Archiv: Allgemein

Bezirk als Ausbilder

15 junge Leute beginnen duales Studium

Unser Bild zeigt Manuela Eppe-Sturm, Direktorin der Bezirksverwaltung (rechts) und den Ausbildungsleiter für die 3. Qualifikationsebene der Beamtenlaufbahn, Günter Häßlein (links), zusammen mit den jungen Frauen und Männern, die gestern ihr Duales Studium beim Bezirk Mittelfranken begonnen haben.

Manuela Eppe-Sturm, Direktorin der Bezirksverwaltung, begrüßte 13 Beamtenanwärterinnen und zwei Beamtenanwärter und wünschte ihnen einen guten Start ins Berufsleben: „Wir freuen uns, dass Sie ihre Ausbildung beim Bezirk Mittelfranken beginnen. Ich wünsche Ihnen gutes Ankommen und eine gute Zeit bei uns“, so die Direktorin. Der Bezirk sei ein sozialer Arbeitgeber mit einem wachsenden Bedarf an Nachwuchskräften. Insgesamt haben 24 junge Männer und Frauen in diesem Jahr eine Ausbildung beziehungsweise ein Duales Studium in der Bezirksverwaltung begonnen. Erster Ansprechpartner für die angehenden Diplom-Verwaltungswirte der 3. Qualifikationsebene ist Günter Häßlein, er führte die Berufsanfänger durch den jüngst fertiggestellten Erweiterungsbau des Bezirksrathauses und stellte ihnen die verschiedenen Referate der Bezirksverwaltung vor. Der Bezirk Mittelfranken beteiligt sich aktiv an der Ausbildung junger Menschen und ist einer der größten Ausbildungsträger und Arbeitgeber in der Region. Weitere Informationen zur Ausbildung können auf der Internetseite des Bezirks Mittelfranken unter www.bezirk-mittelfranken.de/ausbildung eingeholt werden. Auch sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Personalreferats beispielsweise bei der Ausbildungsstellenbörse im Ansbacher Onoldiasaal präsent oder auf dem im dreijährigen Turnus in Nürnberg stattfindenden großen Berufsbildungskongress.

Gebaut wird im Eiltempo

Frickenfelder „Sonnenwiese“ ist begehrt

Das Baugebiet „Sonnenwiese“ in Frickenfelden.

Wie groß die Bereitschaft ist, sich ein eigenes Haus zu bauen, das lässt sich am besten am Beispiel des neuen Frickenfelder Baugebiets „Sonnenwiese“ darstellen. Innerhalb eines Jahres sind dort 31 Neubauten entstanden oder begonnen worden. Wenn man davon ausgeht, dass die Baulust weiter anhält, denn ist die vollständige Bebauung der runde 50 Plätze schnell erreicht. Unser Luftbild vom Weißenburger Limes-Luftbildservice Behringer zeigt die Ausdehnung der Bautätigkeit in Frickenfelden wunderbar.

Wohnungsbau in der Stadt

Grundstück wird vom Stadtrat zum Verkauf freigegeben

Die 4550 qm große Fläche vom Auweg aus gesehen. Sie wird jetzt an einen privaten Investor verkauft, der darauf an die 30 Wohnungen errichten soll. Foto: FR Presse

Schon lange diskutiert der Stadtrat über die weitere Nutzung des Grundstücks in der Weißenburger Straße 31 (ehemals Baugeräteunion). Bereits am 11. Februar 2019 hatte der Stadtrat beschlossen, das 4500 Quadratmeter große Gelände nicht in der Bauträgerschaft der Stadt zu bebauen (16:7 Stimmen), sondern an Investoren zu verkaufen.  Die SPD hat wiederholt dagegen argumentiert und weitergehende Informationen verlangt. Bürgermeister Fitz ist darauf eingegangen, hat eine Sitzung auf Wunsch der SPD kurzfristig abgesagt, aber ist für seine Rücksichtnahme nicht honoriert worden. Nun sind die Genossen zur letzten Sitzung am 30. September geschlossen nicht erschienen.  Sie haben damit gegen die Gemeindeordnung verstoßen (Artikel 48,1) und müssen sich gegebenenfalls wegen der vorsätzlichen Verletzung ihrer Amtspflichten rechtsaufsichtlich verantworten.

