Monthly Archives: Dezember 2018

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Veranstaltungsplan für 2019

Der Eichstätter Diözesangeschichtsverein lädt ein

Mittwoch,  13. Februar 2019, 19Uhr in St. Walburg:  Die archäologischen Grabungen in Solnhofen von 1961 bis 1979 haben überraschende Ergebnisse gezeigt. Christian Later hat darüber 2011 eine umfangreiche Arbeit vorgelegt: „Die Propstei Solnhofen im Altmühltal : Untersuchungen zur Baugeschichte der Kirche, zur Inszenierung eines früh- und hochmittelalterlichen Heiligenkultes und zur Sachkultur“. Dieser hervorragende Kenner ist heute der zuständige Referent im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Er wird uns über die frühe Entwicklung der diözesanen Keimzelle um Sola, den Mönch aus Fulda, berichten.

CHRISTIAN LATER: Klosterarchäologie im Altmühltal – Die Ausgrabungen in der Propstei Solnhofen 1961-1979.

Dienstag,  19. März 2019, 19 Uhr in St. Walburg: Die Hexenverfolgung in zersplitterten Territorien wie der Deutschordensballei Franken bzw. der Komturei Ellingen hatte (wie im Hochstift auch) in den „Enklaven“ etwas andere Aspekte wie im engeren Umkreis der Residenzstadt. Diese interessanten Beobachtungen „mit dem Mikroskop“ konnten in dem gedrängten Programm des Symposiums nicht untergebracht werden.  Herr Oskar Geidner aus Wolframs-Eschenbach wird sie vorlegen:

OSKAR GEIDNER: … aus Pein und Marter bekehndt … Hexenverfolgung in der Stadt und im Vogteiamt Eschenbach.

Donnerstag 2. Mai 2019, ab 19 Uhr in St. Walburg: Ein für geordnetes Vereinsleben besonders wichtiger Termin ist die jährliche Mitgliederversammlung. Im Anschluss daran wie üblich ein Vortrag:  Quod non in actibus, non est in mundo, was nicht in den Akten steht, das gibt es nicht, war ein etwas überzogenes Dictum des ein oder anderen historischen Forschers. Archive bezeugen allerdings mit ihren Akten verlässlich die offizielle Sicht der Geschehnisse. Daher ist der Umgang mit Archiven in Diktaturen besonders prekär. Der Eichstätter Diözesanarchivar wird in diese Problematik einführen.

BRUNO LENGENFELDER: Das Eichstätter Diözesanarchiv in der NS-Zeit.

Bei weiteren Veranstaltungen steht der genaue Termin noch nicht fest. Hinweisen möchte ich aber schon auf ein kleines Symposium im Sommer im Kloster Plankstetten. Wir widmen uns dabei der Geschichte des fast 900 Jahre alten Klosters, über die aktuelle Grabungen tiefgreifenden Aufschluss geben. Eine Buchpräsentation wird auch die neuere Geschichte vor Augen führen: Fast 100 Jahre nach der Säkularisation füllte sich die Abtei wieder mit benediktinischem Leben, als 1904 Plankstetten zunächst ein Priorat der Scheyerner Benediktiner und 1917 wieder eine selbstständige Abtei wurde. Selbstverständlich gehört auch eine spezielle Führung durch das Kloster und seine Anlagen zum Programm.

Im Sommer werden wir auch eine Exkursion an Stätten jüdischen Lebens in Franken und Schwaben anbieten. Auch hier werden Termin, Ziele und genauere Modalitäten rechtzeitig bekannt gemacht.

Volksbegehren „Rettet die Bienen“

Eintragsfrist vom 31. Januar bis 13. Februar

Ende Januar startet das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern. Vom 31. Januar bis 13. Februar können sich die bayerischen Bürger in die Unterstützungslisten eintragen, die auf den Rathäusern und in den Gemeindeverwaltungen aufliegen. 900000 müssen es sein, sonst scheitert das Begehren. Ich möchte zur Teilnahme am Volksbegehren aufrufen.

Es geht um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Und dabei kann es für nur ein klares ja geben! Die Bewahrung der Schöpfung ist eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft, nicht nur die Parteien sind gefordert.  Es genügt mir nicht, an den Symptomen unserer gesellschaftlichen Verwerfungen herumzudoktern, notwendig ist eine entschiedene Kurskorrektur mit dem Ziel, die Natur konsequent zu schützen, damit auch unsere Nachkommen noch in einer gesunden Umwelt leben können.

