Archiv: Allgemein

62 Gewinner

Verlosung unter Ehrenamtskarten-Inhabern

Von links nach rechts: Die Gewinner der diesjährigen Weihnachtsverlosung mit Dieter Löffler, Markus Färber, der Leiterin der Freiwilligenagentur Dorothee Bucka, dem Hauptgewinner Nikolaus Eckstein und den weiteren Gewinnern Fritz Hammer, Claus Rammler, Markus Lacher und Landrat Gerhard Wägemann. Foto: Kathrin Kimmich/Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

Insgesamt 62 Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte haben bei den vier Verlosungsaktionen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen im Jahr 2019 attraktive Preise gewonnen. Knapp 600 Gewinnkarten sind bei der Landkreisverwaltung dafür eingegangen. Die Preise der Weihnachtsverlosung hat Landrat Gerhard Wägemann persönlich übergeben.

Mit den vierteljährlichen Verlosungsaktionen würdigt der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen die Leistungen der Ehrenamtlichen auf besondere Art und Weise. „Sie, liebe Ehrenamtliche, leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem menschlichen Miteinander in unserer Gesellschaft. Das verdient eine besondere Anerkennung. Stellvertretend für alle ehrenamtlich tätigen Menschen im Landkreis danke ich Ihnen heute für Ihr herausragendes Engagement“, sagte Landrat Wägemann bei der Preisverleihung im Foyer des Landratsamtes.

Den Hauptpreis konnte Nikolaus Eckstein aus Mannholz entgegennehmen. Er engagiert sich als Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Mannolz. Gewonnen hat er einen Gutschein vom Weinparadies Hirn in Untereisenheim. Das Weingut im Landkreis Würzburg ist Akzeptanzpartner der Bayerischen Ehrenamtskarte.

Weitere Gewinner der Weihnachtsverlosung sind Claus Rammler aus Absberg, Fritz Hammer aus Weißenburg, Matthias Schmidt, Hermann Schmidt und Wilfried Wirth jeweils aus Heidenheim, Dieter Löffler aus Polsingen, Matthias Lacher aus Laubenzedel und Markus Färber aus Aha. Gewonnen haben sie verschiedene Gutscheine. Ehrenamtlich tätig sind sie entweder bei einer Feuerwehr, einem Gesangverein, in der Kirchengemeinde, dem Bayerischen Roten Kreuz oder in der Integrationsarbeit mit Geflüchteten.

Auch 2020 wird der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wieder vier Verlosungsaktionen durchführen. Teilnehmen können alle Inhaber einer Ehrenamtskarte mittels Online-Teilnahmeformular oder einer Teilnahmekarte, die im Landratsamt erhältlich ist. Die Ziehungen finden im März, Juni, September und Dezember statt.

Beantragen kann die Ehrenamtskarte jeder, der sich durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich seit zwei Jahren ehrenamtlich engagiert. Das Mindestalter ist 16 Jahre. Aktive Feuerwehrdienstleistende mit abgeschlossener Truppmannausbildung (Feuerwehrgrundausbildung), aktive Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst mit abgeschlossener Grundausbildung für ihren jeweiligen Einsatzbereich erhalten auf Wunsch ohne weitere Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen eine Ehrenamtskarte.

Die Vergünstigungen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen werden durch die Freiwilligenagentur am Landratsamt akquiriert. Derzeit gibt es 140 Akzeptanzpartner und über 5.500 Ehrenamtskarteninhaber. Alle Infos rund um die Bayerische Ehrenamtskarte und die Verlosungsaktionen in Altmühlfranken gibt es online unter www.altmuehlfranken.de/ehrenamtskarte. Fragen beantwortet Regina Bickel von der Zukunftsinitiative altmühlfranken telefonisch unter 09141 902-192 oder per Mail an regina.bickel@landkreis-wug.de.

Jugendwehr ist aktiv

Weihnachtsbäume verbrannt

Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Gunzenhausen startete mit einer Einsatzübung ins neue Ausbildungsjahr und Jugendwart Simon Hartmann blickte voraus, was die Jugendlichen in diesem Jahr erwartet.

Traditionsgemäß wurde auch dieses Jahr, am zweiten Freitag im Januar, eine Einsatzübung für die Jugendlichen durchgeführt. Vorbereitet von mehreren Kameraden aus der aktiven Wehr, lautet die fiktive Einsatzmeldung „Mehrere brennende Weihnachtsbäume auf dem Firmengeländer der Firma Ernst in Aha“.

