Archiv: Allgemein

Jüdische Gedenk-Kultur

Inventarisierung in Schopfloch beginnt


Die umfassende Inventarisierung der rund 1200 Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof in Schopfloch wird vom Bezirk Mittelfranken mit einem Zuschuss in Höhe von 3.500 Euro gefördert. Die unter Denkmalschutz stehende Begräbnisstätte gilt als überregional bedeutsam, ihre Wurzeln gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die letzte Bestattung ist für 1938 nachgewiesen. Sie fungierte als Verbandsfriedhof, weshalb nicht nur die jüdische Bevölkerung aus den umliegenden Kommunen dort beerdigt wurden, vielmehr wurden im 17. und 18. Jahrhundert Verstorbene aus einem weiten Umkreis, bis aus dem benachbarten Baden-Württemberg in Schopfloch beigesetzt.

Für die Inventarisierung von Friedhof und Grabsteinen sind mindestens zwei Jahre angesetzt. Da die Grabsteine stark vermoost und verwittert sind, muss der Erfassung eine denkmalgerechte Reinigung und häufig auch eine Konservierung vorausgehen, um die Inschriften überhaupt sichtbar zu machen. Projektträger ist der Verein Bet Olam, dessen Vorsitzender der erste Bürgermeister der Gemeinde Schopfloch, Oswald Czech, ist. Der Kulturausschuss des Bezirks bewilligte den Zuschuss. Insgesamt haben die Ausschussmitglieder Fördermittel in Höhe vom 9.300 Euro für die Förderung der Jüdischen Geschichte und Kultur genehmigt.

Tabakanbau in Franken

Infozentrum soll eingerichtet werden


Das Auslaufen von Fördermitteln der Europäischen Union für den Tabakanbau bedeutet für die fränkischen Anbaugebiete einen tie-fen Einschnitt. Um zu verhindern, dass das Wissen um die lange Tradition in Vergessenheit gerät, soll in der ehemaligen Tabaktrocknungshalle in Rudelsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth, ein Informationszentrum eingerichtet werden.

Ein Vorhaben, das der Bezirk Mittelfranken mit einem Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro unterstützt. Im Inneren des Gebäudes soll unter anderem die Geschichte des Tabaks sowohl weltweit wie auch speziell in der Region aufgezeigt werden. Die Tabakpflanze wird beleuchtet mit einem Schwerpunkt auf den in der Region bevorzugt angebauten Sorten, dem so genannten Rund- und Spitz-blatt. Darüber hinaus wird die besondere Bedeutung der Trocknung hervorgehoben. Beim Blick auf die weitere Verarbeitung bis hin zum Genussmittel wird nicht nur ein kritischer Blick auf die Schattenseiten des Tabakkonsums geworfen. Auch wird es darum gehen, welche Zäsur die auslaufenden Fördermittel für die Landwirte mit sich brachte. Der Außenbereich der früheren Trocknungshalle kann zur Ergänzung der Präsentati-on in die Planungen eingebunden werden.

Der Zuschuss des Bezirks Mittelfranken wurde von den Mitgliedern des Kulturausschusses in seiner jüngsten Sitzung bewilligt, insgesamt brachten die Bezirksräte Fördermittel in Höhe von 7.000 Euro für die Förderung von Museen, Sammlungen und Ausstellungen auf den Weg.

Tag der Franken in 2021

Schauplatz ist Bad Windsheim


In seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 26. November, im Bezirksrathaus, Saal Mittelfranken, befasst sich der Bezirksausschuss un-ter anderem damit, wie der „Tag der Franken“ im Jahr 2021 über die Bühne gehen könnte. Schauplatz soll Bad Windsheim sein, schwerpunktmäßig das Fränkische Freilandmuseum, eine Kooperation mit der Stadt ist vorge-sehen.

Unter dem vorläufigen Arbeitstitel „Franken goes Future“ hat die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, das historische und gegenwärtige The-men verknüpfen und zukunftsorientiert darstellen möchte. Beginn der Sit-zung ist um 9.30 Uhr, der öffentliche Teil schließt sich zirka 10.30 Uhr an. Außerdem steht eine weitere Dezentralisierung der Bruckberger Heime auf der Tagesordnung. In Schwabach soll ein Wohnheim mit 24 Plätzen als Ersatzneubau entstehen.