Hier eine Erklärung des bayerischen Aktionsbündnisses:

Das Volksbegehren ist ein Mittel der direkten Demokratie. Es ermöglicht Bürgern die Einbringung eines Gesetzesentwurfs in den Bayerischen Landtag. Die erste Hürde ist überwunden: Knapp 100.000 Menschen haben in der ersten Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben, im Oktober wurde es vom Innenministerium zugelassen. Jetzt müssen sich vom 31. Januar 2019 bis zum 13. Februar 2019 eine Million Wahlberechtigte persönlich in den Rathäusern in Listen eintragen, um das Volksbegehren Artenvielfalt erfolgreich zu machen. Online ist dies nicht möglich. Zur Eintragung muss der gültige Ausweis vorgelegt werden. Zum Trägerkreis des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen! gehören die Ökologisch-Demokratische Partei Bayern (ÖDP), der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), das Bündnis 90/Die Grünen Bayern und der BUND Naturschutz in Bayern. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von mehr als 100 Organisationen, Unternehmen, Verbänden und Parteien unterstützen diese direktdemokratische Initiative für ein neues Naturschutzgesetz in Bayern.

Die Kernforderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!

Ziel des Volksbegehrens ist es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt retten. Die Kernforderungen: die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere; die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft; der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben; der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft; die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen; die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen; die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten.

Die Aktionsbündnisse

Bayernweit kämpfen 80 Aktionsbündnisse in den Gemeinden für eine Wende im bayerischen Naturschutz. Alle Interessierten sind aufgefordert mitzumachen. Auf der Website des Volksbegehrens Artenvielfalt www.volksbegehren-artenvielfalt.de findet man die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.

 

Das Artensterben

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. 54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben, 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden, über 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da. Unter anderem in Folge des Insektenschwundes leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Diese dramatische Entwicklung will das Volksbegehren Artenvielfalt stoppen.

WERNER FALK

Viel Lärm um Schädliches

Slow Food Altmühlfranken appelliert

Slow Food Altmühlfranken wünscht sich zum bevorstehenden Jahreswechsel mehr Mitverantwortung und  Respekt gegenüber empfindsamen Menschen und vor allem gegenüber unseren weitgehend hilflosen Haustieren, wenn in einem Rausch von wenigen Minuten ein extrem lautes Feuerwerk abgefackelt werden soll, um damit angeblich das neue Jahr zu begrüßen. Es sind neben der Lärmkulisse vor allem die entstehenden schadstoffbelasteten Müllreste und insbesondere die extremen und flächenhaft  wirkenden Feinstaubbelastungen, die eigentlich zu einem Umdenken bei dieser wenig sinnvollen Angewohnheit führen müssten.

Regionalberater Dieter Popp

Aber nicht nur lärmempfindliche Menschen und gestresste Tiere in den landwirtschaftlichen Ställen leiden alljährlich am Jahreswechsel. Auch für viele Wildtiere stellt dies eine völlig unnatürliche Ausnahmesituation dar. Etliche Tiere werden aus ihrem Winterschlaf gerissen, andere fliehen vor diesem als bedrohlich empfundenen Szenario  und dies kostet sie wertvolle Energiereserven, die in dieser Jahreszeit nur sehr schwer wieder kompensiert werden können.

In einer Zeit, in der sich die Gesellschaft zu recht über die verkehrsbedingte Lärmbelastung oder die überproportional ansteigenden Feinstaubwerte echauffiert und der Unmut über das durch die Industrie verursachte Diesel- und damit Luftschadstoffproblem wächst, fehlt eigentlich jedes Verständnis dafür, dass zusätzlich aus reiner Spaßsucht  an dieser Stelle ein Mantel des Schweigens über diese unverantwortliche Angewohnheit gelegt wird, erläutert Dieter Popp für Sow Food Altmühlfranken deren Bedenken. Mit rund 5.000 to Feinstaub wird regelmäßig in der Sylvesternacht die Jahresspitze der Feinstaubbelastungen gemessen. Dies sind alleine 17 % der jährlichen durch den gesamten Verkehr in Deutschland erzeugten Feinstaubmenge!
Dabei geht es gar nicht darum, dass den Menschen die Freude an einem bevorstehenden Jahreswechsel genommen werden soll. Dies kann man durch eine Reihe von traditionellen Sylvesterbräuchen (Bleigießen, Glücksbringer verschenken, Konzerte, Bälle etc) oder auch moderneren Traditionen (Sylvester-Tanzparty, kulinarische Events, Neujahrs-Fackelwanderungen etc) in gleicher Weise erreichen, ohne dass dadurch Mitmenschen oder Mitgeschöpfe über Gebühr belastet werden.

