Author Archives: Werner Falk

Rohmilch gehört zur Ernährungskultur

Stellungnahme von „Slow Food Altmühlfranken“

Die Regionalgruppe von Slow Food Altmühlfranken erwartet zum „Internationalen Tag der Milch“ von der Politik endlich eine Gleichbehandlung der Verbraucher in Europa und wünscht sich eine stärker das Thema Milchqualität hinterfragende Gesellschaft. „Wenn in Deutschland den Verbrauchern gentechnisch verunreinigter Honig zugemutet und keine Etikettierungshinweise notwendig werden, wenn die Vorschriften über die Kennzeichnung der Lebensmittelinhalte weiter so wenig konkret ausfallen, dann fragen sich aufgeklärte Konsumenten schon, warum ihnen gerade in Deutschland Rohmilch über den Einzelhandel vorenthalten wird,“ hinterfragt Dieter Popp als Sprecher der Slow Food-Gruppe Altmühlfranken die hierzulande gängige, aber wenig nachvollziehbare Praxis.
Laut Gesetz ist es nämlich in Deutschland verboten, Rohmilch oder Rohrahm direkt an Verbraucher abzugeben, eine Ausnahme bildet die Direktabgabe bei den Landwirten, die aber die Verbraucher über das Risiko nicht abgekochter Rohmilch informieren müssen.
Es ist aber völlig unverständlich, dass trotz gleicher Rahmenbedingungen durch die EU-Hygieneverordnung zwar überall mit dem entsprechenden Hinweis vor dem Rohmilch-Verzehr gewarnt werden muss, dass dies aber in den europäischen Ländern völlig unterschiedlich gehandhabt wird. So ist der Rohmilch-Verkauf in vielen EU-Ländern – z.B. in Österreich auch im Einzelhandel – gestattet, nur in Deutschland werden unverständliche und bürokratisch hohe Hürden aufgebaut.
Slow Food erinnert daran, dass Rohmilch schon immer ein zentraler Bestandteil unserer Ernährungskultur war. Denn diese Milch zeichnet sich wie keine andere durch eine Vielfalt geschmacklicher Qualitäten und Inhaltsstoffe aus und spiegelt vor allem die Landschaften wieder, in denen diese Kühe zuvor weiden durften. Aber von dieser einzigartigen Geschmacksvielfalt und den Verbindungen zwischen dem Produkt Milch und seiner Herkunftslandschaft wissen die meisten Verbraucher heute nichts mehr. Milch wurde zu einem austauschbaren Industrieprodukt! Denn die heute gängigen Milchvarianten – H-Milch, ESL-Milch oder Frischmilch – werben auf ihren Verpackungen zwar mit Kühen auf grünen Weiden, nur kaum eine dieser Kühe hat je auf einer grünen Weide gestanden!
Während die konkreten Gefährdungen durch gentechnisch veränderte Lebensmittel verharmlost und die Verbraucher über die Etikettierung nur unzureichende Informationen erhalten, werden bei der Rohmilch abstrakte Risiken in den Mittelpunkt gestellt. Auch Slow Food bestreitet diese Risiken nicht, aber informierte Verbraucher können mit diesen Risiken verantwortlich umgehen. Angesichts keimbelasteter Muttermilch kommt ja auch niemand auf den Gedanken, die Qualität von Muttermilch durch Erhitzen zu verbessern. Dagegen werden die nachgewiesenen gesundheitsfördernden Wirkungen des Rohmilchkonsums bei Asthma und allergischen Erkrankungen in den öffentlichen Diskussionen heruntergespielt!
Der Staat mutet uns auf der einen Seite kriminalistische Fähigkeiten zu, wenn es um Gefährdungen unserer Gesundheit geht, die durch gentechnisch veränderte Belastungen entstehen. Denn auch die vielen gentechnikfreien Landkreise in Bayern nutzen nur wenig, wenn in unseren Lebensmittelregalen zu Hunderten importierte Produkte aus Ländern angeboten werden, in denen solche Kampagnen völlig unbekannt sind. Und es steht ja zu befürchten, dass Lebensmittelstandards durch die nach wie vor unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Verhandlungen mit den USA über das Freihandelsabkommen TTIP auf dem Altar vermeintlicher Arbeitsplätze für die Automobilbranche geopfert werden. Auf der einen Seite mutet der Staat den mündigen Verbrauchern die Nebelhaftigkeit der Lebensmittelkennzeichnung zu. Und andererseits will er souveräne Konsumenten vor den Gefahren eines Ur-Lebensmittels schützen. Sind die anderen EU-Staaten denn hier verantwortungslos oder wird hier nur eine Politik der verbraucherfern positionierten Molkerei-Konzerne betrieben?
Slow Food wird sich daher verstärkt des Lebensmittels Milch zuwenden. Denn die Risiken, die uns der Staat bei der Gentechnik aufbürdet sind unvergleichlich größer als die gesundheitlichen Risiken beim Rohmilch- oder Rohkäse-Genuss. Dieter Popp hält es für gerechtfertigt, dass die Verbraucher souverän selbst entscheiden, ob sie weiterhin eine weitgehend denaturierte Milch aus industrieller Bearbeitung konsumieren oder sich für eine erhaltungswürdige bäuerliche Landwirtschaft mit nachhaltiger Kreislaufwirtschaft entscheiden, indem sie z.B. auch gezielt auf Vorzugsmilch, Rohmilch oder Weidemilch setzen. Es ist höchste Zeit, dass die Rohmilch entdämonisiert wird und die Rahmenbedingungen und Konsequenzen industriell hergestellter Milch transparent gemacht werden.     DIETER POPP

