Archiv: Allgemein

Ziegeleien und auch die Ziegelgasse verschwanden

Zur Geschichte der Ziegelherstellung in Gunzenhausen

Ein Foto vom Lehmabbau in Cronheim aus den vierziger Jahren. Der Eimer-Ketten-Bagger signalisierte den Fortschritt. Links Friedrich Kübler aus Cronheim, rechts Karl Kernstock aus Oberschwaningen. Archivfotos

1886 ist der letzte Gunzenhäuser Ziegeleibetrieb eingestellt worden. An ihn erinnerte bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts die Ziegelstraße, doch auch sie musste der Simon-Marius-Straße weichen.  Die alte Ziegelei hatte ihren Ursprung im 15. Jahrhundert (1466), weitere drei Betriebe hat es im 19. Jahrhundert gegeben, außerdem noch die beiden Ziegeleien in Cronheim (bis 1960). Gleich drei Autoren nehmen sich im neuen Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“ des Vereins für Heimatkunde des Themas an: Werner Mühlhäußer und die beiden Heimatkundler Werner Neumann aus Weißenburg und Günther Prechter aus Cronheim.

Die Dampfziegelei Cronheim um 1909. Rechts die Abbruchkante der Lehmgewinnung.

Schon 8000 bis 6000 v.Chr. galten Ziegel neben Holz und Bruchsteinen zu den ersten Baumaterialien (heute: Syrien und Irak). Erst später haben sich europäischer Klerus und Adel des Materials bedient. Gefertigt wurden Dachziegel, aber auch Mauerziegel (Ziegelstein), aber der große Durchbruch kam erst mit der Erfindung des Ringofens. Der Fürstenwalder Maurermeister Arnold kann das Erstgeburtsrecht für sich in Anspruch nehmen, aber auch der preußische Baumeister Friedrich Eduard Hoffmann ließ sich dafür feiern. Fortan war die Herstellung von Tonwaren in konstanter Qualität und in größeren Mengen möglich.

Gunzenhausens erste Ziegelei befand sich in der Ziegelgasse, die 1893 zur Hensoltstraße wurde.  Die genaue Lokalisation: Hensoltstraße 14. Hans Mayer wird schon 1537 als „Ziegler aff der Hütten“ genannt. Bis 1777 war dann die Familie Engelhardt  die Besitzerin.  Wie Werner Mühlhäußer nachweisen kann, sind die Produkte hauptsächlich für die Reparatur der Stadtmauer und der Stadtkirche sowie des Jagdschlösschens Falkenlust benutzt worden.

Daneben existierten noch drei kleinere Handziegeleien:  Johann Thomas Huber erbaute 1863 eine Ziegelhütte im heutigen Anwesen Bahnhofstraße 29. Sie wurde nachweislich bis November 1900 betrieben.  Die Ziegelei Rothgängel geht auf Zimmermeister Georg Friedrich Rothgängel zurück (Bühringerstraße), der sie später an seInen Schwiegersohn Johann Adam Reichardt weitergab. 1869 waren dort fünf Männer beschäftigt, darunter Ziegelknechte, Ziegelmacher, Ziegelmeister.  Sie produzierten im Jahr 30000 Ziegel und 24000 Backsteine. Der dritte Ziegeleibesitzer war Johann Georg Lang, gefolgt von seinem Sohn Georg Nikolaus (heute Schillerstraße 11). Der Betrieb lief bis Dezember 1901, drei Jahre später übernahm die Stadt das Grundstück.