In einer Zeit, in der immer mehr Menschen auf das Tierwohl bei ihrer Ernährung achten wollen und dabei eine artgerechte Tierhaltung und nun auch das stressfreie Schlachten als Maxime ausgegeben werden, muss es im Grunde genommen anachronistisch anmuten, wenn wegen einer minutenkurzen  Effekthascherei ein vermeidbarer Stress von in unserer Nähe gehaltenen Tieren so unverantwortlich   in Kauf genommen wird.

Es ist aber ebenfalls kaum nachvollziehbar, dass ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft nach diesem zweifelhaften Privat-Vergnügen diese schadstoffbelasteten Feuerwerks-Reste dann der Entsorgung durch die Allgemeinheit – und damit unser aller Kosten – überlassen und sich nicht genötigt sehen, ihre umweltbelastenden Rückstände selbst entfernen. Denn dazu sind die Verursacher verpflichtet. Alleine die Einschwemmungen dieser hochproblematischen Stoffe in die Kanalisation kann z.B. nach einer verregneten Sylvesternacht zu erheblichen Abwasserentsorgungsproblemen führen, wenn die Entsorgung nicht unverzüglich erfolgte.

Dabei gibt es auch eine Reihe von Alternativen, wem ein etwas besinnlicher, nachdenklicher oder ruhigerer Übergang in das nächste Jahr nicht reicht.
Zunehmend bieten Städte und Gemeinden – in unserem Raum war die  Stadt Spalt hier ein Pionier – ein zentral organisiertes öffentliches Feuerwerk bei gleichzeitigem Verzicht auf private Feuerwerke an.
Einen Schritt weiter gehen Kommunen, die hierzu  eine Laser-Show organisieren, um  das Lärm- und Sondermüll-Problem ebenfalls auszuschließen.
Andere Kommunen – teilweise auch Vereine – bieten einen Glühwein- und Grillbuden-Übergang in das neue Jahr an.
Es geht auch Slow Food nicht darum,  dieses mit viel Tradition und Mystik verbundene Datum des Jahreswechsels  zu entzaubern. Es geht einfach und schlicht nur darum, dass diese tief verwurzelte Gewohnheit  mit mehr Vernunft und Respekt gegenüber allen Mitgeschöpfen erfolgt  Und es wäre wünschenswert, wenn auch die Politik an diese Einsicht in unserer manchmal sehr egozentrischen Gesellschaft appelliert. Auch dann, wenn dies scheinbar noch nicht dem Mainstream entspricht!
In einem solchen Sinne wünscht Slow Food Altmühlfranken einen guten und für alle zufrieden stellenden Jahresbeginn.

Der Pfarrer als Wilddieb?

„Heimatkundliche Streifzüge“ des Kreises Roth sind erschienen

Hier im ehemaligen eichstättischen Zollhaus in Obererlbach nahm 1743 der Spalter Kastner Heil den Gräfensteinberger Johann Ulrich Reulein in Arrest und ließ ihn foltern. Foto: FR Presse

Dem Vorwurf des Ansbacher Markgrafen, die  Wilddieberei „aufs ärgerlichste angereitzet“ zu haben, sah sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts der Theilenberger Pfarrer Josef Erhard von Rummel ausgesetzt.  In einem Roman, der 1933 unter dem Titel „Das andere Gesicht“ erschienen ist, nennt ihn der Schriftsteller Heinrich Grimm sogar den Anführer einer Wildererbande.  Nun, tatsächlich nachweisen konnte man dem geistlichen Herren den Wilddiebstahl nicht. Aber amüsant liest sich die Geschichte von Marianne Schröder in der neuesten Ausgabe der „Heimatkundlichen Streifzüge“ schon.

