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2014 ist das Simon-Marius-Jahr

Ab 18. Februar ist die Internetplattform freigeschaltet

Der markgräfliche Hofastronom Simon Marius (1573 – 1624) entdeckte zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde und publizierte seine Ergebnisse im Jahr 1614 in seinem Hauptwerk Mundus Iovialis, das damit auf 400 Jahre zurückblicken kann. Seine Leistungen würdigt das Simon-Marius-Jubiläum 2014, dessen Kernprojekt das 24-sprachige Marius-Portal www.simon-marius.net ist, das zukünftig alles von und zu Marius zusammen-führt.

Nachdem Galilei ihn des Plagiats bezichtigt hatte, war sein Ruf für Jahrhunderte beschädigt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass Marius unabhängig forschte und mathematisch und astronomisch auf dem Niveau von Galilei und Kepler arbeitete. Er war einer der ersten Astronomen weltweit, die sensationelle Entdeckungen am Himmel machten. Daher löste er sich bereits vom mittelalterlichen Weltbild, vertrat aber noch keinen Copernicanismus mit der Sonne im Zentrum, sondern ein geschicktes Zwischenmodell.

Die öffentliche Freischaltung des Marius-Portals am 18. Februar um 10 Uhr im Staatsarchiv Nürnberg ist ein Höhepunkt im SM-Jahr. Zu dem kleinen Festakt sprechen mit Dr. Margit Ksoll-Marcon und Dr. Rolf Griebel die bayerischen Generaldirektoren sowohl der Staatlichen Archive als auch der Staatsbibliothek, was die Bedeutung des Portals markiert. Am Abend des gleichen Tags wird bei der Festveranstaltung in Ansbach der Herausgeber des Marius-Portals, Pierre Leich, über „400 Jahre Jupiterwelt von Simon Marius“ sprechen und am 21. Februar lädt im Simon-Marius-Gymnasium Gunzenhausen der Simon-Marius-Tag (Vortrag Dr. Josef Gaßner:  „Was hat das Universum mit mir zu tun?“).

Für den 13. März um 19.30 Uhr ist im Gasthof „Adlerbräu“ in Gunzenhausen vom Verein für Heimatkunde  ein Vortrag von Pierre Leich terminiert. Das Thema: „Der Hofastronom Simon Marius im Zentrum des Weltbildstreits des 17. Jahrhunderts“. Den gleichen Vortrag hält Leich übrigens am 14. Mai um 20 Uhr in Weißenburg, Gasthof „Goldener Adler“, ferner am 18. September im Schloss in Ansbach.

Über 34 Vorträge, Ausstellungen und Exkursionen listet das Marius-Portal im Menü an Veranstaltungen auf.

Zu den Kooperationspartnern gehören auch die Stadt Gunzenhausen, der Verein für Heimatkunde Gunzenhausen, das Simon-Marius-Gymnasium, der Philatelistenclub Gunzenhausen, der Frankenbund und der Historische Verein für Mittelfranken.

Geheimtipp für Feinschmecker und Kulturliebhaber

Wer Kunst und gutes Essen liebt, sollte am Spielberg vorbeischauen

Der Gasthof Gentner in Spielberg ist eines der namhaftesten Restaurants der Region. Ob nach einer Wanderung am Fränkischen Hahnenkamm oder einem Tag am See – hier sind Genießer genau richtig. Für die Küche sowie für die Architektur wurde der Jahrhunderte alte Brauereigasthof mehrfachSpielberg Faust ausgezeichnet. Auch 2014 ist wieder viel geboten – kulinarisch und kulturell.

 Hier ein Überblick:

Wenn im Frühjahr auf Wiesen und Wäldern rund um den Spielberg die Wildkräuter sprießen, landen diese beim Gasthof Gentner selbstverständlich auf dem Teller. An Ostern und den Tagen davor gibt es – wie eh und je bei der Familie Gentner – traditionelle Gerichte: grüne Speisen an Gründonnerstag, Fisch und Vegetarisches an Karfreitag, Osterspezialitäten vom heimischen Lamm an den Festtagen.
Am Muttertag, 11. Mai, gibt es ein Muttertags-Menü. Der Vatertag am Donnerstag, 29. Mai, beginnt mit einem Jazz-Brunch um 10 Uhr. Zu Weißwurst und Brez’n servieren die Weißenburger Dixie-Stompers New-Orleans-Klänge.