Feuer aus

Nach einer kurzen Erkundung durch den Gruppenführer durften die Jugendlichen den Löschaufbau starten und das Feuer mit 3 Strahlrohren bekämpfen. Zirka 20 Minuten später konnte erfolgreich „Feuer aus“ gemeldet und das eingesetzte Material zurückgebaut werden. Die bei der Übung verbrannten Weihnachtsbäume wurden von den Mitgliedern der aktiven Wehr zur Verfügung gestellt und von den Betreuern der Jugendgruppe vor der Übung im Stadtgebiet eingesammelt.

Zum Abschluss lobte Jugendwart Simon Hartmann die Jugendlichen für ihren Einsatz in der Jugendgruppe und blickte voraus, was diese im Jahr 2020 erwartet. Er bedankte sich bei seinen Kameraden aus der Aktiven Wehr, sowie bei der Firma Ernst, welche wieder einmal ihr Betriebsgelände der Feuerwehr zur Verfügung stellte.

Die Übungen der Jugendfeuerwehr Gunzenhausen finden alle 2 Wochen am Freitag von 18 bis 20 Uhr auf dem Gelände der Feuerwehr (Im Hollerfeld 8) statt, die nächste bereits am Freitag den 24. Januar 2020.

Alle interessierten Jugendlichen sind hierzu herzlich eingeladen, die Übung aktiv mitzugestalten. Die genauen Termine sind im Internet unter www.ffw-gunzenhausen.de einsehbar.

Beste Fluss-Radtour

Auszeichnung für Naturpark Altmühltal

Am 19. Januar 2020 ist die CMT in Stuttgart mit einem Rekordergebnis von über 300.000 Besuchern zu Ende gegangen. Auch für den Naturpark Altmühltal war der erste Messe-Auftritt des Jahres ein voller Erfolg, der noch dazu von einer überraschenden Auszeichnung gekrönt wurde: Die Leser des Magazins „Bike & Travel“ haben den Altmühltal-Radweg zur besten Flussradtour 2019 gewählt. Zur Wahl standen zehn Routen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Carina Back (rechts) von „Bike & Travel“ übergab die Auszeichnung an Heike Baumgärtner, stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal. (Foto: Naturpark Altmühltal)

Hochwasserschutz startet

Wasserwirtschaftsamtinformiert

Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach lädt gemeinsam mit der Stadt Gunzenhausen betroffene Bürger in die Stadthalle Gunzenhausen zur Informationsveranstaltung über die Baumaßnahme Hochwasserschutz Gunzenhausen ein. Bei der Informationsver-anstaltung wird die Baumaßnahme einschließlich dem geplanten Bauablauf vorge-stellt.
Der Hochwasserschutz wird durch den Freistaat Bayern, vertreten durch das Was-serwirtschaftsamt Ansbach, geplant und gebaut. Die Umsetzung erfolgt in zwei Bau-abschnitten: Aktuell zwischen der Oettinger Straße und der Stadthalle, sowie an-schließend im Bereich der Spitalstraße bis zur Jugendherberge an der Oettinger Stra-ße. Für den ersten Bauabschnitt ist die Ausschreibung nahezu abgeschlossen. Im Zuge der Errichtung des Stauraumkanals entlang der Promenade durch die Stadt Gunzenhausen wurde im Herbst 2019 bereits eine Sammelleitung für das landseitig des Hochwasserschutzes anfallende Niederschlags- und Sickerwasser fertiggestellt. Somit kann ab März 2020 mit dem Bau des Hochwasserschutzes in diesem Bereich begonnen werden.

Zur Informationsveranstaltung des Wasserwirtschaftsamts am
29. Januar, um 15 Uhr in der Stadthalle Gunzenhausen,
Raum Spielberg, sind interessierte Mitbürger eingeladen.

Die katholische Volksschule

Gunzenhäuser Konfessionsschule von 1869 bis 1936

Bevor die Nationalsozialisten 1936 landesweit die Gemeinschaftsschulen einrichteten, unterrichteten die konfessionellen Schulen nebeneinander unter dem Dach der Schulaufsicht.  Die Gleichstellung der beiden christlichen Konfessionen hatte der bayerische Staat nach dem Ende der Markgrafenherrschaft verfügt.  Neben der evangelischen Bekenntnisschule gab es in Gunzenhausen auch eine katholische, und zwar von 1869 bis 1936. Ihr widmet sich Oberstudiendirektor a.D. Günter Dischinger in „Alt-Gunzenhausen“ (Jahrbuch 74/2019).