Die Ziegeleien in Cronheim werden bereits 1415 genannt, wie Günther Prechter erforscht hat. Hans von Cronheim hatte die Ziegelei vom Eichstätter Bischof zum Lehen erhalten. Ab dem 17. Jahrhundert lebte auf dem Anwesen „Cronheim 70“ die Familie Kichler. Deren Nachkommen (Schwiegersohn Johann Michael Sorg und Frau Viktoria) verkauften und zogen ins Dorf, wo heute noch die Sorgs unter dem Hausnamen „Ziegler“ leben. Um 1890 endete die Tradition des Feierabendzieglers in Cronheim.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine und dem Bau der König-Ludwig-Süd-Nord-Bahn erhielt  Cronheim eine Bahnstation. Der aus Wassertrüdingen stammende Zimmermeister Georg Friedrich Bühlmeyer gründete 1907 die Dampfziegelei und begann zwei Jahr später mit der Produktioön. Den notwendigen Lehm fand er „Im Lampelbuck“ (Lehmfeld). Der Eigentümer baute den Betrieb aus (bis auf eine Lehmgrube von sieben Tagwerk) und  modernisierte ihn. Das „Dampferla“, wie es den alten Cronheimern noch geläufig ist, war eine dieselbetriebene Lokomotive mit drei Loren für den Transsport des Rohmaterials von der Lehmgrube zur Brennerei. Dazu kam noch ein Eimer-Ketten-Bagger, der auf Schienen lief.  25 Arbeiter waren zeitweise beschäftigt. Der Großbrand am 8. September 1960 bedeutete für die Ziegelei das Aus.

WERNER FALK

Das Freikorps Oberland in Eichstätt

Dr. Maximilian Ettle stellt den soldatischen Freiwilligenverband vor

Freikorpsmitglieder aus Eichstätt, im Vordergrund sind einige Markt Berolzheimer zu sehen. Foto: Sammlung Burmann

In Eichstätt war das bekannteste und größte Freikorps „Oberland“ aufgestellt. Es trug das Edelweiß als Kennzeichen. Warum konnte sich der Freiwilligenverband nach dem Ersten Weltkrieg formieren? Wie hat er agiert bevor seine Männer in die nationalsozialistische SA eintraten? Dr. Maximilian Ettle untersucht in der neuen Ausgabe des „Sammelblatts“ (herausgegeben vom Historischen Verein Eichstätt) die Geschichte des Freikorps.

Wie Pfarrer Theodor Kleinknecht in den Kirchenbüchern festgehalten hat, wurden die Berolzheimer Freikorps-Mitglieder schon nach wenigen Monaten am 1. Juni 1919 entlassen. Foto: Archiv Burmann

Eine Bewertung steht am Anfang: „Die Dolchstoßlegende von Hindenburg und Ludendorff war die verhängnisvollste Lüge in der Geschichte Deutschlands.“  Schuld an der Niederlage am Ende des Ersten Weltkriegs hatten demnach keinesfalls die Linksparteien und Juden, die man dafür verantwortlich zu machen versuchte, sondern die militärische Führung und ein unfähiger Kaiser Wilhelm II.  „Deutschland war während des Krieges faktisch eine Militärdiktatur“, stellt der Autor fest, „die jedoch am Ende die Friedensverhandlungen den Politikern übe ließ“. Daher auch der Begriff „Novemberverbrecher“ als schuldzuweisender Name für diejenigen, die in Versailles den Friedensvertrag unterschreiben mussten.  „Im Feld ungeschlagen“, das war damals eine reine Schutzbehauptung und ein „Brandbeschleuniger“ für den Antisemitismus in Deutschland.

Als das Kaiserreich weggefegt war, da gründete der Revolutionär, Pazifist und Jude Kurt Eisner den Freistaat Bayern, dessen 100. Geburtstag  wir 2018 feiern durften.  Neben den kommunalen Parlamenten agierten die Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte. Sie hatten beratende Funktion, manchen von ihnen aber glaubten, sie hätten eine quasi Aufsrichtsratsfunktion, was naturgemäß zum Streit führte. Natürlich wollten die alten Eliten ihre Vormachtstellung nicht preisgeben. Sie wehrten sich gegen die in München berufene Räterepublik, der 1919 gewählte Landtag musste ins Exil nach Bamberg, denn München war „rot“ und unsicher für die vom Sozialdemokraten Johannes Hoffmann geführte Regierung.  Die konservativen Kräfte hatten schon bei der Landtagswahl 1919 die Oberhand behalten (34,9 Prozent) vor den Sozialdemokraten (32,9 Prozent), Eisners USP (unabhängige Sozialdemokraten) hatte gar nur 2,5 Prozent bekommen.  Die strammen Bayern von heute müssen zähneknirschend die Tatsache  zur Kenntnis nehmen: der Gründer des Freistaats, auf den heute alle so stolz sind, war der Sozialdemokrat Eisner, noch dazu ein gebürtiger Preuße (Berliner ), ein Pazifist und Jude.