Weiter beraten die Bezirksrätinnen und Bezirks-räte über eine Erhöhung der jährlichen Förderung für den Landschaftspfle-geverband Mittelfranken, dessen Geschäftsführung der Bezirk inne hat, von 265.000 Euro auf 300.000 Euro.

Mit Video-Adventskalender

Ein Angebot des Stadtmarketingvereins Gunzenhausen


In der kommenden Advents- und Weihnachtszeit werden die Bürger und Gäste Gunzenhausens auf www.ingunzenhausen.de genauer über die Aktionen der Gunzenhäuser Unternehmen informiert, die in der Broschüre „Winterzeit“ zu finden sind. Außerdem gibt es wieder den Video- Adventskalender auf dem lokalen Online-Marktplatz.
Die Winterzeit-Broschüre fasst viele der Veranstaltungen und Aktionen zusammen, die in der Zeit der Eisbahn in Gunzenhausen stattfinden, also vom 22. November bis 6. Januar. Dabei sind kulturelle Veranstaltungen, der Weihnachtsmarkt, Aktionen der Gunzenhäuser Geschäfte und natürlich die
Eisbahn. Die Broschüre kann unter www.ingunzenhausen.de heruntergeladen werden.


Das besondere Special im Advent: der digitale Adventskalender

Schon zum vierten Mal wird es in diesem Jahr einen digitalen Adventskalender geben. Jeden Tag gibt es ein Video mit einem Gedicht zu entdecken, gelesen von einer Gunzenhäuser Persönlichkeit oder einem Unternehmer. Es gibt dabei nicht nur Klassiker und Gewinnspiele, die auf Weihnachten einstimmen, sondern besonders auch Angebote der Gunzenhäuser Unternehmen, mit denen am jeweiligen Tag ein toller Mehrwert möglich ist. De Adventskalender ist ab 1. Dezember täglich mit neuem Video auf www.ingunzenhausen.de oder www.facebook.com/stadtmarketinggunzenhause online. Vorab gibt es bereits einen Trailer „Online-Marktplatz ingunzenhausen.de“.
Der Online-Marktplatz ingunzenhausen.de, den der Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. und die Stadt Gunzenhausen gemeinsam mit ihren Partnern betreiben, zeigt das pulsierende Leben in der Stadt Gunzenhausen. Hierzu gehören die Geschäftswelt, die Vereine, Aktionen und Wettbewerbe für die Nutzer sowie die Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen.
Wie auf dem „digitalen Marktplatz“ www.ingunzenhausen.de bietet auch die Gunzenhäuser Geschäftswelt eine bemerkenswerte Vielfalt – da ist für jeden etwas dabei!

Winter am See

Unterhaltungsprogramm im Outdoorgelände

Für die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 bringt SAN-aktiv-TOURS wieder ein vielfältiges Angebot für Winterunterhaltung auf dem Outdoor- und Eventgelände SAN-shine-CAMP/Kleiner Brombachsee heraus.

Dabei ist die wetterunabhängige Stockbahn eine völlig neue Winterattraktion. Gerne laden wir Sie zur Einweihung der Anlage mit Lattl-Schießen, umrahmt von Lagerfeuer, Glühwein und Punsch, für Samstag, 30. November, ab 15 Uhr ein.

Neu ist auch die Brombachseer Winterhütten mit einer tägliche Öffnungszeit von 13 bis 17 Uhr.

Den Flyer Brombachseer Winterspiele mit allen Terminen – von Livemusik im Stodl, über Bingo-Time bis Schnauz-Cup gibt es bei San-aktiv-Tours am Brombachsee.

Erster 4-Sterne Ferienpark…

… auf dem Wasser wurde zertifiziert

Die Urkunde überreichte Karolin Hofmann, stellvertretende Geschäftsführerin Fränkisches Seenland, an Ralf Tellmann, dem Geschäftsführender Gesellschafter Eco Lodges, Floating Village Brombachsee