Geschichte theatralisch erleben

Der „Fall der Bösmüllerin“ führt in Weißenburg ins 16. Jahrhundert mit mit all seinen dämonisch-magischen Geschichten. Die „Weißenburger Bühne“ macht sich am 19. Juni und 7. August (Treffpunkt jeweils um 20.30 Uhr auf dem Marktplatz) auf die Suche nach der Hexe. Die Laienschauspieler und die Nachtwächterin (Dr. Ute Jäger, Kreisheimatpflegerin) setzen die Geschichte szenisch um und begeistern damit Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Wer diese tolle Zeitreise erleben will, der kann sich telefonisch anmelden (09141/997207). Der Beitrag: 10 Euro (Erwachsene), Kinder bis 16 Jahre fünf Euro.

Gesucht wird die neue Apfelkönigin

Junge Damen können sich jetzt bewerben

Die Interessengemeinschaft „Fränkische Moststraße“ hat eine herausragende Stelle zu besetzen: die Apfelkönigin. Junge Frauen können sich ab sofort melden, denn die Amtszeit von Carolin I. läuft im Herbst aus.

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Carolin I. amtiert noch bis Herbst, dann übernimmt ihre Nachfolgerin die Regentschaft an der Fränkischen Moststraße.

Gesucht wird eine Dame von mindestens 18 Jahren, die ein adrettes und sicheres Auftreten sowie eine positive Ausstrahlung hat, die sich mit Ihrer Heimatregion identifizieren kann und der der Erhalt der fränkischen Streuobstwiesen ein Anliegen ist. Bewerben können sich alle jungen Damen, die einen Wohnsitz in einer der Moststraßen-Gemeinden aus den Landkreisen Ansbach, Donau-Ries, Neustadt/Aisch, Schwäbisch-Hall und Weißenburg-Gunzenhausen haben. Dies sind derzeit Absberg, Arberg, Aurach, Bechhofen, Burgoberbach, Burgbernheim, Burk, Dentlein, Dinkelsbühl, Dürrwangen, Ehingen, Feuchtwangen, Flachslanden, Gerolfingen, Gunzenhausen, Herrieden, Kreßberg, Langfurth, Leutershausen, Mönchsroth, Oettingen, Röckingen, Schnelldorf, Schopfloch, Unterschwaningen, Wassertrüdingen, Weidenbach, Weiltingen, Wilburgstetten und Wittelshofen. Die Fränkische Moststraße stattet ihre Apfelkönigin mit einer Tracht im Wert von ca. 500 € aus, für ihre Einsätze erhält sie eine Aufwandsentschädigung und Fahrkostenersatz. Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, schickt eine Kurzbewerbung an das Sekretariat der Fränkischen Moststraße in 91567 Herrieden, Herrnhof 10. Eine Entscheidung fällt nach persönlicher Vorstellung in einem Gremium, sodann wird es im Herbst zur feierlichen Krönung im Rahmen eines Festes kommen. Der Krönungstermin steht noch nicht fest, evtl. findet diese am Tag der Regionen, dem Streuobsttag in Burgbernheim oder auf der Messe Kontakta in Ansbach.Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, schickt eine Kurzbewerbung an das Sekretariat der Fränkischen Moststraße in 91567 Herrieden, Herrnhof 10. Eine Entscheidung fällt nach persönlicher Vorstellung in einem Gremium, sodann wird es im Herbst zur feierlichen Krönung im Rahmen eines Festes kommen. Der Krönungstermin steht noch nicht fest, evtl. findet diese am Tag der Regionen, dem Streuobsttag in Burgbernheim oder auf der Messe Kontakta in Ansbach.