Am Sonntag, 25. Mai, 18 Uhr beginnt der Theatersommer am Spielberg mit einem Höhepunkt: Goethes „Faust – Der Tragödie erster Teil“ gespielt von den Schauspielern der Landesbühne Oberfranken. Die Spielorte sind ausgefallen, als Bühnen für die hochgelobte Inszenierung dienen der Innenhof und die urige Scheune des Gasthofs. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Karten gibt es im Gasthof.

Auch das mittelfränkische Musikfestival „Fränkischer Sommer“ macht erstmals Station am Spielberg – mit einer Lesung von Texten des Autors Friedrich Rückert (1788-1866) am Donnerstag, 17. Juli. Rückert gilt neben Jean Paul als einer der wichtigsten Dichter Frankens. Im historischen Sudhaus des Gasthofs lesen der Erlanger Literaturprofessor Gunnar Och und Schauspieler Christoph Grube. Andreas Mildner vom WDR-Sinfonieorchester begleitet sie an der Harfe. Beginn der literarisch-musikalischen Verführung ist um 19.30 Uhr. Karten gibt es beim Ticket-Point des Altmühlboten unter Tel. (09831) 50080. Wer möchte, kann schon vorher, ab 17.30 Uhr, im Gasthof Gentner ein Theater-Menü genießen. Reservierung erwünscht.
Anfang August entführt Küchenchef Oliver Marschall alle Daheimgebliebenen nach Ligurien – mit mediterranen Spezialitäten und den passenden Weinen. Auf der Terrasse des Gasthofs kommen Urlaubsgefühle auf.

Nach der Sommerpause vom 15. bis 24. September startet der Gasthof Gentner mit einer Ausstellung der Fürther Künstlerin Inge Gutbrod in den Herbst. Ihre Skulpturen, Vasen und Gemälde aus Wachs sind im Sudhaus zu sehen. Vernissage ist am Sonntag, 28. September, um 11 Uhr.

Und am Sonntag, 19. Oktober, ist wieder Kirchweihmarkt. Hier gibt es nicht nur Kunsthandwerk für jeden Geschmack – sondern auch selbstgemachte fränkische Kirchweih-Spezialitäten. Schon in den vergangenen Jahren zog die Traditionsveranstaltung im Hof und in den Scheunen des Gasthofs Besucher aus ganz Bayern an.

Spannend wird es am Samstag, 15. November, beim Bier-Krimi-Menü der Landesbühne Oberfranken. Zwischen den Gängen erleben die Gäste eine turbulente und amüsante Geschichte. In dem Stück „Mordstrubel unterm Kerwabaum“ dreht sich alles um das Fest aller fränkischen Feste, ein Fass Bier und eine Leiche. Los geht es um 19 Uhr im Sudhaus. Auch hier gibt es die Karten direkt beim Gasthof.

Wenn die Tage kalt und kürzer werden, wärmen die Gerichte des Gasthofs Gentner – mit würzigen Suppen und Soßen. Ein Drei-Gänge-Menü zur Wintersonnwende gibt es am Sonntag, 21. Dezember, ab 11.30 Uhr. Natürlich beschert der Koch auch an den Weihnachtsfeiertagen festliche Speisen. Wer möchte, kann das Jahr mit einem Fünf-Gänge-Menü zu Silvester am Spielberg ausklingen lassen. Der Ort bietet einen wunderschönen Blick auf die Feuerwerke rundum.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11.30 bis 14 Uhr sowie von 17.30 bis 24 Uhr; Bestellungen bis 13.30 bzw. 20.30 Uhr. Montag und Dienstag ist Ruhetag. Reservierung erwünscht.

Kontakt: Tel. (09833) 988930 – E-Mail: info@gasthof-gentner.de
Internet:
www.gasthof-gentner.de

 

 Zum Foto: Faust, Gretchen und Mephisto: Die Landesbühne Oberfranken gastiert am Sonntag, 25. Mai, mir ihrer hochgelobten Inszenierung „Faust – Der Tragödie erster Teil“ in Spielberg.