Sternstunde für das Floating Village Brombachsee Schwimmende Ferienhäuser wurden als erster schwimmender Vier-Sterne-Ferienpark Deutschlands zertifiziert
Fränkisches Seenland. Seit Herbst 2018 liegt im Ramsberger Hafen am Großen Brombachsee ein Feriendomizil der Extraklasse vor Anker: 19 schwimmende Ferienhäuser. Im Floating Village Brombachsee wohnen Gäste nicht nur mit Seeblick, sondern auch besonders komfortabel. Der Deutsche Tourismusverband hat nach umfassender Prüfung der Anlage vier Sterne verliehen – als erster schwimmender Ferienpark in Deutschland.
Gehobener Komfort, eine hohe Qualität der Ausstattung und ein aufeinander abgestimmter Gesamteindruck. Die Häuser des „Floating Village“ überzeugten mit ihren unterschiedlichen Einrichtungsstilen von italienischem Flair bis Yachtoptik und ihrer hochwertigen Ausstattung. Auch in Sachen Service bleiben hier keine Wünsche offen. „Wir freuen uns, dass unsere Gästen zusätzlich zu unseren Hotels der Vier-Sterne-Kategorie nun ein weiteres Urlaubsdomizil für gehobene Ansprüche zur Auswahl haben“, erklärte Hans-Dieter Niederprüm, Geschäftsführer des Tourismusverband Fränkisches Seenland. „Das Alleinstellungsmerkmal unserer Seen ist ihre Zugänglichkeit, die das ‚Floating Village Brombachsee’ um einen weiteren Aspekt bereichert. Hier können Sie direkt auf dem Wasser übernachten – ohne auf Komfort zu verzichten.“
Die freiwillige Qualitätskontrolle ist nicht nur eine Bestätigung für die Betreibergesellschaft ELG Eco Lodges GmbH, die nach dem höchsten Standard für ihre schwimmenden Ferienhäuser strebt, sondern vor allem auch für die Gäste im Fränkischen Seenland: Ihnen weisen die Sterne den Weg zu Unterkünften mit garantierten Standards, die alle drei Jahre überprüft werden.

Breitband kommt voran

Landesweite Tagung in Gunzenhausen

Die Herausgeberin Anne-Marie von Hassel (Mitte) mit ihrer Tochter Constanze, dem städtischen Medienreferenten Horst Schäfer, Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Direktor Stefan Graf vom Bayerischen Gemeindetag. Fotos: FR Presse

Ein leistungsfähiger Anschluss an die Datenautobahn ist unerlässlich, vor allem für die Menschen, die abseits der großen Zentren leben und arbeiten. Wie beim 7. Bayerischen BreitbandForum mit dem Schwerpunkt „Smart Regions Bayern“ am Donnerstag in der Gunzenhäuser Stadthalle verlautete, ist das Breitbandförderprogramm mit dem „Masterplan Bayern Digital II“ in vier Jahren zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte geworden. 94 Prozent der bayerischen Haushalte haben inzwischen Zugang zum schnellen Internet, 99 Prozent sollen es am Ende sein.

Mit 400 Experten aus ganz Bayern war die Tagung sehr gut frequentiert.

Zu der landesweiten Tagung waren an die 400 Kommunalpolitiker sowie Vertreter von Ministerien und öffentlichen Verwaltungen nach Gunzenhausen gekommen, wo 40 Firmen im Foyer und in einer Halle ihre Angebote präsentierten.  26 Referenten von Wirtschaft und Verwaltung, darunter Bernd Geisler vom Finanzministerium und Stefan Graf vom Bayerischen Gemeindetag,  informierten umfassend zu den verschiedenen Aspekten. Per Video war auch die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach zugeschaltet. Veranstalterin war die Bayerische Gemeindezeitung, deren Geschäftsführerinnen Anne-Marie und Constanze von Hassel sich eingangs beim gastgebenden Bürgermeister Karl-Heinz Fitz überschwänglich bedankten: „Es ist wunderschön hier“. Der Rathauschef nutzte natürlich die Gelegenheit, vor der kommunalen Familie Bayerns zu erwähnen, dass die Stadt schon ein Digitalkonzept verabschiedet hat, gestand aber auch ein: „Wir können nicht alles auf einmal abarbeiten.“

Die Fachleute vom Ministerium für Finanzen und Heimat waren dabei.

Wie Regierungsdirektor Bernd Geisler betonte, gilt Bayern mit seiner Gigabitförderrichtlinie europaweit als Vorreiter, zudem setze der Freistaat mit seinem „BayernWLAN-Programm“ Maßstäbe. Vorrangig gehe es um die gezielte Verbesserung der Breitbandversorgung im ländlichen Raum. Das Thema sei bei allen Gemeinden angekommen, denn von 2056 Kommunen seien bislang 2018 in das Förderprogramm eingestiegen (in Mittelfranken 206 von 210). Die Glasfaserinfrastruktur müsse näher zu den Endkunden geführt werden. Die Staatsregierung setze auf einen intelligenten Technologiemix.

