Jüdische Spuren in Westmittelfranken

Gemeinsames Projekt von vier Regionen

Der Judenfriedhof in Bechhofen gehört zu den größten in Bayern. Foto: Heinz Meyer

Eine lange und bedeutsame jüdische Geschichte haben Rothenburg, Bechhofen, Wilhermsdorf und Uehlfeld gemeinsam. Jetzt haben sie ein Projekt gestartet und wollen eine gemeinsame Publikation herausgeben, in der die wichtigsten Zeugnisse jüdischen Lebens in Westmittelfranken vorgestellt werden. Sie soll 2019 erscheinen.

In der neuen Ausgabe der „Schöneren Heimat“, der vierteljährlich erscheinenden Publikation des Landesvereins für Heimatpflege, stellt Autor Harald Weigand die Initiative der vier Kommunen vor. Sie haben alle eines gemeinsam: Jüdische Friedhöfe, ehemalige Synagogen und andere Bauwerke sowie jüdische Straßennamen.

In Wilhermsdorf war einst Schwerpunkt der jüdischen Buchdruckkunst und der Friedhof zählt zu den ältesten in Bayern.  In Bechhofen lag der jüdische Bevölkerungsanteil um 1811 bei 25 Prozent und in Uehlfeld gehörten 54 der 113 Wohnhäuser jüdischen Bürgern. Rothenburg beherbergte schon im Mittelalter eine bedeutende Talmudschule.

Die Kommunen wollen im Rahmen eines Leader-Förderprojekts  ein Netzwerk zur jüdischen Geschichte in Westmittelfranken auf den Weg bringen. In Bechhofen soll ein Rundweg als Gedächtnisweg zu den noch vorhandenen Zeugnissen jüdischer Besiedlung führen. Der Friedhof  mit seinen 16500 Quadratmetern soll das 1938 niedergebrannte Tahara-Haus wieder bekommen. Bereits abgeschlossen ist die Dokumentation von 2400 Grabsteinen durch das israelische Paar Ruth und Aharon Bruck (2009 bis 2013). In Colmberg ist ein Doku-Zentrum mit dem Schwerpunkt jüdischer Familiengeschichten geplant, ferner soll es Hörstationen mit Zeitzeugenberichten gaben. Schopfloch will den Bestand seines jüdischen Friedhofs mit rund 1100 Grabsteinen erfassen. Ein Gedenkstein soll in Uehlfeld errichtet werden. Einer öffentlichen Nutzung will der private Käufer das denkmalgeschützte Synagogengebäude in Ickelheim zuführen.

WERNER FALK

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