Respektlos gegenüber dem Parlament

Kommentar von Werner Falk

Zugegeben, ich gehöre zu den Profiteuren von Andrea Nahles, der neuen Sozialministerin. Sie hat mit einer erstaunlichen Dynamik auf den Weg gebracht, was viele vor ihr jahrelang hin- und hergewendet haben: die Rente mit 63 ohne Abstriche für die Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahren beschäftigt waren und durchgehend ihre Beiträge gezahlt haben. Bei mir werden es am 3. August 50 Jahre. Dann werde ich aus dem Berufsleben ausscheiden. Nach der bisherigen gesetzlichen Regelung hätte ich bis Januar 2015 weiterarbeiten müssen, um in den Genuss der Rente ohne Abstriche zu kommen.

Warum melde ich mich dennoch kritisch zu Wort? Weil Andrea Nahles etwas macht, was sich einfach nicht gehört. Sie ignoriert das Parlament, das die „Rente mit 63“ noch gar nicht beschlossen hat. Lediglich die Regierung hat die Reform abgesegnet, aber das ist eben nur ein erster Teil im Gesetzgebungsverfahren. Und dieses Verfahren basiert auf dem Beschluss des Parlaments. Andrea Nahles lässt das Parlament links liegen und macht schon jetzt eine PR-Kampagne, die 1,15 Millionen Euro kostet. Bezahlt wird die Werbeaktion von wem? Natürlich von uns allen, den Steuerzahlern!  Die deutschlandweite Werbung in Anzeigen, auf Plakaten und im Internet geht bis 15. März und nützt zu diesem Zeitpunkt niemand anderem als ihr.

Über Steuergeld-Verschwendung wettert der Bund der Steuerzahler. Und er argwöhnt: „Der Bundestag mit seiner großen Koalition ist offenbar nur noch zum Abnicken da.“ Ganz so sieht es aus. Von „Arroganz gebenüber dem Parlament“ spricht deshalb auch der Chef der Linken,  und seine Parteifreundin Gesine Lötzsch, die Vorsitzende des wichtigen Haushaltsausschusses will sich demnächst die Ministerin persönlich im Ausschuss vorknöpfen.

„Es ist die Pflicht und Schuldigkeit der Bundesregierung, die Öffentlichkeit über wichtige gesetzliche Änderungen zu informieren“, sagt eine Sprecherin des Arbeitsministeriums auf Anfrage der Zeitung „Die Welt“.  Damit hat sie recht, aber die „Rente mit 63“ ist eben noch nicht  Gesetz. Und darin liegt der feine Unterschied, den Nahles nicht macht, der aber ein Ausdruck von demokratischer Hygiene ist.

Wie muss der Bürgermeister sein?

Anforderungsprofil  des zu wählenden Bürgermeisters

Die FDP geht ohne einen eigenen Kandidaten in die Kommunalwahl. Sie wird im Vorfeld keinen der bisher bekannten Bewerber von SPD oder CSU unterstützen und auch keine Empfehlung an die Wähler aussprechen. Dazu der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Pierre Horrolt: „ Aber wir haben ein Anforderungsprofil erstellt, wie wir uns den Bürgermeister vorstellen.“

DieHorroltFDP FDP erwarte vom Rathauschef, dass den Menschen sozusagen mit offenen und nicht mit verschränkten Armen begegne. Das beziehe sich vor allem auf Menschen, die sich in der Stadt wirtschaftlich engagieren und Arbeitsplätze schaffen wollten.  „Wirtschaftsförderung ist nach unserer Ansicht“, so Stadtratskandidat Horrolt, „absolute Chefsache“.  Die Kompetenz und  Effizienz des Wirtschaftsförderers im Rathaus allein sei nicht geeignet , Kontakte zu interessierten Unternehmen herzustellen und sie zu pflegen.  Dass diese Bedenken der FDP richtig und angebracht sein, äußere sich in der Entscheidung des Stadtrats, acht Jahre nach Anstellung des Wirtschaftsreferenten ein Gutachten in Auftrag zu geben, das dessen Aufgaben darstellen soll. „Wir fragen uns daher: Was ist bisher geschehen? Und wir geben die Antwort: Außer der Planung und Durchführung von Veranstaltungen ist nicht viel passiert, jedenfalls hat die Öffentlichkeit nicht mehr vernommen“, so Pierre Horrolt.