Konsens unter den Experten, die in verschiedenen Arbeitskreisen tagten, ist der schnelle Umstieg auf Gigabitnetze. Bis 2025 soll es überall  in Bayern eine gigabitfähige Infrastruktur geben. Der „Masterplan Bayern Digital II“ gilt quasi als Auffahrt auf die Datenautobahn. Bisher wurden in über 1350 Gemeinden Gigibitanschlüsse errichtet, so dass im Freistaat sind 48 Prozent der Haushalte große Bandbreiten buchen können.

Die Erschließung aller öffentlichen Schulen (4800) mit Glasfaser und WLAN-Infrastruktur gehört zu den Zielen des Masterplans. Als ebenso unverzichtbar wird die gigabitfähige Anbindung von Krankenhäusern (366) an das Internet angesehen.  Die Rathäuser sollen dazu kommen.

WERNER FALK

SNW führt FDP-Liste an

Nominierung der Kreistagskandidaten

Kreisrätin Sigrid Niesta-Weiser (Mitte) führt die Kandidatenmannschaft der FDP für den Kreistag an. Vierter von rechts Kreisvorsitzender Thomas Geilhardt.

Mit den vier Leitlinien Digitalisierung, faire Chancen, Gesundheitsversorgung sowie Klimaschutz vor Ort gehen die Freien Demokraten in den Kreistagswahlkampf. Die Fraktionsvorsitzende Sigrid Niesta-Weiser (Gunzenhausen) wurde am Mittwoch im Hotel „Seehof“ in Langlau einstimmig zur Spitzenkandidatin gewählt.  Auf den Plätzen hinter ihr  rangieren Kreisrat Dr. Axel Peiffer aus Muhr am See und Stadtrat Werner Falk aus Gunzenhausen. 47 Bewerber bemühen sich um ein Mandat.

MdB Katja Hessel

Wie Niesta-Weiser erklärte, sollen Anträge der Bürger bei den Behörden nicht nur, aber auch digital und unabhängig von Zeit und Raum erledigt werden können. An die Kommunen ergeht die Aufforderung, für die digitale Infrastruktur zu sorgen, vom Bund und Freistaat verlangen die Freien Demokraten die Schließung der Wirtschaftlichkeitslücken.  Die Spitzenkandidatin: „Wir schlagen einen IT-Campus im Kreis nach dem Vorbild des Kunststoffcampus zur Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft im Bereich der Digitalisierung vor“. Der Kreis soll branchenübergreifende Möglichkeiten für ausgelagerte IT-Arbeitsplätze (Coworking Spaces) schaffen.

Kreisrätin Sigrid Niesta-Weiser

Das Bürgerrecht auf Bildung müsse flankiert werden von einer Lebenskultur im Landkreis, die Leistung und Einsatz wertschätze. Die Kommunen als Sachaufwandsträger hätten, so Sigrid Niesta-Weiser, einen Anspruch auf langfristige Planung des Freistaats bezüglich der Geldverteilung.  Unstrittig sei  für die Freien Demokraten die Fortführung und der Ausbau der Projekte der Zukunftsinitiative „altmühlfranken“  (ZIA), vor allem wenn es um die Förderung der Chancengleichheit gehe.

Die Fraktionschefin sagte, die FDP wolle Gesundheitsversorgung vom Patienten aus denken. Auch die Menschen auf dem Land hätten einen Anspruch auf schnellen Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitversorgung, vor allem auch durch ambulante Versorgung mit niedergelassenen Ärzten. Was bisher in der Gesundheitsregion Altmühlfranken getan wurde, das findet die Anerkennung der Partei. Die Aktion des Kreises,  angehende Ärzte an die Region zu binden, zeige erste Erfolge. „Hoffentlich“, so Niesta-Weiser, „kann somit der Ärztemangel gelindert werden“.  Zu unterstützen seien Ärzte-Netze und andere Kooperationsmodelle.

