Glatte Eins im Matheabitur

Schwere Abituraufgaben gab es schon immer

In den digitalen Medien ist in diesen Tagen wieder einmal ein regelrechter Hype zu erleben. Obgleich in Bayern nur rund 10000 junge Menschen ihr Abitur ablegen, regen sich an die 50000 User in einer Onlinepetition über die schwere Mathematikaufgabe auf. Immerhin: es gibt inzwischen genügend Menschen, die es gelassener sehen. Schwere Aufgaben hat es nämlich schon immer gegeben. Ein Beispiel dafür liefert das Gunzenhäuser Simon-Marius-Gymnasium.

Der aus Gunzenhausen stammende Informatikprofessor Dr. Joachim Schmidt, der zuletzt an der TU Hamburg-Harburg lehrte und heute abwechselnd in Hamburg und Eybburg (Gemeinde Arberg) lebt,  gehörte 1960 zum ersten Abiturjahrgang in Gunzenhausen.  Seine Mitschüler und er mussten sich damals im Unterricht von Mathematiklehrer Endres mit dem Differenzieren von Funktionen (Polynomen) herumschlagen. Eine Aufgabe lautete: differenziere x hoch x (also xx). Nicht alle kamen gleich damit zurecht, aber dank Lehrer Endres gelang ihnen die Auflösung.  Und dann kam die Überraschung und das bayerische Einheitsabitur verlangte prompt nach der Differenzierung der genannten Formel. Was kein Wunder war: Sechs von 20 Gunzenhäuser Abiturienten schrieben eine Eins im Matheabitur, darunter auch Joachim Schmidt. Das erschien selbst den Nachzensierern an der renommierten Nürnberger Löbleinschule als ein echter Hammer, denn dort gab es unter 100 Schülern nur einen einzigen mit der Mathe-Note 1.

Professor Joachim Schmidt  ist rückblickend ganz stolz auf seine Mitschüler: „Ich bin mir sicher, dass Gunzenhausen damit das beste Matheabitur in ganz Bayern zustande gebracht hat – und das gilt wahrscheinlich noch bis heute. Selbst das Kultusministerium hat sich damals für Gunzenhausen interessiert.“

WERNER FALK

One Thought on “Glatte Eins im Matheabitur

  1. Heinz Rahm on 6. Mai 2019 at 20:35 said:

    Als ehemaliger Gymnasiallehrer (in Hessen, allerdings Fremdsprachen) kann ich nur sagen, dass ich schwarz sehe für die Bildung im ganzen Deutschland. Im Jahr 1972 habe ich in Bayern Abi gemacht, auch ein „Vorabitur“ in Mathe. Dieses Fach habe ich zuerst relativ gelassen mitgemacht, dann „mitgeschleppt“, zum Schluss richtig gehasst. Aber ein „Befriedigend“ kam dabei doch noch zustande, und zwar nicht, weil ich eine Petition verfasst, sondern hart und absolut gegen meine „Wohlfühlbedürfnisse“ gearbeitet habe. Das Märchen, dass Unterricht den Schülern (und Schülerinnen, pardon) immer „Spaß machen“ müsse, ist auch in pädagogischen Köpfen weit verbreitet. Leider ist es eine traurige Tatsache, dass viele dieser jungen Leute längere Texte gar nicht mehr „durchhalten“, geschweige denn verstehen, weil sie keine Bücher mehr lesen, sondern auf ihren viereckigen „Hirnschrittmachern“ Tag und Nacht „rumdaddeln“, in der Schule versteckt unter der Bank und in den Pausen sowieso. Deshalb sind die Pausenaufsichten jetzt recht entspannt, weil kaum mehr Raufereien und Streitereien vorkommen …

    Und am Freitagvormittag ist es dann „in“, während der Schulzeit gegen die Umweltverschmutzung (der anderen Leute, wohlgemerkt!) zu demonstrieren. Mein Sohn, Student, hat morgens im Bus mitgekriegt, dass es diesen „Demonstranten“ nur darum ging, keinen Unterricht zu haben. Und unsere „Politgrößen“, allen voran die Kanzlerin, klatschen frenetisch Beifall, obwohl es auch gegen ihre Klimapolitik geht. Völlig hanebüchen! Natürlich, die denken, das Kästchen mit der „richtigen“ Partei auf dem Wahlzettel werden sie immer noch finden, und ein Kreuzchen darin gelingt auch bei schlechter Rechtschreibung …

    Wo um Himmels willen sind wir hingeraten?

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