Es sei wichtig, dass mögliche Investoren „auf Augenhöhe“ einen Ansprechpartner bei der Stadt hätten. Und das könne nur der Bürgermeister sein. Wenn den Investoren nicht kompetent begegnet werde und diese bei der Ansiedlung und im Genehmigungsverfahren unterstützt würden, dann bestehe die Gefahr, dass sie sich abwenden von der Stadt. Nach Ansicht der FDP müsse der am 16. März zu wählende Bürgermeister die ernsthaften Anliegen, die an ihn herangetragen würden, zunächst einmal  positiv annehmen und prüfen. „ Wir sollten nicht bürokratische Hürden aufbauen und die Menschen damit abschrecken. Es ist auch nicht Aufgabe des Bürgermeisters und der Stadt, das Bedürfnis eines Unternehmens oder die wirtschaftliche Rentabilität zu beurteilen, vielmehr ist es Aufgabe der Stadt,  die nötigen Rahmenbedingungen für eine anstehende Investition zu schaffen“, sagt der Ortsvorsitzende.

 Pierre Horrolt (34) ist der Vorsitzende der Gunzenhäuser FDP. Er kandidiert für den Stadtrat auf Platz 2.

Bienenfreundlicher Müßighof

Heimischer Honig  steht zwei Wochen lang im Mittelpunkt

Von 18. bis 28. Februar  macht das Müßighof-Team von Regens Wagner Absberg im Hofladen auf Honig, Honigprodukte und die Bedeutung der Imkerei aufmerksam. Nach dem Motto „Honig: Süße(s) aus der Region“ stehen der „Triesdorfer“-Honig und die Sortenhonige der Imkerei Betz aus AuhausenBienen RW im Mittelpunkt. Es gibt Hintergrundinformationen von den Fachleuten aus Triesdorf. Im Bistro wird dazu passend leckerer Bienenstich angeboten. Und die Kreativwerkstatt auf dem Müßighof hat „fliegende“ Bienen aus Keramik gefertigt.

Mit ihrer ökologischen Wirtschaftsweise wirkt die Müßighof-Landwirtschaft schonend und förderlich auf das Leben der Bienen. „Bei uns ist der Tisch gedeckt für sie“, so Leiter Albert Strobl. Das fängt bei der Hoffläche an mit den vielen blühenden Bäumen, Sträuchern und Blumen. Und das geht weiter auf den Getreide- und Luzernefeldern. Albert Strobl baut auf den Ackerflächen eine blühende Zwischenfrucht an, die schon im zeitigen Frühjahr Nahrung für die Bienen bietet. Heu und Silage werden immer erst nach dem Abblühen der Wiesen gemacht. In jeder Kultur entwickeln sich im Laufe des Sommers auf dem Boden blühende Wildkräuter. So finden die Bienen hier auch nach der Frühjahrsblüte noch genügend Nahrung. Der Müßighof ist außerdem Kooperationsbetrieb der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf für die Sparte „ökologischer Landbau“.

Über diesen fachlichen Austausch kamen die Triesdorfer Produkte in den Müßighofladen. Imkermeister Jürgen Groß betreibt zusammen mit seiner Frau Helga die Lehrimkerei der Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Mittelfranken. Es wird feinster Blüten- und Waldblütenhonig geerntet. Bildung ist das vorderste Ziel in Triesdorf: Die Imkerei dient der fachlichen Aus- und Weiterbildung für die Imker im Bezirk Mittelfranken. „Wir setzen uns dafür ein, dass es möglichst in jedem Dorf einen Imker gibt“, erläutert Helga Groß. In jährlich rund 35 Kursangeboten zur Imkerei werden 500-600 Teilnehmer erreicht und natürlich auch die zahlreichen Schüler und Studenten vor Ort.  „Der Triesdorfer Honig hat keinerlei Rückstände und wird regelmäßig untersucht“, so Jürgen Groß. Es wird nicht gewandert mit den insgesamt 120 Bienenvölkern, wovon etwa 80 zur Honigernte genutzt werden. Die Völker stehen im näheren Umkreis um Triesdorf. Zwei Völker werden nun im Frühjahr auf den Müßighof verlegt.