Tatsache ist auf jeden Fall, dass sich der Markgraf Carl Wilhelm Friedrich, den spätere Forscher den „wilden“ nannten, wegen des alten Jagdrechts aus dem Jahr 1300 mit dem Eichstätter Bischof Johann Anton II. anlegte.  Beim Verkauf von Abenberg und Spalt  an den Bischof Reinboto von Eichstätt hatte sich Markgraf Konrad der Fromme das Jagdrecht vorbehalten. Aber das kümmerte die Untertanen des Bischofs einige Jahrhunderte später recht wenig. Wie der Obrist-Jägermeister feststellte, hatte sich der Wildbestand in den Gegenden um Lindenbühl, Igelsbach, Georgensgmünd und Beerbach 1745 um mehr als die Hälfte verringert.  Beklagt wurde das immer dreisterte Verhalten der Wilddiebe, die sich sogar zu Bruderschaften zusammenschlossen. Nur mit einem größeren Aufgebot an Jägern und Jagdaufsehern konnte der Markgraf den Wildfrevel eindämmen. Als „Raubnester“ galten die Fluren von Wernfels und Theilenberg. Martin Spitzer, ein Kuhhirte, prahlte sich damit, mehr Wild geschossen zu haben als es Viehherden in beiden Dörfern gab.  Er entzog sich dem Zugriff indem er sich in die Absberger Freyung begab. Weil der Pfarrer von Theilenberg einem Jägerburschen gestohlenes Wildbret abkaufte, erhöhte sich der Verdacht gegen ihn, nichts gegen die Wilddieberei zu tun.

Ein weiterer Zwischenfall wurde 1743 aktenkundig, als sich der Gunzenhäuser Vogt und Johann Ulrich Reulein aus Gräfensteinberg im Auftrag des Markgrafen im Obererlbacher Zollhaus des Eichstätter Bischofs aufhielten.  Nachts rückte der Spalter Kastner Hell mit einigen Leuten an und nahm Reulein wegen „Auskundschaftung eichstättischer Wilddiebe“ in Arrest, um ihn in Spalt zur Folter in die Breche zu spannen und ihn danach an drei Tagen bei Kälte und starkem Regen jeweils eine Stunde lang zur Schau zu stellen.  Es gab keine Gnade, auch nicht für Anton Gruber aus Obererlbach, der dem Bauern aus christlicher Nächstenliebe Geld ins Gefängnis bringen wollte, denn er landete im Wernfelser Burggefängnis.

Die Revanche kam zwei Jahre später. Der Markgraf ließ nachts 500 Reiter unter der Führung des Gunzenhäuser Stadtvogts Michaelis in den eichstättischen Dörfern Wernfels, Theilenberg und Wasserzell einrücken, wo sie 13 Untertanen gefangen nahmen. Mit einer List –  fünf Offiziere „kaperten“ eine Postkutsche –   drangen sie auch in Spalt ein und holten den Kastner aus dem Bett. Der aber weigerte sich standhaft, die Namen der Wilddiebe preiszugeben, so dass er verhaftet wurde. Einen der Haupttäter erwischten die markgräflichen Fahnder: der Gerber Johann Georg Meidel hatte sich im Rauchfang versteckt. Die anderen Gefangenen mussten mit nach Gunzenhausen kommen und zu weiteren Verhören sogar auf die Weißenburger Wülzburg. Gegen Lösegeld kam der Kastner hell frei, nicht aber die Wilddiebe. Der Bischof verklagte den Markgrafen schließlich  wegen Landfriedensbruch beim Kaiserlichen Reichs-Hofrat in Wien. Es kam sogar zu weiteren Verhandlungen vor dem immerwährenden Reichstag in Regensburg. Es soll einen Vergleich gegeben haben.

WERNER FALK

„Heimatliche Streifzüge“, Schriftenreihe des Landkreises Roth, Heft 37, erhältlich  im Landratsamt Roth und im Harsdorfer Schlösschen in Enderndorf, 4,60 Euro, ISSN 0724-1100.

Jüdische Spuren in Westmittelfranken

Gemeinsames Projekt von vier Regionen

Der Judenfriedhof in Bechhofen gehört zu den größten in Bayern. Foto: Heinz Meyer

Eine lange und bedeutsame jüdische Geschichte haben Rothenburg, Bechhofen, Wilhermsdorf und Uehlfeld gemeinsam. Jetzt haben sie ein Projekt gestartet und wollen eine gemeinsame Publikation herausgeben, in der die wichtigsten Zeugnisse jüdischen Lebens in Westmittelfranken vorgestellt werden. Sie soll 2019 erscheinen.