Der Pfarrer von Absberg betreute die wenigen Katholiken in der Stadt am Anfang des 19. Jahrhunderts, doch als für den Geistlichen der Weg zu beschwerlich wurde, da schlug die Eichstätter Diözese die 32 Pfarrgemeindeglieder Gunzenhausens 1818 der Pfarrei Cronheim zu, zu der auch noch die Wassertrüdinger Gemeindeglieder zählten.  Mit dem Eisenbahnbau erhöhte sich die Zahl der Katholiken, so dass es um 1900 bereits 709 waren.  1851 gab es immerhin schon den ersten Religionsunterricht (eine Stunde in der Woche) für 16 Gunzenhäuser Schüler. Bald reiften die Pläne für eine eigene Pfarrgemeinde mit Schulhaus und Kirche (1867). Josef Ehard war der erste katholische Verweser in Gunzenhausen und die Katholiken bekamen von der Stadt einen Saal im protestantischen Schulhaus zugewiesen. Der Versuch des Ordinariats Eichstätt, in der Altmühlstadt eine eigene Schule zu bekommen, war zunächst an der hiesigen Gemeinde gescheitert.  Sie scheute die Kosten. 1869 gelang es dem Cronheimer Pfarrer Josef Zeitler endlich, für Gunzenhausen einen Schulbau durchzusetzen.  In der Nürnberger Straße 27 entstand somit ein Bau mit Priesterwohnung, Schulsaal und Lehrerwohnung (1875).  Als die Schülerzahl sich erhöhte (auf 64 im Jahr 1894), da ergab sich die Notwendigkeit eines räumlichen Neukonzepts, das den Bau eines eigenen Pfarrhauses (Hausnummer 29) zur Folge hatte.  War Gunzenhausen bislang von einem Expositus (Vikar) betreut worden, so zog 1897 mit dem aus Wolframs-Eschenbach stammenden Peter Landwirth der erste katholische Pfarrer nach der Reformation in Gunzenhausen auf. Zu den ersten katholischen Lehrern gehörte Johann Benl, ein aktiver Sänger, der neun Jahre lang dem „Liederkranz 1834“ vorstand. Ein Lehrer und ein Hilfslehrer unterrichteten in der „oberen Schule“ (Ober- und Mittelklasse) und in der „unteren Schule“ (Unterklasse).

„Lässt zu wünschen übrig“. So urteilte die Schulaufsicht 1901 nach einer Visitation und bezog sich damit auf „Aussehen und Reinlichkeit“ der Schüler. Zudem mangelte es offensichtlich an Ruhe und Ordnung („fehlt viel“) und die häusliche Zucht durch die Eltern wurde als „sehr flau“ notiert.

Unter den katholischen Lehrern hatte der Hauptlehrer Valentin Niefnecker einen schweren Stand, denn er legte sich 1921 mit dem Pfarrer und der Kirchenverwaltung an, indem er eine 50-prozentige Lohnerhöhung anmahnte und seinen Dienst als Organist und Kantor kündigte. Er bekam nach heutigem Sprachgebrauch eine Abmahnung von der  Schulaufsicht, weil  er Schülern nicht erlaubte, auf den Abort zu gehen („Scheißt euch zu Hause aus“).  Die Regierung sprach ihn von allen ihm vorgeworfenen Verfehlungen mangels Beweise frei, drückte jedoch eine „ernste Missbilligung“ aus, weil er Schüler „für private Gänge und zum Holztragen“ zwang und es nicht unterließ, im Schulzimmer auszuspucken.

 Die letzten Lehrer waren Schwester Soretha Schock und Franz  Xaver Hammerl. Danach kam es trotz des gültigen Reichskonkordats, das den Status der Bekenntnisschule sichern sollte,  zur Auflösung und Bildung einer Gemeinschaftsschule.   