Insgesamt setzt der Müßighof auf ökologische und regionale Produkte, so dass die Sortenhonige vom Familienbetrieb Betz aus Auhausen (nördliches Ries) im Regal nicht fehlen dürfen. Bereits seit 1995 wirtschaftet die Öko-Imkerei im Haupterwerb nach den strengen Richtlinien des Bioland-Verbandes und wird dementsprechend kontrolliert

Von links: Achim Betz, Junior-Chef Bienen Betz Auhausen; Albert Strobl, Leitung Müßighof-Landwirtschaft; Simon Danner, Beschäftigter im Müßighofladen; Astrid Szakacs, Beschäftigte der Gruppe „Kreativ“ der Absberger Werkstätten; Jürgen und Helga Groß, Tierwirtschaftsmeister der Bienenhaltung an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf; Schwester Regina-Maria, Leitung Müßighofladen.

Unterstützung für „Kunstbesetztes Haus“

Regens-Wagner-Stiftung ist für jede Hilfe dankbar

RWVerstärkerDas „Kunstbesetzte Haus“ ist längst zu einem Begriff geworden in Gunzenhausen. Dahinter verbirgt sich das Haus der Regens-Wagner-Stiftung  an der Rotkreuz-Straße inGunzenhausen.  Auch in diesem Jahr werden sich die Menschen mit Behinderung, die dort betreut werden, an kulturellen Leben der Stadt beteiligen.

Für seine Veranstaltungen hat das Regens-Wagner-Haus jetzt eine Spende zweier Persönlichkeiten der Stadt bekommen, die vorne mitmischen:  Karl-Heinz Fitz, 2. Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, ist  1. Vorsitzender der“ Freunde und Förderer von Regens Wagner Absberg e.V.“, Jürgen Pfeffer, der Vorstand der Sparkasse Gunzenhausen , fungiert als 2. Vorsitzender des Fördervereins . Joachim Gamperling, stellvertretender Gesamtleiter von Regens Wagner Absberg, bedankte sich für die  Verstärkeranlage. Sie sorgt für den „guten Ton“ musikalischen Veranstaltungen, bei  religiösen Festen bis hin zum „Kunstsommer“, zu dem viele kommen.

Erworben wurde die Anlage bei Elektro-Höhn in Gunzenhausen. Rudolf Höhn brachte sich indirekt über einen Preisnachlass in die Spende mit ein.

Karl-Heinz Fitz (hinten rechts) übergab im Namen der Freunde und Förderer von Regens Wagner Absberg e.V. die Spende an das Team vom Regens-Wagner-Haus Gunzenhausen: (hinten links) Maria Mydla, Bereichsleiterin Wohnen, und (hinten Mitte) Joachim Gamperling, Stellvertretender Gesamtleiter von Regens Wagner Absberg, zusammen mit Bewohnerinnen.

Bauerntheater an der Leine

Kommentar von Werner Falk

Wäre der Prozess gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff vor einem bayerischen Gericht, würden wahrscheinlich über das „bayerische Bauerntheater“ spötteln. So aber spielt sich das Verfahren bei den Niedersachsen ab, die allgemein als nüchtern gelten und somit nicht der bayerischen Lebensart  entsprechen.

Ich behaupte von mir, ein Verfechter des liberalen Rechtsstaats zu sein. Aber wenn ich die Tagespresse lese und verfolgte, was sich im und um den Prozess in Hannover alles abspielt, dann muss ich zweifeln, ob die handelnden Personen noch alle nach den Gesetzmäßigkeiten eines ordentlichen Gerichtsverfahrens handeln.  Die Staatsanwaltschaft bemüht sich seit Monaten, dem einstigen Bundespräsidenten Vergehen anlasten zu können, die sich im Laufe der Zeit alle als mehr oder minder nichtig erwiesen haben. Geblieben sind letztendlich nur die 750 Euro, die Wulff angenommen haben soll. Das ist herzlich wenig, gemessen an dem ganzen Aufwand und auch an den Kosten des Verfahrens.