Als Vorgängerin des Freikorps „Oberland“ wird die Thule-Gesellschaft („Orden für deutsche Art“) genannt, die sich 1918 in München als ein Zusammenschluss von völkisch und antisemitisch orientierten Männern formierte.  Ihr Vereinsemblem war damals schon das Hakenkreuz und die Mitglieder begegneten sich mit dem  „Heil und Sieg“-Gruß. Sie ging ein Jahr später in der Deutschen Arbeiter Partei (DAP) auf, in der auch Hitler mitmischte. Daraus entstanden ist danach die NSDAP. Einer von den Parteileuten war seinerzeit der Dietrich Eckart Neumarkt/Oberpfalz, der den Begriff des „Dritten Reiches“ kreierte.

Die Aufstellung des Freikorps „Oberland“ war zunächst für den 19. April 1919 in Treuchtlingen vorgesehen, aber weil es in Eichstätt eine Kaserne gab, entschied man sich für die Bischofsstadt. Aber warum einen Verband mit dem Namen Oberland? Es gibt mehrere Versionen, aber keine wird als verbindlich anerkannt. Eine Deutung: der Name soll an die patriotischen „Oberländer“ erinnern, die 1705 die Münchner von den österreichischen Besatzern befreiten.

In Eichstätt jedenfalls kamen im April 1919 rund 120 Freiwillige zusammen, darunter auch 14 Markt Berolzheimer (mit Heinrich Veitengruber), die aber nach wenigen Monaten schon wieder entlassen wurden. Allgemein handelte es sich um junge Männer, die schon zuvor militärisch gedient hatten (Dreiviertel der Mitglieder).  Das Freikorps wuchs auf 305 Mitglieder an.  Die Eichstätter nahmen auch am Marsch nach München teil, um gegen Spartakisten und Kommunisten anzutreten (Kampftag war der 2. Mai). Es gab 355 Opfer und viele Exzesse des Freikorps.  Man sprach vom „Weißen Terror“. Versehentlich kamen auch 21 katholische Gesellen um, die für Spartakisten gehalten worden waren.

Das Freikorps, 1921 als eine Folge des Versailler Vertrags aufgelöst, ging  später in der SA auf und bei Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle 1923 waren viele Ehemalige dabei. Die politisch Ewiggestrigen  organisierten sich später in einem Heimatschutzverband. Es gab viele Nachfolgeorganisationen. Einige wirken bis heute als Traditionsverbände. Sie stehen zum Teil unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

 

Dr. Maximilian Ettle: „Vor 100 Jahren:  Revolutionäre Zeiten“, Jahrbuch des Historischen Vereins Eichstätt, 192 Seiten, ISSN 0936 5869.

WERNER FALK

Neues VHS-Programm

Erwachsenenbildungs-Angebote im Landkreis Ansbach

Das neue Programm der Volkshochschule Landkreis Ansbach für das Frühjahrs- und Sommersemester 2019 bietet mit insgesamt fast 800 Kursen wieder ein vielseitiges Programm. Zahlreiche neue und bewährte Kurse können sowohl online als auch an einer der 33 Außenstellen gebucht werden. „Auf der Titelseite unseres neuen Programmheftes ist der Ausspruch „Tu´s gleich!“ zu lesen, denn viele Kurse sind so beliebt, dass sie nach kurzer Zeit ausgebucht sind“, betont der Leiter der vhs des Landkreises Ansbach, Albrecht Flierl. Die Motivation Neues zu erlernen oder vorhandene Kenntnisse zu erweitern sei gerade in den ersten Monaten des Jahres bei vielen Menschen sehr hoch. „Um die guten Vorsätze auch nachhaltig umzusetzen, sollte man sich daher am besten schnell für die ausgewählten Kurse anmelden“, so Flierl.

Nach wie vor nimmt das Angebot zur Gesundheitsförderung den größten und vielfältigsten Bereich im neuen Programm ein. Sportkurse wie Wirbelsäulengymnastik, Yoga und Aqua-Fitness sorgen für mehr Bewegung im Alltag. Wer sich richtig auspowern möchte, kann sich für die Kurse Aero Kickbox oder Body-Power anmelden. Wie man sich gesünder ernährt, erfahren Teilnehmer in Kursen zur mediterranen Sommerküche oder Kräuterkulinarik. Und bei der progressiven Muskelentspannung oder dem Autogenen Training werden Entspannungsmethoden trainiert, die dabei helfen die Alltagsbelastungen zu kompensieren.