WERNER FALK

Absage an die CSU

77 Prozent für Entwurf des Bürgerbegehrens

Erklärung zum Ausgang des Bürgerentscheids (20.1.2020)

Der Ausgang des Bürgerentscheids zur  B13-Ortsumfahrung bestätigt meine Position, die ich zuvor im Ratsausschuss und auch im Stadtrat vertreten habe. Ich war generell dafür, dem Bürgerbegehren ein Ratsbegehren gegenüberzustellen, um dem Bürger die Möglichkeit zu geben, seine Meinung klar zum Ausdruck zu bringen. Weil mir aber der Text („eine Umfahrung“) zu unpräzise war, habe ich letztlich gegen das Ratsbegehren gestimmt. Ich hatte dafür plädiert, sich konkret auf die bahnparallele Führung (7/2-Variante) der neuen B 13  festzulegen. Die Wähler haben das am Sonntag wohl genauso gesehen und empfunden, denn sie wollten auf keinen Fall die landschaftszerstörende 3.1-Variante. Sie haben deshalb in der Konsequenz für das Bürgerbegehren votiert.

Das Abstimmungsergebnis ist deshalb – wenige Wochen vor der Kommunalwahl – eine klare Absage an die CSU, die sich mit ihrer „Informationsoffensive“  weit aus dem Fenster gelehnt hatte.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

Hier meine Erklärung, die ich im Vorfeld des Bürgerentscheids abgegeben habe:

Eher verwirrend als klar

In den Beratungen des Stadtrats und des Ratsausschusses habe ich mich grundsätzlich dafür ausgesprochen, dem Bürgerbegehren ein Ratsbegehren entgegenzustellen, damit der Bürger sich klar entscheiden kann. Und ich habe davor gewarnt, das Ratsbegehren mit  juristischen oder verwaltungstechnischen Formulierungen zu überfrachten, die den Bürger verunsichern könnten. Das ist aber nach der Einschätzung vieler Menschen beim vorliegenden Text nunmehr der Fall. Für den Wähler, der in der Materie nicht verwurzelt ist, ist es nicht einfach, seine Kreuzchen in die jeweils richtigen Kästchen zu machen, um auch tatsächlich das Abstimmungsergebnis herbeizuführen, das er haben möchte.

In der Sache bin ich gegen die Variante 3.1, die vom Straßenbauamt Ansbach nach Untersuchung aller anderen Alternativen favorisiert wird. Sie nimmt zuviel landwirtschaftlich genutzte Flächen und mithin zuviel Naturraum in Anspruch (nach Behördenangaben 5,5 Hektar) und bringt der Wirtschaft im Allgemeinen und dem Transportgewerbe im Besonderen nichts. Wer die dreidimensionalen Pläne anlässlich der Bürgerversammlung angesehen hat, der weiß, in welch großem Umfang der Naturraum zwischen Schlungenhof und Laubenzedel beeinträchtigt wird.

In den oben genannten Sitzungen habe ich angemahnt, den Text des Ratsbegehrens so abzufassen, dass die Alternativtrasse zur 3.1 (Varianten 7/2,  durchgehend bahnparallel) ganz konkret genannt wird und eben nicht die allgemeine Formulierung ( „für Umfahrung“).

Ich befürworte die  untersuchte Variante 7 respektive 2, die südlich der Bahnlinie von Laubenzedel verläuft und zwar konsequent bahnparallel bis zur Anknüpfung an die B 466. Der Vorteil für Laubenzedel: der Ort bekäme endlich einen qualifizierten Lärmschutz, zumal nach Bahnplänen künftig mit einem erhöhten Güterverkehr zu rechnen ist.

Der Stadtteil Schlungenhof würde vom eigentlichen Problem, den Auswirkungen des Schwerlastverkehrs, entlastet. Die Flächen entlang der Ansbacher Straße in Schlungenhof könnten neu verplant werden, was ohnehin ins Haus steht.  Ich kann mir gut vorstellen, an dieser Straße anstelle der jetzt schon zum Teil verwaisten Anwesen mit Zustimmung der Grundstückseigentümer Gewerbebetriebe anzusiedeln, die idealerweise eine Beziehung zum Altmühlsee haben (Sportmode etc.) Dem Vernehmen nach gibt es ja schon solche Pläne. Wir müssen feststellen, dass Schlungenhof niemals eine Dorfidylle haben wird, denn die Straße nach Gunzenhausen  wird bleiben und natürlich auch die vielfrequentierte Zufahrt zum Altmühlsee.

Hinsichtlich der Trassierung der Kreisstraße WUG 22 über die Bahnlinie habe ich so meine Bedenken, was die verlässliche Absicht der Bahn AG betrifft, hier anstelle des bisherigen beschrankten (und für sie billigen) Bahnübergangs tatsächlich  ein 10-Millionen-Euro-Brückenbauwerk zu errichten. Gemessen am eher bescheidenen Verkehrsaufkommen erscheint mir die Rechnung rein betriebswirtschaftlich eher  fraglich.  Ich hätte nichts dagegen, wenn man es beim bisherigen Zustand beließe.

Der geneigte Leser (und Wähler) wird sich nach all den wortreichen Erklärungen fragen:  Wie soll ich nun am Sonntag abstimmen? Darauf meine Antwort: Wer dem Stadtrat vertraut, wonach es eine Umfahrung geben soll, aber keinesfalls die flächenzehrende 3.1-Variante,  der kann für das Ratsbegehren votieren. Wer aber dieses Vertrauen nicht hat, die 3.1-Variante ganz sicher ausschließen will und jegliche Umfahrung ablehnt, der muss für den Bürgerentscheid stimmen.

Werner Falk, Stadtrat der FDP

Johannes Eck, der Pfarrer

Der Gegner von Martin Luther war Geistlicher in Ingolstadt

Als „Scholastiker, Humanist und Kontroverstheologe“ wird Johannes Eck in der Literatur bewertet. Plakativ gesehen : er war ein Gegner des Reformators Martin Luther. Hauptsächlich seiner Zeit als katholischer Pfarrer an der Ingolstädter Münsterkirche widmet sich ein Beitrag von Marco Benini in der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte (Band 81, Heft 3), die von der Kommission für bayerische Landesgeschichte in Verbindung mit der Gesellschaft für fränkische Geschichte und der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft herausgegeben wird.

15 Jahre wirkte Johannes Eck in der Donaustadt. Geboren wurde er 1486 in Egg an der Günz als „Johannes Maier“. Er latinisierte seinen Namen nach seinem Heimatort (Egg=Eck), wurde 1508 in Straßburg zum Priester geweiht, promovierte 1510 in Freiburg und folgte schon mit 24 Jahren als Professor dem Ruf an die Universität Ingolstadt, wo er bald zum Rektor avancierte, der sich für eine Hochschulreform einsetzte. Für den Eichstätter Bischof Gabriel von Eyb verfasse er 1518 Anmerkungen zu Luthers Ablassthesen, die einen Angriff auf die Struktur der Kirche bedeuteten. Auch auf dem Reichstag zu Augsburg war er präsent. Der „Confessio Augustana“ setzte er die „Catholische Responsio“ gegenüber, ein ziemlich polemisches Werk.

Aus der Feder von Johannes Eck stammt eine fünfbändige Predigthilfe für Priester, die er im Auftrag der bayerischen Herzöge textete, um den reformatorischen Predigten unter den katholischen Pfarrern zu begegnen. Auch an den Bibelübersetzungen wirkte er mit. Sie wurden 1537 wurden sie in Ingolstadt gedruckt und sollten ein Gegenstück sein zu Luthers Bibel, die drei Jahre zuvor erschienen war.

Die Erinnerung an Johannes Eck, der im Jahr 1543 im Alter von 56 Jahren starb, ist in Ingolstadt nicht besonders stark ausgeprägt.  Lediglich ein Epitaph in der Sakramentskapelle des Münsters existiert.

WERNER FALK

Wiege des Grundgesetzes

Zur Bedeutung des Herrenchiemseer Verfassungskonvents

Ein Ort der demokratischen Erinnerungskultur in Bayern ist Herrenchiemsee. Das Königsschloss auf der Insel war 1948 für zwei Wochen die Tagungsstätte von Verfassungsexperten aus den damals elf westdeutschen Bundesländern. Sie berieten die Grundlagen des Grundgesetzes, vor allem Dingen legten sie den Grundstein für die förderalen Strukturen in der Bundesrepublik. In der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte (Band 81, Heft 2) ordnet Manfred Treml, Professor an der Uni Eichstätt und Vorsitzender des Verbands bayerischer Geschichtsvereine , Herrenchiemsee als „Ort der Demokratie in Bayern“ ein.

Herrenchiemsee mit seiner tausendjährigen Geschichte  ist wohl als repräsentatives Werk des Märchenkönigs Ludwig II. allen bekannt, aber der Name steht auch für die „Wiege des Grundgesetzes“. Im einstigen Speisezimmer des legendären Königs trafen sich die Verfassungsexperten, um das Grundgesetz vorzubereiten.  Eine gesamtdeutsche Konferenz war es freilich nicht, denn nur die drei westlichen Siegermächte standen hinter dem demokratischen Projekt. Jedes Land war mit einem Bevollmächtigten, meist Staatsminister, und einer Gruppe von Rechtsexperten präsent. Gastgeber war Anton Pfeiffer, der Chef der bayerischen Staatskanzlei. Von ihm schwärmte der Hesse Hermann Brill als „Mischung von naturwüchsiger, bajuwarischer Vitalität und  politischem Barock,  aber etwas trockener bürokratischer Manier.“ Wortführer der SPD der württembergische Justizminister Prof. Carlo Schmid. Die neue Verfassung sollte die Konstruktionsfehler der Weimarer Verfassung vermeiden und sich an der bayerischen Verfassung orientieren. Als Artikel 1 formulierten die Gründungsväter das Gebot: „Der Staat ist nicht um des Menschen willen da, nicht der Mensch um das Staates willen.“ 

Auf 92 Seiten leiteten die „Herrienchiemseer“ ihren Entwurf an den Parlamentarischen Rat weiter, der schlussendlich über die neue Verfassung, das Grundgesetz, zu entscheiden hatte.  Das Ergebnis der Konferenz wurde aber nicht einhellig positiv bewertet. Skeptiker erkannten nur einen akademischen Wert. Die SPD stand kritisch-ablehnend gegenüber, Dr. Thomas Dehler von der FDP tat das Werk als „lebensfremde Theaterattrappe“ ab und Kanzler Konrad Adenauer von der CDU  distanzierte sich von der „unmöglichen Konstruktion“ und widmete in seinen 601 Seiten starken „Erinnerungen“  der Konferenz nur sechs Zeilen. Die Bayern hatten damals schon ein zwiespältiges Verhältnis zur bundesdeutschen Verfassung. Es war  taktisch motiviert. Sechs von acht ihrer Vertreter im Parlamentarischen Rat lehnten das Grundgesetz ab und im Landtag blitzte es mit 101:63 Stimmen ab, aber zuvor hatte die Regierung doppeldeutig zu erkennen gegeben, das Grundgesetz anzuerkennen, wenn Zweidrittel der deutschen Länderparlamente zustimmen.  Das taten sie.

In der Rückschau freilich fällt das Urteil über den Herrenchiemseer Konvent anerkennend aus. Für Staatskanzleichef Kurt Faltlhauser, der 1998 eine große Ausstellung initiierte, war Herrenchiemsee eine „demokratische Weihestätte“ und der seinerzeitige Bundespräsident Roman Herzog bekannte pathetisch: „Wir brauchen ein zweites Herrenchiemsee n in Deutschland.“ Prof. Manfred Treml spricht von einem „vergessenen, aber bedeutenden Ort“  der demokratischen Erinnerungskultur in Bayern. Aber auch er hat erkannt, dass sich „demokratische Werte nur eingeschränkt monumental ausstellen lassen“.

WERNER FALK

Dr. Amesöder führt IHK

Nachfolger von Paul Habbel

Der neue Vorsitzende Dr. Simon Amesöder (Fünfter von links) mit den Vorstandsmitgliedern, Landrat Wägemann, MdL Westphal und Bürgermeister Fitz sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Lötzsch und Karin Bucher von der Ansbacher Geschäftsstelle.

Dr. Simon Karl Amesöder (RF Plast GmbH, Gunzenhausen) wurde bei der konstituierenden Sitzung des IHK-Gremiums Weißenburg-Gunzenhausen (IHKG) zum neuen Gremiumsvorsitzenden für fünf Jahre gewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden in der Amtsperiode 2020 bis 2024 Hans-Georg Degenhart (Degenhart Eisenhandel GmbH & Co. KG, Gunzenhausen), Harald Höglmeier (HP-T Höglmeier Polymer-Tech GmbH & Co. KG, Ellingen) sowie Mathias Meyer (Karl Meyer Buch + Papier Inh. Mathias Meyer, Weißenburg) gewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung dankte der scheidende Vorsitzende Paul Habbel den wiedergewählten und ausscheidenden IHKG-Mitgliedern, für das jahrelange Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit im IHK-Ehrenamt.