In der neuen Ausgabe der „Schöneren Heimat“, der vierteljährlich erscheinenden Publikation des Landesvereins für Heimatpflege, stellt Autor Harald Weigand die Initiative der vier Kommunen vor. Sie haben alle eines gemeinsam: Jüdische Friedhöfe, ehemalige Synagogen und andere Bauwerke sowie jüdische Straßennamen.

In Wilhermsdorf war einst Schwerpunkt der jüdischen Buchdruckkunst und der Friedhof zählt zu den ältesten in Bayern.  In Bechhofen lag der jüdische Bevölkerungsanteil um 1811 bei 25 Prozent und in Uehlfeld gehörten 54 der 113 Wohnhäuser jüdischen Bürgern. Rothenburg beherbergte schon im Mittelalter eine bedeutende Talmudschule.

Die Kommunen wollen im Rahmen eines Leader-Förderprojekts  ein Netzwerk zur jüdischen Geschichte in Westmittelfranken auf den Weg bringen. In Bechhofen soll ein Rundweg als Gedächtnisweg zu den noch vorhandenen Zeugnissen jüdischer Besiedlung führen. Der Friedhof  mit seinen 16500 Quadratmetern soll das 1938 niedergebrannte Tahara-Haus wieder bekommen. Bereits abgeschlossen ist die Dokumentation von 2400 Grabsteinen durch das israelische Paar Ruth und Aharon Bruck (2009 bis 2013). In Colmberg ist ein Doku-Zentrum mit dem Schwerpunkt jüdischer Familiengeschichten geplant, ferner soll es Hörstationen mit Zeitzeugenberichten gaben. Schopfloch will den Bestand seines jüdischen Friedhofs mit rund 1100 Grabsteinen erfassen. Ein Gedenkstein soll in Uehlfeld errichtet werden. Einer öffentlichen Nutzung will der private Käufer das denkmalgeschützte Synagogengebäude in Ickelheim zuführen.

WERNER FALK

Freiheit für Billy Six

Journalismus ist kein Verbrechen!

Venezuela versinkt im politischen und wirtschaftlichen Chaos. Hyperinflation, Hungersnöte und bittere Armut sind die Früchte des Sozialismus im erdölreichsten Land der Welt. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Elend, das die rote Diktatur von Präsident Maduro angerichtet hat. Über diese Zustände wollte der deutsche Reporter Billy Six berichten. Nun hat er, von der Mainstreampresse kaum beachtet, Weihnachten und seinen Geburtstag an Heiligabend unter unmenschlichen Bedingungen in einem berüchtigten Gefängnis des venezolanischen Geheimdienstes verbracht.

Billy Six (32) berichtet regelmäßig aus Krisenregionen, unter anderem für die konservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er 2015 durch die TV-Dokumentation „Die Flüchtlingslüge“ bekannt, die schonungslos die Märchen der Asyllobby aufdeckte. Bei seiner Arbeit lässt er stets die kleinen Leute vor Ort zu Wort kommen – die, die sonst ungehört bleiben. Ihnen und der Wahrheit fühlt sich Billy Six verpflichtet, nicht den globalistischen Eliten und deren Hofberichterstattung. Ist das vielleicht der Grund, warum sein Schicksal den Mainstreammedien und der deutschen Bundesregierung scheinbar gleichgültig ist?

Am 17. November 2018 wurde Billy Six vom venezolanischen Geheimdienst SEBIN verschleppt. Seitdem sitzt der am Dengue-Fieber erkrankte Reporter – teilweise unter Beobachtung eines Wächters – in einer Einzelzelle im berüchtigten Gefängnis El Helicoide in Caracas, in dem schon mehrere Gefangene unter ungeklärten Umständen zu Tode kamen. Der Zugang zu dringend benötigten Medikamenten wird ihm genauso verwehrt, wie ein Anwalt, weshalb Billy Six am 13. Dezember in den Hungerstreik trat. Die an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe gegen den Reporter lauten auf „Spionage“, „Rebellion“ und „Verletzung von Sicherheitszonen“. Six soll bei öffentlichen Militärparaden Fotos des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro gemacht und sich zu Recherchezwecken mit der Rebellenorganisation FARC getroffen haben.