Wie wäre es mit einem Besuch des bekannten Klassik Open Air in Nürnberg oder  des Musiktheaters von Henry Purcell King Arthur? Für kulturell Interessierte werden zahlreiche Veranstaltungen und Ausflüge angeboten. Ebenso können Musik- und Tanzkurse besucht werden. Gestalterische Kurse zur Malerei, Fotografie und Töpfern runden das kulturelle Programm ab.

Die Rubrik Gesellschaft umfasst unter anderem Vorträge zur Länder- und Heimatkunde. Hier wird beispielsweise eine Wanderung an der Grenze von Brandenburg- Ansbach zu Hohenlohe-Schillingsfürst angeboten. Wer auf der Suche nach dem nächsten Urlaubsziel ist, kann sich durch eine spannende Präsentation mit tollen Bildern und Eindrücken des Gardasees inspirieren lassen. Auch die Optimierung des Eigenheims ist Bestandteil einiger Kurse. Zum Beispiel wird erklärt, wie man einfache Reparaturen im Haushalt selbst machen kann. In Vorträgen über das Säen von Tomaten oder den richtigen Obstbaumschnitt werden Tipps und Tricks für den eigenen Garten weitergegeben.

Besonders beliebt sind neben den bewährten Sprachkursen auch die EDV-Angebote. Word-, Excel- und Outlook-Kurse sowie die meisten Fremdsprachenkurse werden sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene angeboten. Ebenso finden Kurse zur IT-Sicherheit, zum Datenschutz und zu Cloud-Speichersystemen statt.

Das vhs-Programm liegt im Landratsamt sowie in den Rathäusern, vielen Banken und Geschäften aus. Das Angebot ist auch per Mausklick unter www.vhs-lkr-ansbach.de jederzeit abrufbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkshochschule des Landkreises sind zudem unter der Telefonnummer (0981) 468-6111 sowie per E-Mail an kontakt@vhs-lkr-ansbach.de gerne für Sie da.

Reiter ermitteln Kreismeister

Reit- und Fahrverein Gunzenhausen ist wieder dabei

Das Frühjahr nähert sich mit großen Schritten und somit auch die Turniersession für die Reitsportler in der Region. In diesem Jahr wird zum siebten Mal in Folge eine Kreismeisterschaft in Altmühlfranken ausgetragen. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Gerhard Wägemann wird an sechs Turnieren in Ellingen, Treuchtlingen, Gunzenhausen, Weißenburg und Oberhochstatt um Punkte geritten. Die Reiterinnen und Reiter messen sich in den Disziplinen Dressur und Springen auf E, A und L Niveau miteinander. Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder aus Reitvereinen in Altmühlfranken.
Das Organisationsteam rund um Maya Huber und Claudia Wagner erhielten bereits erste Anmeldungen. „Wir freuen uns besonders, dass auch der Reit- und Fahrverein Gunzenhausen wieder mit einem Wertungsturnier dabei ist. Nun hoffen wir noch auf eine rege Teilnehmerzahl“ erklären die beiden Organisatorinnen.
Während des Reiterfestes in Oberhochstatt werden die letzten Wertungsprüfungen der laufenden Session geritten. Landrat Gerhard Wägemann wird am Sonntagnachmittag die Kreismeister der jeweiligen Tour ehren und die Pokale übergeben. Die Sieger erhalten einen Wanderpokal gestiftet vom Schirmherren der Kreismeisterschaft. Weitere tolle Preise warten auf die Teilnehmer dank der Unterstützung von Reitsport Roth. Und schon bald geht es los – das erste Mal wird am Hallenturnier der Pferdesportgemeinschaft Ellingen am 16. März 2019 um Punkte geritten. Der Nennschluss für dieses Turnier ist Montag, 18. Februar 2019.
Alle weiteren Informationen/Ausschreibung/Anmeldung: http://www.reitvereinweissenburg.  de, http://www.psg-ellingen.com, http://www.reitverein-treuchtlingen.de

Biodiversität in der Praxdis

Westphal: Gemeinsam Verbesserungen erreichen!