Jetzt hat der Rumpf-Stadtrat mit 13:0 Stimmen entschieden, dass das Gelände zum Kauf angeboten wird. Die Konditionen sind in einem umfangreichen Katalog zusammengestellt. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei 185 Euro. Stellplätze sollen in möglichst großer Zahl in einer Tiefgarage untergebracht werden. Ferner sollen möglichst viele Mietwohnungen entstehen.

Dazu meine Meinung:

„Wann, wenn nicht jetzt!“  Das muss unsere Devise sein, wenn es um das Angebot von Bauland geht. Die Konjunktur ist gut, die Zinsen superniedrig und die Bereitschaft, das Geld in Betongeld anzulegen, ist ungebrochen. Wir sollten deshalb nicht zögern und nicht warten bis die Konjunktur nachlässt und die Zinsen wieder steigen.

Als Liberaler bin ich für das freie Spiel der Kräfte – auch wenn es den Wohnungsmarkt betrifft.  Ich denke, dass die Schaffung von neuen und attraktiven Wohnungen dazu führt, dass ältere Immobilien frei werden und zu günstigeren Konditionen erworben werden können.

Mit dem Bürgermeister bin ich der Meinung, dass die Stadt nicht als Bauherr auftreten muss, denn das können andere in der Regel viel besser. Ich verweise auf die staatliche Wohnraumförderung, die es je nach individueller Lage erlaubt, Eigentum nach vorgegebenen sozialen Kriterien zu erwerben oder eine günstige Mietwohnung zu bekommen.

Vom Bürgermeister erfahren wir, dass Gunzenhausen schon eine Reihe von Wohnungen zu bezahlbaren Mieten anbietet (146).  Außerdem hat die Wohnungsbaugenossenschaft Gunzenhausen mehr als 300 Wohnungen in ihrem Bestand, deren durchschnittliche Miete bei 4,20 je Quadratmeter liegt. Die Mieter der stadteigenen Wohnungen zahlen augenblicklich dafür  durchschnittlich 4,30 Euro/qm an Miete (zwischen 1,50 und 6,90 Euro). Nach der Berechnung des Kämmerers müsste sich die Stadt beim Bau von 30 Wohnungen mit fünf bis sechs Millionen Euro auf 30 Jahre verschulden. Bei einer Miete von 5 Euro/qm müsste die Stadt jährlich an die 100000 Euro drauflegen, pro Wohnung wären das monatlich 278 Euro. Und dabei wäre der Aufwand für Verwaltung und Unterhalt noch gar nicht mitgerechnet.

Die Subvention wäre eine Art von sozialistischer Umverteilungspolitik. Sie hat längst ausgedient. Das sollten selbst die leidenschaftlichsten Genossen erkennen. Wir leben in Deutschland in einer freien und demokratischen Gesellschaft, die sich an der Leistung der Menschen orientiert und nicht in einem sozialistischen Wolkenkuckucksheim mit angeschlossenem Steuerparadies.

Noch ein Wort zur Sitzungsverweigerung der SPD: Darin äußert sich eine strategisches Manöver im heraufziehenden Kommunalwahlkampf. Die Genossen möchten sich wohl damit positionieren als eine Partei der „kleinen Leute“. Diese Strategie wird aber nicht verfangen, denn die besagten kleinen Leute haben der Partei längst den Rücken zugekehrt, wie wir aus den Analysen der letzten Wahlen wissen.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

Gemeinsam Wandern und Pilgern

Christa Naaß am pommerschen Jakobsweg

Unser Foto (Quelle: Paulina Pacholec) zeigt Pfarrer Dr. Oliver Gußmann mit Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, vor dem Plakat der Arbeitstagung zum Pommerschen Jakobsweg im Rathaus von Lębork.

