Neujahrsempfang mit Starkoch

Alexander Herrmann begeisterte mit authentischem Auftritt

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, stv. Vorsitzender Christian Mayr, die beiden Vierheller-Wirtinnen , Stargast Alexander Herrmann, Vorsitzender Alexander Herzog und Landrat Gerhard Wägemann, den die Wirtschaftsjunioren mit einem Geschenk verabschiedeten. Foto: FR Presse

Wer den fränkischen 2-Sterne-Koch Alexander Herrmann einlädt, der hat den Erfolg bereits mitgebucht. So war es nicht verwunderlich, dass der Neujahrsempfang der Gunzenhäuser Wirtschaftsjunioren auf eine starke Resonanz stieß und die Stadthalle fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Beim abschließenden Sektempfang im Foyer drängten sich die Gäste bei  Partygebäck, Bier und Saft.

Ein Wiedersehen mit dem Starkoch gab es nach fünfzehn Jahren für Mareike Falk, die damals an der Wirsberger Hotelrezeption tätig war.

„In Gunzenhausen läuft es rund“. Mit diesen Worten fasste Rathauschef Karl-Heinz Fitz die Stimmung in der Stadt zusammen. Er und seine Pressechefin Ingeborg Herrmann hatten für den Neujahrsempfang eine etwas andere Präsentation gewählt als sonst. Und die kam bei den Gästen aus Nah und Fern glänzend an. Die Jungfilmer Florian Burger, Tim Guthmann und Julius Löhner hatten zusammen mit Wolfgang Löhner ein Video gedreht, das die Stadt auf sehr ansprechende Weise präsentierte. Vor allem die hohe Qualität der Aufnahmen bestach und legt die Bewertung nahe, dass die jungen Filmer  auf einem guten Wege sind, sich zu professionalisieren. Die Texte von „Autor“ Karl-Heinz Fitz waren mit den tollen Aufnahmen und Schnitten gut synchronisiert. Das Gesamtwerk beeindruckte und fand großen Gefallen. Immer wieder war von den Gästen dickes Lob zu hören. Und es bestätigte: ein Neujahrsempfang muss kein stupides Herunterbeten von kommunalpolitischen Leistungen sein.

Alexander Herzog, der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen, hatte ein glückliches Händchen, als er den Sternekoch Alexander Herrmann  als prominenten Gast gewinnen konnte. Der Inhaber eines  Hotels und Restaurants in Wirsberg (bei Bayreuth) ist 1996 in den elterlichen Betrieb eingestiegen – und hat ihn vollständig erneuert. Zwei Michelin-Sterne hat Alexander Herrmann inzwischen bekommen. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der nicht nur in seiner oberfränkischen Heimat tätig ist, sondern auch als Fernsehkoch ein sympathischer Exponent Franken ist.  Das „Palazzo“ in Nürnberg betreibt er seit zehn Jahren. Es ist eine der erfolgreichsten gastronomischen Adressen dieses in ganz Europa gängigen Formats. Aus seiner Feder stammten auch etliche Kochbücher. Herrmann beschäftigt heute 120 Mitarbeiter, 70 allein in der Gastronomie, 30 in der Hotelerie.

„Die überflüssigste Person im eigenen Betrieb zu werden“, so skizzierte Alexander Herrmann seinen Einstieg in das Gastronomiegeschäft. Und er gab den Gunzenhäuser Unternehmern eine Erfahrung weiter, die es wert ist, durchdacht zu werden: „Nicht im, sondern am Betrieb arbeiten!“ Wie andere Geschäftsleute stammt auch er aus einer „verschrobenen Welt“. Aber er hat sich befreit von den Konventionen, ist dank eines hohen psychologischen Einführungsvermögens neue Wege gegangen. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Respekt vor den Mitarbeitern! Er misst seine Leute nicht an ihren Fehlern, schenkt ihnen Vertrauen.  Den Begriff  „Team“ definiert er für sich ganz neu: TOLL, EIN ANDERER MACHTS!  Im Restaurant in Wirsberg müssen die Mitarbeiter keine Angst vor dem „Powerbriefing“ mit dem Chef haben, denn täglich werden eine Viertelstunde vor der Restaurantöffnung zusammengerufen, um zu hören, was sozusagen im Laden super läuft. Es gibt eben am Arbeitsbeginn keine Fehlerzuteilung durch den allwissenden Chef.  Und doch : den ursprünglichen Schlachtruf („An uns kommt keiner vorbei, wir haben zwei“) musste der 2-Sterne-Koch ändern, denn die im Foyer  auf den Einlass wartenden Gäste  hatten sich verhört („haben frei“) und sich über den Slogan mokiert.  Deshalb das neue Ritual: „An uns kommt keiner vorbei, wir sind es wert!“

Der prominente Gast, zu dessen Leibspeisen das Schnitzel und die Pasta gehörten, erzählte vor den rund 500 Gästen aus dem Nähkästchen der Starköche, die sich wiederholt den kritischen Juroren des „Michelin“-Restaurantführers zu stellen haben. Das „System Michelin“ verschlingt  rund eine Million Euro, erst dann ist der neue Restaurantführer fertig.  Herrmann Erfahrung: „Andere Guides bedienen sich eher fragwürdigen Gastronomiekritikern“.

WERNER FALK

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