Während eines persönlichen Gesprächs im Bayerischen Landtag wurde das Projekt der Staatsministerin vorgestellt. (v.li.: Norbert Bleisteiner, Manuel Westphal MdL, Staatsministerin Michaela Kaniber, Dr. Michael Karrer (Bildungsreferent im Landwirtschaftsministerium), Markus Heinz). (Bild: CSU-Landtagsfraktion)

Biodiversität, Artenvielfalt und der Verlust natürlicher Habitate lösen in der Landwirtschaft, der Gesellschaft und im politischen Umfeld zunehmend heftige und teils emotionale Diskussionen aus. Dabei ist klar, dass wir nur gemeinsam Verbesserungen erreichen können. Die Triesdorfer Lehranstalten haben deswegen ein Konzept entworfen, das Maßnahmen im Bereich der Biodiversität initiieren und wissenschaftlich begleiten soll. Gemeinsam mit dem Stimmkreisabgeordneten für den Bayerischen Landtag Manuel Westphal wurde das Projekt „Biodiversitäts-Kommune“ der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber vorgestellt.

In der aktuellen Diskussion wird außer Acht gelassen, dass auch die Gestaltung öffentlicher Flächen, Ausgleichsflächen und von Privatgärten maßgeblich zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen kann. Die Landwirtschaft kann also nicht als alleiniger Verursacher des Artensterbens ausgemacht werden.

„Nichtsdestotrotz ist es wichtig, gemeinsam an einer Verbesserung der Situation weiterzuarbeiten. Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten haben dazu ein Projekt erarbeitet, das den Gedanken der Biodiversitätsstrategie in der Praxis umsetzt, wissenschaftlich begleitet und langfristig ergänzen und verbessern soll. Die Biodiversitäts-Kommune wird in unserem Landkreis im Rahmen des Bienenpakts, den wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit verschiedenen Akteuren gegründet haben, umgesetzt. Dabei werden wichtige Synergien entstehen, die der Artenvielfalt nutzen. Das Projekt ist bayernweit einzigartig!“, erklärte Westphal.

„Ein wichtiger Schritt im Rahmen der Biodiversität wird es sein, gemeinsam mit den Landwirten effiziente Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität zu erarbeiten. Mit einem vergleichenden Ansatz zwischen ökologischer und konventioneller Landnutzung, der in den vergangenen Jahren in Triesdorf bereits angelegt wurde, soll im Jahr 2019 eine Biodiversitätsstrategie für landwirtschaftlichen Betriebe in Triesdorf (konventionell) und Lichtenau (ökologisch) entwickelt und an praktischen Beispielen umgesetzt werden“, erklärte Markus Heinz, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in Triesdorf im Gespräch mit der Landwirtschaftsministerin.

Sowohl Heinz, als auch Norbert Bleisteiner, Leiter des Fachzentrums für Energie- und Landtechnik in Triesdorf und auch Westphal sind sich sicher: „Die Erarbeitung und Umsetzung einer Biodiversitätsstrategie für landwirtschaftliche Betriebe sind wichtige Schritte, um das Bildungscluster Triesdorf zu stärken und gleichzeitig den Dialog zwischen Gesellschaft und den Landnutzern zu versachlichen.“

In Kooperation mit Landwirten und Imkern aus den beiden Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen und dem Markt Kastl/Oberpfalz sollen im Rahmen der Biodiversitäts-Kommune Praxisbeispiele inhaltlich begleitet werden. Die dort erprobten Maßnahmen werden auf Kommunen in der Region übertragen und damit wichtige Erkenntnisse zur Biodiversität zur Verfügung gestellt.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung von Maßnahmen in Verbindung mit den Möglichkeiten kommunaler Einrichtungen zur Steigerung der Biodiversität. Dazu gehören unter anderem Blühflächen auf öffentlichen Liegenschaften oder die Integration von Blühstrukturen auf unwirtschaftlichen Flächen eines Landwirtes.