Auftakt im „Kultursudhaus“ Gentner

Spielberg. „Faust“ auf dem Thespiskarren

In Spielberg ist  im Innenhof des Gasthof Gentner der Theatersommer eröffnet worden.  Die Zuschauer sahen  Goethes „Faust“ – der Tragödie erster Teil.
Bei strahlender Mai Sonne wurde am Nachmittag der Thespiskarren der Landesbühne Oberfranken zur Bühne umgebaut. So verwandelte sich der Innenhof des Gasthof Gentner mit der besonderen Fassade des ehemaligen Sudhauses der Brauerei in einen Theaterhof mit besonderem Flair. Auf dieser Bühne zeigten zwölf Schauspieler der Landesbühne Oberfranken unter der Leitung von Jan Burdinski ihre Kunst. Leidenschaftlich spielten sie die Tragödie des Gretchens und die große Geschichte des Gelehrten Faust. Geschickt inszeniert durch ein schlichtes Bühnenbild und eine moderne Kostümausstattung wurde das Stück leichtfüßig und ohne Pathos präsentiert. Goethes Sprache, der faust’sche Inhalt und die Darstellungskunst der Akteure machten diesen Abend im Freien zu einem konzentrierten Genuss.

„Leicht –spannend und gefühlvoll“ so beschreibt der Regisseur Jan Burdinski seine Interpretation des Faust auf dem Theaterkarren unter freiem Himmel. Und die Zuschauer dankten es ihm mit viel Applaus. Der schönen Mai Abend wurde kulinarischen mit leichten fränkischen Spezialitäten aus der genussvoll begleitet. Dabei war man sich schnell einig, dass diese rundum gelungene Theaterveranstaltung im nächsten Jahr wiederholt werden soll. Es bleibt noch spannend, welches Stück die Landesbühne Oberfranken 2015 auf ihrem Thespiskarren mit nach Spielberg bringen wird.

Am Himmelfahrtstag, 29. Mai, ist ab 10 Uhr Jazz-Frühschoppen mit den Weißenburger „Dixie Stompers“ (bis 14 Uhr). Der Event hat inzwischen so etwas wie Kultcharakter. Gastgeberin Walburga Gentner serviert frische Weißwürste und dazu gibt es den superguten Senf ihrer  Freunde vom „Nürnberger Senfladen“.

 
Unser Foto: Jan Burdinski und das Ensemble der Landesbühne Oberfranken auf der Bühne im Gasthof Gentner

Wolframs-Eschenbach – das kulturelle Kleinod

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Wer möchte es bestreiten? Heidi Dücker ist das sympathische Gesicht der Wolframs-Eschenbacher Tourist-Information.

Die Veranstaltungstermine im Juni

Samstag, 7. Juni 2014 – 19.00 Uhr: Piano Activo – Faszination Klavier
(Vierhändige Klavierimprovisationen), Improvisationen über geistliche und weltliche Themen. Mitwirkende:
Piano Activo – Maximilian Rüb und Jörg Scholkowski. Veranstaltungsort: Bürgersaal des Deutschordensschlosses. Veranstalter: Jörg Scholkowski, Maximilian Rüb. Eintritt frei – Spenden erbeten