Beschämend ist indes die Tatsache, dass sich die deutsche Bundesregierung offenbar kaum um die Freilassung von Billy Six bemüht. Zwar gab es am 17. Dezember 2018, einen Monat nach der Verhaftung, erstmals Kontakt zur deutschen Botschaft, politisch bewegt sich jedoch nichts. Bastian Behrens, Sprecher der „Jungen Freiheit“, vermutet eine vorsätzliche Benachteiligung: „Die öffentliche Meinung in Deutschland hat sich lange engagiert für die Befreiung des Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft eingesetzt. Für Billy war das bisher nicht der Fall. Ich glaube, das ist der Tatsache geschuldet, dass Billy für ein Medium wie unseres schreibt“. Während internationale Medien wie die New York Times und die BBC bereits früh über das Schicksal von Billy Six berichteten, schwieg der deutsche Mainstream lange Zeit.

„Die Arbeit der Deutschen Botschaft war für mich bisher unbefriedigend“, sagt auch der Vater von Billy Six, Edward Six, der gleichzeitig betont, dass der Druck für die Freilassung seines Sohnes unbedingt aus Deutschland kommen muss. Diesem Appell des Vaters wollen wir mit anbei stehender Petition Folge leisten: Das Auswärtige Amt soll umgehend alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit Billy Six so schnell wie möglich freikommt. Bitte erheben auch Sie Ihre Stimme gegen das Unrecht, indem Sie die Petition unterzeichnen und teilen. Lassen wir den mutigen Reporter nicht im Stich, fordern wir gemeinsam: Freiheit für Billy Six!

Alle Informationen und Hinweise für die Unterschriftenaktion gibt es hier: www.patriotpetition.org

Bitte leiten Sie diese Nachricht auch an Ihre Freunde und Bekannten weiter. Je mehr Menschen unsere gemeinsamen Anliegen unterstützen, desto größer sind die Erfolgsaussichten für die Petitionen. Vielen Dank!

 

Der Heimatbegriff verschwimmt

Martin Wölzmüller vom Landesverein für Heimatpflege sorgt sich

Geschäftsführer Martin Wölzmüller vom Landesverein für Heimatpflege. Foto: BR

Von Heimat hört man heute allerorten. Das war nicht immer so in den letzten Jahrzehnten.  Wie Martin Wölzmüller beklagt, ist mit diesem Hype aber reine merklich wahrnehmbare Begriffsentwertung verbunden. In der aktuellen Ausgabe der „Schöneren Heimat“, dem vierteljährlich erscheinenden Magazin des Landesvereins für Heimatpflege, erhebt der Geschäftsführer die Forderung, Heimat als Integrationsraum zu begreifen anstatt ihn durch Missbrauch für Ausgrenzung, Spaltung und Hetze geradezu ad absurdum zu führen.

Mit dem Bestreben, alle diejenigen draußen zu halten, die man für fremd, anders oder gar „unwürdig“ halte, könne heute kein gesellschaftliches Zusammenleben mehr gelingen. Die gesamte Siedlungs- und Kulturgeschichte sei kein monokultureller Maisacker, sondern gleiche vielmehr einer bunten Blumenwiese, auf die der Wind jedes Jahr neue Arten wehe.

Wenn schon davon die Rede sei, Heimat „zurückzugewinnen“, dann nicht in der Form rechtspopulistischer  Phrasendrescherei („Dieses Land, Deutschland, ist unser Land“), sondern  durch ein entschiedenes Nein gegen Ausbeutung durch fortschreitende Bodenversiegelung, gegen dümmliche Folklorisierung und gegen baulichen Wildwuchs, also gegen den Ausverkauf von geistigen und natürlichen Ressourcen.

Martin Wölzmüller, mit Vollbart und Lederhose ganz und gar das Klischee eines altbayerisches Mannsbilds, hält nichts von oberflächlicher Heimattümelei: „Heimat wird weder von Spießbürgern, die sich hinter ihren Gartenmauern verschanzen, noch von raffgierigen Egoisten oder verquasten Ideologen geschaffen – auch wenn sie im Trachtenanzug daherkommen. Heimat lebt in erster Linie vom inspiriertem Tun vieler, vom Mut, sich selbst an kulturelles und gesellschaftliches Wirken heranzuzwagen und die nahe Welt selbst in die Hand nehmen.“