Besonders Maßnahmen, die für ein bedarfsgerechtes Nahrungsangebot für Bienen (Wild- und Honigbienen) und weiterer Insekten sorgen, werden erprobt. Dabei werden aber auch Defizite im regionalen Nahrungsangebot aufgezeigt und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Ziel ist es, zum einen die Grundlagen für Biodiversität zu stärken, zum anderen aber auch die Landwirtschaft möglichst wenig zu beeinträchtigen. Zusätzlich sollen Indikatoren entwickelt werden, die für die Qualität eines regionalen Lebensraumes stehen und messbare Lebensraumstandards definieren. „Wir können den Landwirten und öffentlichen Trägern damit auch Nutzungskompensationen aufzeigen“, ergänzte Bleisteiner.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts soll durch die Landesanstalt für Landwirtschaft und den Partnerhochschulen in Triesdorf und Nürtingen erfolgen. Das Monitoring dient zum einen dazu, den aktuellen Stand der Biodiversität festzustellen, zum anderen aber auch um die Auswirkungen der Maßnahmen fortlaufend zu überprüfen. Diese Erkenntnisse sollen dann nicht erst in ferner Zukunft, sondern fortlaufend auf Kommunen in der Region übertragen werden. Das Projekt dient also auch zu einem besseren Wissenstransfer zwischen Landwirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Die Landwirtschaftsministerin begrüßte die Initiative ausdrücklich und versprach eine Begleitung durch die Landesanstalt für Landwirtschaft. Sie kündigte zudem an, dass zeitnah Ergebnisse aus dem Projekt in den Unterricht an allen Landwirtschaftsschulen in Bayern eingebaut werden.

„Das Projekt wird eng von den Akteuren des Bienenpakts begleitet, damit hier Kooperationen aufgebaut werden können. Eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit ist natürlich unverzichtbar. Deswegen freut es mich besonders, dass unsere Landwirtschaftsministerin angekündigt hat, sich vor Ort ein Bild über das Projekt zu machen. Gemeinsam werden wir in unserer Region mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle für ganz Bayern einnehmen und so hoffentlich einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt leisten“, verdeutlichte der Abgeordnete gemeinsam mit den Vertretern aus Triesdorf.

 

Planung für Sommerkonzerte

Start ist am 12. Juni mit den „Wormer Musikanten“

Noch ist der Winter nicht vorbei, da plant das Städtische Kulturamt Gunzenhausen schon die Veranstaltungen für den Sommer.

Fortgesetzt wird die Reihe der „Sommerkonzerte“ im Markgräflichen Hofgarten (Lutherplatz 4). Sie finden jeweils mittwochs ab 19 Uhr statt und enden pünktlich um 22 Uhr.

So sieht der Plan aus:

  1. Juni: Wormer Musikanten
  2. Juni: Dorfstadl Musikanten
  3. Juni: Jugendkapelle Gunzenhausen
  4. Juli: Collegium Dixicum
  5. Juli: USOS
  6. Juli: Holm & Co
  7. Juli: Gunzenhäuser Blousn
  8. Juli: Die Störzelbacher
  9. August: Fear Beer
  10. August Sharks

Heuer gibt es auch wieder ein Theater-Schmankerl auf der Hofgarten-Freilichtbühne, und zwar am 9. August um 19 Uhr.

Weitere Informationen sind beim Kulturbüro der Stadt erhältlich: Telefon 09831/508109, E-Mail: kulturamt@gujnzenhausen.de

Scheitert die Aktion: Rettet die Bienen ?

Die Natur ist nicht mehr intakt

Jeder Bürger kann und soll sich bei seinem nächsten Spaziergang über Wiesen und Felder sein eigenes Bild machen. Der Anblick unserer Kulturlandschaft mit den vielen Feldern hat zweifelsohne ihren optischen Reiz, wo jedoch finden Kleinlebewesen, wie Hase, Kaninchen, Feldhamster, Vögel, Insekten noch Lebensraum? Ja, man schaut auf Felder und Äcker, die sich über Kilometer hinweg aneinanderreihen,  dazwischen sieht man keine Bäume oder Büsche, geschweige denn Buschreihen, die Heimat und Lebensraum für Tiere und andere Pflanzen bieten.

Die Darstellung der vorgenannten Fakten zeigen, daß das Anlegen von weitflächigen Monokulturen Lebensräume zerstört und zugleich durch Einsatz von Chemie weiteres Leben gefährdet oder vernichtet…

Der Anblick saftig grüner Wiesen läßt glauben, hier sei die Natur noch in Ordnung. Aber, weit gefehlt. Saftig grüne Wiesen sind ein Zeichen von Artenarmut, denn wo nur grünes Gras wächst, gibt es keine Blumen bzw. Kräuter. Das ist nicht nur für die Bienen schlecht, denn sie finden keine Nahrung, sondern auch für die Qualität der Milch.

Ältere Jahrgänge wissen noch, wie hochwertig die Mai-Milch der Kühe war. Das lag daran, daß früher die Wiesen weniger stark gedüngt waren. Somit konnte sich neben dem schnell wachsenden Gras auch Kräuter und Blumen behaupten. Gerade die Frühjahrskräuter und Blumen sind besonders nahrhaft und vitaminreich. Die Natur hat das mit Bedacht so angelegt, denn nach dem langen nährstoff- und vitaminarmen Winter brauchen alle Lebewesen Nahrung, die vor Vitaminen und Mineralstoffen nur so strotzt. Daher wurde Schwachen, Kranken und Kindern gerne die hochwertige Mai-Milch zur Kräftigung gereicht.

…davon sind nicht nur die Bienen betroffen, sondern ebenso der Mensch, der am Ende der Nahrungskette steht. Es geht also nicht nur um die Rettung der Bienen, sondern auch um die Rettung der Gesundheit der Menschen.

Wo bekommt man heute noch Mai-Milch?  Die Realität sieht so aus, daß Kühe in der Massentierhaltung vorwiegend mit Maissilage gefüttert werden.  Maissilage ist keine hochwertige Nahrung für Kühe, denn der konventionelle Maisanbau liefert weder hochwertiges, noch vitaminreiches Futter. Wenn oben nichts Gutes reinkommt, kann unten auch nichts Hochwertiges herauskommen.

Überdies ist der konventionelle Maisanbau  umweltschädlich, unter vielerlei Gesichtspunkten:

Da die Maispflanze ein Starkzehrer ist, braucht sie eine Unmenge an Dünger, denn sonst könnte sie nicht in so kurzer Zeit zu einer so großen und hohen Pflanze wachsen. Schon die chemische Herstellung des Düngers erfordert einen extrem hohen Energieaufwand, ebenso dessen Transport und das Aufbringen auf die Felder. Da die Maispflanze den Dünger nicht vollständig aufnimmt, wird Dünger d.h. Nitrat ins Grundwasser gewaschen, was zu der gesundheitschädlichen Nitratbelastung des Grundwassers führt, mit der Folge, daß Grundwasser durch kosten- und energieintensive Verfahren gereinigt werden muß.

Überdies muß der Mais gegen Schädlinge gespritzt werden. Auch hier gelangen Giftstoffe ins Grundwasser, und obendrein wird Glyphosat aufgebracht, damit keine anderen Pflanzen außer dem Mais wachsen können. Das kann ein jeder mit seinen eigenen Augen feststellen, dazu braucht man keine wissenschaftliche Studie. Jeder Gartenliebhaber ficht seinen Kampf mit der Gartenwinde aus, die mit ihren bis zwei Meter tiefen Wurzeln schier nicht tot zu kriegen ist,.

Es gibt aber Gartenwinden-freie-Zonen. Diese findet man auf mit Glyphosat gespritzten Feldern. Wir belasten unser Grundwasser also nicht nur mit Nitrat, sondern vergiften es obendrein mit Glyphosat. Man bedenke: Grundwasser ist ein Hauptnahrungmittel !

Die Debatte über Glyphosat wird geschickt und manipulativ geführt, denn die Diskussion wird darauf beschränkt, ob Glyphosat krebserregend sei oder nicht.

Unstreitig ist, daß Glyphosat ein wirksames Gift ist, das zur einer Schwächung des betroffenen Organismus führt, und am Ende zu Krankheit und Tod.

Jede Schwächung des Immunsystems macht den Organismus anfälliger für weitere Krankheiten, so auch für Krebs.

Die Darstellung der vorgenannten Fakten zeigen, daß das Anlegen von weitflächigen Monokulturen Lebensräume zerstört und zugleich durch Einsatz von Chemie weiteres Leben gefährdet oder vernichtet. Davon sind nicht nur die Bienen betroffen, sondern ebenso der Mensch, der am Ende der Nahrungskette steht.