Als Beauftragte des mittelfränkischen Bezirkstages für die Regionalpartnerschaft mit der Woiwodschaft Pommern nahm Christa Naaß, die Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, kürzlich an einer Arbeitstagung zum Pommerschen Jakobsweg in Lębork/Lauenburg in der Woiwodschaft Pommern teil. Begleitet wurde sie von Pfarrer Dr. Oliver Gußmann, dem Leiter des Pilgerzentrums an St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber und Referenten zum  Thema Pilgern am Gottesdienstinstitut der evangelischen Landeskirche in Nürnberg. Eingeladen wurden die mittelfränkischen Gäste von Landrätin Alicja Zajączkowska und dem Kurator des Pommerschen Jakobswegs, Ryszard Wenta. Christa Naaß wurde die Ehre zuteil, die Tagungsteilnehmer begrüßen zu dürfen. Bereits Ende März kam eine polnische Delegation um Ryszard Wenta und Landrätin Zajączkowska zu der Jakobsweg-Arbeitstagung „Deo gratias! – Dich schickt der Himmel! Gastfreundschaft auf Pilgerwegen” der evangelischen Kirchengemeinde St. Jakob nach Rothenburg ob der Tauber. Die damals geknüpften Kontakte in Sachen Wandern und Pilgern wurde mit der jüngsten Teilnahme an der Veranstaltung zum Pommerschen Jakobsweg erneuert.

Als Beauftragte des mittelfränkischen Bezirkstages für die Regionalpartnerschaft mit der Woiwodschaft Pommern nahm Christa Naaß, die Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, kürzlich an einer Arbeitstagung zum Pommerschen Jakobsweg in Lębork/Lauenburg in der Woiwodschaft Pommern teil. Begleitet wurde sie von Pfarrer Dr. Oliver Gußmann, dem Leiter des Pilgerzentrums an St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber und Referenten zum  Thema Pilgern am Gottesdienstinstitut der evangelischen Landeskirche in Nürnberg. Eingeladen wurden die mittelfränkischen Gäste von Landrätin Alicja Zajączkowska und dem Kurator des Pommerschen Jakobswegs, Ryszard Wenta. Christa Naaß wurde die Ehre zuteil, die Tagungsteilnehmer begrüßen zu dürfen. Bereits Ende März kam eine polnische Delegation um Ryszard Wenta und Landrätin Zajączkowska zu der Jakobsweg-Arbeitstagung „Deo gratias! – Dich schickt der Himmel! Gastfreundschaft auf Pilgerwegen” der evangelischen Kirchengemeinde St. Jakob nach Rothenburg ob der Tauber. Die damals geknüpften Kontakte in Sachen Wandern und Pilgern wurde mit der jüngsten Teilnahme an der Veranstaltung zum Pommerschen Jakobsweg erneuert.

Nostalgie auf der Straße

Die NAVC-Rallye war eine schöne Einstimmung auf den Kulturherbst in Gunzenhausen. 98 Fahrzeuge promenierten auf dem Marktplatz und wurden von Georg Schwarz vorgestellt. Der Walder Rallyefahrer ist ein versierter Experte der Szene, der alle Typen in- und auswendig kennt. Nachdem sich die sportlichen Typen verzogen hatten gab es Platz für die Oldtimershow von Harry Gießbeck. Er hatte wiederum viele Oldtimer-Besitzer animieren können, ihre tolllen Fahrzeuge auszustellen. Nostalgische Gefühle gab es auch bei FDP-Stadtrat Werner Falk, der einen Lloydt, Baujahr 1968, entdeckte, der im „Stall“ von Konrad Amslinger in Frickenfelden steht. Sein Vater war Fahrer eines solchen „Leukoplastbombers“. Foto: H. Kuhn

Ein farbiger Kulturherbst

Der Kulturherbst in Gunzenhausen war eine tolle Sache. Es gab nach dem Eindruck der Organisatoren von der Stadt und dem Stadtmarketingverein mehr Besucher als in den Jahren zuvor, vor allem in den Abendstunden füllte sich der Marktplatz zu einer eindrucksvollen Kulisse. Vom Steingass bis zur Gewerbebank und auch noch in der Weißenburger Straße herrschte eine wunderbare Stimmung. Getoppt wurde sie quasi durch die Lightshow von Bernd Wopperer, wie unser Foto vom unteren Marktplatz zeigt. Foto: FR Presse

MdL Hauber ist laufstark

Er war beim Seenlandmarathon dabei

MdL Hauber (links) hatte auch Umweltminister Thorsten Glauber (rechts) zur Teilnahme am Seenlandmarathon animieren können.