Sonntag, 22. Juni 2014 – 15.00 Uhr: Gästeführertag (Benefizveranstaltung zu Gunsten der Kirchturmsanierung). Programm: 10.00 Uhr: Klassische Stadtführung, 11.00 Uhr: „Von der Romantik zum Rokoko – Deutschordenskirchen in Eschenbach“, 14.00 Uhr Kinderführung „Auf den Spuren der Ritter des Deutschen Ordens“,  „Wolframs-Eschenbach – Stadt des Deutschen Ordens“,  Kirchturmführung. 15.00 Uhr: Kinderführung „Mit Schwert und Schild durch Eschenbach“
Kinder dürfen sich bei dieser Führung als „Deutschordensritter“ verkleiden und erfahren beim Rundgang durch die Stadt vieles über den Deutschen Orden in Eschenbach. Zum Abschluss werden „echte“ Ritterwaffen, Helm und Schild gezeigt. Weitere Führungen: „Der Deutsche Orden und seine Bauten“, Führung mit dem Deutschordensvogt,  „Hexenverfolgung in der Stadt Eschenbach“ (Führung durch die verurteilte Agnes Stöcklin), Kirchturmführungen. 16.00 Uhr:   „Stadtführung“,
Führung mit dem Deutschordensvogt, Führung durch das Liebfrauenmünster, Kirchturmführungen. Treffpunkt: Kirchhof. Veranstalter: Heimatverein Wolframs-Eschenbach. Führungen kostenlos

 

Was ist im Juni los in Gunzenhausen?

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Kathrin Meidl, die stellvertretende Leiterin der Tourist-Information Gunzenhausen, ist eine Sympathieträgerin der Stadt.

1. Juni, 10.30 bis 18 Uhr: Trödelmarkt auf dem Festplatz

7. Juni bis  27. September   jeden Samstagvormittag von 10 bis 14 Uhr  Konzerte am Marktplatz in Gunzenhausen.

4. Juni, 14 Uhr: Tanznachmittag in der Stadthalle

6. Juni, 19.30 Uhr: Abendfahrt mit der MS Altmühlsee mit Livemusik ab Schlungenhof

6. Juni, 19.30 Uhr: Orgelkonzert zum Partnerschaftsjubiläum mit Isle in der Stadtkirche

6. Juni, 20 Uhr: Kabarett mit Michl Müller in der Stadthalle

7. Juni bis 9. Juni: Seefest und Kanutestival am Altmühlsee (Schlungenhof)

11. Juni, 19 Uhr: Sommerkonzert im ehemaligen markgraflächen Hofgarten mit der Jugendkapelle Gunzenhausen

13. Juni, 19.30 Uhr: Abendfahrt auf der MS Altmühlsee mit Livemusik ab Schlungenhof

15. Juni, 20 Uhr:  Besinnlicher Tagesausklang auf der MS Altmühlsee mit Pfarrer Burkhard Stark (Schlungenhof)

18. Juni, 19 Uhr: Sommerkonzert mit der Pleinfelder Blasmusik im ehemaligen markgräflichen Hofgarten

19. Juni, 20 Uhr: Kabarett mit Couplet AG im Hermann-Stadel in Wald-Steinabühl

20. Juni, 19.30 Uhr: Abendfahrt auf der MS Altmühlsee mit Livemusik (Walder Dorfmusik) ab Schlungenhof

22. Juni, 9.45 Uhr: Frühstücksbüfett mit regionalen Produkten auf der MS Altmühlsee (ab Schlungenhoöf)

22. Juni, 11 bis 18 Uhr: Johannimarkt auf dem Marktplatz Gunzenhausen

25. Juni, 19 Uhr: Sommerkonzert mit der Brass Band Gunzenahsuen im ehemaligen markgräflichen Hofgarten

27. Juni, 19.0 Uhr: Abendfahrt auf der MS Altmühlsee mit Livemusik (ab Schlungenhof)

28. Juni, 10.30 Uhr: Sommerfest des Burkhard-von-Seckendorff-Heims

29. Juni, ab 11 Uhr: Tag der offenen Tür im Tierheim an der Ansbacher Straße

„Echt Brombachseer BergKirsch“ als Dessertwein und „Brombachseer Boskoop“ als Most

Regionalmanager Dieter Popp setzt seine guten Ideen um

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Regionalmanager Dieter Popp mit Evi Zottmann-Reichard amüsieren sich köstlich – so köstlich ist auch der „Echt BrombachseerBergKirsch“, der vor ihnen in den dunklen Flaschen steht. In den hellen ist der „BergMost“ abgefüllt.

32 Kirschsorten gibt es in der Region, 21 davon sind alte Sorten. Der „Hedelfinger“, „Schneiders Kracher“ oder die „Schwarze Groll“ sind die bekanntesten von ihnen. Die Verbraucher kennen sie aber kaum. Das kann sich jetzt ändern, denn der „Brombachseer BergKirsch“, die schon testweise im letzten Jahr produziert wurde, geht heuer in den Handel. 4200 Flaschen (0,3 Liter) wurden in der Kalbensteinberger Genossenschaftsbrennerei produziert. Daneben gibt es heuer erstmals den „Brombachseer Boskoop“, einen veredelten Apfelmost.
Der Haundorfer Dieter Popp, Chef der „Futour Regionalberatung“ und frühere Regionalmanager des Landkreises, ist der geistige Vater der Produkte. Ihm kommt das Verdienst zu, aus vielen guten Ideen, die seit Jahren diskutiert werden, ein vermarktungsfähige Produkte entwickelt zu haben. Seine Partnerin ist die Brenereigenossenschaft in Kalbensteinberg, vertreten durch Evi Zottmann-Reichard, der Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins im Kirschendorf.
Der Kirschsherry „Schwarze Groll“ in der stylischen Flasche war im letzten Jahr schon ein Hit. „In nur zwölf Tagen habe ich die 900 Flaschen an ausgewählte Geschäfte verkaufen können“, sagt Dieter Popp ganz euphorisch. 2013 war für ihn die Testphase, heuer steigt er voll ein. 1500 Liter wurden in Kalbensteinberg produziert. Vertrieben wird der „BergKirsch“ mit seinem einzigartigen Aroma und 15 Prozent Alkoholgehalt fast ausschließlich über den Getränkegroßhandel oder direkt über die Genossenschaftsbrennerei.

Über viele Jahrzehnte haben die Kirschenbauern aus dem Kalbensteinberger Land ihre Top-Früchte täglich nach Igensdorf (Oberfranken) gekarrt, um sie dort im großen Stil vermarkten zu lassen. Inzwischen aber wollen die Igensdorfer die Kalber Früchte nicht mehr. Es heißt, die alten Sorten ließen sich nur mehr schlecht vermarkten. Von den 32 Sorten, die heute angepflanzt werden, sind 21 zu den alten zu rechnen. Ihre Hochstämme sind noch immer charakteristisch für die rund 250 Hektar große Kirschenregion. Die „Profis“ aber wollen zunehmend ernteleichte Halbstämme.
Wie gut, dass Dieter Popp die Chance für die hiesigen Kirschenanbauer erkannt hat, die sich durch die Igensdorfer Weigerung bietet. Er hat neue Qualitätskriterien geschaffen und dazu den Markennamen „Echt Brombachseer“ schützen lassen. Die Früchte für das exklusive Produkt dürfen nur aus den Orten Kalbensteinberg, Igelsbach, Absberg, Fünfbronn, Hagsbronn, Stockheim, Schnittling, Keilberg, Großweingarten, Stirn, Enderndorf am See, Wernfels, Massenbach, Güsseldorf, Mosbach und Spalt kommen. Die Vertriebsgenossenschaft bilden die Gemeinden Spalt und Absberg mit fünf Vereinen aus Kalbensteinberg, Wernfels, Großweingarten Absberg und Spalt.
Bergkirschfest 2592x3872Ergänzend zum Kirsch-Sherry präsentieren Popp und die Kalbensteinberger Obstverwerter heuer den „Brombachseer Boskoop 2013“. Er wird als ein Produkt der „Fränkischen Moststraße“ vermarktet, an der entlang es bisher überhaupt keinen Apfelmost zu kaufen gab. „Wir wollen unser Streuobstwiesen erhalten und haben jetzt mit dieser Spezialität eine weitere Nische, mit der wir mehr Wertschöpfung für die Region erzielen können“, sagt Evi Zottmann-Reichard. Vom Apfelmost mit 7,1 Prozent Alkohol wurden 500 Flaschen (0,75 Liter) abgefüllt. Sie kommen allerdings nicht in den Handel, sondern werden nur an die Gastronomie geliefert oder sind in Kalbensteinberg erhältlich. Popp preist das regionale Produkt als „idealen Durstlöscher und anregenden Begleiter der altmühlfrankischen Küche“ an. Er glaubt, dass der Most für die vielfach aus dem Württembergischen kommenden Urlaubsgäste ein attraktives Getränkeangebot ist, zumal die Schwaben zum Most als ihr einheimisches Getränke eine besondere Liebesbeziehung haben. Der frühere Regionalmanager, der auch den Markennamen „altmühlfranken“ initiiert hat, will jedenfalls noch weiter experimentieren. Bald soll es auch einen 12-prozentigen Apfel- und Pflaumendessertwein geben.

 

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Bayerischer Gründerpreis für „Toolcraft“

Das Georgensgmünder Unternehmen ist besonders innovativ

Bernd Krebs, der Chef von „Toolcraft“ in Georgensgmünd, konnte im Rahmen der Unternehmerkonferenz in Nürnberg den Bayerischen Gründerpreis in der Kategorie „Aufsteiger“ entgegennehmen. Das Gemeinschaftsprojekt von Sparkassen, Stern, ZDF und Porsche steht für herausragende Erfolge beim Aufbau und Erhalt von Unternehmen in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien. Bereits im Mai hatte Toolcraft den Mittelfränkischen Gründerpreis bekommen, der das regionale Pendant zu dieser Auszeichnung darstellt.
Der Bayerische Gründerpreis wird seit 1997 an Unternehmen und Gründer für vorbildhafte Leistungen bei der Entwicklung von innovativen und tragfähigen Geschäftsideen, beim Aufbau neuer Unternehmen und für herausragendes unternehmerisches Engagement verliehen. Der Preis wird in sechs Kategorien vergeben: Konzept, StartUp, Aufsteiger, Nachfolge, Sonderpreis und Lebenswerk. In der Kategorie „Aufsteiger“ werden Gründer ausgezeichnet, deren Unternehmen mindestens fünf Jahre alt sind und in kürzester Zeit ein außerordentliches Umsatzwachstum erreicht sowie das Potenzial zur Marktführerschaft haben.
Seit Gründung durch Bernd Krebs im Jahr 1989 verfolgt Toolcraft eine konsequente Strategie des Wachstums durch Innovation, stetige Erweiterung des Leistungsspektrums und höchste Produktqualität. Im Stammwerk Georgensgmünd und im Formenbau Spalt beschäftigt das Unternehmen heute insgesamt 254 Mitarbeiter auf einer Nutz- und Fertigungsfläche von über 10.500 Quadratmeter. Ein bedeutender Erfolgsfaktor stellt die Rekrutierung sowie langfristige Bindung hoch qualifizierter Mitarbeiter dar. Welche Maßnahmen Toolcraft in diesem Bereich seit 25 Jahren erfolgreich umsetzt, thematisierte Bernd Krebs in seinem Fachvortrag im Rahmen der Unternehmerkonferenz.

Europawahlkampf: Zu wenig plakativ

Erklärung von Werner Falk, Stadtrat der FDP in Gunzenhausen

Zunächst das absolut positive Ergebnis für alle: die Wahlbeteiligung mit 48 Prozent in Deutschland war viel höher als befürchtet. Ich hatte im Vorfeld eine viel schlechtere Beteiligung erwartet.
Die erhoffte Erholung der FDP ist nicht eingetreten. Das vormalige Super-Ergebnis von 11 Prozent war nicht zu erwarten, aber um die fünf Prozent hatte ich schon prognostiziert.
Was sind die Gründe für dieses schlechte Abschneiden? Das Ausscheiden aus dem Bundestag und dem Landtag in Bayern hat die Wahrnehmung der Partei in der Öffentlichkeit natürlich verschlechtert. Zündende Argumente für die FDP hat es nicht gegeben, die europapolitischen Ziele der Parteien waren (und sind) in vielen Punkten die gleichen. Schon gar nicht zu erkennen war ein „Alleinstellungsmerkmal“ der FDP, also ein zwingender Grund, weshalb sich der Wähler für sie entscheiden sollte. Es wäre wohl besser gewesen, die Partei hätte eine markante und plakativ wirkende Wahlaussage getroffen.  Damit hätte sie sich von den anderen abheben können und wäre besser wahrgenommen worden. Die beiden großen Parteien, also die Konservativen und die Sozialdemokraten, sind jeweils mit Kandidaten für die EU-Kommission plakativ in Erscheinung getreten und somit viel stärker wahrgenommen worden. Sie haben ihren Programmen sozusagen ein Gesicht gegeben, was in unserer Gesellschaft, die vielfach von Fernsehbildern lebt, ganz wichtig ist. Somit ist die nicht immer verständliche EU-Politik als personalisierte Nachricht „rübergekommen“.
Der Spitzenkandidat der europäischen Sozialisten (Schulz) hat als Deutscher natürlich der SPD ein Plus an Stimmen gebracht. Zudem ist er auch nach meiner Meinung ein guter Mann für Europa, der in der Vergangenheit auch konfrontativen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gegangen ist (Streit mit Berlusconi, Rede in Jerusalem) und die Wahrheit nicht auf dem Altar der Diplomatie geopfert hat.
Für das Erstarken der FDP ist ganz allein die Arbeit an der kommunalen Basis entscheidend.

Einkochen ist wieder in

Im Stocker-Verlag ist das „Bäuerinnen-Einkochbuch“ erschienen

Der Kühlschrank hat das Konservieren von Obst und Gemüse revolutionär verändert. Noch bis in die sechziger Jahren bestand die Vorratshaltung, vorwiegend in den ländlichen Haushalten, darin, Obst, Gemüse, Wildfrüchte und Pilze durch Einkochen und Einlegen haltbar zu machen. Einkochbuch 3146x2141

Wozu heute noch einen Garten bestellen und einkochen, wenn man doch überall frisches Obst und Gemüse kaufen kann?  Im mag bequem sein, einfach ins Regel zu langen und sich die Sachen in den Einkaufswagen zu legen. Aber es gibt seit etlichen Jahren auch ein Umdenken. Wer sich bewusst ernährt – und das werden immer mehr -, der kauft nicht alles, was billig ist. Hochwertige Lebensmittel ab Hof sind garantiert qualitätvoll, aber sie haben auch ihren Preis. Den zu zahlen, sind immer mehr Verbraucher bereit, zumal löst jeder Lebensmittelskandal eine neue Welle von kritischem  Verbraucherbewusstsein aus.

Der Stocker-Verlag aus Wien hat bereits etliche „Bäuerinnen-Bücher“ veröffentlicht. Jetzt ist ein neuer Titel („Das Bäuerinnen-Einkochbuch“) dazu gekommen. Wie sagt Chefredakteurin Irmtraud Weishaupt-Orthofer: „Wer genau wissen will, was im Glas drinnen ist, der kocht selber ein!“

Bald blüht der Holunder (in Franken: Holler). Deshalb gibt der Falk-Report an dieser Stelle das Rezept für einen Holunderblütensirup preis:

Wir benötigen: 2 l Wasser, 2 kg Kristallzucker, 20 g Zitronensäure, 15 große Holunderblüten (ganze Blütendolden), 1 unbehandelte Zitrone.

Und wo verfahren wir weiter:

Wasser mit Zucker so lange kochen bis sich der Zucker gut aufgelöst hat, danach die Zitronensäure unterrühren.

Holunderblüten vorsichtig abbrausen und gut abtropfen lassen, Zitrone in 10 dünne Scheiben schneiden, Holderblüten und Zitronenscheiben in gut gereinigte große Gläser geben und mit dem überkühlten Zuckersirup übergießen, danach erkalten lassen.

Die Gläseer mit Cellophan gut verschließen und an einem warmen Fensterplatz 5 Tage durchziehen lassen, danach die Holunderblüten herausnehmen, den Sirup durch ein feines  Sieb gießen (oder durch einen Kaffeefilter filtern) und in sterilisierte Flaschen abfüllen, diese gut verschließen.