Es ist auch für die Journalisten und die Medien in unserem Land kein Ruhmesblatt, dass sie sich – gleichsam wie eine Meute – auf das vermeintliche Opfer gestürzt haben.  Jedenfalls waren die märchenhaftesten Geschichten zu lesen. Zugegeben: Sie hatten alle Unterhaltungswert für Leser, Hörer und Fernsehzuschauer, mehr ist aber nicht geblieben. Ziemlich kleinlaut muss jetzt eingeräumt werden, dass  die ganze Hatz auf Wulff ein Medienhype war. Schließlich waren es nicht nur die „Leitmedien“ in Deutschland, die überzogen haben, das Thema hatten zudem selbst die Lokalredaktionen noch ausgewalzt. Es stünde den Kritikern an, ihr Verhalten zu hinterfragen. Aber das ist wohl zuviel verlangt. Es wird bald den nächsten Medienhype geben –  und wieder wird sich alles so abspielen wie gehabt. Wichtig ist, dass die Leute unterhalten werden, die Einschaltquoten hochgehen und die Auflagen der Zeitungen stabilisiert werden.

Ich komme zur juristischen Seite des Wulff-Prozesses. Mit Befremden nehme ich zur Kenntnis, wie sich der Richter verhält. Ich war bisher der Meinung, in einem laufenden Verfahren dürfe sich das Gericht nicht öffentlich zum Gegenstand und dem Verlauf des Verfahrens äußern, um nicht in den Verdacht zu geraten, irgendwie eine vorgefasste Meinung zu haben. Jetzt lese ich, dass sich der Richter Frank  Rosenow mit der Staatsanwaltschaft emotionale Auseinandersetzungen liefert, und das nicht nur im Gerichtssaal (wo es noch hinnehmbar wäre), sondern über die Medien. Ich verstehe, dass ihm das ganze Verfahren mit immer wieder neuen und fadenscheinigen Anträgen ziemlich auf die Nerven geht, aber von einem Richter erwarte ich, dass er sich im Griff hat zum Verfahren schweigt bis er das Urteil gesprochen hat. Danach darf er es begründen. Aber vorher hat er sich nach meinem Rechtsverständnis zurückzuhalten.  Auch die Staatsanwaltschaft sollte sich mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten. Aber von dieser Seite sind wir ja in der Zwischenzeit auch allerhand gewöhnt, was nicht ganz korrekt ist. Wir erinnern uns an die spektakuläre Verhaftung des früheren Post-Managers Klaus  Zumwinkel und an die sonderbare Rolle des Staatsanwalts im Prozess gegen den „Wetteronkel“ Kachelmann.

Portal für Hofastronomen Simon Marius

Fränkischer Astronom entdeckte zeitgleich mit Galilei Jupitermonde

Der markgräfliche Hofastronom Simon Marius (1573 – 1624) entdeckte zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde und publizierte seine Ergebnisse im Jahr 1614 in seinem Hauptwerk Mundus Iovialis, das damit auf 400 Jahre zurückblicken kann. Seine Leistungen würdigtMarius_Mundus-Iovialis_GUN_Schloer_4 das Simon-Marius-Jubiläum 2014, dessen Kernprojekt das 24-sprachige Marius-Portal www.simon-marius.net ist, das zukünftig alles von und zu Marius zusammen-führt.