Am 22. September nahm der Weißenburger FW-Landtagsabgeordnete Wolfgang Hauber am Seelandmarathon in Pleinfeld teil. Auch seiner Parteifreund und Umweltminister Thorsten Glauber war dabei. Hauber hatte 14 Jahre pausiert, sich jetzt aber entschlossen, es noch einmal zu probieren und den Halbmarathon anzugehen. 2:21:11/ Uhr hat er dafür gebraucht. Der Spendenlauf für Nathanael war ein voller Erfolg. „Tolle Ein-drücke auf der Strecke und eine professionelle Organisation“, schreibt Hauber auf seiner Hompage.

Der Fall Italien

Wenn Gefühle die Politik beherrschen

Leidenschaft, Temperament, Überschwang – das lieben die Deutschen an den Italienern. Aber was passiert, wenn hemmungslose Emotionen die Politik dominieren? Der Journalist und gebürtige Südtiroler Ulrich Ladurner analysiert die politische Situation seines Heimatlandes – und zieht ein bedrückendes Fazit.

Von Nord nach Süd und wieder zurück nach Rom reist Ulrich Ladurner: quer durch ein zorniges und zugleich ängstliches Land, in dem die Korruption grassiert und die Wirtschaft ebenso schrumpft wie die Gesamtbevölkerung. Es gibt kaum noch Institutionen, die politische Leidenschaften kanalisieren. Die Kirche, die Volksparteien, die Gewerkschaften – nur noch Schatten ihrer selbst. Rohe Emotionen dominieren nicht nur die Politik, sie formen und gestalten die Gesellschaft.

In diesem Klima gewinnen die Populisten Wahlen: Die nationalistische Lega und die 5-Sterne-Bewegung bilden nicht nur eine Koalition, sondern auch eine unheilige Allianz, die den Italienern Freiheit von der EU und neue Selbstbestimmung verspricht. Und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass italienische Regierungen nicht lange halten: Ladurner erinnert uns daran, dass die Behauptung der Populisten, die Politik wieder handlungsfähig und die Nation stark zu machen, auch in Deutschland verfängt. Wer solche Populisten bekämpfen will, darf ihnen den Grundgedanken der Demokratie und aller Politik – die Freiheit – nicht kampflos überlassen. Das ist die Lehre aus dem Fall Italien.Temperament, Überschwang – das lieben die Deutschen an den Italienern. Aber was passiert, wenn hemmungslose Emotionen die Politik dominieren? Der Journalist und gebürtige Südtiroler Ulrich Ladurner analysiert die politische Situation seines Heimatlandes – und zieht ein bedrückendes Fazit.

Von Nord nach Süd und wieder zurück nach Rom reist Ulrich Ladurner: quer durch ein zorniges und zugleich ängstliches Land, in dem die Korruption grassiert und die Wirtschaft ebenso schrumpft wie die Gesamtbevölkerung. Es gibt kaum noch Institutionen, die politische Leidenschaften kanalisieren. Die Kirche, die Volksparteien, die Gewerkschaften – nur noch Schatten ihrer selbst. Rohe Emotionen dominieren nicht nur die Politik, sie formen und gestalten die Gesellschaft.

In diesem Klima gewinnen die Populisten Wahlen: Die nationalistische Lega und die 5-Sterne-Bewegung bilden nicht nur eine Koalition, sondern auch eine unheilige Allianz, die den Italienern Freiheit von der EU und neue Selbstbestimmung verspricht. Und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass italienische Regierungen nicht lange halten: Ladurner erinnert uns daran, dass die Behauptung der Populisten, die Politik wieder handlungsfähig und die Nation stark zu machen, auch in Deutschland verfängt. Wer solche Populisten bekämpfen will, darf ihnen den Grundgedanken der Demokratie und aller Politik – die Freiheit – nicht kampflos überlassen. Das ist die Lehre aus dem Fall Italien.

„Der Fall Italien“ von Ulrich Ladurner; ISBN 978-3-89684-273-2, 232 Seiten, 18 Euro; Edition Körber; auch als E-Book erhältlich.

Stadtbus fährt und fährt…

Seit 20 Jahren gibt es das Nahverkehrsangebot von Gunzenhausen

Bei der öffentlichen Stadtbuslinie ist es so wie bei vielen anderen Projekten: sie hatte mit anfänglichen Startproblemen zu kämpfen, die Resonanz war gering. Aber das hat sich geändert. 20 Jahre nach der Einführung der Stadtbuslinie am 1. September 1999 können die Stadtwerke Gunzenhausen eine Bilanz ziehen, die sie befriedigt. Gleichwohl: einträglich ist die Stadtbuslinie nicht. Aktuell gibt es ein Defizit von jährlich 271000 Euro. Für die Gunzenhäuser Bürger aber ist der Stadtbus eine Einrichtung, die nicht mehr wegzudenken ist vom Dienstleistungsangebot der Stadt.