Die Kommunen werden von den Freien Demokraten aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um dem globalen Klimawandel entgegen zu treten. Der Kreis solle konkrete Klimaziele definieren. Mit dem notwendigen finanziellen Aufwand müsse der größtmögliche Nutzen erreicht werden. „Unsere Leitlinie“, die Gunzenhäuser Rechtsanwältin, „ist die wirtschaftliche Vernunft ohne ideologische Scheuklappen“.

Konkret fordern die Freien Demokraten in ihren Leitlinien die Staatsregierung auf, den Altmühlsee so weit zu vertiefen, dass die Blaualgenbeeinträchtigung nachhaltig verringert und eine dauerhafte Qualität des Wasser gesichert ist.

MdB Hessel: „Bürokratiemonster verhindert“

Dem Kreisvorsitzenden Thomas Geilhardt war es gelungen, die und Bundestagsabgeordnete Katja Hessel für die Leitung der Nominierungsversammlung zu gewinnen. Die Nürnbergerin sitzt im Finanzausschuss des Bundestags und ging in ihrer Rede auf die jüngsten Beschlüsse ein, von denen sie die Neufassung der Grundsteuer als besonders wichtig hält. Die FDP habe der Bundesregierung zur notwendigen Zweidrittelmehrheit verholfen, um das Grundgesetz so zu ändern, wie das vom Bundesverfassungsgericht angemahnt worden war.  „Wir haben Zähne gezeigt“, sagte die Liberale und nannte die Einführung einer Öffnungsklausel, die auch von Bayern im Bundesrat verlangt werde. „Wir haben“, ist sich Hessel ganz sicher, „ein Bürokratiemonster verhindert. Ein „Scholzgeschenk“ nannte sie die Zustimmung der Union zur Grundrente.

Die Nürnberger Steueranwältin  bezweifelt indes die Wirksamkeit so mancher Steuergesetze, beispielsweise der Entfernungspauschale. Eine höhere Werbekostenpauschaule als die Mobilitätsprämie. Die Experten verlangten zurecht Gesetze, die auch in der Praxis gut umgesetzt werden könnten.

Katja Hessel äußerte sich auch zum Streit in der Bonner Koalition und zur Lage der Union: „Ich habe den Eindruck, dass einige Abgeordnete aufwachen und aufmüpfiger werden.“ Sie ließen einfach nicht mehr alles durchgehen.

WERNER FALK

Bezirksmedaille für vier

Verleihung am 26. November im Bezirksrathaus

Die höchste Auszeichnung des Bezirks Mittelfranken, die Bezirksmedaille, erhalten Dinah Radtke, Professor Dr. Konrad Bedal, Michael Helmbrecht und Alexander Küßwetter für ihre herausragenden Verdienste um Mittelfranken. Bezirkstagspräsident Armin Kroder wird die Würdigung am Dienstag, 26. November, um 18 Uhr im Saal Mittelfranken des Bezirksrathauses in Ansbach, Danziger Straße 5, vornehmen.

Dinah Radtke ist Mitbegründerin und langjährige Leiterin des „Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V.“ und Vertreterin der Rechte behinderter Menschen auf nationaler und internationaler Ebene. Karl-Heinz Miederer, Geschäftsführer der gemeinnützigen ACCESS GmbH, ein Fachdienst, der sich für die Qualifizierung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt engagiert, wird die Laudatio halten.

Georg Waldemer, ehemaliger stellvertretender Leiter der Landesstelle für nichtstaatliche Museen, ist Laudator für Professor Dr. Konrad Bedal. Er ist Gründungsdirektor des Fränkischen Freilandmuseums des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim, das sich unter seiner Leitung zu einer Perle in der europäischen Museumslandschaft entwickelt hat. Als anerkannter Wissenschaftler und Forscher im Bereich der Haus- und Möbelforschung leistete er wertvolle Beiträge für die geschichtliche und kulturelle Identität Frankens.

Michael Helmbrecht ist Sozialwissenschaftler und hat sich als Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus Verdienste um Mittelfranken erworben, die Lobrede auf ihn übernimmt Stephan Doll, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg.

Neun Jahre hatte der langjährige Bezirksrat und ehemalige Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten Alexander Küßwetter das Amt des Vorsitzenden des Trägervereins Jüdisches Museum Franken inne. Von 1994 bis 2018 gehörte er dem mittelfränkischen Bezirkstag an, rund 20 Jahre war der frühere Landwirtschaftsdirektor Beauftragter für die Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Mittelfranken in Triesdorf. Viele Jahre setzte er sich auch für die Belange des Fränkischen Seenlandes als Vertreter des  Bezirks in den Zweckverbänden Altmühl-, Brombach- und Rothsee ein. Sein Wirken würdigt Bezirksheimatpflegerin Dr. Andrea M. Kluxen.

Radtourismus wächst

Naturpark Altmühltal hat gute Karten

Auf dem Radweg unterwegs bei Schloss Prunn. Foto: NP Altmühltal

Über die Hälfte (52 %) der Deutschen nutzt das Fahrrad für Ausflüge oder im Urlaub und die Tendenz ist steigend wie die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse aus dem Jahr 2018 zeigt. Verständlich also, dass der Naturpark Altmühltal verstärkt auf diesem Wachstumsmarkt agieren wird. Welche Ideen, Innovationen und neuen Maßnahmen dabei gewählt werden sollen, wurde nun im Workshop „Radoffensive Naturpark Altmühltal“ ausgelotet, der im Kulturzentrum „Krone“ im Markt Kipfenberg stattfand. Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal, freute sich, „dass neben den Touristikern auch zahlreiche Bürgermeister an dem Workshop teilgenommen haben, da diese als Entscheider die Anregungen und Vorschläge mittragen und umsetzen müssen.“

„Radtourismus hat bei uns Tradition und ist ein Erfolgsgarant für den Naturpark Altmühltal“, betonte Rita Böhm, stellvertretende Landrätin im Landkreis Eichstätt und Mitglied des Vorstandes des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal in ihrem Grußwort: „Der Altmühltal-Radweg wurde bereits vor 40 Jahren eingeweiht – und war einer der ersten Fernradwege in Süddeutschland.“ Die Wettbewerbssituation hat sich seither geändert und deutlich verschärft, inzwischen werden vom ADFC rund 170 Fernradwege in seiner Radreiseanalyse bewertet.

Über den derzeitigen Planungsstand im Bereich Radtourismus informierten Christoph Würflein und Benjamin Hübel vom Informationszentrum Naturpark Altmühltal. Sie präsentierten u.a. den derzeitigen Stand der Beschilderung im radtouristischen Kernwegenetz, die Profilierungskampagne für den Altmühltal-Radweg, den neuen Geo-Radweg, der 2020 umgesetzt werden soll, und sprachen auch die Maßnahmen und Kooperationen an, die zum Thema „Mountainbiken im Naturpark Altmühltal“ geplant bzw. gestartet worden sind. Hier warben beide um die Unterstützung der Gemeinden, um zukunftsfähige Lösungen zu finden.

In ihrem Impulsvortrag schilderte Dr. Andrea Möller vom DWIF welche Entwicklungen im Radtourismus zu erwarten sind: „E-Bikes verändern die Zielgruppen und Reichweiten, sprich E-Bike-Fahrer bewältigen längere Touren und erreichen auch besser abgelegene Ziele und können Steigungen besser überwinden.“ Laut Möller fahren Ausflügler mit E-Bikes im Durchschnitt 50 bis 75 Kilometer lange (Rund-)Touren und sind dafür rund zweieinhalb bis drei Stunden unterwegs, Genussradler ohne Antriebshilfe legen kürzere Touren (30 bis 45 Kilometer) in dieser Zeit zurück.

Vorbei am Ferienzentrum Kratzmühle führt der schöne Altmühltal-Radweg.

„In Zukunft wird auch eine gut ausgebaute Infrastruktur mit sicherer Aufbewahrung wie Radgaragen oder gar Rad-Parkhäuser für die teuren E-Bikes und Tourenräder notwendig sein“, blickte Möller in die Zukunft. Ihrer Ansicht nach wird es auch entscheidend sein, „die Radwege mit einer Erlebnisinfrastruktur zu bereichern.“ Die Radwege sollen deshalb mit den vier im Tourismuskonzept für den Naturpark Altmühltal ausgearbeiteten Markenprinzipien „Genuss“, „Entschleunigung“, Urzeit“ und „Heimatverbundenheit“ verknüpft werden. Dies war auch die Überleitung in den praktischen Teil des Workshops, indem die Teilnehmer Routenvorschläge erarbeitet haben, die den neuen Anforderungen gerecht werden.