Es geht also nicht nur um die Rettung der Bienen, sondern auch um die Rettung der Gesundheit der Menschen.

Theo Paetsch

Aufarbeitung der NS-Geschichte

Bezirkstag  ergänzt einstimmig seine Hauptsatzung

In seiner jüngsten Sitzung hat der mittelfränkische Bezirkstag auch Änderungen des Bezirksrechts beschlossen. Das Gremium verständigte sich darauf, die Hauptsatzung neben anderen Punkten in den Aufgabenbereichen Kultur und Europa zu erweitern. So fand der Passus „Aufarbeitung der NS-Geschichte mit dem Schwerpunkt Euthanasie-Verbrechen, insbesondere in Bezirkseinrichtungen“ einstimmig Eingang in das Regelwerk. Außerdem verpflichtet sich der Bezirk jetzt schwarz auf weiß, die Beziehungen zur Region Südmähren im Nachbarland Tschechische Republik weiterzuentwickeln.

Gefragte und neutrale Anlaufstelle

 Gesellschaft berät zu erneuerbaren Energien

Seit mehr als 22 Jahren wirkt die Mittelfränkische Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe in Triesdorf als neutrale Anlauf- und Beratungsstelle für die Nutzung erneuerbarer Energien und für Energieeinsparungen. Die Anfragen sind dabei so vielfältig wie das Angebot umweltfreundlicher Energieversorgungssysteme und betrifft Solarwärmeanlagen ebenso wie Wärmepumpenheizungen oder Photovoltaikanlagen.

Auch von Kommunen wird die Gesellschaft als neutrale Beratungsstelle angefragt. Um ihren Aufgaben weiterhin gerecht werden zu können, unterstützt der Bezirk Mittelfranken die Gesellschaft erneut mit einer Summe von 25.600 Euro, der Bezirksausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss gefasst. Mit dem Zuschuss, den der Bezirk schon seit 1996 in gleicher Höhe gewährt, können anteilig Personalkosten und anfallende Sachkosten beglichen werden. Zur Deckung der verbleibenden Kosten werden seitens der Gesellschaft Lehrtätigkeiten an verschiedenen Schulen in Triesdorf wahrgenommen und Gemeinschaftsprojekte mit anderen Institutionen betreut.

Als weiteren Schwerpunkt erachten die Mitglieder der Gesellschaft, durch die Zusammenarbeit mit anderen Trägern und Betreibern von Anlagen Informationen zusammenzuführen und auszuwerten.

Bezirk steht zu den Zweckverbänden

Mittelfranken zahlt eine Million Euro Verbandsumlage

Auf Grund der hohen Betriebs- und Instandhaltungskosten sind die drei Seenzweckverbände Altmühl-, Brombach- und Rothsee in den nächsten Jahren weiterhin auf einen erhöhten Umlageanteil angewiesen. Seitens des Bezirks Mittelfranken wurde dieser bereits in den Haushaltsjahren 2013 bis 2016 wegen des damaligen Investitionsbedarfs von 800.000 Euro auf eine Million Euro angehoben. An dieser Summe soll nach einem Beschluss des Bezirksausschusses festgehalten werden.

Die Mitglieder des Ausschusses haben die Vertreter des Bezirks in den Verbandsversammlungen der drei Seenzweckverbände bevollmächtigt, einer Umlage bis zur Gesamthöhe von einer Million Euro zuzustimmen. Über die Aufteilung des Umlagenanteils des Bezirks entscheiden die Zweckverbände selbst.

Im vergangenen Jahr kam dem Zweckverband Brombachsee 61 Prozent der Summe zu, der Zweckverband Altmühlsee erhielt 22,5 Prozent, der Zweckverband Rothsee 16,5 Prozent. Letzteren unterstützt der Bezirk Mittelfranken seit dem Jahr 1977, seit 1974 wird der Zweckverband Altmühlsee bei der Umlage berücksichtigt, der Zweckverband Brombachsee seit 1973.

Bis 2018 wurden die drei Zweckverbände mit einer Gesamtsumme von knapp 38,5 Millionen Euro bezuschusst.