Es war die Initiative des seinerzeitigen Bürgermeisters Gerhard Trautner. Er hatte bereits 1993 die Idee, aber erst fünf Jahre später war die Zeit reif. Die Stadtwerke als die wirtschaftlichen Betreiber der Linien 640 und 641, die im halbstündigen Takt verkehren, sind auf diesem Stand nicht stehen geblieben. Sie haben das Angebot ständig erweitert – natürlich nach dem politischen Willen des Stadtrats. 2001 ist das Anrufsammeltaxi dazu gekommen, aber es musste schon fünf Jahre später wegen mangelnder Nachfrage eingestellt werden. Auch das „Minibedarfstaxi“, das vom Mutterhaus Hensoltshöhe angeregt worden war, überlebte nicht.

Die Einbindung der Ortsteile Unterwurmbach und Schlungenhof in einer zweijährigen Versuchsphase (2015-1017) brachte nicht die erwünschte Resonanz, so dass die Linie wieder gestrichen wurde. Besser steht es mit dem „Rufbus“, der seit 2019 alle Ortsteile für einen fünfjährigen Probezeitraum mit der Kernstadt verbindet. Er kann sogar online bestellt werden. Für ein bedarfsorientiertes System läuft der Rufbus nicht schlecht. Die Stadtwerke haben von Januar bis August 2115 Fahrgäste registriert (Durchschnitt: 1,17 pro Fahrt).

Die Stadtbuslinie 640.1 bedient außerdem sechs Schulstandorte. An der Kirchweih gibt es das Sonderangebot  „Kerwabus“.  An sieben Tagen werden rund 4000 Fahrgäste befördert, in den letzten zwanzig Jahren waren es an die 80000.

Wie Christian Reichenthaler, der bei den Stadtwerken zuständige Abteilungsleiter, gegenüber dem Stadtrat in seiner 20-Jahres-Bilanz mitteilte, gib t es seit August 2018 freies WLAN in den Stadtbussen. Das kostet 3100 Euro im Jahr, kommt speziell bei den Schülern glänzend an.

Im Jahr 2018 hat der Stadtbus 251932 Fahrgäste befördert, dazu noch 69000 im Schulbusverkehr (insgesamt: 320000). Das wirtschaftliche Ergebnis: Aufwand 555000 Euro, Erlös 284000 Euro, ergibt ein Defizit von 271000 Euro.

WERNER FALK

Für und Wider

Zur Problematik der Umgehung Schlungenhof

Der Prozess der Entscheidungsfindung des Straßenbauamts Ansbach hinsichtlich der Umgehung von Schlungenhof dauert schon lange, aber er ist einer, der die vielfältigen Interessen abwägen muss. Die Stadt ist nicht Herr des Verfahrens, denn die B13 ist eine Bundesstraße und folglich hat der Bund das Sagen und die Stadt wird angehört wie jeder andere Verfahrensbeteiligte auch.

Noch in diesem Jahr wird mit einer Erklärung des Straßenbauamts gerechnet, welche von den vielen Varianten, die geprüft werden, die meisten Chancen hat, realisiert zu werden. Der Stadtrat hat sich mit ihnen mehrmals beschäftigt, hat sich aber wegen der noch ausstehenden Entscheidung des Straßenbauamts noch nicht festgelegt.

Inzwischen hat die ÖDP ein Bürgerbegehren in dieser Sache in Gang gesetzt. Alle Bürger der Stadt, also nicht nur die Schlungenhöfer oder die  von der Umgehungsplanung betroffenen Laubenzedeler, können sich durch Eintrag in die Unterschriftenlisten äußern. Die ÖDP verficht die sogenannte Nulllösung, d. h. die B 13 soll weiterhin durch Schlungenhof führen, ferner zusätzlich der Verkehr von der Kreissstraße WUG 22 aus Richtung Haundorf und Mitteleschenbach. Alternative Trassen, die viel Land in Anspruch nehmen und auch erheblich mehr Geld kosten würden, werden abgelehnt.