Der neu gewählte Vorsitzende Simon Karl Amesöder bedankte sich für die Wahl und das dadurch ausgesprochene Vertrauen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neuen Gremium.

Die regionalen Vertretungen der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken setzen sich in ihren Bezirken bei Politik und Verwaltung für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen ein

und halten den Kontakt zu den Unternehmen vor Ort. Wichtige Aufgaben der IHK-Gremien sind Stellungnahmen zu Infrastrukturvorhaben, zur Bauleitplanung und zu Einzelhandelsprojekten.

Nicht zuletzt engagieren sie sich intensiv für die berufliche Bildung und für die Schaffung zusätzlicher Lehrstellen.

Das neue Onlineportal

Für Gewerbetreibende drei Informationsveranstaltungen

Für Gewerbetreibende aus Altmühlfranken gibt es am 28. Januar 2020 in Treuchtlingen, am 5. Februar 2020 in Weißenburg und am 10. Februar 2020 in Gunzenhausen jeweils um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Onlineportal in-altmuehlfranken.de. Die Zukunftsinitiative altmühlfranken lädt dazu ein.

Das landkreisweite Onlineportal befindet sich – wie angekündigt – bereits seit Mitte Dezember 2019 in der Testphase. Rund 30 Händler, Dienstleister und Gastronomen wurden bislang auf die Plattform gebracht, weitere werden in den nächsten Wochen hinzukommen. Diese „Projektpioniere“ machen sich derzeit vertraut mit den Bestellabläufen, testen die Werkzeuge wie zum Beispiel die Eventkommunikation, kümmern sich um Produktbilder und -texte, nutzen den Prospekt- und Speisekarten-Upload oder stellen die allgemeine Nutzerfreundlichkeit auf die Probe.

Erste Kunden aus der Region haben bereits den landkreisweiten Lieferservice der jungen Firma YOULOG GmbH aus Weißenburg genutzt, der integrativer Bestandteil des regionalen Online-Marktplatzes ist. Schon in der Testphase können so Online-Bestellungen am nächsten Werktag ausgeliefert werden. Und selbstverständlich sind auch sogenannte „Click & Collect“-Bestellungen möglich: Produkte, die online gekauft und reserviert, vor Ort aber direkt abgeholt werden können.

Für Gewerbetreibende mit Sitz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist es jederzeit möglich, sich am Projekt zu beteiligen und das eigene Unternehmen auf „in-altmühlfranken.de“ zu präsentieren. Hierfür müssen nicht zwingend Produkte angeboten werden, auch die Möglichkeit eines reinen „Schaufensters“ besteht.

Was kostet mich ein Eintrag? Wie läuft das mit dem Lieferdienst und der Bestellabwicklung? Wie viel Zeit muss ich für den Onlineauftritt investieren? Wer hilft mir bei Verständnisproblemen oder technischen Fragen?

Auf diese und viele weitere Fragen geben die Informationsveranstaltungen Antworten, die jeweils in den drei großen Städten angeboten werden. Vor Ort wird Projektleiter Andreas Haderlein detailliert auf die Möglichkeiten der Onlineplattform eingehen und die Anforderungen an die Gewerbetreibenden beleuchten. Ein tiefer Praxisbezug soll dabei Einblicke in die Funktionsvielfalt des Portals geben, sodass Interessierte jedweder Branche am Ende aus erster Hand eine klare Vorstellung bekommen, welche Vorteile das Online-Portal für das eigene Geschäft bietet.

Folgende Termine werden angeboten:

•        Dienstag, 28. Januar 2020: Treuchtlingen, Kulturzentrum Forsthaus

•        Mittwoch, 5. Februar 2020: Weißenburg, kunststoffcampus bayern

•        Montag, 10. Februar 2020: Gunzenhausen, Markgrafensaal im Haus des Gastes

Die kostenfreien Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr. Eine vorherige Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen erforderlich, diese ist online über folgenden Link möglich: www.altmuehlfranken.de/schulung.

Ein allgemeiner Fernsehbeitrag über das Onlineportal Altmühlfranken wird voraussichtlich am Sonntag, den 02. Februar 2020, ab 17.45 Uhr (vorbehaltlich Programmänderungen) in der Frankenschau im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.