Nachdem Galilei ihn des Plagiats bezichtigt hatte, war sein Ruf für Jahrhunderte beschädigt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass Marius unabhängig forschte und mathematisch und astronomisch auf dem Niveau von Galilei und Kepler arbeitete. Er war einer der ersten Astronomen weltweit, die sensationelle Entdeckungen am Himmel machten. Daher löste er sich bereits vom mittelalterlichen Weltbild, vertrat aber noch keinen Copernicanismus mit der Sonne im Zentrum, sondern ein geschicktes Zwischenmodell

Zweiter Höhepunkt nach der Auftaktveranstaltung am 10. Februar um 19 Uhr im Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg mit dem Festvortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller über „Simon Marius und das Zeitalter der Teleskopastronomie“ ist die öffentliche Freischaltung des Marius-Portals am 18. Februar um 10 Uhr im Staatsarchiv Nürnberg. Zu dem kleinen Festakt sprechen mit Dr. Margit Ksoll-Marcon und Dr. Rolf Griebel die bayerischen Generaldirektoren sowohl der Staatlichen Archive als auch der Staatsbibliothek, was die Bedeutung des Portals markiert.

Am Abend des gleichen Tags wird bei der Festveranstaltung in Ansbach der Herausgeber des Marius-Portals, Pierre Leich, über „400 Jahre Jupiterwelt von Simon Marius“ sprechen und am 21. Februar lädt im Simon-Marius-Gymnasium Gunzenhausen der Simon-Marius-Tag. Über 34 Vorträge, Ausstellungen und Exkursionen listet das Marius-Portal im Menü Veranstaltungen.

Förderung erhält das Projekt von der Staedtler Stiftung, den Städten Ansbach, Gunzenhausen und Nürnberg sowie dem Bezirk Mittelfranken und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, weiterhin den Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen, Leoni, N-Ergie, der Nürnberg Loge, Kaller & Kaller und NOSCC.

Putin ist klüger

Kommentar von Werner Falk

Wer in diesen Tagen die Weltpolitik aufmerksam verfolgt und sein Interesse dem Konflikt in der Ukraine zuwendet, der muss sich fragen: Ist der russische Präsident Putin klüger als die Politiker der vereinigten Linken in Deutschland? Die Antwort kann eigentlich nur lauten: Ja! Er hat den Menschen in seinem Nachbarstaat zwar 15 Milliarden Dollar an Hilfe (welche?) zugesagt, aber aber bisher Medienberichten nur drei Milliarden überwiesen, den Rest will er erst freigeben, wenn der Machtkampf in der Ukraine zwischen den prowestlichen und den prostlichen Kräften entschieden ist. Zugleich wird erklärt, Russland stehe zu seinen Zusagen. Die allerdings gelten nur für den Fall, dass sich eine russlandfreundliche Politik durchsetzt.  Und was machen unsere Politiker? Sie sind offenbar bereit, den Ukrainern die gleiche Summe zu geben, aber nicht erst nach deren Machtkampf-Ende, sondern schon vorher, um den „Demokratisierungsprozess“ und eine prowestliche Ausrichtung zu beschleunigen. So blauäugig können nur die politischen Gutmenschen sein! Die Erfahrung mit anderen Ländern, die ähnlich demokratische Versprechungen gemacht haben zeigt, dass Ankündigungen nicht gleichbedeutend sind mit Handeln. Im Klartext: Im Vertrauen auf finanzielle Hilfe versprechen sie dem Westen alles, doch sie tun dennoch, was sie wollen! Und das ist in den seltensten Fällen das, was sich die Helferländer erwarten.

Eine Kontrolle der Gelder findet ohnehin nicht statt. Es gehört wenig Phantasie dazu, zu vermuten, dass das Geld in dubiosen Kanälen landet. Am Beispiel der politischen und gesellschaftlichen Struktur Russlands lässt sich sagen, dass die Oligarchen von heute wohl ihren Wohlstand nicht mit eigener Leistung erwirtschaftet haben, sondern indem sie sich mit krimineller Energie an staatlichen Einrichtungen bedient haben, die nach der kommunistischen Lehre Eigentum des ganzen Volkes waren.

Die Ukraine ist das eine, Usbekistan das andere.  Von dort wird gemeldet, dass der 76 Jahre alte Präsident „unmenschlich, korrupt und totalitär“ (taz) regiert und jegliche Demonstrationen unterbindet. Amerikanische Quellen behaupten sogar, dort würde systematisch gefoltert.  Nach anderen Meldungen sind bei einem Volksaufstand 2005 viele hundert Menschen getötet worden. Sie fragen sich, was das mit Deutschland zu tun hat? Hier die Antwort: Die Bundeswehr hat in Usbekistan einen Luftwaffenstützpunkt, von dem aus sie Afghanistan anfliegt. Ich liege wohl nicht gänzlich falsch, wenn ich annehme, dass  die Bundeswehr ordentlich blechen muss für derlei freundliche Hilfe. Nur frage ich mich vor dem Hintergrund ähnlicher Fälle: Darf die deutsche Regierung ein Land wie Usbekistan unterstützen, das die Menschenrechte missachtet, das keine legalen Medien zulässt und die Opposition mundtot macht? (taz). Darauf sollte sich die Aufmerksamkeit der kritischen Medien richten. Wo bleibt hier die Stimme derer, die Menschenrechte einfordern?

Kann die notleidende Welt am Geld der Deutschen genesen?

Kommentar von Werner Falk

Es waren nicht die besten Noten, die der vormalige Außenminister Guido Westerwelle für seine Zurückhaltung im Libyenkonflikt erhielt und sich Deutschland im Weltsicherheitsrat der Stimme enthielt, während andere westliche Partnerländer für ein militärischen Einschreiten votierten und Soldaten nach Nordafrika schickten. Auch in diesen Tagen geht es wieder um militärisches Engagement Deutschlands im Ausland.  In Mali und in der Zentralafrikanische Republik sollen nach dem Willen der Großkoalitionäre Steinmeyer und von der Leyen deutsche Soldaten einrücken, um dort logistische und sanitätsdienstliche Unterstützung zu leisten.

Derzeit stehen 4250 Bundeswehrsoldaten im internationalen Einsatz. Afghanistan, Kosovo, das Horn von Afrika, die Küste des Libanon, Türkei, Mali, Uganda, Sudan und der Kongo sind die Orte deutscher Truppenpräsenz.  Der Außenminister und die Verteidigungsministerin wollen noch mehr Soldaten ins Ausland schicken. Aber ist die Truppe überhaupt dazu in der Lage?  Das darf bezweifelt werden, wie der jüngste Bericht des Wehrbeauftragten zeigt.  Demnach beschweren sich immer mehr Soldaten über gesundheitliche und psychologische Schäden nach Auslandseinsätzen und die Truppe klagt, dass die „Ruhezeiten“ zwischen den Einsätzen immer kürzer werden.

Die neue Ministerin will die Bundeswehr familienfreundlicher und attraktiver machen. Aber wie soll das gelingen, wenn der Druck auf die Truppe durch vermehrte Auslandseinsätze und ihre Folgen immer größer wird?  Dieser Widerspruch  scheint sie bisher wneig zu kümmern. Aber sie um Antworten nicht herumkommen.  Ich frage: Machen der Außenminister und die Verteidigungsministerin jetzt die Politik unter sich aus? Es wird Zeit, dass die Bundeskanzlerin endlich ein klares Wort sagt, denn sie war es ja schließlich, die das bisherige defensive Verhalten Deutschlands bestimmt hat. Wo bleibt ihre Richtlinienkompetenz? Erleben wir ein erstes Signal für die Nach-Merkel-Ära?

Heute Mali und die Zentralafrikanische Republik – und was kommt morgen? Die Verteidigungsministerin sagt, Deutschland könne nicht wegschauen, wenn auf der Welt Menschen unterdrückt würden und es Völkermord gebe. Wenn wir diesen Gedanken vervollständigen, dann müsste Deutschland zwangsläufig Helfer (militärische und zivile) in zig-Länder der Welt schicken, in denen Not und Elend als Folge von Stammesfehden oder Bürgerkriegen herrschen.

Können die notleidenden Teile der Welt an deutscher Hilfe (im Klartext: dem Geld des Steuerzahlers) genesen?  Und es muss die Frage erlaubt sein: Was machen eigentlich die anderen Staaten, denen es gut geht? Oder sind es wieder einmal nur wir Deutsche, die ein schlechtes Gewissen haben und glauben, späte Abbitte leisten zu müssen für das, was ein totalitäres Regime einst verbrochen hat?