Ich denke, es sind einige wichtige Aspekte zu beachten, die ich kurz zusammenfassen möchte:

Bei der Null-Lösung ergäbe sich kein kausaler Zusammenhang zwischen Bahnverkehr und Straßenverkehr. Die Bahn AG möchte den Übergang an der Kreisstraße WUG 22 realisieren (Brückenbauwerk über die Bahnlinie Treuchtlingen-Würzburg), der Kreistag hat sich im Gegensatz für eine Unterführung des Straßenverkehrs ausgesprochen.

Auch die Null-Lösung schafft den Verkehr  nicht vollständig aus Schlungenhof, denn es gibt weiterhin im Dorf die Anbindung an den Altmühlsee und auch der Nahverkehr in Richtung Gunzenhausen bliebe erhalten. Dabei handelt es sich etwa um die Hälfte des gesamten Verkehrsaufkommens.

Die Null-Lösung verzichtet auf eine weitere Versiegelung von Naturflächen und landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Das wird beispielsweise als Ergebnis des Volksbegehrens gefordert und ist inzwischen weitgehend Gegenstand der Politik der Staatsregierung.

Für die bestehenden Betriebe entlang der Ansbacher Straße in Schlungenhof ist die B 13 von Bedeutung. Es wäre interessant, die Stellungnahmen der Betriebseigentümer zu  hören.

Wichtig wäre eine zuverlässige Feststellung, wie die bebauten Grundstücke entlang der B 13 heute genutzt werden und welche Perspektiven es gibt.  Eine Befragung der Eigentümer wäre  diesbezüglich für den Entscheidungsprozess hilfreich.

Es erhebt sich die Frage, ob die Grundstücke links und rechts der B 13 als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen werden können. Der Staat könnte die bisher wohnlich genutzten Grundstücke entlang der B 13 erwerben und den Eignern ein Aussiedlungsangebot machen. Der Schwerpunkt der künftigen Nutzung läge auf dem gewerblichen Gebiet. Nützlich wäre in der Folge ein Dorfentwicklungsplan für Schlungenhof, der die verschiedenen Nutzungsbereiche schwerpunktmäßig festlegt.

Ganz klar für die Umgehung von Schlungenhof spricht die Belastung durch den Schwerlastverkehr und den Durchgangsverkehr. Möglich wäre nach der Auslagerung des Durchgangsverkehrs ein Rückbau der Straße mit Umwidmung als Gemeindestraße (eventuell Tempo 30) und es gäbe bessere Chancen für die Dorfentwicklung (Stichwort:  das gewünschte Gemeinschaftshaus).  Die Anlieger wären im Falle einer Umgehung nicht mehr der Gefährdung ihrer Gesundheit ausgesetzt, die amtlicherseits bereits ins Feld geführt wird.

Welche Trasse wird favorisiert?

Ein Trassenvorschlag sieht vor, die neue Bundesstraße 13 südlich der Bahnlinie bei Laubenzedel mit Anschluss an die B 466 zu bauen.  Ein erheblicher landwirtschaftlicher Flächenverlust ginge damit einher. Das würde aber einen Rückbau der alten Bundessstraße durch Schlungenhof sowie bessere Dorfentwicklung ermögliche, z.B.  durch Tempo 30-Regelung ermöglichen.

Eine weitere Variante ist die Neutrassierung der B 13 ab einem neu zu bauenden Kreisverkehr an der Abzweigung zum Surfzentrum Schlungenhof in einem Bogen quer durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Laubenzedel und Schlungenhof mit Anschluss an die B 466. Auch in diesem Fall wäre ein Rückbau in Schlungenhof möglich. Der Flächenverbrauch wäre jedoch erheblich. Ungeklärt ist, ob die privaten Grundstücksbesitzer zum Verkauf bereit sind.  Eine Zwangseinweisung der Grundstücke wird der Staat als Maßnahmenträger wohl nicht riskieren wollen.

Im November will das Straßenbauamt die verschiedenen Varianten-Gutachten vorstellen. Die Entscheidung ist die kommunalpolitisch Verantwortlichen nicht leicht. Ich möchte mich derzeit auch nicht festlegen, zumal auch rechtliche Fragen in der Sache zu berücksichtigen sind, außerdem ist über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens noch nicht entschieden.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP