Was macht eigentlich der Bezirk?

Seine Leistungen werden von vielen Menschen genutzt

Die Wähler haben entweder keine oder nur eine geringe Vorstellung, was der Bezirk Mittelfranken eigentlich leistet. Es fällt schwer, zwischen den Leistungen der Kommunen, des Kreises, des Bezirks, des Freistaats Bayern und dem Bund zu unterscheiden.  Die Menschen interessieren sich im Allgemeinen auch nicht so sehr dafür – jedenfalls nicht solange für sie alles glatt läuft und sie keine Unterstützung vom Bezirk brauchen.

Deswegen möchte ich einige markante Leistungen nennen, die das Bewusstsein der Wähler schärfen können. Der Bezirk (und somit auch die Arbeit des Bezirksparlaments) wird wahrgenommen, wenn…

Menschen soziale Hilfe brauchen und nicht mehr alleine zurechtkommen. Gewährt werden Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen oder die einen Alten- oder Pflegeheimplatz brauchen.

Leute neurologische, psychische und psychosomatische Erkrankungen haben und ambulant wie stationäre Versorgung benötigen. Acht Kliniken und zwei soziotherapeutische Wohnheime  mit 1700 Betten gibt es, in denen 3000 Beschäftigten angestellt sind. Immer wieder in den Schlagzeilen ist der Vorstand Nawratil, der vom Bezirkstag engagiert wurde, um das Defizit von -9,5 Millionen Euro (2012) zu mindern. Er hat die Verhältnisse umgedreht: 2017 meldet ein Ergebnis von 8,2 Millionen. Das ist die nüchterne Wahrheit, soweit sie sich an Zahlen orientiert. Defizite gibt es allenthalben in der Menschenführung.

… von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf zu hören ist, einem beispielhaften Bildungszentrum für Landwirtschaft und Umweltsicherung mit 3400 Schülern und Studenten. Zehn Schulen, darunter zwei Fakultäten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Fachzentrum für Milchanalytik gehören dazu.

Jugendliche und Erwachsene eine Ausbildung in der Krankenpflege anstreben.  Dazu gibt es in Ansbach (an den Bezirkskliniken) und Erlangen (Klinikum am Europakanal) die Chance (u.a. Heilerziehungspflege, Gesundheitsmanagement).

… junge Menschen eine musikalische Grundausbildung haben wollen. Die Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl hat die Fachbereiche Kirchenmusik, Klassik und Rock & Pop (140 Plätze).

Blinde und Sehbehinderte eine Hilfe brauchen. 800 Kinder und Jugendliche bekommen eine Frühförderung, es gibt eine Schule für Blinde und mobile Dienste unter dem Dach der Blindenanstalt Nürnberg, die vom Bezirk mitfinanziert wird.

hörgeschädigte Kinder und Jugendliche der Förderung bedürfen. Das Nürnberger Zentrum für Hörbeschädigte hat schulvorbereitende Einrichtungen und mobile Dienste.

Kinder ab der 5. Jahrgangsstufe Sprachauffälligkeiten haben und das Nürnberger Förderzentrum in Anspruch nehmen können. Das gilt auch für die Förderung der körperlichen und motorischen Entwicklung (Tagesstätte).

… sich junge Menschen für die Ausbildung zum Industriemechaniker oder Maschinenbautechniker interessieren. Die Maschinenbaufachschule in Ansbach bildet auch Medizintechnker aus.

… die Dienste des Berufsbildungswerks „Hören, Sprache, Lernen“ für eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine berufliche Erstausbildung hilfreich sind.

… die Menschen wissen wollen, wie ihre Vorfahren auf dem Land gelebt haben. 100 historische Gebäude sind im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim auf 45 Hektar rekonstruiert worden.

… sich Männer und Frauen für eine zeitgemäße Trachtenmode interessieren. Das Markenzeichen „Pro Tracht“ ist konzipiert worden. Die Trachtenforschungs und –Beratungsstelle gibt Tipps für praktische Trachtenpflege.

… sich musikalisch Begabte für die fränkische Volksmusik interessieren. Die Forschungsstelle in Uffenheim forscht und ordnet alle Erscheinungsformen der Volksmusik.

… es um die Bewahrung und Pflege des historischen Kulturerbes geht. Bei der jährlichen Denkmalprämierung werden die besten baulichen Sanierungen honoriert.

… Denkmalpflege, Heimatpflege, Museen, Sammlungen, Theater, Konzerte, Musik und Kunst finanziell zu fördern sind. Jährlich werden zwei Millionen Euro an Zuschüssen von der Mittelfranken-Stiftung „Natur-Kultur-Struktur“ vergeben.

… es die Bewahrung des jüdischen Erbes ein Thema ist. Das Jüdische Museum in Franken (mit Objekten in Fürth, Schnaittach und Schwabach) trägt der Bezirk ideell und finanziell mit.

… der „Fränkische Sommer“ mit seinen bedeutenden Kulturereignissen auf dem Programm steht. International renommierte Musiker kommen in die „Provinz“.

… sie von der Verleihung des „Wolfram-von-Eschenbach-Preises“ (dotiert mit 15000 Euro) zu lesen ist. Übrigens können alle Mittelfranken Vorschläge für den Preis einreichen. Die Künstler müssen durch Geburt, Leben oder Werk mit Franken verbunden sein.

… das Filmfestival „Heimat! Das Filmfestival“ im zweijährigen Turnus veranstaltet wird. Es geht dabei um die Interpretation des Heimatbegriffes im Film.

… der „Tag der Franken“ am ersten Juli-Wochenende begangen wird. Die Kultur und die Geschichte Frankens werden facettenreich dargestellt.

… die Ausflügler auf die Burg Abenberg kommen, um zu erfahren, wie sich Reformation und Bauernkrieg auf Franken ausgewirkt haben. Zudem gibt es im Klöppelmuseum kunstvolle Exponate. Der Bezirk ist am Zweckverband beteiligt.

Fischer eine Fachberatung brauchen. 140 mittelfränkische Fischereivereine werden betreut.

… es um den Erhalt unserer mittelfränkischen Kulturlandschaft geht, für die sich der Landschaftspflegeverband Mittelfranken stark macht und dabei hilft, regionale Vermarktungsstrukturen aufzubauen.

Freizeiteinrichtungen am Altmühl-, Brombach- und Rothsee geschaffen und unterhalten werden (jährlich eine Million Euro).

… von völkerverbindenden Partnerschaften die Rede ist. Seit 2001 gibt es eine triregionale Partnerschaft Limousin-Mittelfranken-Pommern. Wassertrüdingen (mit Bellac), Gunzenhausen (mit Isle), Pappenheim (mit Coussac-Bonneval) und Wolframs-Eschenbach (mit Doncenac) aus dem Stimmkreis 506  haben Partnerschaften zum Limousin.

Werner Falk, Bezirkstags-Listenbewerber der FDP, Gunzenhausen

 

One Thought on “Was macht eigentlich der Bezirk?

  1. Michel Deutscher on 27. September 2018 at 17:17 said:

    Die Bezirksebene ist zur reinen Amigo-Spezl-Versorgungseinrichtung für abgehalfterte Politbonzen verkommen (genau wie die EU)!

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