Impulse für kulturelle Identität

In der gleichen Ausgabe setzen sich Heimatpfleger und Denkmalschützer mit Fehlentwicklungen im Landschaftsbild auseinander. Architekt Thomas Jocher findet, dass der rasante gesellschaftliche und technische Wandel bei den Menschen viel Verunsicherung erzeugt. Es entstehe eine tiefe Sehnsucht nach Heimat in einer globalisierten und gesichtsloser werdenden Welt , nach Geborgenheit und Halt am Überlieferten. Er fordert neue Impulse, denn: „Ohne sie gibt es nur Stillstand“.  Das Diktat der Produktionssteigerung in der Landwirtschaft  beklagt  Werner Pawlovsky, der Kreisbaumeister von Miesbach.  Neuartige, uniformierte Ställe würden ohne Rlücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten errichtet, die traditionellen Qualitäten von alten Bauernhöfen würden zerstört. Von einer „ertragsgetriebenen Agrarwirtschaft“ spricht Prof. Susanne Burger und meint, dass die Lebensgrundlagen der Menschen, Tiere und  Pflanzen zerstört würden. Dass die industriealisierte Landwirtschaft das Dorfleben dramatisch verändert, bedauert Baureferent Christoph Schreyer vom Bezirk Oberbayern: „Leute wandern ab, Geschäfte geben auf, Wirtshäuser stehen leer, Schulen schließen und Kirchen werden nicht mehr gebraucht.“

WERNER FALK

Der Flurer ist ausgestorben

Posten galt  auch als Armenunterstützung

Hirten, Schäfer und Tagelöhner lebten im 19. Jahrhundert noch kärglich. Kein Wunder also, dass sie sich in Wald und Flur „bedienten“.  Um aber die Bauern vor den Frevlern zu schützen, fungierten die Flurwächter sozusagen als Feldpolizei.  Bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren sie in vielen fränkischen Gemeinden noch tätig. Das Amt des Flurers in Spalt und Umgebung beschreibt Marco Eckerlein in der neuen Ausgabe der „Heimatkundlichen Streifzüge“, die der Landkreis Roth herausgibt.

Es ging um die Sicherung der Fluren vor Diebstahl, Beschädigung und unerlaubter Nutzung. Ab 1818 war es Pflicht der Gemeinden, einen Flurer zum Feldschutz einzustellen. Spalt hatte sogar zwei von ihnen.  Im Augen hatten sie vor allem die Gewohnheitsfrevler, also Typen, für die der Diebstahl von Früchten oder Holz zum Überleben gehörte.   Aus Mosbach ist bekannt, dass es zwischen 1856 und 1862 genau 154 Freveltaten gab, meist unerlaubtes Sammeln von Jungholz oder das Abschlagen von dürren Ästen. Die Zuständigkeit für die Bestellung eines Flurers lag bei der Gemeinde, ab 1937 wurde er  vom Landratsamt vereidigt. Die Qualifikation war niederschwellig: Flurer sollten lesen und schreiben können, körperlich rüstig sein und einen guten Leumund haben.  Wie Marco Eckerlein rechierchiert hat,  nahmen es die Gemeinden nicht so genau, denn es gab auch „Feldpolizisten“ mit mehr oder weniger gravierenden Vorstrafen. Ein Fünfbronner wurde beispielsweise 1907 abgewiesen, weil er wegen Untreue und Betrugs vorbestraft war. Ein anderer war wegen Bettelns und groben Unfug 23 Tage im Gefängnis  gesessen.  Der Großweingartener Gemeinderat nahm 1890 einen Flurer in Schutz, der sich im Wirtshaus prügelte und sogar mit dem Revolver herumballerte. In diesem Fall setzte sich letzlich das Bezirksamt durch. Der Mann musste wegen „untragbaren Verhaltens“ gehen.

Von etlichen Gemeinden ist bekannt, dass sie den Posten als eine Art Versorgungsamt für alte und gebrechliche Personen sahen. Sie konnten sich durch deren Anstellung die gemeindliche Armenunterstützung sparen. Die meisten Flurer waren wohl pflichtbewusst, obgleich es auch Klagen über „häufiges Wirtshaussitzen anstatt der Begehung der Flur“ gab.

