europa gängigen Formats. Aus seiner Feder stammten auch etliche Kochbücher. Herrmann beschäftigt heute 120 Mitarbeiter, 70 allein in der Gastronomie, 30 in der Hotelerie.

„Die überflüssigste Person im eigenen Betrieb zu werden“, so skizzierte Alexander Herrmann seinen Einstieg in das Gastronomiegeschäft. Und er gab den Gunzenhäuser Unternehmern eine Erfahrung weiter, die es wert ist, durchdacht zu werden: „Nicht im, sondern am Betrieb arbeiten!“ Wie andere Geschäftsleute stammt auch er aus einer „verschrobenen Welt“. Aber er hat sich befreit von den Konventionen, ist dank eines hohen psychologischen Einführungsvermögens neue Wege gegangen. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Respekt vor den Mitarbeitern! Er misst seine Leute nicht an ihren Fehlern, schenkt ihnen Vertrauen.  Den Begriff  „Team“ definiert er für sich ganz neu: TOLL, EIN ANDERER MACHTS!  Im Restaurant in Wirsberg müssen die Mitarbeiter keine Angst vor dem „Powerbriefing“ mit dem Chef haben, denn täglich werden eine Viertelstunde vor der Restaurantöffnung zusammengerufen, um zu hören, was sozusagen im Laden super läuft. Es gibt eben am Arbeitsbeginn keine Fehlerzuteilung durch den allwissenden Chef.  Und doch : den ursprünglichen Schlachtruf („An uns kommt keiner vorbei, wir haben zwei“) musste der 2-Sterne-Koch ändern, denn die im Foyer  auf den Einlass wartenden Gäste  hatten sich verhört („haben frei“) und sich über den Slogan mokiert.  Deshalb das neue Ritual: „An uns kommt keiner vorbei, wir sind es wert!“

Der prominente Gast, zu dessen Leibspeisen das Schnitzel und die Pasta gehörten, erzählte vor den rund 500 Gästen aus dem Nähkästchen der Starköche, die sich wiederholt den kritischen Juroren des „Michelin“-Restaurantführers zu stellen haben. Das „System Michelin“ verschlingt  rund eine Million Euro, erst dann ist der neue Restaurantführer fertig.  Herrmann Erfahrung: „Andere Guides bedienen sich eher fragwürdigen Gastronomiekritikern“.

WERNER FALK