Die Bezahlung war unterschiedlich. Großweingarten gab dem Flurer neben dem Lohn eine Dienstwohnung und Feuerholz. In Spalt war man sparsamer. Dort erhielten die beiden Flurer neben dem Grundgehalt pro getätiger Anzeige einen bestimmten Betrag. Das gesellschaftliche Ansehen war gering. Immer wieder war zu hören, der Flurerposten sei dazu da, „einen Faulenzer zu ernähren“. In Spalt und Wernfels regelte selbst im Jahr 1947 noch eine Verordnung die Arbeit der Flurer. In der Erntezeit waren sogar noch zwei zusätzliche Kräfte eingestellt. Aber 1956 war es auch in der Hopfenstadt so weit, „dass eine Notwendigkeit keinesfalls vorliegt“, wie die Stadtverwaltung argumentierte.

Die „Heimatkundlichen Streifzüge“ sind für 4,60 Euro im Harsdorfer Schlösschen in Enderndorf sowie beim Landratsamt in Roth erhältlich.

WERNER FALK

Landkreisbündnis gegründet

Unterstützung des Volksbegehrens „Retten die Bienen“

Von links: Otto Weber (Bienenzüchterverein), Stefan Spiegl (Präsident des Bayerischen Imkerverbands), Reinhard Ebert (ÖDP), Andreas Schreiner (Patrioten), Victor Rother (Linke), Wilfried Kucher (Grüne), Renate Peiffer (Grüne), Karlheinz Schork (BN), Doris Schicker (SPD) und Kilian Welser (ÖDP).   Foto: FR Presse

 

Zur Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ auf der Landkreisebene hat sich ein Landkreisbündnis gegründet. Die Initiative dazu ist von Reinhard Ebert, dem Kreisvorsitzenden der ÖDP, ausgegangen. Die ÖDP hat das Begehren auf Landesebene vorbereitet und auch die notwendigen 25000 Unterschriften zur Zulassung beschafft.

Jetzt geht es um die weiteren Schritte. Vom 31. Januar bis 13. Februar müssen sich 900000 bayerische Bürger in die Unterstützungslisten eintragen, die bei den jeweiligen Gemeinde- und Stadtverwaltungen ausliegen.

Ebert erklärte, dass alle Aktionen rund um das Volksbegehren von der ÖDP-Geschäftsstelle in München aus geplant werden. Im Landkreis sind Reinhard Ebert und Wilfried Kucher die Verantwortlichen.

Das Organisationskomitee auf Kreisebene wendet sich an die Gemeinden, um zu erreichen, dass in der Auflegungsfrist der Unterstützungslisten vom 31. Januar bis 13. Februar in den Verwaltungsstellen auch Sonderöffnungszeiten angeboten werden.

Neben den Vertretern der ÖDP, der Grünen, des BN, des Imkerverbands, der SPD, der Linken und der Patrioten hat an der Besprechung auch Stadtrat Werner Falk aus Gunzenhausen teilgenommen. Er kündigte eine Positions-Entscheidung der FDP für Mitte Januar an.

 

Glyphosatverbot bekräftigt

Liste Weidenbach-Triesdorf: Gegen das Insektensterben

Die Liste Weidenbach-Triesdorf lädt ein zur Jahreshauptversammlung am Sonntag, 13. Januar 2019 um 19 Uhr ins Gasthaus Sammeth-Bräu. Auf der Tagesordnung stehen neben Jahres- und Kassenbericht außerdem Wahlen sowie der Beitritt zum Aktionsbündnis Volksbegehren Artenvielfalt in Stadt und Landkreis Ansbach. Wie der Vorsitzende der Mini-Partei Carl-Alexander Mavridis mitteilte, muss endlich das dramatische Insektensterben, welches vor allem durch die industrielle Landwirtschaft ausgelöst wurde, gestoppt werden. Schon vor zwei Jahren wurde ein Bürgerstammtisch zum Thema Biodiversität mit dem ehemaligen Biologieprofessor von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Dr. Peter Miotk, angeboten. Der Gemeinderat Weidenbach hat in der Vergangenheit Anträge auf Anlage von Blühwiesen und Glyphosatverbot abgelehnt. Ebenso wie der Bezirktstag Mittelfranken das Glyphosatverbot auf den Flächen der Landwirtschaftlichne Lehranstalten Triesdorf ablehnte. Nach Untersuchungen der Universität Austin/Texas (USA) schädigt das Totalherbizid das Darm- und Imunsystem der Honigbiene.